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Sechster Abschnitt. Der deutsch-französische Krieg 1870/71

Full text: Geschichte des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3 / Altrock, Constantin von (Public Domain)

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7 Uhr 51 Minuten, für das Füsilier-Bataillon um 8 Uhr 51 Minuten früh 
erfolgen konnte. 
In den Morgenstunden des 28. Juli verließ sonach das Regiment (vom 
Niederschlesischen Bahnhof aus), geleitet von Glück- und Segenswünschen An— 
gehöriger und Bekannter, seinen bisherigen Aufenthalt, an welchen zehnjährige 
Gewohnheit sowie gesellige und persönliche Beziehungen Offiziere und Mannschaften 
— meist Schlesier — fesselten, um in den Standort Breslau nicht wieder 
zurückzukehren. 
2. Eisenbahnfahrt. 
Eintrilt in den Kriegsverbaud. Märsche durch die Pfalz 
und Lothringen bis zum 13. Angust. 
(Hierzu Uebersichtskarte 8.) 
Der am 28. Juli beginnende dreitägige Eisenbahntransport fand bei drücken— ee 
der Hitze statt und würde sich noch fühlbarer gemacht haben, wenn nicht der 28.pis 51. Jun 
Empfang, den die Truppen auf der Fahrt durch Deutschland allenthalben fanden, eo. 
für Stärkung von Geist und Körper gesorgt hätte. Unserem Regiment dürften 
in dieser Richtung Marburg und Frankfurt a. M. in besonders guter 
Erinnerung sein.*) 
Am frühen Morgen des 29. Juli, etwa gegen 4!/2 Uhr, erreichte das 
Regiment über Kohlfurt Berlin, das ein Armeebefehl zum Etappenanfangsort 
des Gardekorps für den weiteren Verlauf des Feldzuges bestimmte, während Worms 
als Etappenhauptort und die nachstehend näher bezeichnete Linie O als Eisenbahn-— 
transportlinie zugewiesen wurden. Von Berlin ging die Fahrt über Wittenberg 
nach Halle, von da für das J. und Füsilier-Bataillon über Erfurt — nur hier 
wurde warme Kost verabreicht — Bebra, Cassel, Marburg, Gießen (Kaffee— 
station) nach Frankfurt a. M. Letzteren Ort erreichte das II. Bataillon auf der 
Linie über Nordhausen (warme Kost), Göttingen (Kaffeestation), Cassel und 
Marburg.**) 
Von Frankfurt a. M. fuhr das Regiment nicht, wie anfänglich bestimmt, 
nach Homburg, sondern nur bis Mannheim, wo in der Nacht vom 30. zum 
31. Juli nach einer 65 stündigen Fahrt das II. Bataillon um 11 Uhr, das 
J. Bataillon um 12/2, die Füsiliere um 23,2 Uhr ausgeladen und in der Stadt 
untergebracht wurden (vergl. zur Bahnfahrt die Nebenskizze auf Uebersichtskarte 8). 
Ueber die strategischen Gründe, welche zur Aufgabe des ursprünglich in 
Aussicht genommenen linksrheinischen Ausschiffungspunktes Homburg führten, äußert 
das Generalstabswerk: „Dagegen“ (im Gegensatz zu der bei Saarlouis — Merzig 
zu versammelnden Ersten und der bei Landau zu vereinigenden Dritten Armee) 
*) Fuür Wohlbefinden des Offizierkorps während der Fahrt hatte unter Anderen der 
Weinhändler Julius Koenig aus Breslau in uneigennütziger Weise Sorge getragen. 
*x) gwischen Göttingen und Cassel lag der Zug des II. Bats. von abends 11 Uhr bis 
gegen 6 Uhr morgens auf freiem Felde, weil durch das Entaleisen eines Militärzuges des 
III. Armeekorvs Verkehrsstörungen eingetreten waren.
	        
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