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Zweite Abteilung. Berlin im 15. Jahrhundert

Full text: 500 Jahre Berliner Geschichte / Streckfuß, Adolf (Public Domain)

Das Domstift zu Cöln 1400. 
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aus Dankbarkeit zum Lobe des Allmächtigen, auch zu seinem und dem 
Seelenheile seiner Vorfahren und Nachkommen sowie zum Troste aller 
Christenseelen die im Schlosse zu Cöln gestiftete Pfarrkirche zu einem Stift 
und Kollegium, geweiht der Himm-elskönigin Mutter Maria, dem heiligen 
Kreuze und den Heiligen Petrus, Erasmus und Niktolaus, erheben und 
umwandeln und dasselbe mit Domherren besetzen, welche den Gottesdienst 
darin verrichten sollen. 
Das Domkollegium bestand aus einem Propste, Dechanten, Thesaurius 
und 6 Domherren, denen die Abhallung regelmäßiger Gottesdienste oblag. 
Dechant, Dom— noch vorhande— 
herren u. Chor— nes Bild des 
schüler mußten Kurfürsten, 
täglich die Ho- welches jeden— 
ras canonicas. falls vor der 
drei Messen und ersten Hälfte 
außerdem noch des 16. Jahr— 
Vigilien und hunderts, wahr—⸗ 
Seelenmessen scheinlich von 
halten. einem märki— 
Bei Al— schenMaler, ver— 
brecht Achilles, fertigt ist, und 
dem stets schlag— welches den 
fertigen Helden, Kurfürsten knie— 
crat der religös— end, mit ge— 
schwärmerische falteten Hän— 
Zug weniger den, betend dar— 
stark hervor als stellt. Er ist 
bei seinem Bru— mit einem blaß— 
der, daß er aber roten, kurfürst— 
auch ihm nicht lichen Mantel 
fehlte, zeigt ein angethan, unter 
welchem die vergoldete, mit schwarzen Zierraten versehene, ritterliche Rüstung 
sichtbar ist. Auf dem Kopfe trägt er eine schwarzbraune Mütze. 
Weit schärfer als in Albrecht Achilles prägte sich die religiöse Richtung 
wieder in Johann Cicero aus. Er hielt sehr viel auf einen streng christlichen 
Lebenswandel und ermahnte, wie wir gesehen haben, seinen Sohn in feinem 
Testamente besonders zur Gottesfurcht. Wenn ein Fürst fromm ist, so 
römmeln die Hofschranzen, wenn er heilig ist, sind sie scheinheilig und mit 
ihnen alle diejenigen, die Vorteile vom Hofe erwarten. So geschah es 
auch im 15. Jahrhundert in Berlin und Cöln. Es zeigte sich unter der 
Bürgerschaft das besondere Streben, eine prunkvolle Frömmigkeit zur 
Schau zu tragen, von dem die Kirchen den größten Nuͤtzen zogen. In 
keiner Zeit sind so viele Altäre gestiftet und reich begabt worden wie in 
jener. Auch eine Reihe frommer Brüderschaften verdankte jener Zeit ihre 
Entstehung. 
Da entstand schon unter der Regierung Friedrichs des Eisernen eine 
Brüderschaft zur größern Feier des Frohnleichnamistages bei der St. Marien— 
kirche. und eine Liebfrauenbrüderschaft bei derselben Kirche zur Vermehrung 
A Streckfuß, 500 Jahre Berliner Geschichlte.
	        
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