Path:
Zweite Abteilung. Berlin im 15. Jahrhundert

Full text: 500 Jahre Berliner Geschichte / Streckfuß, Adolf (Public Domain)

Albrecht Achilles 1470 -1486. 
69 
28 
Heeres betreten hatte. Er suchte fast mit keckem Uebermut den Tod in der 
Schlacht, ohne ihn doch je finden zu können. Gab es keinen Krieg, dann 
fühlte sich Albrecht nur wohl in der Mitte seiner ritterlichen Genossen, bei 
prächtigen Waffenspielen. Sein Hof war der glänzendste in Deutschland, die 
von ihm veranstalteten Turniere zogen ritterliche Kümpfer aus allen Ländern 
Europas herbei, und er selbst war der tapferste Held bei denselben. 
Wäre der Kampfesruhm eines Fürsten ein Glück für das Volk, das 
der Mark wäre das glücklichste der Welt gewesen! 
Albrecht Achilles hatte wenig Lust, das glänzende, freudevolle Leben 
an seinem prächtigen Hofe in Franken mit dem langweiligen auf dem Schlosse 
in Cöln zu vertauschen. Er nahm wohl die Regierung der Mark an als eine 
neute Quelle der Macht und des Geldes, aber ohne die Absicht, sein Leben 
in der öden Sandwüste zuzubringen. Er kam daher auch nicht gleich selbft 
nach der Mart, sondern sandte seinen ältesten, damals 15 jährigen Sohn 
Johann als seinen Statthalter dorthin. Erst im Herbste 1471 folgte er 
seinem Sohne, um die Huldigung der Märker anzunehmen. 
Gleich das erste Auftreten des Kurfürsten trug wesentlich dazu bei, ihm die 
Horzen des Volkes zu entfremden. Albrecht war an feine fränkische Sitten 
gewöhnt, die rohe märkische Art mißfiel ihm daher höchlich, und er zeigte 
bffen seine Verachtung gegen die Märker. Es liegt uns ein ausführlicher 
Bericht über die Art und Weise vor, wie Albrecht die Bürger und den Adel 
in Salzwedel bei der Huldigung behandelt hat, ähnlich ist sein Auftreten 
auch in Berlin und Cöln gewesen; wir dürfen uns daher nicht wundern, wenn 
Das 1895 enthüllte Futher-Denkmal anf dem Ueuen Rlarkte. 
nach Paul Ottos Modell von Toberentz vollendet
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.