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Full text : Geschichte der Preußischen Garde / Haering, Oskar (Public Domain)

Dem  Assistenten  Dittebrand  wird  eine  einmalige
Unterstützung  non  200  JL.  aus  Ord.  Kap.  I
Tit.  13  Pos.  2  für  1901  bewilligt.

Nach  dem  unten  abgedruckten  Gesuch  sind  dem
Assistenten  Dittebrand  durch  die  längere  Erkrankung
lind  de»  am  1.  Dezember  v.  Js.  erfolgten  Tod  seiner
Ehefrau  erhebliche  Ausgaben  erwachsen.  Die  Mehraufwendungen ­
  berechnet  er  auf  541,50  JL,  wovon
65  JL,  für  ärztliche  Behandlung  und  111,50  JL  für
die  Beerdigung  seiner  Frau  durch  Beläge  nachgewiesen ­
  sind.
Dittebrand  ist  nicht  im  Stände,  alle  Kosten  aus
eigenen  Mitteln  zu  bestreiten.  Wir  haben  deshalb
beschlossen,  ihm  eine  einmalige  Unterstützung  von
200  iH.  zu  gewähren.  Der  Genannte  ist  seit
1.  Mai  1901  als  städtischer  Beamter  ans  Kündigung
angestellt  und  bezieht  z.  Zt.  ein  jährliches  Gehalt
von  2000  JL  sowie  eine  Militärpension  von  180  JL
Vermögen  ist  nicht  vorbanden;  die  wenigen  Ersparnisse ­
  sind  durch  die  Erkrankung  der  Frau  aufgebraucht. ­
  Eine  Unterstützung  hat  Dittebrand  bisher
nicht  erhalten.
Charlottenburg,  den  31.  Januar  1902.
Der  Magistrat.
Schustehrus.
1.  3183.

Charlottenburg,  den  16.  Dezember  1901.
Gesuch  drs  öiircnii-.Uliöcnleii  llittcbrand  um  Gewährung  |
einer  einmaligen  Ilnterttiiluiiig.

Zusammenstellung
der  Kosten,  welche  dem  Unterzeichneten  durch  die
Krankheit  und  den  Tod  seiner  Frau  seit  Mai  d.  Js.
erwachsen  sind.
1.  Dem  behandelnden  Arzt  Ur.  Braunschild
  It.  anl.  Rechnung'  65 r -JL
2.  Zur  Beschaffung  einer  kräftigenden
Diät  —  Eier,  Milch,  Kakao,  kräftige
Suppen  —  Mehrausgaben  täglich
mindestens  1,50.  JL,  mithin  pro
Monat  45  JL  für  die  Monate
Mai  bis  einschl.  November  er.  —
7X45  JC.  —  .  ■  ■  •  .  315,—  „
3.  Für  Arzneien,  für  ein  Stechbecken,
1  Herzflajche,  1  Luftkissen  u.  s.  w.
-  mindestens  30,—  „
4.  Beerdigungskosten:
a)  dem  Tischler  Sauer
lt.  Rechnung  .  .  .  82,—JL
b)  der  Louisenkirche  .  .  29,50  „
c)  für  Droschken,  Depeschen, ­
  Todesanzeigen ­
  u.  s.  w.  rund  20,—  „  131,50  „
Summa  541,50cJL
Die  Beläge  zu  2,  3  und  4o  vermag  ich  nicht
beizubringen,  da  ich  die  Beträge  von  Fall  zu  Fall
bezahlt  habe;  ich  bescheinige  die  Richtigkeit  der  angesetzten ­
  Mindest-Beträge  pflichtgemäß.
Charlottenburg,  deu  16i  Dezember  1901.
Dittebrand
Büreau-Assistent.

Im  .Oktober;  1900  wurde  meine  seit  Jahren  l
kränkliche  Frau  von  einem  Mädchen  entbunden. !
Bald  nach  dem  Wochenbette  stellten  sich  Hustenanfälle
und  Kräfteverfall  ein,  die  ärztliche  Hülfe  nöthig
machten.  Ueber  Winter  besserte  sich  auch  das  Befinden ­
  meiner  Frau.
Im  Mai  d.  Js.  trat  das  Leiden  jedoch  wieder
schlimmer  auf  und  der  behandelnde  Arzt  stellte  die
Ansangsstadien  der  Schwindsucht  fest.
Die  Kräfte  meiner  Frau  nahmen  derart  ab,
daß  ich  zu  ihrer  Pflege,  zur  Führung  des  Haushalts
und  Wartung  meines  Kindes  eine  Anverwandte  zu  mir
nehmen  mußte.  Am  1.  Dezember  d.  Js.  ist  meine
Frau  gestorben.
Durch  die  zur  Hebung  des  Kräftcznstandes
ärztlicherseits  angeordnete  kostspielige  Diät,  durch  Be-!
schaffung  von  Arzneien  und  zuletzt  durch  die  Be-1
erdigung  sind  mir  derart  hohe  Kosten  entstanden,
daß  ich  sie  nur  zum  kleinen  Theile  aus  geringen
Ersparnissen  —  d.  h.  aus  dem  Rest  meiner  am
1.  Juli  1900  erhaltenen  Dienstprämie  von  1000  JL
—  decken  konnte.
In  der  Anlage  habe  ich  die  Kosten  zusammengestellt, ­
  die  mir  seit  Mai  d.  Js.  durch  die  Krankheit
meiner  verstorbenen  Frau  erwachsen  sind.
Den  Magistrat  bitte  ich  um  Gewährung  einer
Unterstützung,  da  ich  vermögenslos  bin.
Dittebrand
Büreau-Assistent.

Tagesordnung  Ar.  11.
Drucksache  Ur.  VI.  Vorlage  lletr.  die  Ge
n-ährnng  einer  einmaligen  Unterstützung  an
eine  Kandardeitstehrrritt.
Urschriftlich  mit  den  Personal  -  Akten  der  Handarbeitslehrerin ­
  Kindt  geb.  Drcwke  Fach  9  Nr.  240
und  1  Heft  Beläge
an  die  Stadtverordneten-Verfammlung
mit  dem  Antrage,  zu  beschließen:
1.  der  Handarbeitslehrerin  Frau  Meta  Kindt
geb.  Drewke  wird  eine  einmalige  Unterstützung ­
  in  Höhe  von  200  JL.  aus  Ord.  111
—  8  —  3  für  1901  gewährt.
2.  Ord.  III—8—3  wird  um  50  JL  aus  dem
Dispositionsfonds  verstärkt.
Die  Handarbeitslehrerin  Frau  Kindt  geb.  Drewke
ist  in  den  letzten  Jahren  wiederholt  längere  Zeit
wegen  eines  Unterleibsleidens,  eines  chronischen
Magenkatarrhs  und  einer  Wanderniere  beurlaubt
gewesen.  Im  Jahre  1897  wurde  ihr  auf  ihren
Antrag  als  Beihilfe  zu  einer  Kur  auf  Beschluß  der
städtischen  Körperschaften  ?ine  einmalige  Unterstützung
von  200  JL  gewährt.  (Blatt  21—24  der  Personalakten.) ­
  Mitte  Juni  1901  ist  Frau  Kindt  von  Neuem
erkratlkt  und  hat  bis  jetzt  nicht  wieder  Menst  thun
können.  Sie  hat  im  Sommer  v.  Js.  sich  erst  einer
schweren  Magen-  und  Darm-Operation,  und  später
einer  Gallenblasenoperation  unterziehen  und  darum
über  2  Monate  in  einem  Krankenhause  zubringen
müssen.  Nach  der  Entlassung  aus  demselben  begab
sie  sich  zu  einer  Familie  in  Grunewald  in  Pflege.
Hier  erkrankte  sie.  wiederum  zan  Magenkatarrh  und
Darmentzündung,  und  ipurde  außerdem  noch  von
einer  Venen-Entzündung  heimgesucht.  .  ,
            
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