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I. Berlin

Full text: Berlin und Umgebungen / Baedeker, Karl (Public Domain)

70 2. Absclinitt. BERLIN, Königl. Schloß. 
liegenden Teile ‚und. der Querflügel sind. in‘alter Form erhalten. 
1706 schied der Meister aus der Bauleitung aus, nachdem der Um+ 
bau des. auf 90m Höhe projektierten sog. Münzturms (an der nörd- 
westl. Ecke, wo heute die Säule mit der Taube steht) mißglückt 
war. Auch sein ‚Nachfolger Kosander ı(gen. Göthe), von. dem die 
Architektur des größeren Schloßhofes und die Front an der Schloß- 
freiheit herrührt, vollendete den Bau nicht, welcher'erst 1746 durch 
Böhme zum vorläufigen Abschluß kam, Friedrich IT. und Friedrich 
Wilhelm IL Keßen nach ihrem Regierungsantritt,die von ihnen be- 
wohnten Räume. mit einem neueny: im Stil: ihrer Zeit‘ gehaltenen 
Ausbau. versehen. 1824 baute Schinkel die Zimmer Friedrichs IL, 
für den damal’g°n Kronprinzen um:- Seit dem Regierungsantritt 
Friec rich‘, Wilhelms IV, , endlich, der‘ durch.den, von /Stüler und 
Schadow ausgeführten Bau.der neuen kuppelgeschmückten Kapelle 
im estflügel‘ 1845-52 ‚die. äußere /Erscheinung des, Schlosses ‚in 
glücklchster Weise, bereicherte ‚und! die Terrasse‘ am Lustgarten 
hinzufügte, ist die durchgreifende Ausbesserung des, Außeren-(in 
Zementputz) sowie. eine allmähliche Wiederherstellung des gesam- 
ten Inneren in Angriff, genommen, worden, — ‚Zur .Zeit Friedrichs 
d. Großen diente das Schloß noch: als Wohnung fast der ‚ganzen 
kgl. Familie, ‚enthielt sämtliche Sammlungen ‚und, war Sitz’meh- 
rerer I shörden. !Seiner früheren Bestimmung, ist es'durch Kaiser 
Waıihe.m ‚wiedergegeben worden, indem es jetzt/außer den Re- 
präsentationsräumen und den Räumen für fürstliche Gäste auch die 
1888 neu eingerichteten Wohnungen der ‚kaiserl. Familie enthält. 
Sie. liegen im ersten Stockwerke. nach dem Schloßplatze zu, die 
des Kaisers zwischen Portal I, über ‚welchem sich der Sternensaal 
mit den Fahnen und,Standarten sämtlicher Berliner Regimenter 
befindet, und Portal IT, die der Kaiserin Auguste Viktoria weiter- 
hin nach ‚der, Schloßfreiheit zu.. Eine aufgezogene Purpurstan- 
darte (auf der Nordseite) deutet die Anwesenheit des Kaisers im 
Schlosse an. 
Im Außern des Schlosses, das den beabsichtigten Skulpturen- 
schmuck nur zum kleinen Teil erhalten hat, macht,sich. bei den 
beiden von Schlüter herrührenden Langfronten, die im Detail mit 
genialer Originalität behandelt sind, ein. feiner Unterschied geltend 
zwischen der in strenger Monumentalität gehaltenen Südfassade 
am Schloßplatz und der zierlich belebten Noräfassade am Lust- 
garten (damals Gartenseite).., Die Westfassade Eosanders mit dem 
dem Trium,.abogen des Septimius Severus nachgebildeten Haupt- 
portal ist trockener, aber immerhin von, großartiger Wirkung, 
Schlüters Meisterwerk ist die Architektur des großen, auf drei Sei- 
ten von Bogenhallen umgebenen *inneren Schlosshofes, Der Quer- 
bau, welcher denselben vom äußeren Hofe trennt, gehört dem Bau 
von.1580.an; die dekorativen. Zuthaten desselben sind jedoch mo- 
dern, Von der aus der Burgstraße gut sichtbaren Wasserfront ge- 
hört der südliche Teil zunächst der Kurfürstenbrücke. mit dem
	        
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