Path:
I. Berlin

Full text: Berlin und Umgebungen / Baedeker, Karl (Public Domain)

e BERLIN. Stadtteile. 
XVII Jahrhundert erbauten, 1864-68 abgerissenen, 141/9km langen 
Stadtmauer umfaßt. Von den Thoren der Stadtmauer ist nur das 
Brandenburger erhalten, während die übrigen nur noch dem Namen 
nach bestehen. In dieser Zone '>xen von W. nach O.: auf dem 1. 
Spree-Ufer die Morotheenstadt (südwärts bis zur Behrenstraße), die 
Friedrichstadt (südlich der “ohrenstraße zwischen Königgrätzer- 
und Lindenstraße) und die Lwisensta.'t “«üdlich der Wallstraße 
zwischen Lindenstraße und L=isenstäu ic«hem Kanal); auf dem 
rechten Ufer die Friedrich- !.’lhelmstr (westlich von der Friedrich- 
straß” ‘. das “nandausr 7 ertci (östli:h ‘on der Friedrichstraße bis 
zum . enzlauer Thor, „ie Königstadt (vom Alexanderplatz nord- 
wärts nach dem Prenzlauer, ostwärts nach dem Landsberger Thor) 
und das :"tralauer Viertel (zwischen Landsberger Thor und Schil- 
lings“-ücke ostwärts). Die beiden letzteren greifen in die äußerste 
Zone .ı' — ehemaligen Vorstädte über, welche von W. nach O0, auf 
dem I. vree-Ufer die Stadtteile Tiergarten (zwischen den Stadt- 
bahnhöfen Tiergarten und Bellevue), Friedrichsvorstadt (nördlich 
des Schiffahrtkanals zwischen Tiergarten und Königgrätzer Straße), 
Schöncherg* Vier!.. (südlich vom Kanal zwischen dem Zoologischen 
Jarten und . >r Potsdamer Bahn), Tempelhofer "iertel (südlich des 
anal» von : Potsdamer Bahn ostwärts) und .‘ußere Iuisenstadi 
(östl” ııom ‘ -«isenstädtischen Kanal zwischen Schiffahrtkanal und 
Spre umfaßt, dann auf dem r. Spree-Ufer die Stadtteile Moabit 
(im äusersten Westen), Wedding (im äußersten Nordwesten), Ora- 
nienbı» "x Vorstadt (zwischen 5pandauer Kanal und Brunnen- 
straße), 4. senthaler Vorstadt (zwischen Brunnenstraße und Prenz- 
lauer A!len), 
Was die allgemeine Physiognomie der Stadt betrifft, so entbehrt 
Berlin bekanntlich des Reizes größerer Terrainunterschiede und, 
bei dem Mangel an bedeutenden mittelalterlichen Baudenkmälern, 
auch eines eigentlichen historischen Gepräges. Immerhin hat es eine 
Anzahl] großstädtischer Partieen ersten Ranges aufzuweisen. Monu- 
mentaibauten von entsprechender Großartigkeit erheben sich, na- 
mentlich seit den beiden letzten Jahrzehnten, in allen Stadtteilen. 
Der P-ivatbau zeigt durchschnittlich eine beachtenswerte indivi- 
duelle Gestaltung. In Bezug auf den Komfort der öffentlichen Ein- 
richtungen wird Berlin in kurzer Zeit auf der Höhe der älteren Groß- 
städte angelangt sein. Die Anlage des Pferdebahnnetzes und der 
Stadtbahn hat einen gewaltigen Aufschwung und eine völlige Ver- 
schiebung des Verkehrs bewirkt, die gleichzeitige Ausführung der 
Kanalisation bereits eine durchgreifende Verbesserung des Straßen- 
wesens mit sich geführt. Die öffentlichen Plätze im Innern der 
Stadt sind mehr und mehr mit Gartenanlagen geschmückt worden. 
Musterhaft ist die Sauberkeit der Straßen, wie sie sonst wohl nur 
noch in New-York zu finden ist. Die Reinigung derselben geschieht 
nur nachts, von 11’/9 U, an, mit Hilfe von 42 Kehrmaschinen: 
sämtliche Straßen werden wöchentlich mindestens einmal, ein 
52
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.