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II. Nähere Umgebung von Berlin

Full text: Berlin und Umgebungen / Baedeker, Karl (Public Domain)

von Berlin. SPANDAU. 169 
Spandau (Gasth. Adler; Rest. Pohrt, in der Breitenstr.), mit 
44500 Einw., starke Festung, am Einfluß der Spree in die Ha- 
vel, mit großen Artilleriewerkstätten, Gewehrfabrik, Geschütz- 
gießerei, Militärschießschule u. s. w. In der St, Nikolauskirche 
(xıv. Jahrh. 1. einem edel durch7ebildeten dreischiffigen Hallenbau 
mit einem. ı estturm, ein berühmter von Rochus v. Lynar 1582 
gestifteter ‚Altar, einige merkwürdige Penkmäler un4 “in metalle- 
nes "aufbecken von 1398, Vor der Kirche wurde . ‘39 das bron- 
zene. ‘andbild Joachims IT, der hier am 1, Nov. 1559 zur Refor- 
mat_on Übertrat, von Encke, errichtet; an den Seiten drei Reliefs: 
F’urf irstin F'isabeth mit ihren !indern, Abendmahl Joachims, 
Joachim mit Luther und Melanchthon. Weiter nach Norden die 
1890 eingeweihte gotische Garnisonkirche. In dem stattlichen 
altem Julinsturm der Citade”*e ruht der Reichskriegsschatz (120 
Mill. / ‘ Svandau erhielt 1432 Stadtrechte. Am 25. Oct. 1806 
ergab €s sch an die Wranzosen, ‚welche die Festung bis zur 
Kamitulation 27. April 1513 besetzt hielten. — Westl. von Span- 
dau C°t Finkenkre'g ( Wirtshaus) an dem ausgedehnten Forst Briese- 
lar - om/einz’gen prächtigon Laubwald ‘ Jichen und Erlen), der 
sic, ar Lähe kLerlins erhalten hat (an Sonn- und Festtagen 
or \der | arlin-Hamburger Bea, (on Berlin in c. 1'St. für 
>>r £0 Pf. hin und zurüc. + hinter; der Unterförsterei 
Briesem. x eine berühmte Künigseiche. Nördl. von Spandau, an der 
Hayel 2 ıfwärts, liegt (in. ””' *.t, Gehens durch Wald, z. T./Eichen, 
erreic.aner) Nie N ren: hier über die Havel nach Heiligensee 
und wö.cer über hulzer... “.h Tegel (s. unten). — Dampfboot 
von Spandau nacı Zotsdam s. 8. 31. 
Das Dammfschiff vn  »andau nach Tegel. berührt zunächst 
die Insel Valentinswerder _Xestaur.), dann Saatwinkel (mehrere 
Restaur. ), wovon der breiten ITavel der Tegeler See nach N.O. 
abzweigt und der Spandauer Schiffahrtskanal in denselben mün- 
det. Weiterhin vorbei (1.) an der in boötanischer Hinsicht interes- 
santen Insel Scharfe=*:, (_'rivatbesitz) und (r.) den der Stadt 
Berlin gehörigen 1875-88 erbaui:ı neuen Tageler Wasserwerken, 
die mit denen bei Westend (S. 164) in Verbindung stehen, nach 
* 3, Dorf und Schloß, früher E._ontum der Familie v. Hum- 
hola. ‚otzt wer mit letzterer verwandten Familie v. Bülow. Das 
Schlox, ein altes Jagdschloß des Croßen Kurfürsten, ist 1822 
durch Schinkel im Stil einer römischen Vılla umgebaut worden; 
es enthält neben Abgüssen antiker Statuen auch manche treffliche 
Originalkunstwerke. Im Park eine Rieseneiche, sowie die Grab- 
Stätten Wilhelms (++ 1835) und Alexanders (+: 1859) v. Humboldt, 
mit einer Kopie (von Tieck) der im Schlosse befindlichen Marmor- 
statue der Hoffnung von Thorwaldsen.
	        
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