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I. Berlin

Full text: Berlin und Umgebungen / Baedeker, Karl (Public Domain)

134 7. Abschnitt, BERLIN. Rathaus. 
pracht hergestellten Gedenktafeln, Monumente, Schildereien, Ge- 
mälc>, “itter u.s. w. Alle Perioden des künstlerischen Geschmacks 
Vom x: 2ıs%ange der Gotik bis zur Zofzeit sind hier vertreten; auch 
historische £ “rnerungen fehlen nicht: "nitaphien des Kanzlers 
Dieste! > des berühmten KRechts- und Staatsgelehrten "ufen- 
dorf (*.. und an der Außenseite cr "heologen Ph. J. Spener 
(} 1705) und Joh. Joach. Spalding (; 1804). 
An einer Erweiterung der Königstr. das “Rathaus, zu dem 
noch Diensträume im Köllnischen Rathause (S. 132), in der 
Klosterstr. no 68 (hier auch die städtische Sparkasse) und in an- 
dermm ‘gbäuden “chören. "as nach Plänen von Waesemann 
en * erbaute Cobäude ist 99m lang, &8m tief und bis zur 
4... 3 ber dom dritten Stockwerk 27m hoch. Der gewaltige 
©. un welchem der Haupteingang ist, mißt bis zur Attika 
"a, bı8s zur _itze der Flaggenstange 87m; die Zifferblätter 
‚4 „m Durchm. ı der Uhr werden bei Nacht erleuchtet. Der Stil 
des massigen, ın ausgezeichneter Ziegel- und Terrakottatechnik 
mit Sockel und C'esimsplatten von Uranit ausgeführten Baues zeigt 
wie andere Werke der Berliner Schule die Verbindung eines mittel- 
alterlichen Struktursystems (Rundbogen) mit Renaissanceformen 
und erinnert an oberitalienische Vorbilder. Bemerkenswert die 
reiche ornamentale Durchbildung; die Reliefs in den Balkonbrü- 
stungen (Scenen aus dem Leben Alt- und Neu-Berlins) von Ca- 
landre..., ehweinitz, Geyer und Zrodwolf. 
Die Pronzestatuen in den Nischen am Hauptportal, Kaiser 
Wilhelm X. und Kurfürst Friedrich I., sind von Keil und von Encke. 
Dursh die Turmhalle (Eintrittsstunden s. S. 401 gelar“t man 
über dıe Haupttreppe in den von Sterngewölben überü. „xten 
Trenpenflur, dessen gemalte Fenster die Wappen von 9reußischen 
Städten zeigen. Sich r. wendend, betritt man die Bibliothek; auf 
den Thüren der Bücherschränke Medaillon- Zorträts aus Nickel von 
Aännern, welche zu der in dem Inhalt des „cöhrankes vertretenen 
\, issenschaft in Eeziehung stehen, von Zurst; den. Die Gemälde 
sind. von E, Ewald, — Darch Gen kleinen kMärchensaal, dessen 
Decke von £. Zurger mit * estalten aus der deutschen Märchen- 
welt geschmückt ist (Büsten Bismarcks und +Moltkes von Drake), 
gelangt man x den reichen *estsaal, der bei 31,4m Länge, ;7,3m 
Breite und. 1 .[öhe durch drei Stockwörk3 hindurchgel.5; bemer- 
kenswe.£ d.. kassettierte Holzdecke, die „ron- und Armleuchter, 
sowie ...8 schönen geschnitzten Zichenholzthüren; die Jemälde in 
den „.ünetten von O. Begas; die Statuen Friedrichs l. Gr. und 
Fricuu.ch Wilhelms 1.7. von &4ßmann-/ellborn; hier befindet sich 
auch das bekannte Ölgemälde von A. v. Werner: Der europäische 
Friedens-Kongreß in Berlin 178, — Anstoßend der in schwerer 
Holztäfelung gehaltene Saal für die Stadtverordnetensitzungen, 
17 ;m lang und breit, woselbst auf die Stadtverwaltung bezüg- 
liche Malereien von Eurger. — Auf der andern Seite des Trep-
	        
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