Path:
I. Berlin

Full text: Berlin und Umgebungen / Baedeker, Karl (Public Domain)

Gendarmenmarkt, BERLIN. 4, Abschnitt, 107 
rich 1. und Friedrich Wilhelm 1. angelegt, ehemals wenig belebt, 
jetzt = ı seiner nördl. Hälfte ein Hauptsitz des Verkehrs, sowohl 
Car 'andeltreibenden wie der vornehmen und der Fremden-Welt. 
:e bedeutendsten,. denselben von N. nach 8. durchschneidenden 
Läne--*raßen sind. die Friedrichstraße, westl. davon die Wilhelm- 
strm 4.1400) Östl. die Charlotten- und die Markgrafenstraße. 
Von den Querstraßen ist außer der ersten, der Pehrenstraße, wo 
mehrere der größten Bankhäuser Berlins ihren Sitz haben und 
stattliche Neubauten (der schönste, n° 2, die Mitteldeutsche Kredit- 
bank von Ende & Böckmann, 1872-74 erbaut) entstanden sind, 
namentlich die verkehrreiche Leipziger Straße (5. 110) zu nennen. 
7Mie Friedrichstraße, welche fast genau von N. nach 8. läuft, 
ist die längste Straße der inneren Stadt; sie mißt, mit ihrer Fort- 
setzung nördl. der Linden (S. 147), vom ehem. Oranienburger 
bis zum ehem. Halleschen Thor 3,3km, von den Linden bis zum 
Hallerschen Thor km. Der Verkehr bewegt sich vornehmlich 
zwischen den Linden und der Leipziger Straße (S. 110) und nördl. 
bis zur (eorgenstraße. Wie in der Leipziger Straße, so entstehen 
auch in der Friedrichstraße immer neue, künstlerisch durch- 
geführte Geschäftshäuser in monumentaler Ausführung, welche 
der Straße allmählich ein ganz verändertes Aussehen geben. 
An der Ecke der Friedrich- und Behrenstraße, gegenüber dem süd- 
lichen Ausgange der Kaisergallerie, hat die Münchener Pschorr- 
Brauerei sich durch Kayser & v. Großheim einen Palast erbauen 
lassen, in dessen obere Räume Ende 1888 Castans Panoptikum 
übergesiedelt ist. 
Von der Ecke der Friedrich- u. Behrenstr. fahren Pferdebahnen: 
über die Charlottenstr. u. den Belleallianceplatz nach dem Kreuzberg 
(S. 26, n° 14), und über die Charlotten- u. Oranienstr. nach dem Görlitzer 
Bahnhof (S. 39, n° 42). — Die nahe Ecke der Friedrich- u, Französischen 
Str. berühren Pferdebahnen: vom Alexanderplatz über den Schloßplatz, 
die Kanonierstr. u. Potsdamerstr. näch dem Nollendorfplatz (S, 28, n° 30), 
und von der Behrenstr. über die Charlottenstr., den Spittelmarkt, die 
Köpenickerstr. nach dem Schlesischen Thor (S. 29, n°43). — Omnibus vom 
Halleschen Thor durch die ganze Friedrichstr. nach der Liesenstr. (S. 31). 
5 71ter in der Friedrichstraße an der Nordostecke der Französi- 
schr ı * fraße erhebt sich, no 7), der dem Freiherrn von Faber ge- 
hör van HKans Grisebach 1882-83. erbaute Renaissance-Palast, 
w*..L «18 schönste Kaufhaus Berlins; an der Südostecke, n°78, das 
+_2us der Lebens-Versicherunss-Aktier“esellschaft Germania, von 
K-75er “- v, Großheim (1880-E4), und diesem schräg gegenüber, in 
der Friedrichstraße, das mit flotten Malereien von Seitz geschmückte 
Ausschanklokal der Münchener Spatenbrauerei. 
Östlich von der Friedrichstraße, nur wenige hundert Schritte 
von. dem Tlatz am. Opernhaus (S. 63) und den Linden entfernt, 
liegt der *Gendarmen-Markt (Fl. r: J3), dessen mittlerer Theil 
„Schillerplatz“ heißt, mit dem Schauspielhaus, der Französischen 
und der Neuen Kirche, sowie mehreren ansehnlichen Privatbauten 
des vorigen Jahrhunderts. In der Gruppierung der drei mittleren
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.