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Abteilung 2. Heinz Heim ; Felix Vallotton

Full text: Illustrirter Verlags-Katalog J. A. Stargardt, Berlin SW, Dessauer Strasse 2 (Public Domain)

Das Werk des Malers Heinz Heim. 
mehr andeutet als ausführt, dort eine gewisse Nüchternheit 
der Helligkeit, hier eine ebensolche des Dunkels, beide be- 
ruhen auf demselben Systeme, das die Kontraste zwischen 
Licht und Schatten abschwächte. War das nun der Stil, 
den Heim weiterhin festgehalten hätte? Es ist zu bezweifeln. 
Vielmehr erscheint die Annahme gerechtfertigt, dass er Sich 
künftig andere Probleme gestellt hätte, denn Andeutungen 
hierfür bieten mehrere der ausgestellien Werke. Das, was 
Heim geleistet, weist hin auf Grösseres, das er geschaffen 
haben würde, wäre ihm die Zeit gegönnt gewesen. Deshalb 
aber hat auch die Kunst um den frühen Tod des genial 
veranlagten Künstlers zu klagen. 
Darmstädter täglicher Anzeiger : 
Der Vorstand des Kunstvereins ist durch die Ausstellung 
des künstlerischen Nachlasses Heinz Heims, Sowie einer 
grossen Anzahl von Werken aus Privatbesitz von der Hand 
desgelben Künstlers nicht nur einer Pflicht der Pietät nach- 
gekommen, Sondern er hat Sich auch das gesamte kunst- 
liebende Publikum zu grossem Dank verpflichtet. Diese 
Ausstellung bietet besonders für denjenigen ein hohes 
Interesse, der es versteht, auf die Intentionen des Künstlers 
einzugehen, der Sich hineinlebt in die Intimität, die Heims 
ausgeprägteste Seite gewesen ist. Wohl noch nie 
hatte Darmstadt Gelegenheit, den Entwicklungsgang einer 
hervorragenden künstlerischen Individualität in S0 ge- 
Schlossener und übersichtlicher Art zu Sehen. Neben den 
grossen, von der Welt anerkannten Vorzügen, die Heims 
Werke enthalten, muss die Produktivität auffallen, die aus 
dieser Fülle von Bildern und Zeichnungen Spricht, die Ueber- 
zeugung und das ernste, wahre Streben. -- Bei dem er- 
hebenden Eindruck, den diese Ausstellung macht, erfüllt 
uns der Gedanke mit aufrichtigem Bedauern, dass ein 80 
wahrer und echter Künstler mitten aus Seinem Schaffen 
heraus auf dem Wege zum höchsten Ziele der Kunst ent- 
rissen wurde. 
Pan, 189%, Nr. V: Darmstädter Anzeiger : 
Von der künstlerischen Hinterlassenschast des zu früh „Das Werk des Heinz Heim.“ Eine für das 
verstorbenen Darmstädter Malers Heinz Heim Sind Seine deutsche Kunstleben hochbedeutungsvolle und dabei für 
zahlreichen Rötelzeichnungen von beSonderem Werte. Sie gross und klein, alt und jung gleich wertvolle und 
Sind Zeugnis eines mit feiner Beobachtung begabten erfreuliche Veröffentlichung wird in diesen Tagen im Ver- 
Künstlers, der in allem, was er begann, Eignes, Selbständig lage von J. A. Stargardt in Berlin erscheinen: „Das Werk 
Durchgefühltes zu geben bestrebt war. Seine Malereien, des Heinz Heim,“ herausgegeben von Georg Fuchs, mit 
wie das Pfründner-Mahl, die Geschwister, der Sonntag im dem Porträt des Künstlers, 20 grossen Lichtdrucktafeln 
Odenwald, offenbaren eine naturalistiscche Auffassung, die nach den meisterhaften Rötelzeichnungen und Oelgemälden 
im Gegensatze Steht zu der Kunst der Münchener und Parizer Heims, vielen Text-Illustrationen aus den Skizzenbüchern 
akademischen Lehre, die Heim genossen hatte. Ganz frei von und Mappen des Meisters, mit Zierleisten, Initialen etc. 
akademischen Angewöhnungen giebt er Sich in den Rötel- von Joseph Sattler und einer Einleitung von Georg Fuchs, 
zeichnungen. Ehrlich, Streng und einfach in der Zeichnung, welche Leben, Charakter und Schaffen dieses genialen 
Sucht Heim gern Helldunkelwirkungen auf, die zuweilen an Schilderers des Kinderlebens und der Odenwälder Bauern 
die gedämpften Tonmalereien des Franzosen Carriere in ergreifender Weise zur Darstellung bringt. Denn es ist 
erinnern. Nur erscheint der deutsche Künstler Sachlicher, in der That erschütternd, die glänzende, an inneren 
bestimmter, gründlicher in Seiner Durchführung. Heim iet Kämpfen und äusseren Erfolgen reiche Entwicklung dieses 
vom Schlage der Leibl und Menzel, nur drängt ihn eine herrlich begabten Künstlers und edlen Menschen plötzlich 
innere Neigung mehr nach der Richtung einer auf Wohllaut durch ein tückisches Leiden abgebrochen zu Sehen, gerade 
bedachten Formengebung. Heim hat in Seinen gezeichneten als er im Begriffe Stand, Seine grössten Werke in Angriff 
Bildnissen nach fürstlichen Persönlichkeiten, noch in dem zu nehmen, als sich die Augen der Kenner nicht allein 
der Kaiserin von Russland, dann in einer ganzen Reihe Deutschlands, Sondern Europas, der ganzen Welt, auf ihn 
von Bildnissen junger Mädchen eine Seltene Frische in der zu richten : begannen. Heinz Heim starb, noch nicht 
Schilderung anmutiger Weiblichkeit geoffenbart. Die Typen, 35 Jahre alt, am 12. Juli 189% zu Darmstadt. Er war als 
die er ausserdem mit Vorliebe zeichnet, zeigen uns meizt Sohn des Grossherzoglich Hessischen Baurats Heim zu 
Bauern aus dem Odenwald und Seine Darmstädter Umgebung. Darmstadt 1859 geboren, besuchte das Gymnasium zu 
Mit besonderem Glück gelingt Heim die Schilderung von Worms, studierte in München und Paris und liess Sich 
jungen Madchen und Knaben. Er hat ihre Naivetät und endlich in Darmstadt nieder, wo Seine wundervollen 
frische Unbefangenheit aufmerksam studiert und eine Reihe Zeichnungen und Gemälde aus dem Leben der Pfründner 
köstlicher Zeichnungen dieser Art geschaffen. und der Gassenbuben entstanden. In dem Dörfchen 
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