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und setzte seine Lehrthätigkeit fort als Professor an der Universität und
als Lehrer am Königlichen Gewerbe-Institute. Ihm folgte Dr. Erd-
mann, der am 12. Oktober 1824 beauftragt wurde, nicht nur die
Vorlesungen des Professors Schubarth zu übernehmen, sondern auch
nach dem am 24. September 1824 erfolgten Tode des Apothekers
Christ die Apotheke und den damit verbundenen pharmaceutischen
Unterricht zu leiten. Im Sommer 1826 wurde die bisherige Vorlesung
über Physik, Chemie und Pharmacie getrennt und über Physik allein
im Sommer gelesen. Kurz vorher (im Herbste 1825) waren in einem
neuerbauten Gebäude die Apotheke, das Laboratorium, ein Hörsaal
und ein Zimmer zur Aufbewahrung der physikalischen Apparate einge-
richtet worden. Hierdurch war die Möglichkeit gegeben, den phar-
Maceutischen Unterricht in der Apotheke in zweckentsprechender und
fruchtbringender Weise zu ertheilen.
Am 27. Januar 1826 wurde an Stelle des’ in den Ruhestand
versetzten Schmiedelehrers Sommer der '"Thierarzt Müller mit der
Leitung der Schmiede beauftragt. Von den ihm hier übertragenen
Geschäften konnte er nach vorheriger Kündigung enthoben werden.
Müller trat in die Stellung eines Repetitors.
Am 1. April 1826 wurde Störig angestellt, welcher bis dahin
den thierärztlichen Unterricht an der landwirthschaftlichen Akademie
zu Möglin ertheilt hatte. Am 29. März 1828 wurde ihm auch die
Instandsetzung und Verbesserung des Gartens der Thierarzneischule
übertragen. Anfänglich las Störig nur über Züchtung, diätetische
Pflege und Krankheiten des Schafviehs und später noch über Ex-
terieur, Züchtung und Pflege der Hausthiere mit Ausnahme des
Pferdes und Schafes.
Ferner wurde der Lehrplan dadurch erweitert, dass Reckleben
zu Ostern 1832 den Vortrag über Gestütkunde übernahm und Pro-
fessor Bürde im Winter 1833/34 Vorträge über die Proportionen der
Theile .des Pferdes hielt, welchen er seine Sammlung naturgetreuer
Abbildungen der ausgezeichnetsten Pferde der vaterländischen Gestüte
zu Grunde legte. Bürde war Lehrer im Thiermalen bei der Akademie
der Künste.
Am 1. Oktober 1833 wurde der Kreisthierarzt Spinola als Re-
petitor nach Berlin berufen. Anfänglich wurden ihm die Repetitionen
über die Krankheiten der Pferde, Rinder, Schafe und Schweine, Seuchen-
lehre und gerichtliche Thierheilkunde und die Leitung des Spitals für
kleinere Hausthiere übergeben. Später wurde er mit der Leitung der
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