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II. Werden, Wirken und Feste des Vereins im zweiten Vierteljahrhundert

Full text: Verein Berliner Künstler gegr. 19. Mai 1841 / Pietsch, Ludwig (Public Domain)

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Sammlung des Banquiers Thiem 1875, die Collektiv- Ausstellung von Arbeiten Ludwig 
Burger’s 1877, die Ausstellung weniger von Originalgemälden als von Copien, Photographien 
und Stichen nach Werken Tizian’s, gelegentlich: der Tizianfeier 1875, die von Werken 
A. v. Klöber’s, von Munkacsy’s „Milton mit seinen Töchtern“, die der „Fackeln des Nero“, 
von Siemiradski in einem gemietheten Raum in einem Nebengebäude des Vereinslokals, von 
Markart’s „Fünf Sinne“, von desselben Meisters colossalem Bilde: „Einzug Karl’s V. in Ant- 
werpen“, und später seine „Jagd der.Diana“, beide im Uhrsaal der Akademie. 
Das nach Weite, Höhe und Beleuchtung völlig Ungenügende des Vereins-Ausstellungs- 
lokals hatte sich während der ersten zehn Jahre seiner Benutzung so empfindlich fühlbar 
gemacht, dass die Einrichtung besser geeigneter Räume als eine dringende Nothwendigkeit 
erkannt und beschlossen wurde. Gerade zu gelegener Zeit. Wurde doch eben damals ein 
allgemeiner Umbau des Industriegebäudes vorgenommen, in welchem die Wohnung des 
Vereins lag. In dem hinter diesem aufgeführten Neubau konnte er zwei grosse Oberlichtsäle 
im ersten Geschoss und einen durch eine besondere Wendeltreppe mit ihnen in Verbindung 
stehenden Raum zu ebener Erde vermiethet erhalten; der letztere zur Ausstellung von Bild- 
hauerwerken, die oberen für Gemälde bestimmt und weit und hoch genug, um auch solchen 
von sehr grossem Umfange an seinen Wänden den nöthigen Platz zu gewähren. Das Mitglied 
Baumeister Fritz Wolff leitete den Bau dieses neuen Vereinsausstellungslokals, Bildhauer 
Thomas führte die Stuckdecken aus. Der Verein verwendete 10000 Mark auf die sonstige 
Herstellung und Ausschmückung dieser Räume. 
Die Verlegung der Ausstellung in dieselben hatte eine Neugestaltung auch der älteren 
Säle zur unmittelbaren Folge. Die durch Oberlicht erhellte bisherige Gallerie im Vorderhause 
wurde nun zum Kneip- und Gesellschaftssaal mit geschlossener (imitirter) Balkendecke um- 
gewandelt, von welcher prächtig gestaltete, nach Thomas’ Modellen in Messingbronze aus- 
geführte Kronleuchter herabhingen. Nach Baumeister Fingerling’s Entwürfen war der 
Raum“ dürch‘ die Bildhauer Thomas und Lohr, die Maler Richter und Grönland im 
deutschen Renaissancecharakter dekorirt und eingerichtet, mit von Säulen flankirten über- 
giebelten Thüren, mit hohem Holzgetäfel, in welche Stilllebenbilder eingefügt waren, und 
einem von Titel gestifteten glasirten Majolikaofen, den Eilers mit gravirten Zeichnungen, 
Zöpke, Fischer und Meissner mit ornamentalen Malereien geschmückt hatten, mit kunst- 
voll geschmiedetem, eisernem Kamingitter, mit Wandborden, auf denen nun die verschiedene 
Humpen, Vasen, Büsten, Statuetten aus dem alten Kneipsaal, vermehrt durch manches hieher 
“far
	        
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