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Einleitungen Saal VII, Wand XII-XIV. Libysche Zeit. Etwa 1100-700 v. Chr.

Full text: Ausführliches Verzeichnis der ägyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus (Public Domain)

Geschichte 
treten der persönlichen Verhältnisse des Herrschers, während 
sonst der König offiziell nur als ein Gott gilt; noch ungleich 
mehr bricht mit allem Herkommen sein Sohn: 
Amenophis IV., die interessanteste Gestalt der aegyp- 
tischen Geschichte, Er versucht in der überlebten und ver- 
worrenen aegyptischen Religion eine neue Gottheit zur Gel- 
tung zu bringen, die Sonne, indessen nicht den alten Sonnen- 
gott der Aegypter, sondern das Gestirn selbst; vermutlich 
sollte diese neue Gottheit allen Völkern des grofsen Reiches 
gemeinsam sein. Erst der Widerstand, auf den diese Ein- 
führung bei der Priesterschaft der alten Götter stofsen 
musste, dürfte ihn dann zu dem Versuch der Abschaffung 
aller anderen Götter veranlasst haben; insbesondere verfolgt 
er den bisherigen Hauptgott Amon, dessen Namen er überall 
austilgen läfst. In dieser Periode ändert er dann auch seinen 
eigenen Namen Amenophis(Amen-hotep „Amon ist zufrieden“) 
in Ich-en-aten „Glanz der Sonne“ und verlegt seine Residenz 
nach Mittelaegypten, wo er eine neue grofse Stadt, heut 
Tell Amarna, erbaut; aus ihren Ruinen stammen die Thon- 
tafeln unserer vorderasiatischen Sammlung, die Briefe der 
Könige Mesopotamiens und der aegyptischen Vasallen in 
Syrien an Amenophis II. und Amenophis IV. — Der König 
regierte etwa ız Jahre, sein Werk hat ihn jedenfalls nicht 
lange überdauert und ist in Wirren zu Grunde gegangen, bei 
denen auch Tell Amarna untergegangen sein wird. Von 
seinen Nachfolgern, die wieder die alte Religion aufnahmen, 
aber doch später als illegitim galten, kennen wir u. a.: 
Tuet-anch-amon Schwiegersohn Amenophis’ IV. 
Ki ursprünglich Priester und Günstling Amenophis IV. 
— Den Wirren machte ein Ende: 
Har-em-heb ein Fürst, der schon eine halb königliche 
Gewalt errungen hatte, als ihn die Priester des Amon nach 
Theben beriefen und mit einer Prinzessin des Königshauses 
vermählten. Er zerstört alle Bauten Amenophis IV. und ver- 
wendet sie als Material für seine eigenen Tempel, die in- 
dessen erst von seinen Nachfolgern vollendet wurden. 
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