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Full text: Soziale Stadt Gallus (Rights reserved)

BAUSTEIN 1/20 Soziale Stadt Gallus Ein Projektgebiet der Stadt Frankfurt am Main Integrierte Stadtteilentwicklung von 2001 bis 2014 INTEGRIERTE STADTENTWICKLUNG VON 2001 BIS 2014 SOZIALE STADT GALLUS STADTPLANUNGSAMT BAUSTEIN 1/20 Inhalt Vorwort 5 1. Initiative zur integrierten Stadtteilentwicklung Gallus 6 1.1 Ausgangssituation 6 1.2 Sofortmaßnahmen 7 2. Projektgebiet „Soziale Stadt Gallus“ 8 2.1 Programmantrag 8 2.2 Lage und Gebietsbeschreibung 9 2.3 Stadtteilentwicklung und -struktur 3. Aufgabenstellung des Projekts „Soziale Stadt Gallus“ 3.1 Aufgaben des Stadtteils 10 16 16 3.2 Sozialraum und soziale Infrastruktur 16 3.3 Bausteine der Stadtteilerneuerung Soziale Stadt Gallus 17 3.4 Blick in die Zukunft – die Leitlinien der Sozialen Stadt Gallus 18 4. Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt im Gallus“ 4.1 Grundlagen des Programms 19 19 4.2 Inhaltlich-organisatorischer Rahmen des Programms 19 4.3 Phasen des Projekts „Soziale Stadt Gallus“ 21 4.4 Integriertes Handlungskonzept als Arbeitsprogramm - kurz IHK 22 5. Beteiligung und Dialog - ein Grundsatz der Sozialen Stadt 26 5.1 Bewohneraktivierung und Bewohnerbeteiligung 26 5.2 Dialog und Beteiligung zu baulichen Projekten 30 6. Investitionen ins Gallus 6.1 Grundsätze der investiven Projekte 34 34 6.2 Kosten- und Finanzierungsrahmen 34 6.3 Realisierte Kernprojekte im Überblick 34 6.4 Sofortmaßnahmen als schneller Einstieg in die soziale Stadterneuerung 37 6.5 Portraits der im IHK beschlossenen und realisierten Kernprojekte 48 6.6 Projekte zur Neugestaltung des öffentlichen Raumes nach 2014 92 6.7 Im Förderzentrum begonnene Kernprojekte mit einem längeren zeitlichen Entwicklungsbedarf 98 7. Impulse für ein vitales Stadtteilleben Gallus – nicht investive Projekte 104 7.1 HEGISS Innovationen - Neue Partnerschaften – nichtinvestive Modellvorhaben für die Soziale Stadt 104 7.2 LOS – Lokales Kapital für Soziale Zweck/ SVO – Stärken vor Ort 108 7.3 Geschichtswerkstatt 112 7.4 Das Kiezläuferprojekt 113 7.5 „Hilfenetz“ – nachbarschaftliche Hilfen im Stadtteil 113 7.6 Ökumenisches Projekt Rat und Tat 114 8. „Das Gallus macht sich“ 115 8.1 Erfolge vor Ort: Die Mischung macht’s 115 8.2 Verfügungsfonds 115 8.3 Neues Wohnen im Gallus 124 8.4 Geförderter Wohnungsbau 125 9. Resümée nach rund 12 Jahren Programmlaufzeit 126 Danke 127 Impressum 128 Anmerkung zur Bezeichnung des Stadtteils: Zu Beginn der Projektlaufzeit hieß der Stadtteil „Gallusviertel“. Auf Initiative des Ortsbeirats wurde der Name des Stadtteils im Januar 2007 geändert in „Gallus“. Da dieser Name heute Gültigkeit hat, wird er im Bericht insgesamt verwendet. 4 Vorwort Das Gallus blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Seine Entwicklung war lange Jahre ganz überwiegend industriell und gewerblich geprägt. Als klassischer Arbeiterstadtteil wurden hier die neu ankommenden Menschen aufgenommen und schnell in das Stadtteilleben integriert. Diese Aufgabe als „Anlaufstadtteil“ ist im Grunde bis heute geblieben. Doch industrielle Nutzungen verschwanden, neue Büro- und Dienstleistungsgebäude wurden errichtet. Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe wurden nicht neu geschaffen. Arbeitslosigkeit. Armutstendenzen und Bildungsferne insbesondere in Familien mit Migrationshintergrund waren die Konsequenzen. Im Frankfurter Sozialbericht von 2001 galt das Gallus als einer der problematischsten Stadtteile in Frankfurt. Kennzeichnend waren damals eine hohe Sozialhilfequote und Arbeitslosendichte, die mit 73 Prozent höchste Quote an ausländischen Bewohnerinnen und Bewohnern (gegenüber 29,4 Prozent im gesamtstädtischen Durchschnitt), aber auch ein mit 21 Prozent besonders hoher Anteil an jungen Menschen (stadtweit 12,3 Prozent). Für solche komplexen Problemlagen in Stadtteilen wie dem Gallus, die über einen klassischen städtebaulichen Sanierungsbedarf hinausgehen, eröffneten Bund und Land im Jahr 1999 das Städtebauförderprogramm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Die Soziale Stadt“. Die Stadt Frankfurt meldete neben dem Gebiet „Unterliederbach-Engelsruhe“ das „Gallusviertel“ an. Es folgte die Aufnahme in das Bund-Länder-Programm – für das Gallus im November 2001. Fünfzehn Jahre sind seither vergangen, in denen auch über die offizielle Programmlaufzeit hinaus an der Erneuerung des Stadtteils gearbeitet wird. Durch konstruktiven und kontinuierlichen Austausch entstand ein neues Vertrauen in den Stadtteil und in die Ernsthaftigkeit der Stadt, das Gallus erneuern und stabilisieren zu wollen. Die Entwicklung des öffentlichen Raums in einem Stadtteil mit signifikanter Unterversorgung an Spiel- und Freiflächen war ein Schwerpunktthema. Vorhandene Brachflächen konnten für Freiraumprojekte aktiviert werden. Es ergaben sich auch Chancen für die Nutzung vorhandener Brachflächen, wie beispielsweise zwischen den ehemaligen Adlerwerken und dem Galluspark I. Der zentrale Fokus auf Bürgerbeteiligung und Dialog machte es möglich, die Bedürfnisse des Stadtteils in diese Konversionsprozesse einzubringen. Dieser integrierte Ansatz der Sozialen Stadt führte zu guten Lösungen für das Gallus – für die neuen und bereits schon dort lebenden Bewohnerinnen und Bewohner. Neben baulich-investiven Projekten – als Leuchtturmprojekte seien die Umgestaltung der Frankenallee und der Bau des Quartierspavillons an der Quäkerwiese genannt – entstanden mithilfe des eigens installierten Quartiersmanagements neue soziale Angebote. Ein sichtbarer Ausdruck der gelungenen Bewohneraktivierung waren schließlich Projekte, die durch den städtischen Verfügungsfonds realisiert werden konnten. Im Stadterneuerungsprozess wurde deutlich, dass Bewohnerinnen und Bewohner, wenn sie unterstützt werden, sich auch engagiert in den Gestaltungsprozess ihres Stadtteils einbringen. Die Stärkung und Stabilisierung der nachbarschaftlichen Beziehungen durch Angebote für Begegnung und Kommunikation sind ebenso wichtig wie die gegenseitige Hilfestellung und Unterstützung in den individuellen Alltagswelten. Die Beseitigung städtebaulicher Missstände und die Aufwertung öffentlicher Räume mit attraktiven Raumangeboten unterstützen ein gutes Lebensgefühl. Lebendige Stadtteile sind Grundlage für gelingende Nachbarschaften, sozialen Zusammenhalt, religiöse Toleranz und Integrationsbereitschaft. Seit Beginn des im Jahre 2001 begonnenen städtebaulichen Erneuerungsverfahrens „Soziale Stadt“ hat sich das Gallus als gleichermaßen liebenswerter und lebenswerter Stadtteil stabilisiert und weiterentwickelt. Es freut mich sehr, dass damit eine sehr positive Entwicklung der bewegten Geschichte des Stadtteils hinzugefügt werden konnte. Mike Josef Dezernent für Planen und Wohnen Stadt Frankfurt am Main 5 1. Initiative zur integrierten Stadtteilentwicklung Gallus 1.1 ausgangssituation Im Gallus gab es Ende der 90iger Jahre eine besondere Ausgangssituation. Zahlreiche Initiativen gestalteten engagiert das Stadtteilleben: Kirchengemeinden, Gewerbeverein, „Initiative Kind im Gallus“, Stadtteilarbeitskreis, Gallus Theater, Vereinsring Gallus sowie die des Ortsbeirates I. Und die Menschen beobachteten aufmerksam die Planungen für die Umwandlung des Güterbahnhofareals in das künftige Europaviertel. Eine Bürgerinitiative (BI) gründete sich mit dem Titel „Europaviertel – Chancen und Gefahren für das Gallus“. Die Mitglieder diskutierten die möglichen Auswirkungen auf den gewachsenen Arbeiterstadtteil wie die Frage nach bezahlbarem Wohnraum und mögliche Verdrängungseffekte. 6 Einladung zur Informationsveranstaltung © BI – Chancen und Gefahren durch das Europaviertel Im Zusammenhang mit der Anmeldung des Gallus zur Aufnahme in das Förderprogramm Soziale Stadt wurden durch die BI erste Projektideen formuliert. Vorgeschlagen wurden zum Beispiel die Umgestaltung der Frankenallee oder die Einrichtung neuer Kinderspielflächen an der Idsteiner Straße im Europaviertel oder auf dem Gustavsburgplatz. Diese Projektideen wurden später als Kernprojekte in das „Integrierte Handlungskonzept“ (kurz IHK) aufgenommen. Neben den Diskussionen innerhalb der Bürgerinitiativen gab es Aktivitäten der Vivico Real Estate GmbH als Grundstückseigentümerin der östlichen Flächen innerhalb des ehemaligen Güterbahnhofsgeländes. Um mehr über die sozialräumlichen Wechselwirkungen zwischen dem Stadtteil Gallus und der neuen Bebauung zu erfahren, wurden Fachleute beauftragt, diese Aspekte zu untersuchen. Durch die Beschäftigung mit den sozialräumlichen Strukturen des benachbarten Gallus, kam die Vivico ins Gespräch mit dem Projekt Soziale Stadt. Quasi zeitgleich, im November 2000 wurde unter Leitung des Stadtplanungsamtes der „Runde Tisch Gallusviertel“ gegründet. Der Teilnehmerkreis bestand zunächst aus Vertreterinnen und Vertreter der Gallusinitiativen, der Bürgerinitiative „Chancen und Gefahren des Europaviertels“, des Ortsbeirats sowie der Stadtverwaltung. Durch die Kontaktaufnahme der Vivico Real Estate GmbH erweiterte sich der Kreis um die Eigentümer und Projektentwickler Aurelis Asset GmbH und Vivico Real Estate GmbH. Bis zur Einrichtung des für das Projekt eigens vorgesehenen Stadtteilbeirats war der Runde Tisch der Dialograum zur Stadtteilentwicklung des Gallus. Artikuliert wurden die Erwartungen an das Programm Soziale Stadt und an die Entwicklung des Europaviertels. Auf Projekte und Maßnahmen, die zum Abbau der fehlenden Freiflächen geeignet waren sollte (auch im künftigen Europaviertel) Augenmerk gelegt werden. Stadt, Stadtteil, Initiativen und Projektentwicklung des Europaviertels zusammen kreierten die Idee eines ersten gemeinsamen Projekts, den Europaspielplatz, im nordöstlichen Gallus am Rande des neuen Europaviertels auf einer Fläche der Vivico. 1.2 SofortmaSSnahmen Eine wichtige Zielsetzung der Stadtteilerneuerung war, möglichst schnell sichtbare Veränderungen zu erzielen. Zudem war zu Beginn des Projekts Soziale Stadt klar, dass die Erstellung des Integrierten Handlungskonzeptes als Grundlage aller Maßnahmen doch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen würde. Deshalb wurden unstrittige Projekte, die den Grundsätzen der Sozialen Stadt entsprachen, zügig in Angriff genommen und realisiert. Folgende Projekte fallen in die Kategorie „Sofortmaßnahmen“: • Wohnumfeldverbesserung/Sanierung der Fußwege in der Friedrich-Ebert-Siedlung • Gustavsburgplatz – 1. Teil • Gustavsburgstraße – 2. Teil • Europaspielplatz Diese Projekte sind in Kapitel sechs näher beschrieben. 7 2. Projektgebiet „Soziale Stadt Gallus“ 2.1 Programmantrag Im November 2000 wurde der Programmantrag „Soziale Stadt Gallusviertel“ auf den Weg gebracht. Das Fördergebiet umfasste den gesamten Stadtteil Gallus. Ein Jahr später, im November 2001 wurde das Gebiet per Erlass des Landes Hessen vom 6.11.2001 als Förderstandort in das Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt“ aufgenommen. Der offizielle Bewilligungsbescheid des Landes gab den Startschuss für die Stadtteilerneuerung als ein Projektgebiet der Stadt Frankfurt. 8 2.2 Lage und Gebietsbeschreibung Das Projektgebiet „Soziale Stadt Gallusviertel“ umfasste eine Gesamtfläche von ca. 284 ha und erstreckte sich oberhalb des Gutleutviertels im Westen Frankfurts vom Hauptbahnhof bis zu den Kleingärten an der Autobahn BAB 5. Seine Ausdehnung wurde durch die Lage der Gleisanlagen begrenzt. Im Süden durch die Bahngleise zum Hauptbahnhof der Stadt Frankfurt, im Norden durch das Gleisfeld des Güterbahnhofs und des ehemaligen Bundesbahnausbesserungswerkes (dem heutigen Europaviertel). Zu Beginn des Erneuerungsverfahrens waren im Gallus insgesamt 25.981 Personen mit Erst- und Zweitwohnsitz gemeldet (31.12.1999/Quelle: Bürgeramt). Das Gallus gehört damals wie heute als Stadtbezirk zum Ortsbeirat 1 (Innenstadt, Gallus, Gutleut). Geltungsbereich Soziale Stadt Gallus; Luftbild 2016 © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main 9 Adlerwerke um 1920 © ISG Mercedes Werkstätten in der Frankenallee, 1927 Quelle: Mercedes und Frankfurt, die Geschichte einer engen Beziehung 1892 – 2005; Institut für Stadtgeschichte – S7A1998/12137 2.3 Stadtteilentwicklung und -struktur Das Gallus hat viele Gesichter. Es ist ein Stadtteil, der sich zusammensetzt aus zum Teil sehr unterschiedlichen baulichen Bereichen. Die Stadtteilentwicklung ist eng verknüpft mit der Entstehung des Frankfurter Hauptbahnhofs und der damit verbundenen Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben. Das Gallus war ein klassischer Produktionsstandort. Zu nennen sind hier vor allem die Adlerwerke mit der Produktion von Fahrrädern, Näh- und Schreibmaschinen sowie Motorrädern und Autos, das Unternehmen Max Braun, Telefonbau & Normalzeit GmbH oder die Maschinen und Armaturenfabrik Alfred Teves GmbH, welches u.a. hydraulische Bremssysteme herstellte. Heute sind auf diesen ehemals gewerblich genutzten Flächen überwiegend Wohngebäude entstanden. Beispiele sind neben vielen anderen Flächen die ehemaligen Areale von Holz Fiedler, Messer Griesheim, Georg von Opel an der Mainzer Landstraße oder die Verkaufsstelle der Daimler Benz AG an der Frankenallee. Viele der Gebäudekomplexe sind bereits in den 1980 – 1990er Jahre verschwunden oder auch im Zuge der Erstellung neuer Wohnkomplexe in den letzten 5 Jahren abgerissen worden wie der Gebäudekomplex des Georg v. Opel Hauses an der Mainzer Landstraße. Es gibt wenig erhaltene bauliche Zeugnisse der reichhaltigen Industriegeschichte des Gallus. Ein Beispiel ist der Gebäudekomplex der Adlerwerke, der eine Vorstellung des baulichen damaligen Erscheinungsbildes zeigt. Es waren jedoch nicht nur Industrieflächen, sondern auch viele kleine Handwerksbetriebe, die den Charakter des Gallus mitprägten. Die Nutzungen Industrie, Gewerbe, Handel und Wohnen bildeten ein klassisches Mischgebiet. 10 Adlerwerke Kleyerstraße © ISG Neben den Gebäuden, sind die Freiräume prägend für einen Stadtteil. Stadträumlich war im Gallus der große Mangel an Grün- und Freiflächen auffallend. Für den hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen an der Bevölkerung stellte der fehlende Freiraum ein großes Defizit in deren Lebensalltag dar. Weitere Belastungen bestanden durch die Durchgangsverkehre der großen Stadteinfallstraßen wie der Mainzer Landstraße und der daraus resultierenden Lärm- und Luftbelastungen. Die breiten, und teilweise vierspurigen Einfallstraßen sowie die Gleisanlagen bildeten Barrieren für das Stadtteilleben, ganz besonders für Kinder, Jugendliche und Senioren. Zusätzlich war das Gallus durch starke Durchgangsverkehre belastet. Lärm- und Luftbelastung sowie stadträumliche Zäsuren durch die vorhandenen Stadteinfallstraßen ebenso wie die beiden großen Bahndammtrassen mit ihren Brücken prägten in großen Teilen das Lebensumfeld der Bewohnerinnen und Bewohner. Städtebaulich interessant sind heute noch die im Gallus früh entstandenen Arbeitersiedlungen. Es waren zukunftsweisende Modelle für die Unterbringung der unaufhaltsam wachsenden Frankfurter Stadtbevölkerung. Die Einwohnerzahl der Gesamtstadt betrug 1871 etwa 91.040 Einwohner und 1910 bereits 410.576 Einwohner. Der Häuserblock an der Galluswarte (1898) oder die Erbbausiedlung (1900-1903) auf der Grundlage des ersten Erbbauvertrages von 1900 repräsentieren diese Zeit. Inspiriert durch die englische Gartenstadtbewegung erprobte der damalige Oberbürgermeister Adickes weitere neue Wohnformen für die hinzuziehenden Arbeiter- und Angestelltenfamilien, die in der 1904/1905 entstandenen „Arbeitercolonie am östlichen Taunusbahndamm“ – heute „Alte Hellerhofsiedlung“ – in kleinen schönen Häusern mit fortschrittlichen Grundrissen und Gärten ihr neues Zuhause fanden. Adlerwerke 1955 © ISG Ab 1886 wurde eine Abwasserkanalisation installiert, eine Trinkwasserversorgung eingerichtet sowie eine Straßenbahnlinie zur Anbindung an das Stadtgebiet geschaffen. Diese Neuerungen waren auch Startsignal für die bauliche Entwicklung weiterer Wohnsiedlungen. Die „Neue Hellerhofsiedlung“ war eine der ersten Siedlungen des „Neuen Frankfurt“. Sie wurde unter dem 1926-1929 wirkenden damaligen Stadtbaurat Ernst May gemeinsam mit dem Bauhausarchitekten Mart Stam entworfen. Die 1194 Mietwohnungen, alle mit Zentralheizung, Frankfurter Küche, Wandschränken, Loggien und großzügigen Gartenflächen ausgestattet, wurden in dem 1926 von Ernst May entwickelten „Frankfurter Montageverfahren“ erstellt, bei dem ein Teil der Bauten aus vorgefertigten Bimsbetonplatten zusammengesetzt wurden. Die ursprünglich als 3-Zimmer-Wohnungen geplanten Einheiten wurden später im Rahmen von Sanierungen in teilweise 2-Zimmer-Wohnungen umgewandelt. Alle Siedlungen stehen seit 1975 unter Denkmalschutz. Für die Bebauung der neuen Arbeiterquartiere im nördlichen Gallus parallel zur Mainzer Landstraße erwarb die Stadt Frankfurt ab 1900 Flächen für die heutige Frankenallee. Als Promenadenstraße mit beidseitigen Baumpflanzungen und einem „Mittelperron“ geplant, sollte sie ab 1910 gärtnerisch gestaltet werden. Das Gestaltungskonzept für die Frankenallee wurde in alten Magistratsakten ab 1900 deutlich formuliert: „Die Anpflanzung von Saum- und Strauchwerk entlang der Fahrstraßen erscheint als Maßnahme gerechtfertigt mit Rücksicht darauf, dass die Platzflächen den zahlreichen Kindern der benachbarten Viertel als Spielplatz dienen“. 11 Neue Hellerhofsiedlung, Frankenallee um 1931 © Sammlung Geschichtswerkstatt Gallus Frankenallee um 1911 © D. Church Die Frankenallee zeigt von Osten, dem heutigen Güterplatz bis zum heutigen Homburger Damm im Westen die schrittweise städtebauliche Entwicklung der neuen Wohnquartiere im Gallus. Die einst geschlossene gründerzeitliche Wohnbebauung wechselt nach der ursprünglichen Mitte an der Quäkerwiese zu den Wohnzeilenbauten der Neuen Hellerhofsiedlung, um dann nach den Ziegelsteinbauten der Alten Hellerhofsiedlung an dem heutigen Homburger Damm zu enden. Ein ganz anderes Bild bietet sich entlang der breiten Mainzer Landstraße. Hier mischen sich Gewerbe, Schnellgastronomie, Wohnen und Handel. Die hohe verkehrliche Frequenz macht die Mainzer Landstraße zu einer pulsierenden Verkehrsader des Gallus. Der stark frequentierte Knotenpunkt am S-Bahnhof Galluswarte bildet zusammen mit dem Kulturdenkmal Galluswarte einen Kristallisationspunkt im Gallus. Dieser komplizierte Kreuzungspunkt erschließt auch die Kleyerstraße mit den umgebauten Adlerwerken, die neben der Galluswarte einen historischen Anblick des Stadtteils bieten. 12 Die Galluswarte um 1950 © Renate Ullrich Das Gallus war im Norden begrenzt durch die Gleisanlagen des Güterbahngeländes. Zu Beginn der Sozialen Stadt gab es hier bereits Planungen für ein neues Baugebiet, das Europaviertel. Heute sind die Flächen fast vollständig bebaut. Entstanden ist ein urbaner, an das Gallus angrenzender Stadtteil. Ursprünglich war im östlichen Teil des Europaviertels unter der Bezeichnung „Urban Entertainment Center (UEC) ein Einkaufs- und Erlebniszentrum mit Musicaltheater geplant. Die Planungen wurden im Laufe der Zeit mehrfach modifiziert. Heute steht hier das Skyline Plaza - ein Einkaufszentrum mit Food-Court und ausgedehntem Fitness- und Wellnessbereich auf dem Dach sowie das Kongresszentrum Cap Europa. Postkarte Galluswarte um 1910 © Renate Ullrich 13 Die Hornauer Straße im Bau – 1. Bauabschnitt um 1930 © Sammlung Geschichtswerkstatt Gallus Die Gärten des Eisenbahnerblocks in der Wallauer Straße, 2017 Frankenallee 176-182 vor Abriss 1976 © Sammlung Hanne Emrich Frankenallee 176, um 1930 © ISG/Bestand VHS, Fotograf Emmel Die Ruppertshainer Straße, 2016 Die Hufnagelstraße vor dem 2. Weltkrieg © ISG 1998/127950 Die Hufnagelstraße heute © Renate Ullrich Die Frankenallee heute, 2016 Die Eppenhainer Straße, 2015 Balkone an der Frankenallee © Sammlung Renate Ullrich 3. Aufgabenstellung des Projekts „Soziale Stadt Gallus“ 3.1 Aufgaben des Stadtteils Im Gallus wurden die wesentlichen Aufgaben der Stadtteilerneuerung abgeleitet aus den städtebaulichen und sozialräumlichen Defiziten. Die zu diesen Defiziten und Potentialen passenden Projekte und Maßnahmen stellten das Arbeitsprogramm für das Projekt Soziale Stadt Gallus dar. Das damalige Gallus stand folgendem Spektrum an Aufgaben gegenüber: • Der Stadtteil Gallus lag isoliert zwischen zwei großen Eisenbahnanlagen und war vor die Aufgabe gestellt, mit den Folgen des Strukturwandels umzugehen. Die Trennwirkung wurde durch die Planung des Europaviertels aufgehoben und brachte die Herausforderung mit sich, dass die Stadtteile zusammenwachsen sollten. • Der Strukturwandel führte infolge des erheblichen Abbaus industrieller Arbeitsplätze zu einem Mangel an (gewerblichen) Arbeitsplätzen. Sozial Benachteiligte, Migranteninnen und Migrannten, gering qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Arbeitslose waren verstärkt im Gallus zu finden. Wo und wie die lokale Ökonomie hier ansetzten könnte, war eine Fragestellung, die beleuchtet werden sollte. • Der Stadtteil war bekannt als „arrival district“. Der hohe Migrantenanteil bedeutete hohe Anforderungen an die Integrationsleistung des Stadtteils. Diese Aufgabe sollte unterstützt werden. • Dichte Bebauung, viel Verkehr und ungenügende Freiflächen erzeugten starke Umwelt- und Verkehrsbelastungen. Im gesamten Stadtteil waren wenig öffentlich nutzbare Grün- und Spiel- und Freizeitflächen zu finden. Diesem Mangel sollte begegnet werden. • Wohnumfeld und Wohnungsbestand wiesen Modernisierungsrückstände und damit Erneuerungsbedarf auf. Auch hier war die Aufgabe im möglichen Rahmen Verbesserungen zu erzielen. • Im Gallus war kein Zentrum, keine Mitte vorhanden. Zentrale Orte der Begegnung, der Kommunikation und Nachbarschaft wurden vermisst. Hier Abhilfe zu schaffen und Orte zu gestalten war eine wichtige städtebauliche Aufgabe. 3.2 Sozialraum und soziale Infrastruktur Dem Verlust gewerblicher Arbeitsplätze folgte der Anstieg der Arbeitslosenquote im Gallus. Im Zeitraum von 1970 bis 1987 gingen die industriellen Arbeitsplätze von 25.000 auf 10.000 zurück. Zudem lag der Anteil ausländischer Bevölkerung im Gallus Ende 2004 bei 42,3% und damit deutlich über dem städtischen Durchschnitt (27%). Die spezifische Arbeitslosendichte, also der Anteil der Arbeitslosen an der mit Hauptwohnsitz gemeldeten Bevölkerung lag Ende 2004 im Gallus bei 9,4%, während der Wert für die Gesamtstadt 6,5% betrug. Durch fehlende Perspektiven, ethnische Vielfalt und unterschiedliche Lebensmuster waren Integrationsanforderungen in kultureller, sozialer und wirtschaftlicher Sicht zu beobachten. Mit dieser Situation begann das Projekt Soziale Stadt Gallus. Bildung | Schulangebot Für den Stadtteil wurde grundsätzlich eine bessere Vernetzung der Angebote im Bereich Schule und Bildung gewünscht. Ein erhöhter Förderbedarf war erkennbar an der relativ großen Anzahl von „Schulabbrechern“ oder auch daran, dass Schülerinnen und Schüler selbst mit Schulabschluss ungenügend qualifiziert waren und deshalb Schwierigkeiten hatten, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Das Projekt Soziale Stadt sollte sich mit geeigneten Projekten einbringen und darauf reagieren. Dass es im Gallus kein reines Gymnasium gab, wurde als besonders gravierendes Defizit herausgestellt. Deutlich zeigt(e) sich diese Hürde in einer unterdurchschnittlichen Übergangsquote hin zum Gymnasium. Das Angebot reduzierte sich auf die Paul-Hindemith-Schule, die als Integrierte Gesamtschule auch den gymnasialen Bildungsgang bis zur Jahrgangsstufe 10 anbietet. Das nächstgelegene Gymnasium ist das Goethe-Gymnasium in der Friedrich-Ebert-Anlage 22. 16 Diese Situation wurde in vielen Diskussionen angesprochen mit dem dringenden Wunsch, Möglichkeiten der Ansiedlung einer gymnasialen Oberstufe auszuloten. Damit zukünftig im Stadtteil Gallus auch die Möglichkeit besteht, ein Abitur zu machen, wird die Neue Gymnasiale Oberstufe (Außenstelle der Max-Beckmann-Schule) von ihrem Übergangsstandort Riedberg in die Nachbarschaft der Paul-Hindemith-Schule umziehen und die Angebote auf dem Areal zwischen Krifteler Straße, Idsteiner Straße, Schwalbacher Straße und Frankenallee (Kinderhaus, Kindertageseinrichtungen, Jugendhaus, IGS) ergänzen. Mit diesem sogenannten „Bildungscampus Gallus“ kann unter Einbezug aller Akteure ein Gesamtareal entwickelt werden, das verschiedene Angebote von der Krippe bis zum Abitur sowie non-formale Bildung und die Jugendarbeit an einem Ort verbindet. Je nach Intensität der dort entwickelten Kooperationsbezüge kann eine Lern- und Bildungslandschaft entstehen, die das Zusammenwachsen des Europaviertels mit dem Gallus qualitativ unterstützt. Kinder und Jugendliche haben zukünftig die Option der durchgängigen Bildungswege in ihrem Quartier. Voraussetzung ist allerdings, dass die Bildungsinfrastruktur bei der Wohnraumentwicklung, insbesondere bei Maßnahmen der Nachverdichtung im Gallus, frühzeitig Berücksichtigung findet. 3.3 Bausteine der Stadtteilerneuerung Soziale Stadt Gallus Wie bereits erwähnt, wurde zu Beginn des Projektes das Gallus beschrieben, analysiert und in einem umfassenden Beteiligungsprozess geeignete Projekte und Maßnahmen für die integrierte Stadtteilentwicklung definiert. Einen kompletten Überblick über diesen Arbeitsprozess gibt das Integrierter Handlungskonzept (IHK). Das Integrierte Handlungskonzept für das Gallus orientierte sich an den Zielen der fünf Bausteine, die durch die Hessische Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt (HEGISS) vorgegeben waren: AKTIVIERUNG/BETEILIGUNG LOKALE ÖKONOMIE BILDUNG/KULTUR/SOZIALES STÄDTEBAULICHE STABILISIERUNG WOHN- & LEBENSBEDINGUNGEN Baustein 1: Aktivierung und Verbesserung der Chancengleichheit der Bewohner und Bewohnerinnen, Verbesserung der Bürgermitwirkung und des Stadtteillebens Baustein 2: Stärkung der lokalen Wirtschaft, Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie Beschäftigungsmöglichkeiten auf lokaler Ebene, Verbesserung der Arbeitsmarktchancen der Bewohner und Bewohnerinnen Baustein 3: Verbesserung des sozialen und kulturellen Lebens im Stadtteil 17 Baustein 4: Städtebauliche Stabilisierung des Stadtteils Baustein 5: Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen durch bauliche und wohnungspolitische Maßnahmen 3.4 Blick in die Zukunft – die Leitlinien der Sozialen Stadt Gallus Leitlinie zum Baustein 1: „Das Gallus macht sich“ „Das Gallus nutzt seine Ressourcen und entwickelt sich zu einem selbstbewussten Stadtteil, der stolz ist auf seine Industrie- und Arbeitergeschichte, seine interkulturelle Gegenwart und seine vorbildliche soziale und ethnische Integration. Bürgerschaftliches Engagement zeigt sich an der aktiven Mitwirkung der Bewohner und Bewohnerinnen am Planungs- und Entwicklungsprozess. Beteiligungsgremien wie der Stadtteilbeirat und Arbeitsgruppen bereichern und ergänzen mit ihrer Arbeit die parlamentarisch gewählten Organe. Die vielfältigen Stadtteilinitiativen, -vereine und -organisationen werden miteinander vernetzt arbeiten. Sie werden Ressourcen und Know- how voneinander nutzen. Nach Beendigung der Programmlaufzeit sind in allen Teilgebieten tragfähige Nachbarschaften mit niedrigschwelligen Kontaktstellen entstanden. Die Fähigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner vernetzen sich mit den Potentialen der lokalen Institutionen und der lokalen Infrastruktur.“ (Quelle: IHK, Juli 2006) Leitlinie zum Baustein 2: Stärkung der lokalen Wirtschaft und Beschäftigung „Das Gallus ist aufgrund seiner zentralen Lage, der Nähe zum Europaviertel und zur Frankfurter Messe sowie seiner guten Verkehrsanbindungen auch ein attraktiver Wirtschaftsstandort innerhalb der Gesamtstadt Frankfurts. Stabilisierung und Ausbau der vorhandenen Standortqualitäten, die Stärkung von Netzwerken und Kooperationen innerhalb der im Gallus verankerten Ökonomien, die Intensivierung der Medienpräsenz sowie konkrete Kampagnen und Maßnahmen zur Imageverbesserung können den Wirtschaftsstandort Gallus sichtbar aktivieren und aufwerten.“ (Quelle: IHK, Juli 2006) Leitlinie zum Baustein 3: Verbesserung des sozialen und kulturellen Lebens Vernetzung, Ergänzung und Verstetigung der soziokulturellen Infrastrukturangebote „Die Vernetzung, Ergänzung und Verstetigung der sozialen und kulturellen Infrastruktur hat für den sozialen Ausgleich im Gebiet eine besondere Bedeutung, weil sie die Nachteile in Bezug auf Ausbildung, Arbeitsplätze, Beschäftigung oder Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, welche die Bewohnerinnen und Bewohner haben, verringern helfen kann.“ (Quelle: IHK, Juli 2006) Leitlinie zum Baustein 4: Städtebauliche Stabilisierung Entwicklung zu einem dauerhaft lebenswerten und Identität stiftenden Stadtteil „Das Gallus ist ein urbaner lebendiger Stadtteil mit einem interessanten Stadtbild, mit vielfältiger Nutzungsmischung und attraktiven öffentlichen Räumen. Um diese Leitlinie lebendig werden zu lassen, sollen Stadträume mit lebenswerter und attraktiver Gestalt entwickelt werden. Ziel ist es dabei, eine hochwertige Standortqualität zu schaffen, die für die ansässige Bevölkerung, für die einpendelnden Beschäftigten und auch für bestehende und ansiedlungsinteressierte Betriebe und Unternehmen interessant und attraktiv ist.“ (Quelle: IHK, Stand Juli 2006) Leitlinie zum Baustein 5: Verbesserung der Wohnverhältnisse „Das Gallus sollte ein vielfältiges und breites Wohnungsangebot bieten und gleichzeitig sicherstellen, dass preiswerter Wohnraum erhalten bleibt. Das Wohnumfeld ist an zeitgemäße Bedürfnisse und Anforderungen anzupassen. Das Wohnumfeld sollte qualitätvoll aufgewertet und für zeitgemäße Bedürfnisse ausgestattet sein.“ (Quelle: IHK, Stand Juli 2006) 18 4. Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt im Gallus“ 4.1 Grundlagen des Programms Was konnte mit dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ anderes als in klassischen Stadtsanierungsprojekten erreicht werden? Stadtteilerneuerung im Sinne der herkömmlichen Stadtsanierung bezieht sich schwerpunktmäßig auf den Städtebau mit seinen räumlich-funktionalen Aufgaben und konzentriert sich auf Investitionen in Gebäude, Straßen und Plätze. Mit der Sozialen Stadt wird darüber hinaus die Beobachtung aufgegriffen, dass es Stadtteile mit komplexen Problemlagen gibt, wo es nicht ausreicht, sich alleine auf das Bauen zu konzentrieren. Hier wird das soziale Stadtteilleben eng verbunden mit den (gebauten) Räumen, in denen das gesellschaftliche und individuelle Leben stattfindet. Stadtteile mit sozialer Problemlage brauchen demnach einen Städtebau, der verstärkt die konkrete Situation und die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner mit im Blick hat und einen integrierten Ansatz verfolgt. Ziel ist eine ganzheitliche, nachhaltige Stadtteilerneuerung. Diese integrierte Betrachtung stellte im Gallus von Beginn an eine Grundmaxime dar – mit dem Ziel, Stabilität und gute Perspektiven für den Stadtteil zu eröffnen. 4.2 Inhaltlich-organisatorischer Rahmen des Programms Stadtverordnetenversammlung Ortsbeirat 1 Stadtteilbeirat „Soziale Stadt Gallus“ Projektleitung Stadtplanungsamt Amt 61.S11 Stadtteilmanagement Projektkoordinierung: • Amt 61 • Jugend- und Sozialamt u.a. • Projektsteuerung • Quartiersmanagement Ämter-Austausch mit allen relevanten Ämtern Projektsteuerung Quertiersmanagement Beauftragte der Stadt Beauftragte der Stadt Wohnungswirtschaft, Handel und Gewerbe Bewohner, Vertreter von Institutionen und Initiativen + Stadtteilakteure Stadtverwaltung Die Projektorganisation für das Projekt „Soziale Stadt Gallus“ fußte auf dem Ansatz des integrierten, interdisziplinären Handelns aller Beteiligten. 19 Der Projektleitung im Stadtplanungsamt oblag die Steuerung des Gesamtprojektes. Sie bildete auch die Brücke in die Fachverwaltungen, zur Öffentlichkeitsarbeit und in die politischen Verfahrenswege. Damit hatte die Projektleitung wichtige Managementaufgaben inne. Die Projektleitung arbeitete querschnittsorientiert und organisierte von Beginn an den interdisziplinären Austausch. Die Fachverwaltungen arbeiteten somit zielorientiert und gemeinsam an der Umsetzung der Projekte. Dieses fachliche Selbstverständnis und Engagement, Beziehungen innerhalb der Projektphasen zwischen den Akteuren und Ressorts zu gestalten waren gewichtige Erfolgsfaktoren. Diese wurden durch die Kompetenz der Projektleitung gewährleistet. Das zentrale Stadtteilmanagement vor Ort bestand aus dem beauftragten Tandem der Projektsteuerung und Quartiersmanagement. Das StadtteilmanagementTeam: von links Petra Kanamüller, Kristina Oldenburg, Franca Schirrmacher, Maike Wollmann, Britta Buch, Lisa Gerdom Quartiersmanagement Das Quartiersmanagement bot regelmäßige Sprechstunden im Stadtteilbüro, zentral gelegen in der Frankenallee 166 an als niedrigschwellige Anlaufstelle für Bewohnerinnen und Bewohner. Das Quartiersmanagement hatte „das Ohr im Stadtteil“. Neue Projekte wie der Nachbarschaftsverein, die Kiezläufer, die Hilfenetz Agentur „Rat & Tat“ sowie die Geschichtswerkstatt Gallus wurden durch das Quartiersmanagement initiiert und unterstützt. In den ersten vier Jahren erfolgte das Quartiersmanagement durch memo consulting, Joachim Fahrwald und Franca Schirrmacher. Anschließend übernahm der Caritasverband Frankfurt die Aufgaben des Quartiersmanagements. Vor Ort betreut wurde das Projekt durch Christian Spoerhase, im Team mit Lisa Gerdom, später auch Katrin Stahlschmidt. Die Aufgaben des Quartiersmanagements waren schwerpunktmäßig: • Aktivierung der Bewohnerschaft • Geschäftsführung und Begleitung des Stadtteilbeirates • Vernetzung bestehender Strukturen – u.a. Koordination der im sozialen Bereich tätigen Akteure • Vertretung der Bewohnerinnen und Bewohnerbelange • Organisation von Veranstaltungen auf Quartiersebene • Mitwirkung bei der Umsetzung investiver Projekte • Initiierung und Realisierung eigener sozialer Projekte Projektsteuerung Die Projektsteuerung hatte Schnittstellenfunktion, unterstützte die zügige Planung und Projektdurchführung, gestaltete die flankierenden Beteiligungsprozesse und wirkte an der Vermittlung von Fachinhalten in Richtung Bewohnerschaft und umgekehrt mit. Die Projektsteuerung wurde durch das heutige Unternehmen KOKONSULT von Kristina Oldenburg zusammen mit Britta Buch und in den Anfangsjahren mit Hubert Deubert durchgeführt. 20 Zum Aufgabenfeld der Projektsteuerung gehörten im Wesentlichen: • Erstellung des Integrierten Handlungskonzeptes • Aufbau eines Projekt- und Maßnahmenplanes inklusive Angaben zur Umsetzung und Finanzierung • Unterstützung bei der Stellung von Förderanträgen und Fördermittelakquise • Fortschreibung von IHK und Projekt-/Maßnahmenplan inkl. Evaluation • Erstellung von Publikationen/Unterstützung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit • Konzipierung und Durchführung von Akteurs- und Bürgerbeteiligungen • Vermittlung bei Konfliktlagen/Konfliktmoderation • Veranstaltungsmoderation • Vorbereitung und Durchführungsbegleitung von Projekten und Maßnahmen Der Stadtteilbeirat als eigens eingesetztes Gremium setzte sich aus Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Vertreterinnen und Vertretern von Institutionen zusammen. (Näheres hierzu unter 5.1.2) In den Gesamtprozess war als politisches Gremium der Ortsbeirat 1 kontinuierlich einbezogen. Mitglieder des 1. Stadtteilbeirats bei der Erarbeitung des Leitbildes zum IHK Integriertes Handlungskonzept Soziale Stadt Gallus D S o ok u Ga zia men llu len ta s St tio ad n t de Um m setz it br ung eit d er er Be Pr te oje ilig kt un e g Na An ch ha p lti Ver ass gk st un eit eti g sk gu en on ng , ze / pt An sc hl us sp ro jek te us sk Di Pr oj Bi ld un g Pr oj ek tte am ek Ei te nf s/S üh ta ru dt ng te ilb des ür o sio S E n B tad inr au tte icht ste ilb un in eira g ez t um / IH K In Ha teg (IH nd rier K) lun tes gs ko n ze p t An Au tra Pr fna gste og h ra me llun m m ins g un d r 4.3 Phasen des Projekts „Soziale Stadt Gallus“ 21 4.4 Integriertes Handlungskonzept als Arbeitsprogramm - kurz IHK Am Anfang der Programmlaufzeit wurde ein „Integriertes Handlungskonzept“ aufgestellt. Zu jedem der bereits genannten Bausteine 1 bis 5 (vgl. Punkt 3.3) gab es eine fachliche Begutachtung. Um den Stadtteil aber auch mit seinen Erfahrungen, seinem Wissen und Bedürfnissen kennen zu lernen und einzubeziehen, wurde parallel zur Erstellung des IHK ein breit angelegter Dialogprozess mit Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen, Organisationen und zahlreichen Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtteils durchgeführt. Der frisch installierte Stadtteilbeirat war das zentrale Gremium für den regen und engagierten Austausch zu den Inhalten, Projekten und Maßnahmen, die das Arbeitsprogramm für das Projekt Soziale Stadt Gallus darstellten. Zu den Untersuchungsergebnissen nach Bausteinen wurden Arbeitsgruppen gebildet. Die Mitglieder des Stadtteilbeirates verteilten sich je nach Interessenslage und hatten themenbezogen die Möglichkeit, vertiefend ihre Anliegen auf Basis der fachlichen Betrachtung zu reflektieren. Es gab intensive und überaus interessante Diskussionen, wo sich der fachliche Blick von Außen und der subjektive, erfahrene Blick von Innen trafen. 60 Anregungen wurden zum Entwurf des IHK’s formuliert. Darüber befunden wurde per Abstimmung in Sitzungen des Stadtteilbeirates im Februar bzw. März 2006. Das Abstimmungsergebnis wurde in die Endfassung des IHK integriert. Eine Liste aller Vorschläge und deren Behandlung wurde als Anhang 3 dem IHK angefügt. Rahmenbeschluss zum IHK Der „Rahmenbeschluss zum IHK“, der als ein Beitrag im Rahmen der Entwurfsdiskussion des IHK von der Stadtteilbeirätin Anita Glatzel eingebracht wurde enthält Grundsätze, die für alle Projekte Anwendung finden sollen. Es wird hierin gefordert, dass bei jedem Projekt möglichst viele verschiedene Bewohnerinnen und Bewohner zu beteiligen sind. Für jedes Projekt ist ein zielgruppenspezifisches Motivations- und Werbekonzept zu entwickeln. Bei der Beteiligung geht es nicht nur um den Interessensdialog, sondern auch darum, alle Möglichkeiten auszuloten, wie sich die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv mit einbringen und bei der Projektumsetzung mitwirken können. Nach Abschluss von Projekten ist zu fragen, wie gelungen die Beteiligung, d.h. der Prozess zur Umsetzung von Projekten verlaufen ist. Wie aktiv konnten Fertigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner eingebaut werden? Wie gut waren Menschen miteinander im Kontakt? Haben sich neue Menschen kennen gelernt? Ist der Aufbau sozialer Kontakte gelungen, die auch nach Fertigstellung des Projektes fortbestehen (können)? Der Nutzen einer intensiven Beteiligung wird in der Identifikation mit den Projekten und dem Stadtteil gesehen, die aktive Integration der Menschen führe zu einer hohen Wertschätzung gegenüber den Investitionen, also zu weniger Vandalismus. „Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen die Erfahrung machen, dass man sie einerseits nicht im Stich lässt da durch, dass die Stadt sie dabei unterstützt, die soziale und kulturelle Situation und das gesamte Wohnumfeld zu verbessern. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen aber auch lernen, dass sie selbst etwas tun müssen, wenn sich im Viertel etwas ändern soll, dass sie auch Verantwortung für ihre Nachbarschaft haben und nicht passiv Empfänger von Hilfeleistungen sind. Soziale Stadt Gallus muss und soll Bürgersinn im besten demokratischen Sinne fördern oder wecken und ganz praktisch die Einsicht vermitteln.“ (Quelle: IHK, S. 140, Anhang 3) Alle Ergebnisse der umfassenden Betrachtung des Stadtteils wurden im IHK zusammengeführt. 22 23 Der Erarbeitungsprozess des IHK im Bild Fachexpertise Erarbeitung von Fachbeiträgen nach Bausteinen Baustein 1 Baustein 2 Baustein 3 Baustein 4 Stadtteilbeirat „Soziale Stadt Gallus“ Baustein 5 Diskussionen Bestandanalyse Projekt- und Maßnahmenvorschläge Leitbild & Projektund Maßnahmenvorschläge IHK 1. Fassung Anregungen seitens städtischer Ämter Einarbeitung IHK 2. Fassung Anregungen seitens des Stadtteilbeirats Einarbeitung/Aktualisierung Beschluss Magistrat/OBR 1 /SVV IHK als Arbeitsprogramm und Orientierungsrahmen für die „Soziale Stadt Gallus“ 24 Leitbild „Das Gallus macht sich!“1 Der Beirat Soziale Stadt Gallus formulierte in seiner Sitzung vom 21. Juli 2005 das folgende Leitbild für das Gallus: „Das Gallus ist ein ehemaliges Industriearbeiterviertel. Es erstreckt sich vom Platz der Republik im Osten bis zur Mönchhofstraße im Westen. Heute ist es ein urbaner Stadtteil im Wandel. Das Gallus ist unser Zuhause, hier leben und hier arbeiten wir. Unser Stadtteil ist vielfältig und lebendig, seine Bewohnerinnen und Bewohner sind aufgeschlossen, kommunikativ und freundlich. Wir sind eine Gemeinschaft, in der bereits seit Jahrzehnten Menschen vieler Nationen und Kulturen zusammen leben. Das Leben mit dieser Vielfalt ist unsere Chance, Trennungen zu überwinden und dadurch Anregungen für andere Stadtteile zu geben. Unsere Lebenssituation ist eine Herausforderung, der wir uns stellen. Wir setzen uns gemeinsam für eine zukunftsfähige Entwicklung und ein positives Image des Gallus ein. Dazu brauchen wir: • ein starkes örtliches Gewerbe, • ein vielfältiges Kultur- , Freizeit- und Sportangebot, • Bildung, Ausbildungsplätze und Arbeit, • attraktive Freiräume. Das Gallus soll ein kinder- und familienfreundlicher Stadtteil werden. Die besonderen Bedürfnisse von Senioreninnen und Senioren und Behinderten sollen berücksichtigt werden. Alle Menschen werden hier miteinander in Respekt leben und dabei niemanden zurücklassen. Dazu werden wir die soziale Verantwortung in den Nachbarschaften stärken. Unsere Integrationsleistungen wollen wir mit Unterstützung der Stadt Frankfurt und der Region fortsetzen.“ Dierk Hausmann, Fachbereichsleiter Stadterneuerung und Wohnungsbau, 2005 Projekte und Maßnahmen als Arbeitsprogramm im IHK Gegen Ende der zweijährigen Amtszeit des 1. Stadtteilbeirates konnte 2006 der Entwurf zum IHK den städtischen Gremien vorgelegt werden. Das unter dieser breiten Beteiligung entstandene IHK mit Projekt- und Maßnahmenplan ist ein gemeinsam getragenes Arbeitsprogramm für das Gallus und beinhaltet das bis heute aktuelle Leitbild „Das Gallus macht sich!“. Der Projekt- und Maßnahmenplan war strukturiert nach Projektkategorien Kategorie: Bereits realisierte Projekte Möglichst rasch sollten im Stadtteil Projekte sichtbar werden. So wurden bereits vor Erstellung des IHKs Projekte initiiert und umgesetzt. Kategorie: Kernprojekte Kernprojekte waren mit hoher Priorität versehen und standen für die unbedingt im Programmzeitraum zu realisierenden Projekte. Kategorie: Weitere Projekte Hierunter fallen wichtige Maßnahmen und Projekte, die wenn möglich ebenfalls angegangen und umsetzt werden sollten. Projekt-Bilanz Nach Abschluss des Gesamtverfahrens kann sich die Bilanz sehen lassen. Viele Projekte wurden realisiert, einige Projekte nach der offiziellen Laufzeit 2014. Zudem gibt es bis 2016 begonnene Kernprojekte, die einen längeren zeitlichen Entwicklungsbedarf haben und voraussichtlich ab 2019 umgesetzt werden können. 1 In der Sitzung am 21. Juli 2005 hat der Stadtteilbeirat die Diskussion zum Leitbild in einen Fließtext gegossen. Der Text ist hier wörtlich übernommen Arbeitsstand 30. November 2016 25 5. Beteiligung und Dialog - ein Grundsatz der Sozialen Stadt 5.1 Bewohneraktivierung und Bewohnerbeteiligung Das Projekt Soziale Stadt Gallus hatte den Anspruch, mit möglichst vielen Bewohnerinnen und Bewohnern ins Gespräch zu kommen, um zu erfahren mit welchen Erwartungen und Ideen die Menschen ihren Stadtteil beschreiben und welche Zukunftsbilder dabei entstehen. Das Wissen der Bewohnerinnen und Bewohner wurde genutzt für die Gestaltung des Arbeitsprogramms und die Auswahl der Projekte, die umgesetzt werden sollten. Dabei sollten möglichst unterschiedliche, auch schwer erreichbare Zielgruppen angesprochen und einbezogen werden. So gab es für jedes Projekt eigene Überlegungen, die passenden Zugänge zu den Bewohnerinnen und Bewohnern zu finden und Dialogangebote zu konzipieren, die zu Aufgabe und Kontext stimmig waren. Der Beteiligung lag grundsätzlich die Annahme zugrunde, dass, wenn frühzeitig klar ist, welche Erfahrungen und Bedarfe vor Ort bestehen, auch die Projektentwicklung bestmöglich darauf angepasst werden kann und das Projekt angenommen und wertgeschätzt wird. Dadurch können die verschiedenen Ziele der Projekte auch erreicht werden, die neben den städtebaulichen Qualitäten immer auch die sozial-funktionalen Aspekte im Blick hatten. In den Projektverfahren entstand durch offene und ehrliche Kommunikation von Beginn an das Vertrauen, dass die Planer und Experten im Sinne der Interessenlage vor Ort arbeiten und gleichzeitig das Wissen mitbringen, das Projekt fachlich auszugestalten. Eine kontinuierliche Information und Transparenz zum Projektverlauf stärkte das Verständnis für Planungs-/Bauprozesse als auch für sozialraumbezogene Projekte auf allen Seiten. Angebote zur Information, Dialog, Beteiligung, Mitwirkung Über die gesamte Projektlaufzeit gab es deshalb verschiedene, parallel laufende Angebote zur Beteiligung des Stadtteils: • Das Stadtteilbüro in der Frankenallee als Anlaufstelle für die Bewohnerschaft mit regelmäßigen Sprechstunden und Informationsangeboten. • Der Stadtteilbeirat, als eigenes Gremium zur Begleitung des Programms Soziale Stadt. Im Stadtteilbeirat wurde regelmäßig und aktuell über alle laufenden Planungen/Projekte informiert und Austausch ermöglicht. • Dialog- und Beteiligungsangebote zu allen baulichen Projekten mit Möglichkeiten der aktiven Mitwirkung. Bürgerbeteiligung war fester Bestandteil aller Projektplanungen. Unter anderem wurde dem Stadtteilbeirat die Möglichkeit eröffnet, bei städtebaulichen bzw. architektonischen Wettbewerben mit zwei Vertreterinnen und Vertretern begleitend an der Preisgerichtssitzung teilzunehmen (vgl. Pkt. 5.2). Die kontinuierlichen, frühzeitigen und vielfältigen Beteiligungsmöglichkeiten waren äußerst hilfreich für die Vertrauensbildung und kooperative Zusammenarbeit aller Akteure. Die Meinungsbildung der Beschlussgremien wurde unterstützt und insgesamt entstand große Zustimmung zu den Projekten und Maßnahmen durch die Bewohnerschaft. Sukzessive trugen diese Beteiligungen auch bei zu einer von Vertrauen geprägten Zusammenarbeit zwischen Bewohnerschaft und städtischer Verwaltung. 26 Frankenallee, um 1932 © Sammlung Renate Ullrich Frankenallee 184, 1947 © ISG, S7C1998/17864 Frankenallee 166 © ISG 17854 Frankenallee 166, Foto Ott © Renate Ullrich Frankenallee 166, Stadtteilbüro, um 2006 27 Stadtteilbüro als zentrale Anlaufstelle für die Bewohner Ein Stadtteilbüro zu finden und einzurichten war eine der ersten Maßnahmen im Projekt Soziale Stadt Gallus. Mit den ehemaligen Geschäftsräumen in der Frankenallee 166, die zuletzt von einem Fotoladen genutzt wurden, war der Ort in der Hellerhofsiedlung schnell gefunden. Relativ mittig und zentral im Gallus gelegen, mit großen Schaufenstern und gut einsehbarer Auslage für Informationen und Ankündigungen. Die Renovierung der Wände mit Lehmputz und der Kücheneinbau erfolgte als Beschäftigungsprojekt mit der Werkstatt Frankfurt e.V. und wurde durch Eigenleistungen von Quartiersmanagement und Projektsteuerung unterstützt. Die Außenfassade wurde beklebt mit einem eigens durch die Stadt Frankfurt entworfenen Schriftzug, mit Fotos und einer Willkommens-Ansprache in verschiedenen Sprachen. Das Stadtteilbüro war der Ort, wo die Gallus Bewohnerinnen und Bewohner sich informieren, Fragen und Anliegen formulieren konnten. Auch für das Team der Projektleitung und die Projektsteuerung war das Stadtteilbüro ein wichtiger Ort der Kommunikation in Richtung Stadtteil. Mit dem 2003 eröffneten Stadtteilbüro hatte das Projekt Soziale Stadt Gallus eine Heimat. Das Projekt zeigte Präsenz im Stadtteil, wurde bekannt, lud ein, sich zu informieren, sich zu beteiligen und über den Stadtteil nachzudenken. 28 Stadtteilbeirat Soziale Stadt Der Stadtteilbeirat Gallus wurde als eigenes Gremium zur Projektbegleitung der Sozialen Stadt Gallus ins Leben gerufen. Die Aufgaben als Geschäftsstelle des „Stadtteilbeirats“ übernahm das 2003 eingerichtete Quartiersmanagement im zentral gelegenen Stadtteilbüro bis zum offiziellen Laufzeitende der Sozialen Stadt Gallus im Jahr 2014. Die Zusammensetzung bildete den Stadtteil „im Kleinen“ ab: Mitglieder des Beirates waren 19 Vertreterinnen und Vertreter der Bewohnerschaft sowie 18 Vertreterinnen und Vertreter aus Institutionen, Initiativen und weiteren relevanten Stadtteilakteuren. Seine Mitglieder waren die „Experten des Stadtteils“, die ihre Erfahrungen, ihr Wissen zu Bedarfen und aktuellen Themen des Gallus einbrachten. Ohne Stimmrecht, aber mit Beratungs- bzw. Rederecht nahmen zudem Vertreterinnen und Vertreter des Stadtplanungsamts, der Projektsteuerung sowie zusätzlich interessierte Personen an den Sitzungen des Stadtteilbeirats teil. Teilnehmer in Funktion der Geschäftsstelle des Stadtteilbeirates war das Quartiersmanagement. Der erste Stadtteilbeirat Gallus konstituierte sich am 25. März 2004. Er gestaltete wie erwähnt das „Integrierte Handlungskonzept (IHK) Soziale Stadt Gallus“ mit. Zu realisierende Kernprojekte wurden im Stadtteilbeirat definiert und die Erwartungen an deren Umsetzung entsprechend hoch gesetzt. Der Fokus der ersten Maßnahmen wurde auf baulich-investive Aktivitäten mit großem Investitionsvolumen gelegt. Sichtbare Erfolge zu zeigen, war ein wichtiges Anliegen. 29 Der Stadtteilbeirat selbst arbeitete in jeweils zwei- bis dreijährigen Legislaturperioden und wurde insgesamt vier Mal neu gewählt und zusammengesetzt. Zur Besetzung der Plätze für die Bewohnerinnen und Bewohner wurden in verschiedenen Bezirken des Gallus Vorschläge für Personen gesammelt, die in Vorschlagslisten zusammengeführt wurden. Stand in den ersten Jahren die Mitwirkung am Integrierten Handlungskonzept im Vordergrund waren anschließend die Projekte selbst und ab 2013 die Verstetigung des Prozesses Schwerpunkte der Arbeit im Stadtteilbeirat. Ab 2013 konnte dem Stadtteilbeirat ein Verfügungsfonds für kleinere Projekte bereitgestellt werden. Damit hatte der Stadtteilbeirat eine eigene Möglichkeit, stadtteilbezogene Aktivitäten zu fördern. 5.2 Dialog und Beteiligung zu baulichen Projekten Bürgerbeteiligung war als Haltung und Aufgabe von Beginn an gelebte Praxis. Dies entsprach auch dem Wesen der Förderprogrammatik. Die gemeinsame Ausgestaltung des Programms mit Dialog und Beteiligung war eine zentrale Zielsetzung (vgl. hierzu Pkt. 5.1). Die Soziale Stadt entwickelte die Formen der Beteiligung Stück für Stück hinsichtlich ihrer Intensität und Methodik. Beteiligung wurde schnell zu einer grundlegenden Denkweise bei allen Projektbeteiligten. Es ging nicht darum, das rein Notwendige an Beteiligung umzusetzen, sondern Beteiligung selbst wurde zum Qualitätskriterium der Projekte und Maßnahmen. Vor allem die baulichen Projekte profitierten von dieser offenen Haltung gegenüber den Interessen und Bedürfnissen des Stadtteils. Dies stärkte das Vertrauen und die Akzeptanz des Stadterneuerungsprozesses „Soziale Stadt Gallus“. Entsprechend differenziert waren die Methoden der Beteiligung bei baulichen Projekten: • Begehungen wie Ortsbesichtigungen, Spaziergänge • Exklusive Informationen und Austausch im Stadtteilbeirat und im Stadtteilbüro • Aktive Beteiligungsveranstaltungen als Impulse für Projektplanungen sowie als Rückkopplung vor der Umsetzung • Mitwirkung bei Wettbewerbsverfahren wie zum Beispiel beim „Quartierspavillon Quäkerwiese“ oder der „Neugestaltung des Stadtteileingangs an der Galluswarte“. Zum einen wurden die im Beirat gesammelten Bedarfe und Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner in Ausschreibungstexte als Anregungen aufgenommen. Zum anderen wurde seitens der Auslober ermöglicht, dass aus dem Stadtteilbeirat benannte Vertreterinnen und Vertreter als stimmberechtigte Teilnehmerinnen und Teilnehmer Jurysitzungen miterleben konnten. Die Sichtweise aus dem Stadtteil heraus hatte damit einen Platz auch in der fachlichen Diskussion und die Wettbewerbsergebnisse konnten gemeinsam in den Stadtteil hinein vermittelt werden. • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Werbung und Kommunikation: Neben direkten und aktiven Beteiligungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten erfolgte im Rahmen der Umsetzung aller baulichen Projekte eine konsequente regelmäßige Kommunikation und Pressearbeit. Eigens entwickelte Informationstafeln, Plakate und Informationsflyer oder Aushänge im Stadtteilbüro zielten auf eine breite und transparente Information der StadtteilBewohnerinnen und Bewohner. 30 Wieder ein Stück Neue Frankenallee... AUSSTELLUNG WETTBEWERB STADTTEILEINGANG GALLUSWARTE Einladung zur Einweihung am Donnerstag, den 5. Dezember 2013, ab 14.30 Uhr Straße Frankenallee, an der Einmündung Flörsheimer nallee – Feiern Sie mit uns die Fertigstellung der Franke zwischen Schwalbacher Straße und Kriegkstraße 11.10.- 11MO:00-FR-18:00 UHR 25.10.2011 GALLUSTHEATER IM FO YER KLEYERSTR.15, 6032 6 FFM/GALLUS nitt eröffnen, Herr Bürgermeister Cunitz wird den neuen Absch irat 1 und Ortsbe vom fillidou Trianta außerdem werden Frau ts Herr Sock als Repräsentant des Stadtteilbeira Soziale Stadt Gallus ein Grußwort sprechen. Sie sind herzlich willkommen! KONTAKT GALLUSTH EATER (ANFRAGE WEIT ERER ÖFFNUNGSZEIT EN): 069.75806020 INFORMATIONEN ZUM WETTBEWERB: 069.7191 59780 (KOKON) AUSLOBER: STADTPLA NUNGSAMT FRANKFUR T AM MAIN lus Stadt Gal Soziale ionen im Stadtteilbüro, STADTPLANUNGSAMT FRANKFURT AM MAIN Weitere Informat Frankenallee 166, Tel. (069) 97 32 99 70 FRANKFURT AM MAIN gallus HISTORISCHES RAD TRIFFT SUPPENFES RENNEN T Sonntag, 13. Mai 11:00 bis 17:00 Uhr2012 INITIATOR UNSER INNENHOF HINTER DER DEM BEGEGNUNGSZENTRUM GALLUS WIRD 5 JAHRE ALT! Im Sommer 2005 wurde vor allem für Seniorinnen und Senioren die Neugestaltung des Innenhofes durch das Projekt Soziale Stadt Gallus in Kooperation mit der Hellerhof AG initiiert. Der Innenhof sollte schöner werden und zum Entspannen und Verweilen einladen. In zwei Versammlungen wurden die Wünsche der Anwohnerinnen und Anwohner gesammelt und in die Planungen zur Freiflächengestaltung integriert. Insgesamt sind in sechs Wochen Bauzeit die folgenden Dinge im Hof verändert worden: Zunächst lichteten Baumkletterer die bestehenden Baumkronen aus. Einige Wäschestangen wurden entfernt. Rasen neu gepflanzt. Ein Weg durch den Innenhof angelegt. Die sechs neu angelegten Blumenbeete wurden mit Stauden für den Halbschatten bepflanzt. Zudem wurde ein Wasserbecken neben der neu gepflasterten Terrasse des Begegnungszentrums Gallus gesetzt. Die durch die Soziale Stadt Gallus für Sie initiierte Maßnahme braucht Ihren Grünen Daumen. Sie sind herzlich eingeladen, diesen neu entstandenen Garten und insbesondere die Pflanzbeete zu nutzen und zu pflegen... GALLUS GIBT GAS(T) 2012 STADTTEILARBEITSK REIS GALLUS ORGANISATOREN UNTERSTÜTZER HISTORISCHES RADRENNEN TRIFFT SUPPENFEST SONNTAG, 13. MAI 201 2 11:00 bis 17:00 Uhr Frankfurt, Gallus Frankenallee zwisc hen Schwalbacher & vorher Sodener Straße nachher HELFEN SIE MIT, DASS DIE PFLANZBEETE SCHÖN BLEIBEN! WERDEN SIE PATEN UND BEWEISEN SIE EINEN GRÜNEN DAUMEN! BEI INTERESSE DER ÜBERNAHME EINER PATENSCHAFT SPRECHEN SIE FRAU SCHIEDER AN! SOZIALE STADT GALLUS KONTAKT: STADTTEILBÜRO FRANKENALLEE 166 TEL. 069/97329970 EMAIL. QM-GALLUS@CARITAS-FRANKFURT.DE 31 STADTTEILEINGANG GALLUSWARTE FRANKENALLEE D IA LOG ZUR NEU ZWISCHEN GALLUSWARTE UND HOMBURGER DAMM 2007 - 2010 1.BA / weitere Abschnitte ab 2012 GESTALTUNG STADTTEILEINGANG GALLUSWARTE BIS MITTE 2007 Die „grüne Mitte” der Frankenallee zwischen Galluswarte und Erhöhung Homburger Damm soll umgestaltet werden, Ziel hierbei ist die wird der Aufenthaltsqualität der grünen Achse des Gallus. Durchgeführt Laufzeit die Umgestaltung in mehreren Teilabschnitten, auch nach der der Sozialen Stadt. Im Herbst 2005 fanden mit interessierten Anwohnerinnen und um die Anwohnern einige Aktionen zum Thema Frankenallee statt, Wünsche der Anwohner zur Neugestaltung der Freiflächen festzustellen. Als Ergebnis konnten Konsenspunkte der Bürgerinteressen ermittelt werden und wurden in das Konzept zur Neugestaltung übernommen: Neue Verbesserung der Querungen, Neugestaltung der Kopfpunkte, WegeBepflanzung und Setzung von Blühpflanzen, Verbesserung der führung und -beschaffenheit sowie Schaffung einer Beleuchtung. BAUARBEITEN 1. BA: 09/07 - 05/08 1. Veranstaltung “Die Galluswarte im Fokus” Montag, 06. September 2010 18.00 bis 20.00 Uhr Foy er des Gallustheaters Bericht zur abge schlossenen Innensanie rung Herr Jäger (Büro Neue bauhistorische Erken Die Baurunde) ntnisse zur Galluswar te im Vergleich zur Bockenheimer Wart e Herr Frank (Büro für Historische Bauforschu Vortrag von Dr. Diete ng) r Bartetzko (Architektu rkritiker der FAZ) Diskussion im Plenum BAU DER KOPFPUNKTE: 07/09 - 04/10 2. Veranstaltung “Sta dtteileingang Gallusw Montag, 27. September arte - Eine Analyse” 2010 18.00 bis 20.00 Uhr Saalbau Gallus Impulsvortrag der die in ihrer Stellung variieren. • Parkplätze: Die Querparkplätze, die in den Grünstreifen hereinragen, werden herausgenommen. GeschichtsAG Gallus zum Bedeutungswandel Vorstellung der Rahm der Galluswarte enbedingungen zur Wett bewerbsaufgabe “Stadtteileingang Gallu swarte” Begehung des Wettbewe rbsgebiets mit Gespräche n vor Ort EINWEIHUNG 1. BA: 13. APRIL 2010 3. Veranstaltung “Sta Montag, 04. Oktoberdtteileingang Galluswarte - Zukunftsdialog” 18.00 bis 20.00 Uhr 2010 Saalbau Gallus Zusammenfassung E SOZIAL STADT L VIERTE GALLUS n und Anregungen: Stadtteilbüro Soziale Stadt Gallus, Frankenallee 166, 60326 Frankfurt am Main Telefon: 069.973299 70 enhofes der hner des Inn 8, Liebe Anwo nallee 206-20 sstätte Franke Begegnung ofsiedlung! lerh Hel in der wie Sie en, Ide und Wünsche Haben Sie möchten? gerne nutzen sert den Innenhof risch verbes hier gestalte Was könnte wir gerne werden? n chte mö hierzu Ihre Meinung erfahren. jektziele der Eines der Pro rtel“ ist die dt Gallusvie nahen „Sozialen Sta der wohnungs ung Verbesser öfe. enh Inn und thaltsGrünflächen fen Au auch, die Ziel dabei ist en Plätzen wohnungsnah qualität von erhöhen. zu n che und Freiflä STADT worden. in die • Quäkerwiese: Der östliche Bereich der Quäkerwiese wurde ein Neugestaltung einbezogen und zugänglich gemacht. Hier entstand neue Quartiersplatz, der mit einem neu gebauten Quartierspavillon Freiraum- und Aufenthaltsqualität bringt. • Vorplatz Friedenskirche Vor der Friedenskirche wurde im Grünzug ein Vorplatz angelegt. EIN PROJEKT DER SO ZIALEN STADT GALLU S Weitere Informatione FRANKFURT AM möchten hof GmbH mit der Heller Innenhof Gemeinsam hme diesen erste Maßna talten und ges wir als eine neu tte egnungsstä ers die hinter der Beg n wir besond Dabei möchte enden verbessern. der hier leb tigen. und Wünsche n berücksich Bedürfnisse iore Sen ohner und älteren Bew der wie ten am bes ohner wissen it er zu Sie als Anw rden muss, dam ioren gestaltet we Sen Innenhof um tsort für die ten Aufenthal n kann. rde we einem belieb er eren Anwohn und alle and n wir ngen möchte n und Anregu EntwurfsIhre Meinunge die weitere lernen und in gerne kennen fließen lassen. gestaltung ein der einsam mit wir Sie gem Daher laden GmbH ein zu einer Hellerhof STADT GALLUS 10 JAHRE BUND-LANDER-PROGRAMM SOZIALE www.stadt-fran kfurt.de 2001-2011 PROJEKTLEITUNG: STADTPLANUNGSAMT FRANKFURT AM MAIN rsammlung Anwohner ve g, den am Donnersta um 17 Uhr 03.02.2005 ungsstätte in der Begegn 206 Frankenallee ! uns auf Sie Wir freuen bH Hellerhof Gm mit tion in Koopera rtel“ dt Gallusvie „Soziale Sta samt Stadtplanung urt am Main nkf der Stadt Fra Kontakt: Stadtteilbüro rtel“ dt Gallusvie „Soziale Sta 166 Frankenallee urt am Main nkf Fra 26 603 jektsteuerung 299-50, Pro ement Tel. (069) 973 artiersmanag 299-70, Qu Tel. (069) 973 M AIN ANWOHNERVERSAMMLUNG UMGESTALTUNG 2.BAUABSCHNITT FRANKENALLEE Machen Sie mit! Wir freuen uns, Sie im Rahmen der Anwohnerversammlung über den zweiten Bauabschnitt der Umgestaltung der Frankenallee zwischen Schwalbacher Straße und S-Bahnstation Galluswarte zu informieren. Die Ihnen bereits vertrauten Grundelemente aus dem ersten Abschnitt zwischen Schwalbacher Straße und Friedenskirche sollen hier nicht nur fortgeführt, sondern auch weiter entwickelt werden. Insbesondere im Bereich der Kopfpunkte an den Kreuzungen Flörsheimer Straße, Kriegkstraße und Hufnagelstraße ist noch viel Raum für neue Ideen und Anregungen. Wir freuen uns sehr auf Ihr Kommen! Für die Bereitstellung der Räumlichkeiten möchten wir uns im Vorfeld ganz besonders bei der Günderrodeschule bedanken und freuen uns, dass wir mit dieser Veranstaltung Teil der Feierlichkeiten zu dem 110 jährigen Bestehen der Günderrodeschule sein können. 32 UND DER ERSTE BAUABSCHNITT ZWISCHEN SCHWALBACHER STRASSE FRIEDENSKIRCHE Der erste, zwischen 2007 und 2010 in Etappen gebaute Abschnitt befindet sich zwischen Schwalbacher Straße und Friedenskirche. Bei der Neugestaltung der Frankenallee wird neben den beschrieben mit Bezug allgemeinen Elementen der Neugestaltung, jeder Abschnitt Lage auf die Umgebung individuell gestaltet. Aufgrund der zentralen des 1. BA wurden noch folgende weitere Elemente in die Neugestaltung dieses Abschnittes integriert: Sicherheit • Beleuchtung: Zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und installiert ist eine zusätzliche Beleuchtung innerhalb des Grünstreifens der Erkenntnisse aus den vorherigen Veranstalt Erörterung und Dialog ungen zur Wettbewerbsaufgabe NG EINLADU ch Ihren „Ein Platz na enhof soll der Inn Wünschen... werden“ schöner DIE ELEMENTE DER NEUGESTALTUNG LandDas Konzept zur Neugestaltung der Frankenallee wurde vom schaftsarchitekturbüro Ipach & Dreisbusch (Neu-Isenburg) entwickelt. auch in Im Fokus standen die folgenden Elemente, die im wesentlichen sollen: den weiteren Abschnitten verwendet werden • Neugestaltung der Kopfpunkte und gepflastert Naturstein mit Die Kopfpunkte werden vergrößert, Durch die als Platzflächen gestaltet. Die Drängelgitter werden entfernt. Vergrößerung der Kopfpunkte und die Verbreiterung des Gehweges sicherer. wird die Querung der Frankenallee deutlich erleichtert und auf und Umgebung der Elemente nimmt Bereiche Die Gestaltung der stellt somit Bezug zu dieser her. des • Durchlässigkeit: Die Zahl der Querungsmöglichkeiten innerhalb erhöht. wird Grünstreifens • Wegeführung: Eine breite Wegefläche in der Mitte des Grünstreifens gewird gradlinig durch die Allee führen. Diese wird durch einen pflasterten Allwetterstreifen am Rand ergänzt. • Bepflanzung: Die seitlichen Pflanzstreifen werden an exponierten Stellen mit blühenden Pflanzen versehen. • Aufenthaltsbereiche: In den Grünstreifen werden Bänke integriert, SOZIALE STADT GALLUS Stadtteilbüro Frankenallee 166, 60326 Frankfurt am Main Telefon: 069.97329970 QUARTIERSPAVILLON QUAKERWIESE 2007 - 2011 BIS AUGUST 2007 DIALOG aden. Sie sind herzlich eingel 1. Veranstaltung „Die Galluswarte im Fokus“ 2010 Montag, 06. September des Gallustheaters 18.00 - 20.00 Uhr Foyer g en Innensanierun Bericht zur abgeschlossen „Die Baurunde“) Herr Jäger (Planungsbüro tnisse zur Galluswarte Neue bauhistorische Erkenn heimer Warte Bocken zur ich im Vergle sche Bauforschung) Histori für (Büro Frank Herr Bartetzko Dieter Dr. von g Vortra FAZ) (Architekturkritiker der Diskussion im Plenum BIS AUGUST 2007 EINLADUNG ZUM DIALOG DIALOG STADTTEILEINGANG GALLUSWARTE 2. Veranstaltung warte - Eine Analyse“ „Stadtteileingang Gallus 2010 Montag, 27. September u Gallus 18.00 - 20.00 Uhr Saalba zum chtsAG Gallus Impulsvortrag der Geschi Galluswarte Bedeutungswandel der nbedingungen zur Vorstellung der Rahme “Stadtteileingang ufgabe werbsa Wettbe Galluswarte” werbsgebiets mit Begehung des Wettbe Gesprächen vor Ort 3. Veranstaltung warte - Zukunftsdialog“ „Stadtteileingang Gallus 2010 Montag, 04. Oktober u Gallus 18.00 - 20.00 Uhr Saalba den Erkenntnisse aus Zusammenfassung der en vorherigen Veranstaltung zur Wettbewerbsaufgabe Erörterung und Dialog informieren Wir freuen uns, Sie zu zukünftige und mit Ihnen über die Bereiches len Gestaltung des zentra in den innerhalb des Gallus Dialog zu treten. Stadt Gallus Ihr Team der Sozialen DT GALLUS SOZIALE STA Soziale Stadt Gallus Stadtteilbüro Frankenallee 166, 60326 Frankfurt am Main 0 Telefon: 069.973997 Auf dem süd-östlichem Teil der Quäkerwiese befindet sich eine Trinkhalle auf dem mit Hecken und Sträucher zugewac hsenen, unbenutzbarem Quäkerp latz. An diesem zentralem Ort im Gallus mit einem großen Freiraumpotenzial herrscht keine einladende Situation zum Verweilen vor. Zudem bestehen Nutzungskonflikte zwischen den Kunden der Trinkhalle sowie den Nutzern der angrenze nden Spielflächen und Einrichtu für Kinder und Jugendliche. ngen Es besteht Handlungsbedar f. Mo., 06. September 2010 ters Foyer des Gallusthea Mo., 27. September 2010 Saalbau Gallus Mo., 04. Oktober 2010 Saalbau Gallus Uhr jeweils 18.00 bis 20.00 SEPTEMBER 2007 GALLUSWARTE STADTTEILEINGANG RANSTALTUNGEN DREI BETEILIGUNGSVE EWERBS IM VORFELD DES WETTB SEIT SEPTEMBER 2007 JUNI 2008 BIS SEPTEMBER Das neue Café Pause bezieht als Übergangslösung in einem Container den ehemaligen Standort der Trinkhalle. Der Containe r soll Neubau eines vorgeseh enen eingeschossigen Quartiers bis zum pavillons die Situation verbessern und die Nutzungskonflikte auflösen . Neu sind Toiletten, Küche sowie ein Wasseranschluss , so dass ein völlig anderes Sortiment zum Verkauf angeboten werden kann. Zudem lädt der neue Freisitz am Café zum Verweilen ein. Der Betrieb des Containe r-Cafés wird von dem Pächtere hepaar, das bereits die Trinkhalle geführt hat, übernommen. Der angrenzende Quäkerp latz wurde als Platzfläche zugänglich gemacht, die Hecken und Sträucher wurden entfernt. 2010 JUNI BIS SEPTEMBER 2008 Durchführung des Wettbew erbs für den geplanten Neubau Quartierspavillons Quäkerw des iese. An diesem Wettbew erb nehmen fünf Architekturbüros teil. Der Entwurf des Büros DG/D Architekten gewinnt den ersten Preis. An der Wettbewerbsjury waren Vertreter des Stadtteilb eirates Soziale Stadt Gallus sowie des Ortsbeira tes beteiligt. OKTOBER 2008 BIS SEPTEMB ER 2010 Beginn der konkreten Planung des Neubaus. Abstimmung Betriebskonzeptes zur zukünftig des en Nutzung des Gebäud es als Stadtteiltreffpunkt. OKTOBER 2010 BIS 17. JUNI 2011 OKTOBER 2010 BIS JUNI 2011 Am 29. Oktober 2010 findet die feierliche Grundsteinlegung Neubau des Quartierspavillons zum Quäkerwiese statt. Die Bauarbeiten sind im vollen Gange. Bauherr ist der Caritasverband Frankfurt e.V. Foto DG/D Architekten 10 JAHRE BUND-LANDER-PR 2001-2011 EINWEIHUNG QUARTIERSPAVILLON QUAKERWIESE PROJEKTLEITUNG: STADTP LANUN 17. JUNI 2011 Der Quartierspavillon Quäkerw iese wird feierlich eingewe iht und an den Stadtteil übergeben. Die Platzfläche ist neugesta ltet und mit einer Liegewiese sowie Sitzmaue rn versehen. Das auf mindeste Jahre ausgelegte Betriebsk ns 25 onzept Gebäudes als Stadtteiltreffpunkt gewährleistet die Nutzung des mit vielfältigem Angebot . Der Cafébetrieb wird weiterhin durch das Pächterehepaar geführt. OGRAMM SOZIALE STAD T GALLUS GSAMT FRANKFURT AM MAIN www.stadt-frankfurt.de FREITAG, 17. JUNI 2011, 17.00 UHR Frankenallee/Schwalbacher Straße Frankfurt, Gallus ++++ PROJEKT QUARTIERSPAVILLON QUÄKERPLATZ ++++ +++ NEUES VOM QUÄKERPLATZ +++ + INFOVERANSTALTUNG AM 28. OKT. 2008 + GALLUSTHEATER IM FOYER 18.00 bis 20.00 UHR Kommen Sie zur Präsentation des ersten Entwurfes des Neubaus des Quartierspavillons Quäkerwiese. Nachdem der Wettbewerb zur Neugestaltung des Quäkerplatzes am 17. September 2008 entschieden wurde (alle Wettbewerbsarbeiten können noch bis zum 17.10.08 im Stadtteilbüro angesehen werden) präsentieren wir Ihnen am 28. Oktober 2008 den Siegerentwurf von DG/D Architekten (Frankfurt). Das Projektteam der Sozialen Stadt sowie die Architekten laden Sie zu dieser Veranstaltung herzlich ein. Auf der Veranstaltung im Foyer des Gallustheaters wird Ihnen der Entwurf von den Architekten vorgestellt. Ebenfalls werden mögliche Fragen beantwortet. Wir freuen uns über Ihr Kommen! Zeichnung von DG/D Architekten Frankfurt ++++ NEUES VOM QUÄKERPLATZ _ STAND 13. OKTOBER 2008 +++++ EIN PROJEKT DER SOZIALEN STADT GALLUS KONTAKT: STADTTEILBÜRO FRANKENALLEE 166 TEL. 069/97329970 QM-GALLUS@CARITAS-FRANKFURT.DE 33 6. Investitionen ins Gallus 6.1 Grundsätze der investiven Projekte Synergien und Mehrzielcharakter Alles, was gebaut wurde, hatte einen architektonisch-städtebaulichen und einen sozial-integrativen Anspruch. Gebaute Orte boten auch für das soziale und kulturelle Leben im Stadtteil einen passenden Rahmen. Die investiven Projekte orientierten sich an den Interessen und Bedarfen des Stadtteils. Die Projekte verfolgten in der Regel mehrere Ziele (Mehrzielcharakter) und ermöglichten positive Effekte (Synergien). Zentrale bauliche Projekte, die sogenannten Kernprojekte, sollten in ihre Umgebung ausstrahlen und für mehr Lebendigkeit und Angebotsvielfalt sorgen. Die baulichen Projekte sollten zu Entwicklung eines urbanen, lebenswerten Gallus beitragen. Anpassungsfähigkeit der Projekte Eine besonders hervorzuhebende Eigenschaft der meisten Projekte war und ist ihre Anpassungsfähigkeit. Die Projekte waren und sind in der Lage, sich an geänderte Rahmen- oder Nutzungsbedingungen anzupassen. Temporäre Flächennutzungen wie z.B. der Europaspielplatz oder der Bolzplatz im Galluspark wurden immer wieder modifiziert und an umgebende Projektentwicklungen angepasst – ohne an Funktion oder Qualität einzubüßen. 6.2 Kosten- und Finanzierungsrahmen Das Programm Soziale Stadt Gallus schöpfte aus einem Finanzvolumen, dass sich aus Bundes- und Landesmitteln bildete und zu 1/3 von der Kommune kofinanziert wurde. Weitere finanzielle Ressourcen konnten während der Programmlaufzeit aktiviert werden, was dem Ziel der Bündelung von Fördermitteln entsprach. EU-Mittel kamen insbesondere für soziale Zwecke hinzu. Städtische Mittel konnten aus verschiedenen Töpfen hinzugenommen werden und einzelne Projekte durften sich auch über Spenden freuen. Die bewilligten Finanzmittel aus dem Bund-Länder Programm betrugen inklusive der kommunalen Mittel rund 9,682 Mio. €. 6.3 Realisierte Kernprojekte im Überblick Die Quartiersentwicklung Gallus basierte auf dem bereits beschriebenen Arbeitsprogramm im IHK. Besondere Bedeutung hatten die Kernprojekte, die mit Priorität umgesetzt wurden. Im investiven Bereich wurden bauliche Projekte umgesetzt, die das Bild des Stadtteils verbesserten und die Lebens-, Wohn- und Aufenthaltsqualität sichtbar steigerten. Diese Projekte unterscheiden sich in: • erste Projektrealisierungen/Sofortprojekte ab 2001 vor Beschluss des IHK • nach Beschluss des IHK realisierte Kernprojekte von 2006 – 2014 • nach 2014 begonnene, realisierte Projekte im IHK • im Förderzeitraum begonnene Projekte mit einem längeren zeitlichen Entwicklungsbedarf 34 Sofortprojekte ab 2001 vor IHK Kernprojekte im IHK 2006-2004 Projekte nach 2014 ab 2015: Projekte mit längerem Entwicklungsbedarf Sofortprojekte ab 2001 bis 2006 1. Sanierung der Wohnwege in der Friedrich-Ebert-Siedlung (2001) 2. Umgestaltung des südlichen Gustavsburgplatzes sowie Umwidmung der Gustavsburgstraße zur Spielstraße (2002) 3. Errichtung der Spiel- und Freifläche „Europaspielplatz“ an der Idsteiner Straße (2001 – 2003) sowie Anpassungen und Umbauten bis 2015 4. Renovierung des Stadtteilbüros Frankenallee 166 5. Errichtung einer Kletterwand in der Sporthalle der Paul-Hindemith-Schule (2004) 6. Sanierung der Außenfassade des Kulturdenkmals Galluswarte (2002 – 2004) 7. Beispielhafte Umgestaltung eines Innenhofs in den Siedlungen – seniorengerechte Gestaltung des Innenhofes Seniorenbegegnungsstätte in der Frankenallee Nr. 206-208 (2005) Nach Beschluss des IHK realisierte Kernprojekte ab 2006 - 2014 8. Umnutzung des westlichen Teves-Geländes zu einem soziokulturellen Zentrum Teves-West für stadtteilbezogene Nutzungen mit Projekten aus den Bereichen Ausbildung, Beschäftigung, Kultur und Freizeit sowie neuer Fußwegeverbindung zur Friedrich-Ebert-Siedlung (2003 – 2008 Eröffnung 2010) 9. Errichtung eines Bolzplatzes auf der Brachfläche Galluspark II (2007) 10. Umgestaltung des Kleinkinderspielplatzes vor der Kita St. Martin an der Anspacher Straße zur Spiel- und Bolzfläche für ältere Kinder und Jugendliche (2007) 11. Umgestaltung eines ersten Modellabschnittes der Frankenallee von Schwalbacher Straße bis Fischbacher Straße/Friedenskirche (2008 – 2009 ) mit späterem Ausbau der Kopfbauten (2009 – 2010) 12. Modellhafter Umbau einer Kiosktrinkhalle in einen temporären Quartierskiosk Frankenallee (2006 – 2007) 13. Neubau eines Quartierspavillons auf der Quäkerwiese als gemeinnütziger Stadteiltreff (2007 – 2011) 35 14. Neugestaltung der Freifläche Quäkerplatz (2010 – 2013) 15. Umgestaltung des zweiten Gestaltungsabschnitts der Frankenallee von Schwalbacher Straße bis Galluswarte mit Realisierung eines vorgezogenen Teilabschnittes (2010 – 2013) 16. Sanierung des Turminnenraumes des Kulturdenkmals Galluswarte (2004 – 2010) 17. Installation einer künstlerischen Innenbeleuchtung Galluswarte sowie Informationstafeln zur Entstehungsgeschichte (2011 – 2014) 18. Durchführung eines Gutachterverfahrens zur Neugestaltung des Stadtteileingangs Galluswarte sowie Aufwertung der S-Bahnunterführung Galluswarte (2009 – 2011) Kernprojekte nach 2014 19. Umgestaltung des zweiten Teilbereiches Frankenallee von Schwalbacher Straße bis Galluswarte mit Sanierung und neuer Beleuchtung der Gehwegbereiche (2010 – 2016) 20. Umgestaltung des Baumplatzes Anspacher Straße zu einem grünen Quartiersplatz (2013 – 2016) 21. Begleitung und Förderung des Mehrgenerationenhauses zur Neugestaltung der Freiflächen Schneidhainer Straße zu einer Urban Gardening Fläche „Bürgergärten Gallus“ für alle Gallusbewohner (2016 – 2017) im Förderzeitraum begonnene Kernprojekte mit einem längeren zeitlichen Entwicklungsbedarf 22. Vorbereitung der Unterführung der Frankenallee durch den Homburger Damm zur Überwindung einer dominanten siedlungsinternen Barriere und Etablierung eines durchgehenden Fuß- und Radweges entlang der Frankenallee (2004 – 2012; voraussichtlicher Baubeginn 2021) 23. Neugestaltung des Stadtteileingangs Galluswarte mit Sanierung der DB eigenen Brücken untersicht/Beleuchtung und Neubau eines öffentlichen Toilettengebäudes sowie Marktstand (2016 ff) 24. Umgestaltung des dritten Teilbereiches Frankenallee von Fischbacher Straße bis Homburger Damm (2016 ff) 25. Umfangreiche Flächenkonversionen ehemaliger Gewerbeflächen zu Wohnen (aktuell laufend) 36 6.4 SofortmaSSnahmen als schneller Einstieg in die soziale Stadterneuerung Sanierung der Wohnwege in der Friedrich-Ebert-Siedlung (2001 – 2002) Ein Teil der überalterten Wohnwege zu den Gebäuden an der Cordierstraße wurde saniert. Die Maßnahme wurde gefördert durch die Stadt Frankfurt am Main in Kooperation mit der ABG Frankfurt Holding. Umgestaltung des südlichen Gustavsburgplatzes sowie Umwidmung der Gustavsburgstraße zur Spielstraße (2001 – 2002) Der Mangel an Freiflächen und der häufig schlechte Zustand der bestehenden Grün- und Spielflächen waren ein schnell erkanntes Handlungsfeld. Um die vernachlässigten Freiflächen am Gustavsburgplatz aufzuwerten wurde diese Sofortmaßnahme ins Leben gerufen und 2001 realisiert. Mit der Planung beauftragt war der Verein Discorso e.V. in Zusammenarbeit mit dem AK Galluspark sowie dem Kirchenbüro Maria Hilf. Um eine passende Konzeption zu finden, wurden im Sommer 2001 Workshops auf dem Gustavsburgplatz durchgeführt. Unter Leitung des Vereins Discorso, unterstützt durch die Jugendkulturwerkstatt Falkenheim, erarbeiteten 25 Kinder, 40 Jugendliche und eine Schulklasse 10 der Paul Hindemith Schule, einen Gestaltungsplan für den Platz. Die zweite Gestaltungsphase schloss sich im Spätsommer 2001 an. Gemeinsam mit Künstlern und Handwerkern wurden Spielobjekte gebaut und bildhauerische Gestaltungselemente erstellt. Einen Großteil der Kosten übernahm das Stadtplanungsamt, weiterhin beteiligten sich das Grünflächenamt, das Jugend- und Sozialamt sowie das Kinderbüro. Der Gustavsburgplatz wurde im Oktober 2001 eingeweiht. Spielplatz Gustavsburgplatz nach der Umgestaltung 2004 © Kristina Oldenburg Spielplatz Gustavsburgplatz nach der Umgestaltung 2004 © Kristina Oldenburg 37 38 Spielplatz Gustavsburgplatz, um 2004 © Kristina Oldenburg Umwidmung der Gustavsburgstraße In einem zweiten Projektabschnitt wurde die an die Spielfläche östlich angrenzende Gustavsburgstraße zu einer Spielstraße umgewidmet. Mit Hilfe des Vereins Discorso e.V. konnten erneut Schüler der Paul-Hindemith-Schule (Projekt „Coole Schule“), aber auch arbeitslose Jugendliche aus dem Gallus aktiv in die Umgestaltung eingebunden werden. Gefördert wurde das Projekt aus dem Verfügungsfonds des Bundes für Querschnittsprojekte „KuQ – Kompetenz und Qualifikation für junge Menschen“. Fertiggestellt und eingeweiht wurde das Projekt im März 2003. Gustavsburgstraße, um 2004 © Kristina Oldenburg Gustavsburgstraße © Kristina Oldenburg 39 Errichtung der Spiel- und Freifläche Europaspielplatz an der Idsteiner Straße sowie Anpassungen und Umbauten bis 2015 Dort wo sich heute das Europaviertel mit dem Europagarten befindet, lagen zu Beginn der Sozialen Stadterneuerung Gallus noch die alten Gleisanlagen des aufgegebenen Güterbahnhof- und Rangiergleisfeldes. Bereits 2003 konnte im Rahmen der Sozialen Stadt Gallus auf Anregung des Runden Tisch und der Initiative „Kind im Gallus“ ein erstes Sofortprojekt initiiert werden. In Kooperation mit der Vivico Real Estate GmbH als Flächeneigentümerin sollte eine Bolz-und Spielfläche für Kinder und Jugendliche entstehen um kurzfristig dem Mangel an adäquaten Bewegungs- Spiel- und Freiflächen im nördlichen Gallusviertel entgegenzuwirken. Neben Flächen zum „Chillen“ sowie zum kreativen und klassischen Spiel wurden auf einer Gesamtfläche von 3.200 qm zwei Bolzplatzflächen, eine davon asphaltiert, errichtet. Im Verlauf der weiteren Entwicklung des Europaviertels passte sich der Spielplatz immer wieder an bis zu seiner endgültigen räumlichen Verlagerung 2015 in den Verbindungspark zum Europagarten. Dort hat der Spielplatz in der „Lotte Specht Anlage“ seinen endgültigen Standort gefunden. Als Verbindungspark zum Europagarten bleibt das Angebot als öffentliche Grünfläche dauerhaft. Der Entwurf und die Gestaltung des Spielplatzes konnte mit der tatkräftigen Hilfe zahlreicher Kinder und Jugendlicher aus dem Stadtteil, angeleitet und unterstützt durch das städtische Kinderbüro und den Verein Discorso – Alltag Stadt Kultur e.V. im Sommer 2003 realisiert werden. Die Durchführung und die Öffentlichkeitsarbeit wurden durch die Stadt Frankfurt als Bauherrin gemeinsam mit der Vivico Real Estate GmbH gestaltet, die Baukosten wurden hälftig getragen. Neugestaltete Spielfläche „Lotte Specht Anlage“, 2016 40 Eröffnungsfeier Europaspielplatz, 2003 41 42 Brachfläche des ehemaligen Güterbahnhofsgleisfeldes; Beteiligung und Planung von und mit Kindern aus dem Gallus; Sofortmaßnahme erste Spielgeräte; Einweihungszeremonie im Juli 2003 sowie späterer Umbau infolge des Neubaus der neuen Straßenabschnitte Schwalbacher und Waldemser Straße (Europaviertel) Stadtteilbüro Soziale Stadt Gallus, Frankenallee 166, um 2006 Renovierung des Stadtteilbüros Frankenallee 166/168 (2003) Das zentral gelegene, ehemalige Ladengeschäft „Foto Ott“ in der May-Siedlung an der Frankenallee konnte nach der Geschäftsaufgabe denkmalverträglich modernisiert werden. Seit Sommer 2003 steht das Stadtteilbüro Soziale Stadt Gallus als Anlaufstelle für Fragen und Informationen allen Bewohnerinnen und Bewohner des Gallus offen. Gefördert wurden die Renovierungsarbeiten durch das Bund – Länder – Programm „Soziale Stadt“ und die Stadt Frankfurt am Main. Errichtung einer Kletterwand in der Sporthalle der Paul-Hindemith-Schule (2004) Angeregt durch die Schulsozialarbeit der Paul-Hindemith-Gesamtschule konnte während der Sommerferien 2004 eine 6 m hohe Kletterwand für alle Schwierigkeitsgrade in der Sporthalle eingebaut werden. Ziel war nicht nur die Förderung von Beweglichkeit und Motorik, sondern auch die Vermittlung von psychosozialen Kompetenzen. Gefördert wurde das Projekt durch die Stadt Frankfurt am Main und eine Spende der Firma Viterra. „Neue Kletterwand“ in der Sporthalle der Paul Hindemith Gesamtschule 2004 Einweihung der Kletterwand, Oktober 2004 43 Idsteiner Straße Langenhainer Straße Lorsbacher Straße 44 Frankenallee Langenhainer Straße Neugestaltung des Innenhofes an der Seniorenbegegnungsstätte Frankenallee; Gestaltungsplan © Büro Bierbaum & Aichele Lorsbacher Straße Zustand des Innenhofes vor der Umgestaltung, Planungsidee; Situation nach der Realisierung 2005; Beteiligung der Bewohner der Seniorenwohnanlage an der Planung © Kristina Oldenburg 45 Beispielhafte Umgestaltung eines Innenhofes – seniorengerechte Gestaltung des Innenhofes Seniorenbegegnungsstätte Frankenallee 206-208/Hellerhofsiedlung Mit der Sozialen Stadtteilerneuerung wurde die gesamte Stadtteilgesellschaft in den Blick genommen. Kinder und Jugendliche waren eine der Zielgruppen, genauso ging es aber auch um die Bedürfnisse und das Wohnumfeld älterer Menschen, die ja gerade aufgrund ihrer häufig eingeschränkten Mobilität auf ein ansprechendes und gut nutzbares Wohnumfeld angewiesen sind. Für die seniorengerechte Innenhofgestaltung kooperierte das Stadtplanungsamt Frankfurt mit der Wohnungsbaugesellschaft Hellerhof GmbH als Eigentümerin der Flächen. Mit dem Projekt konnte das Wohnumfeld atmosphärisch und funktional verbessert werden. Im Innenhof entstand eine einladende Stimmung mit neuen Sitzgelegenheiten, Wegen und Blumenbeeten. Es wurden Orte geschaffen, wo man sich gerne setzt und auch länger verweilt. Durch Auslichtung der Baumkronen konnte die Verschattung der Wohnungen etwas zurückgenommen werden. Auch die Müllcontainer-Situation am Ende des Innenhofes wurde überarbeitet. Mit den Bewohnerinnen und Bewohner der ErdgeschossWohnungen fanden persönliche Gespräche statt, um deren Wünsche für eine individuelle Gartengestaltung mit einer einheitlichen Heckenpflanzung zu harmonisieren. Die Gesprächsergebnisse wurden in der Planung berücksichtigt. Um nicht an den Bedürfnissen der Anwohnerinnen und Anwohner vorbei zu planen, fanden in der vor Ort befindlichen Seniorenbegegnungsstätte Beteiligungsveranstaltungen mit den Seniorinnen und Senioren und Anwohnerinnen und Anwohner statt. Die gesammelten Anregungen flossen in die Freiraumplanung ein. Vor der Ausführungsphase wurden die angepassten Planungen noch einmal allen Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenwohnanlage vorgestellt. Projektrealisierung Nach erfolgter Planung startete der Bau am 06. Juni 2005. In nur sechs Wochen Bauzeit wurde die Freifläche auf einer Flächengröße von insgesamt 2400 qm gestaltet. Baumkletterer lichteten die bestehenden Baumkronen aus. Neue Wege wurden angelegt. Sechs Blumenbeete auf rund 400 qm Fläche sind entstanden. Ein Sprudelstein im Wasserbecken ergänzt die neu gepflasterte Terrasse der Seniorenbegegnungsstätte. Der Innenhof ist nun ein einladender Ort der Begegnung, der den Bewohnerinnen und Bewohner in direkter und weiterer Nachbarschaft im Gallusviertel Freude macht. Situation des Innenhofes während der Baumaßnahme, 2005 © Kristina Oldenburg 46 Skizze sowie Situation nach Fertigstellung und Einweihung im August 2005 © Kristina Oldenburg 47 6.5 Portraits der im IHK beschlossenen und realisierten Kernprojekte TEVES - WEST B I L D U N G · K U N S T · S P O RT Rebstöcker Straße 49 a-e 1 IB BILDUNGSWERKSTATT STARTORANTE 3 2 g run rfüh 5 hn ora da! e.V. Eh Verein zur Förderung Interkulturelle Kunst, Kommunikation und Bildung in ge rS tra ße 4 BOX- UND TISCHTENNISCAMP 5 KÜNSTLERATELIERS da m m 6 BAUHOF Alt und Jung Rebstöcker Straße N �� ��������������� �������� ���������� � ���� 3 GÜNES-THEATER s 1 Ba ������������������ Gemeinnützige Ausbildungs- und Handelsgesellschaft GmbH tart�rante 6 4 Ein Projekt im Rahmen des Bund-Länder-Programmes „Soziale Stadt“. 48 2 Stadtteilcafé 1 Unte SOZIALE STADT GALLUS Soziokulturelles Zentrum Teves West Die Alfred Teves Maschinen- und Armaturenfabrik an der Rebstöcker Straße stellte nach dem 1. Weltkrieg als eine der ersten in Europa hydraulische Bremssysteme her. In den 1960iger Jahren hatte das Unternehmen deutschlandweit 5 weitere Standorte und firmierte ab 1967 in die Continental & Teves AG um. Als der Produktionsstandort Frankfurt in den 70iger Jahren brach fiel und die Bürogebäude als auch die Fabrikationsgebäude leer standen, eigneten sich in den 90iger Jahren Künstler und kulturelle Initiativen die westlich des Homburger Damms gelegenen Werkstatt- und Kantinengebäude an. Es entstand ein Ort, dessen kreative Szene, in den Stadtteil ausstrahlte. Diese Tatsache, der Wunsch des Stadtteils nach einem soziokulturellen Zentrum sowie die bestehende Beschlusslage zugunsten einer Gemeinwesen orientierten Nutzung des Geländes, bildete die Entscheidungsgrundlage für die Sanierung der Kantinen- und Werkstattgebäude. Standort Deniz Alt, Atelier/Projektraum Frank Reinecke, Zeichnung/Malerei/Skulptur Roland Zehetmeier, Atelier/Bildhauer Eingangsgebäude ITT Teves, um 1989 Eingangsgebäude Teves Continental nach Brand © Hanne Emmerich Impressionen leerstehende Gebäude und ehem. Kantine vor der Sanierung © Kristina Oldenburg Künstlerateliers im ehemaligen Werkstattgebäude 277, um 2015 49 Boxcamp und Probetheater „Günes“, ehem. Kantinengebäude, Blick auf die Künstlerateliers Garten vor den Ateliers Eingang Technikzentrum Internationaler Bund IB Startorante mit Außenterrasse und Kräuterbeeten, Projekt aus Verfügungsfonds 2014 50 Startorante mit Außenterrasse und Kräuterbeeten, Projekt aus Verfügungsfonds 2014 Hinweisschild Teves West am Eingang Rebstöcker Straße Kleines Hinweisschild Teves West am Eingang Ehinger Straße Die Soziale Stadt Gallus erkannte in den kreativen Zwischennutzungen einen Anknüpfungspunkt für den Aufbau eines soziokulturellen Zentrums, das verschiedensten Stadtteilinitiativen mit kulturellen, aber auch bildungsorientierten Angeboten Raum bieten konnte. Für die Gebäude westlich des Homburger Bahndamms wurden auf Basis der Ideen und Anregungen des Stadtteilbeirates Soziale Stadt Gallus Träger für ein ausgearbeitetes Nutzungskonzept gesucht. Verbindungen zwischen den Bereichen Kunst und Kultur sowie Bildung und Beschäftigung sollten hergestellt werden. Auch lag der Konzeption ein Integrationsgedanke zugrunde, da sehr unterschiedliche Zielgruppen angesprochen wurden: Mädchen, Jungen, Migrantinnen und Migranten oder kultur-/bildungsinteressierte Gallusbewohnerinnen und -bewohner. Insgesamt entstand hier ein Erlebnis- und Lernraum, wo über Angebote des Sports, der Kunst, Kultur und Ausbildung/Beschäftigung Entwicklung und Vermittlung ermöglicht wurde. Das Teves hat eine hohe Ausstrahlungskraft in das Gallus hinein und ist auch stadtweit anerkannt. Die Gebäude und das Freigelände des soziokulturellen Zentrums Teves-West stehen dem Stadtteil für 25 Jahre zur Verfügung. Die Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen verliefen parallel zur Erarbeitung des Nutzungskonzepts. Umgebaut wurden die ehemalige Lagerhalle (Gebäude 277) sowie der Küchen- und Kantinenkomplex der Firma Teves (Gebäude 254-256). Als wichtiger Ort für die schon bestehenden soziokulturellen Aktivitäten wurde zunächst das Gebäude 277 mit Ateliers für drei Künstler sowie den Räumen für den gemeinnützigen „Bauhof Jung und Alt“ hergerichtet. 51 In den Jahren 2007/2008 wurden die Räume in dem ehemaligen Kantinengebäude zu einer Ausbildungsküche mit Restaurant/Café umgebaut. Es trägt den Namen „Startorante“. Der Träger Faprik gGmbH bildet junge Frauen in Gastronomieberufen aus. Hier werden weibliche Auszubildende in den Berufen Köchin, Restaurantfachfrau und Fachkraft im Gastgewerbe qualifiziert. In den Räumen nebenan wurden gleichzeitig die Probebühnenräume der Theatergruppe „Günes“ des Theatervereins „Ora Da!“ angeordnet. Die kulturellen Aktivitäten dieser Theatergruppe bilden mit dem „Startorante“ und den Künstlerateliers einen kreativen und sozialen Treffpunkt im Gallus, der am 1. Oktober 2008 offiziell im Stadtteil eingeweiht wurde. Mit den Räumlichkeiten für den „Internationalen Bund IB – Technikzentrum“ und für das „Boxcamp der Sportjugend Frankfurt“ entstanden 2009 weitere Angebote für Ausbildung/Qualifizierung, Sport und Sportpädagogik. Hip Hop Mädchengruppe, Günes Theater 2015* Auszubildende in der Gastronomie, Startorante 2015* Der Internationale Bund (IB) nutzt einen Teil der Räume, um Jugendliche zur beruflichen Orientierung zu beraten und auf handwerkliche Ausbildungen vorzubereiten. In Werkstätten, Gruppen- und Schulungsräumen werden Projekte im Holz-, Metall und Elektrobereich oder IT-Fortbildungen durchgeführt. Die Qualifizierung wird für Jugendliche und junge Erwachsene angeboten, die aufgrund individueller oder struktureller Benachteiligungen über keinen ausreichenden Schulabschluss oder nicht über die geforderte Ausbildungsreife verfügen und damit geringe Chancen auf dem Ausbildungsmarkt haben. Durch individuelle Zielplanung, handwerkliche Projekte in den Bereichen Holz und Gartenbau sowie Ernährungs- und Gesundheitsmodule, Teamtraining und soziales Lernen, individuelles Bewerbungstraining, Praktika und Nachschulung in den Standard-Fächern werden jährlich 20 Jugendliche auf ihrem Weg in eine Ausbildung unterstützt und dabei umfassend sozialpädagogisch begleitet. In der Ausbildungswerkstatt des IB auf dem Teves-Gelände wird weiterhin eine überbetriebliche Ausbildung zum Raumausstatter/-in mit einer dreijährigen Ausbildungszeit für jährlich 12 Jugendliche und junge Erwachsene ohne Ausbildungsplatz bis zur Gesellenprüfung angeboten. 52 * Alle Bilder Reinhard Berg im Auftrag des Hessisches Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Atelier Deniz Alt* Holzskulptur, Atelier Roland Zehetmair* Atelier Frank Reinecke* Drei Ateliers bieten der Bildenden Kunst Raum. Die Künstler Frank Reinecke, Deniz Alt und Roland Zehetmair sind hier beheimatet. Der Künstler Frank Reinecke, seit Ende der 90iger Jahre auf dem Gelände ansässig, engagierte sich von Anbeginn in dem Projekt der Sozialen Stadt als Mitglied des Runden Tisches und des ersten Stadtteilbeirats. Auch als Bewohner des Gallus ist er sehr gut im Stadtteil vernetzt. Als Künstler widmet er sich den Themen „Migration“, „Wanderung“ und deren Spuren sowie den daraus folgenden kulturellen Verflechtungen. Auch innerhalb des Gallus ist er engagiert und widmet ein Teil seiner Zeit der künstlerischen Arbeit mit Bewohnerinnen und Bewohner. In seinem Atelier bietet er seit vielen Jahren Kindern und Schülern, insbesondere der Paul-Hindemith-Schule und nun auch jugendlichen Flüchtlingen Gelegenheit, an seinen Projekten mitzuwirken oder sich auch selbst eigene künstlerische Themen zu erschließen. Sein Engagement stellt daher einen wichtigen kunstpädagogischen Baustein in der Bildungslandschaft des Gallus dar. Deniz Alt Der Frankfurter Maler Deniz Alt verfügt über gute Kontakte in die junge Frankfurter Kunstszene. Er organisierte zahlreiche Ausstellungen junger bildender Künstler in seinen Räumlichkeiten und hat so dazu beigetragen, das Teves-Gelände über das Gallus hinaus bekannt zu machen. Deniz Alt ist Absolvent der Städelschule in Frankfurt im Fach Malerei. Der Künstler mit türkisch-armenischen Wurzeln beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit der konfliktreichen Geschichte beider Länder. Er thematisiert die Themen Erinnerung, Schönheit und Verfall in seinem Werk bringt. In seiner noch jungen Karriere wurden Deniz Alt zahlreiche Einzelausstellungen gewidmet. In Gruppenausstellungen waren seine Gemälde bereits im Portikus Frankfurt und in den Kunst-Werken Berlin zu sehen. 53 Roland Zehetmeier Der Architekt und Holzbildhauer Roland Zehetmeier bezog sein Atelier im Jahre 2006. Er interessiert sich für die menschliche Gestalt und arbeitet vorwiegend mit Holz, dessen individuelle Materialität ihn während des künstlerischen Prozesses stark beeinflusst. Im Jahre 2009 stellte er unter dem Titel „Die Überlebenden“ Skulpturen, die er aus gefundenen Baumstämmen aus einer Abbruchfläche an der Rebstöcker Strasse fertigte, im benachbarten Ordnungsamt aus. Jährlich veranstaltet er Ausstellungen in seinem Atelier. Günes Theater – Verein Ora Da! Das Günes Theater wurde 1991 in der Türkei gegründet und ist seit 2005 auf dem Teves- Gelände beheimatet. Die Theatergruppe arbeitet mit vielfältigen Formen der szenischen, aber auch literarischen und musikalischen Darstellung. Ora da! ist ein Verein mit dem Ziel der Förderung interkultureller Kunst, Kommunikation und Bildung. Im Laufe der Jahre hat sich Ora da! stetig zu einer vielfältigen interkulturellen Kunstund Kulturinstitution in Frankfurt entwickelt. Zu den Auszeichnungen des Günes Theaters gehören: • Integrationspreis der Stadt Frankfurt 2006 für die „Kids WM“ Kooperationsprojekt unter der Trägerschaft des Sportkreises Ffm. • Integrationspreis des Deutschen Fußball Bundes 2007 Kooperationsprojekt unter der Trägerschaft des Sportkreises Ffm. • Integrationspreis der Stadt Frankfurt am Main 2014 Kleines Welttheater 54 Tischtennistraining im Boxcamp* Jugendliche vor dem Boxcamp* Freizeit und Sport Im Box- und Tischtenniscamp der Sportjugend Frankfurt trainieren regelmäßig über 100 Kinder und Jugendliche. Am Training teilnehmen darf nur, wer sich auch in der Schule engagiert und seinen schulischen Aufgaben nachkommt: Daher bietet das Box- und Tischtenniscamp auch Unterstützung bei den Hausaufgaben und eine pädagogische Betreuung. Die Kinder und Jugendlichen werden motiviert, Selbstvertrauen aufzubauen und sich als Teil einer Leistungsgemeinschaft zu erleben, in der man sein Leben gestalten kann. Der Verein vermittelt gemeinsame Werte wie „Fair-Play“ und Teamgeist. Das Box- und Tischtenniscamp wurde 2012 von der Stadt Frankfurt mit dem Integrationspreis ausgezeichnet. Anpassung und Entwicklung des Projektes Die interessante Zusammenstellung und Vielfalt der Projekte war auch eine Herausforderung, immer wieder nach dem Gemeinsamen zu suchen. Im Laufe der Zeit etablierten sich die Projekte und entfalteten auch eine Eigendynamik. Daraus ergab sich die Situation, die es erforderlich machte, die Aktivitäten der Nutzer und deren Beziehungen untereinander zu besprechen, um Konflikte auszuräumen. Im Rahmen verschiedener Gesprächsrunden im Jahr 2014 und 2015 wurden die Interessen und gemeinsamen Anliegen für die Perspektive des Standortes intensiv reflektiert und bearbeitet. Nicht nur, dass die Nutzungen in ihrem Zusammenspiel, ihren Eigeninteressen und Wünschen diskutiert werden konnten, sondern auch die umgebenden Entwicklungen brachten Fragen mit sich. Das in direkter Nachbarschaft liegende Avaya-Gelände wurde im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens mit neuen Wohngebäuden überplant. Das bislang eher abseits gelegene Gelände und Projekt Teves-West erhält damit eine neue Nachbarschaft. Die Insellage wird sich verändern hin zu einer Lage inmitten eines Wohngebietes. Um diese Aufgabe zu bewältigen wurden und extern moderierte Gesprächsrunden zwischen allen Nutzern vereinbart und durchgeführt. Damit begann ein Dialogprozess, der den Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit gibt, miteinander zu diskutieren und auch die Zusammenarbeit weiter zu entwickeln. * Alle Bilder Reinhard Berg im Auftrag des Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 55 Brachfläche ehem. Adlerwerke Steffi Jones als Gast und Mentorin des neuen Bolz- und Spielplatzes Galluspark, Oktober 2007 Fotos mitte und unten: Eröffnungsfest und Motto „Fair Play + respect, Oktober 2007 56 Errichtung und Wandel eines Bolzplatz auf der Brachfläche Galluspark I Im Oktober 2007 war es endlich soweit. Nach vielen Jahren ohne Spielflächen für ältere Kinder und Jugendliche in der Wohnanlage Galluspark I konnte der Galluspark-Bolzplatz mit einem großen Fest und zwei Turniertagen eingeweiht werden. Projektanlass waren lang andauernde Konflikte innerhalb der Wohnanlage Galluspark I. Da es in der Anlage, wo hunderte Menschen leben und es für die ca. 700 älteren Kinder und Jugendlichen keine adäquaten Spielflächenangebote gab, waren Konflikte vorprogrammiert. Der Ruf nach Bolzplätzen war eine logische Konsequenz. Neue Bolzplätze sollten die angespannte Situation in den Innenhöfen der Wohnanlage entschärfen helfen. Die Suche nach einer nahe gelegenen, geeigneten Spielfläche erwies sich im Umfeld der Hauptbahnhofsgleisanlagen als schwierig, denn die einzig mögliche Fläche befand sich in Besitz einer Grundpfandgläubigerin, so dass langwierige Verhandlungen um eine Gestattung für eine temporäre Nutzung Bolzplatz nötig waren, um eine Realisierungschance an dieser Stelle zu eröffnen. Als der Gestattungsvertrag dann schließlich unterzeichnet und die Planungen mit allen naturschutzrechtlichen Anforderungen genehmigt war, konnten die Bauarbeiten im Mai 2006 beginnen. Begleitet wurden der Prozess von den Kindern und Jugendlichen des Galluspark I. Mit dem Team des Sportkreises Frankfurt wurde aktiv an der künftigen Nutzung der Plätze gearbeitet, der Fortgang des Baugeschehens wurde beobachtet, Bolzplatzregeln und Platznamen diskutiert, und das Eröffnungsfest mit geplant. Die Einbeziehung der Nutzerinnen und Nutzer und Bewohnerinnen und Bewohner des Galluspark, das Engagement der Sozialarbeit und die Gestaltung einer selbstorganisierten Platznutzung ist bis heute das Entscheidende für das friedliche und sportliche Bespielen der Flächen. Es entstanden 2007 zwei Plätze auf unterschiedlichen Ebenen mit ausreichend Platz für die Kinder und Jugendlichen aus Galluspark I und den Wohngebieten südlich der Mainzer Landstraße. Die Fläche befand sich auch nach Herstellung der Bolzplätze in privatem Besitz. Sobald die Flächen einem Verkauf zugeführt werden konnten, sollten sich die Bolzplätze den dann vorliegenden Bauplänen anpassen. Ein vollständiger Rückbau war jedoch ausgeschlossen. Nachdem die Flächen Galluspark II 2011 dann veräußert waren und Pläne für die künftige wohnbauliche Entwicklung, die sog. Adlerquartiere vorlagen, startete die Diskussion um die Zukunft der Plätze und der bereits angesprochenen Grünzone zwischen bestehender und neuer Bebauung. Vorgabe der Stadt war die Errichtung eines breiten öffentlichen Grünstreifens zum benachbarten Galluspark I mit Erhalt einer der beiden Bolzplätze. Es zeigte sich jedoch schnell, dass die Interessen des Investors (attraktive Grünflächen für die neuen Bewohner) und die Forderungen der Jugendlichen und Anwohnerinnen und Anwohner vor Ort (Erhalt beider Bolzplätze auf Dauer) nur über ein Beteiligungsverfahren überein gebracht werden konnten. Gestärkt durch die Unterschriften von nahezu allen Familien im Galluspark, startete das Beteiligungsverfahren Anfang 2012. Drei Sitzungen wurden mit allen Betroffenen im Gallustheater durchgeführt. Dabei waren der Investor mit seinem Landschaftsarchitekt, Vertreterinnen und Vertreter städtischer Ämter, die vor Ort tätigen sozialen Träger und die Jugendlichen als Nutzer, die Bewohnerinnen und Bewohner als Nachbarn. 57 AM GALLUSPARK II BAUEN WIR EINEN BOLZPLATZ K le r s tr aß e Sc BOLZEN ye hw a lb ac he tr. rS FUTSAL BASKETBALL TRAININGS BETREUUNG EIN PROJEKT DER SOZIALEN STADT GALLUSVIERTEL PROJEKTBETEILIGTE: Jugendund Sozialamt Grünflächenamt ������������������ Wir bieten Hilfe an. ����������������� landschaftsarchitekten Untere Zahlbacher Str. 21 • 55131 Mainz FRANKFURT AM MAIN gallusviertel DIE BILDER WURDEN VON KINDERN DER INTERNATIONALEN KITA GALLUSPARK GEMALT Von der Brachfläche ehemalige Adlerwerke zur Bolz- und Spielplatzfläche Galluspark; zweiter Umbau und Neugestaltung zur „Dr. Julius Munk Anlage“ 58 59 Nach intensiver Diskussion wurde im Laufe des Prozesses allen Beteiligten klar, dass ein Konsens zum Erhalt beider Plätze erreicht werden muss, da andernfalls die mühsam geschaffene gute nachbarschaftliche Atmosphäre – auch für die Zukunft mit der neuen baulichen Nutzung – in Gefahr gebracht würde. Durch die engagierte Bereitschaft aller Beteiligten zum Dialog, wurde ein Ergebnis erlangt, dem alle zustimmen konnten. In einer Anwohnerversammlung Ende September 2012 wurde dies auch der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. Ein Bolzplatz sollte mit voller Ausstattung (Tore, Ballfangzaun) errichtet werden, ein zweiter Ballspielplatz sollte neben dem Bolzen auch anderen Freizeitaktivitäten zur Verfügung stehen. Im südlichen Gallus, das durch enormen Freiflächenmangel gekennzeichnet ist, wird die zukünftig öffentliche Grünfläche eine wichtige Bereicherung im Wohnumfeld sein. Besonders glücklich waren die Nutzerinnen und Nutzer, dass eine Reduzierung auf nur einen Platz verhindert werden konnte. Eine Lösung für die Neuanlage der Grünfläche mit weiterhin zwei Spielflächen wurde umgesetzt. 2015 konnten die neuen Plätze mit dem Namen „ Dr. Julius Munk Anlage“ eingeweiht werden. Viele Akteure wirkten und wirken am Erfolg des Projektes mit. Der Sportkreis Frankfurt bietet noch heute regelmäßige Sonntags-Fußballtreffs, im Sommer zudem dienstags und donnerstags Trainings der Fußballschule Professional. Durch die Kooperation mit dem Sportartikelhersteller NIKE, werden Trainings im Rahmen des NIKE Sozialprojektes SPIELRAUM von der Fussballschule Professional durchgeführt. Verantwortlich für das sportliche und sozialpädagogische Gesamtangebot ist der Sportkreis Frankfurt, zusammen mit dem Jugend- und Sozialamt und dem Sportamt der Stadt Frankfurt. Durch den Verbund der Stadtteilprojekte des Sportkreises sind soziale Bedarfe, Bildungswege, Ausbildungsorientierung und -vermittlung Teil der Bolzplatzarbeit. Die Aktivitäten wie z.B. jährlich zwei Turniere oder das gemeinsames Kümmern um die Plätze, sprechen für sich. Die Galluspark-Bolzplätze waren die Basis für den Aufbau der Frankfurter Bolzplatzliga F43+, in der in der 2. Saison 2014 bereits 20 Teams aus 7 Stadtteilen auf 12 Bolzplätzen spielten. Die Turniere werden jährlich fortgeführt. Ausgezeichnet wurde das Bolzplatzprojekt u.a. im Rahmen der Stadtteilarbeit des Sportkreises im Gallus 2012 mit dem Deutschen Städtebaupreis in der Kategorie Gemeinwohl und Zivilgesellschaft, dem Bürgerpreis der Frankfurter Sparkassenstiftung und der Stadt Frankfurt für das Team der Jugendlichen 2011. 60 Totempfahl an der Bolzund Spielfläche Anspacher Straße © Kristina Oldenburg 61 Umgestaltung des Kleinkinderspielplatzes Anspacher Straße zur Bolz- und Spielfläche für ältere Kinder und Jugendliche Die Anspacher Straße liegt ganz im Nordwesten des Projektgebietes. Eine Anfang der 90iger Jahre erbaute Wohnanlage mit ca. 227 vornehmlich geförderten Sozialwohnungen bildet den nordwestlichen Abschluss des Gallus. Dahinter liegen die Gleisanlagen des ehemaligen Rangier- und Güterbahnhofs. Auch hier fehlten nutzbare und ausgewiesene Bewegungsräume. Innerhalb der Wohnanlage selbst befanden sich ausschließlich Spielanlagen für Kleinkinder, bestehend aus einem Sandkasten und einer Kleinkinderrutsche. Es erklärt sich schnell aufgrund der baulichen Dichte und dem defizitären Freiflächenangebot, dass dort dringend Bewegungsräume für Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Altersklassen benötigt wurden. Eine der Kindertagesstätte St. Martin vorgelagerte Grünfläche zur Anspacher Straße schien für die Umgestaltung eines Kleinkinderspielbereiches in eine Spielfläche mit integriertem Bolzplatz für Kinder und ältere Jugendliche geeignet zu sein. Erste Sondierungsgespräche mit der Eigentümerin ABG Frankfurt Holding mündeten in eine Konzeptanfrage für einen Spiel- und Bolzplatz mit paralleler Aufwertung des gegenüberliegenden Baumplatzes. Die Wohnungsbaugesellschaft zögerte jedoch aus Sorge vor Beeinträchtigungen der Anwohnerinnen und Anwohner durch den zu erwartenden Spielplatzlärm. Eine seitens des Orts- und Stadtteilbeirats geforderte Anwohnerversammlung am 23. Januar 2007 konnte schließlich die Bedarfe der älteren Kinder mit ihren Eltern auch gegenüber der Wohnungseigentümerin überzeugend darstellen. Es folgten Treffen mit den dort lebenden Jugendlichen im Februar, eine Informationsveranstaltung für die Anwohner im Mai sowie weitere Treffen mit den Jugendlichen im Mai und Juni bzw. Juli zur Vorbereitung des Spielplatzentwurfes. In den Sommerferien 2007 begann dann die eigentliche Bauphase, die der Verein Discorso e.V. und die Kita St. Martin gemeinsam mit der ABG und mit tatkräftiger Beteiligung der Kinder und Jugendlichen durchführte. Wichtige Elemente wie die Zaunfundamente, die hölzernen Totemstelen oder der Unterstand zum Chillen wurden von den Jugendlichen gestaltet. Am 4. Oktober 2007 wurde die Spiel- und Bolzfläche Anspacher Strasse den Kindern und Jugendlichen feierlich übergeben. Die Kita. St. Martin, die in Kontakt mit nahezu allen Kindern und Eltern in diesem Bereich des Gallus in Kontakt steht, hat seither die pädagogische Betreuung der Spiel- und Bolzfläche nicht nur übernommen, sondern auch erfolgreich in ihre Arbeit als sozialraumorientierte Trägerinstitution integriert. Die ABG hat sich zur kontinuierlichen Unterhaltung und Pflege der Spielplatzanlage sowie den Spielgeräten verpflichtet. 62 Situation vor und während der Umgestaltung der Kleinkinderspielfläche in die Bolz- und Spielfläche für ältere Kinder und Jugendliche Anspacher Strasse © Kristina Oldenburg 63 Neugestaltete Bolz- und Spilefläche für ältere Kinder und Jugendliche Anspacher Strasse, 2016 64 Umgestaltung eines ersten Modellabschnittes der Frankenallee von Schwalbacher Straße bis Fischbacher Straße/Friedenskirche Die Freiflächen der Frankenallee werden im Gallus als das „Grüne Wohnzimmer“ bezeichnet. Über eine Gesamtlänge von gut 2 km flankieren Baumreihen einen Mittelweg, Wiesenbereiche und kleine Plätze. Neben dem überkommenen Erscheinungsbild der Frankenallee war die lineare Erlebbarkeit des mittigen Alleenbereiches verstellt. Große Kreuzungen, zahlreiche Barrieren und Drängelgitter, eine alternierende und unübersichtliche Wegeführung, ungepflegte Wiesenflächen sowie Einschnitte durch Parkbuchten zerteilten die Allee in viele zusammenhangslose Abschnitte. Das ursprüngliche Raumkonzept war kaum noch zu erkennen. Ziel der Umgestaltung war es, den die Allee mit ihren Grünflächen und Wegen modern zu gestalten. Eine gepflegte Bepflanzung, zahlreiche Querungen, aber auch Gelegenheiten zum Verweilen sollten sich im neuen Gestaltungsentwurf wiederfinden. Insbesondere auf den halbrunden Platzflächen an den Kreuzungsbereichen unterstützen besondere Gestaltelemente die Wiedererkennbarkeit des Ortes. Entlang der Frankenallee gibt es querende Schulwege, die Quäkerwiese, Kirchen und punktuell Geschäfte. Diese Randnutzungen sollten in die Gestaltungsüberlegungen mit einfließen. Eine neue Beleuchtung und eine ansprechende Bepflanzung sollten auch im Herbst und Winter den Nutzern ein Sicherheitsgefühl geben. Die Umgestaltung der Frankenallee von der Friedenskirche bis zur Galluswarte mit einer Länge von 614 m wurde bis 2016 in zwei Abschnitten realisiert. Die ersten beiden Bauabschnitte machten die Allee neu erlebbar. An besonderen Orten wie z.B. der Friedenskirche wurden Platzräume passend zur Nutzung gestaltet. So erhielt die Friedenskirche 2008 einen attraktiven Vorplatz mit Sitzgelegenheiten, der bis in die Alle hineinragte. Private Einrichtungen und soziale Träger wie der IB Migrationsdienst, das Haus Gallus, die technische Sammlung Hochhuth, das Haus Gallus, verschiedene Cafés/Restaurants und der freitägliche Wochenmarkt erfahren durch die Umgestaltung der Frankenallee ebenfalls eine Aufwertung. Das neugestaltete Ambiente der Frankenallee trägt zu einem positiven Erscheinungsbild des gesamten Stadtraumes bei. Auch die weiteren Randnutzungen profitieren hiervon. Anwohnerrundgang zur Neugestaltung der Frankenallee, 2006 65 Mercedes an der Frankenallee, um 1930 © ISG 66 Frankenallee in Richtung Krifteler Straße, 2005 Frankenallee vor der Umgestaltung, 2005 Frankenallee/Sodener Straße Frankenallee /Ecke Schwalbacher Straße Frankenallee in Richtung Sodener Straße Zu nennen sind: • das bisweilen noch durch den Caritasverband Frankfurt gemietete Stadtteilbüro, das von 2003 – 2014 als Stadtteilbüro der Sozialen Stadt Gallus fungierte, • der Stadtteiltreffpunkt „Quartierspavillon Quäkerwiese“, • Die ehemalige Quäkerwiese, die sich im Bereich Frankenallee Schwalbacher Straße-Idsteiner Straße und Krifteler Straße befindet, war schon Anfang des 20. Jahrhunderts wichtiger Mittelpunkt des Gallus. Zunächst entstanden hier die beiden Stadtteilschulen, 1901 die Günderodeschule sowie 1904 die Fröbelschule. Die Quäkerwiese sollte als große Grünanlage den Kindern Gelegenheit für Sport und Spiel und den Erwachsenen zur Erholung und Freizeit dienen. Nur während der beiden Weltkriege wurde die große Wiese zum Anbau von Kartoffeln oder für Löschwasserbecken freigegeben. Mit dem Bau des Sozialrathauses, der Integrierten Paul-Hindemith - Gesamtschule, der Stadtbibliothek, dem Jugendhaus Gallus und den Kinder tagesstätten in den 50iger bis 70iger Jahren avancierte dieser Ort zu einem soziokulturellen Stadtteilzentrum, der durch die Kernprojekte „Umgestaltung der Frankenallee“ und „Neubau eines Quartierspavillons“ an Ausstrahlung und Ambiente hinzu gewonnen hat. Auch die künftige Ergänzung durch den für 2019 geplanten Neubau des Bildungscampus Gallus mit der lange schon im Stadtteil befürworteten gymnasialen Oberstufe wird die zentrale Bedeutung dieser sozialen Stadtteilmitte nachhaltig sichern. • das Mehrgenerationenhaus in der Krifteler Straße und • Einrichtungen wie der temporäre Ausstellungsladen „Lorsbach Junge Kunst“, • der Bücherschrank und • die nahe gelegenen Künstlerateliers in der Idsteiner Straße. Der erste Bauabschnitt umfasste die modellhafte Umgestaltung des Mittelstreifens der Frankenallee sowie der „Kopfpunkte zwischen Schwalbacher Straße und Friedenskirche“. Zu diesem Projekt wurde ein intensiver Beteiligungsprozess durchgeführt, der mit einer großen Anwohnerversammlung im Januar 2005 begann. Die Wünsche und Anregungen der AnwohnerInnen wurden gesammelt und in einem weiteren Workshop im November 2005 diskutiert, welche Inhalte in einem ersten Bauabschnitt umgesetzt werden sollten. Parallel zu den Veranstaltungen gab es weitere Aktionen der Bürgerbeteiligung rings um die Themenbereiche Bepflanzung, Sauberkeit und Beleuchtung, wie: - Anwohnerversammlung (Januar 2005) - „Spätsommerlicher Spaziergang“ (September 2005) - Bewohnerinnen und Bewohner des Gallus wurden eingeladen, ihre Vorstellungen zu den Themen Bepflanzung, Nutzbarkeit, Aufenthalt und Sicherheit zu äußern. Anwohnerversammlung Spätsommerlicher Spaziergang Aktionstag Saubere Frankenallee Abentlicher Spaziergang „Sicherheit + Beleuchtung“ Rahmenkonzept zur Freiraumentwicklung/ Planungsworkshop Entwurf und abschnittsweise Umsetzung 67 - „Aktionstag Saubere Frankenallee“ (November 2005) u.a. wurden Hundekotbeutelspender errichtet sowie Patenschaften zur Auffüllung gebildet. „Abendlicher Spaziergang zum Thema Sicherheit und Beleuchtung“ mit Vorstellung einer Probebeleuchtung in der Allee (Januar 2006) Die Ergebnisse aus den Beteiligungsaktionen wurden im Rahmen eines offenen Planungsworkshops am 17. November 2005 vorgestellt und diskutiert. In verschiedenen Arbeitsgruppen aus Bewohnerinnen und Bewohner und Fachplanern wurden 5 zentrale Fragen zu Bepflanzung, Wegeführung, Aufenthaltsqualität, Sauberkeit sowie Sicherheit und Beleuchtung erörtert. Die resultierenden Konsenspunkte des Workshops waren: • Verbesserungen der Querungen • Neugestaltung der Kopfpunkte Schwalbacher und Krifteler Straße • Verbesserung der Wegeführung und Wegebeschaffenheit innerhalb der Allee • Installation einer Beleuchtung im Alleenbereich Diese Konsenspunkte flossen in die Aufgabenstellung für ein konkurrierendes, nicht öffentliches Verfahren zur Erarbeitung eines landschaftsplanerischen Vorentwurfes ein. Fünf ausgewählte Landschaftsarchitekturbüros sollten die Anregungen und Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner in ein innovatives Gestaltungskonzept für einen ersten Modellabschnitt der Frankenallee von der Schwalbacher Straße bis zur Fischbacher Straße übersetzen. Im April 2006 wurden die eingereichten Arbeiten in einer verwaltungsinternen Jury intensiv diskutiert. Aufgrund der hochwertigen und klaren räumlichen Gestaltungsidee sowie einer nachhaltig pflegbaren Bepflanzungskonzeption erhielt das Landschaftsplanungsbüro Ipach & Dreisbusch, Neu-Isenburg, den Zuschlag für die weitere Überarbeitung. Die Kernelemente der Umgestaltung waren: - Wassergebundene Promenade mit Allwetterstreifen. - Randbepflanzungen mit blühenden Sträuchern und Bodendeckern - Erhalt aller bestehenden Ahornbäume - Gestaltung der vergrößerten Kopfpunkte als Plätze mit Aufenthaltsqualität und besonderer Bepflanzung, Wegnahme der Drängelgitter. - Rückbau der Fahrbahnflächen zugunsten der Einhaltung von Tempo 30. - Vorziehen der Fußgängerquerungen als verkehrsberuhigende Maßnahme Tempo 30 - Entfall der Lichtsignalanlage an der Schwalbacher Straße - mehr Flächen für Fußgänger zugunsten mehr Sicherheit und höherer Aufenthaltsqualität - Gestaltung eines Vorplatzes der Friedenskirche mit Sitzgelegenheiten in Beziehung zum Bauwerk - Freiräumung und Einebnung der Freiflächen am gegenüberliegenden Quäkerplatz/Bereich Kiosk. - Entfernung der Schrägparkflächen im Grünbereich. Die Neuordnung der Stellplätze ergibt eine Bilanz von 138 Stellplätzen (vorher 147 Stellplätze). Alle Entwürfe wurden Ende April noch einmal im Rahmen einer Anwohnerversammlung in der Friedensgemeinde öffentlich präsentiert und ausgestellt. Zur kontinuierlichen Information des Stadtteils wurden ab November 2006 eigene Stehpulte auf den Kopfpunkten an der Schwalbacher Straße und an der Krifteler Straße mit Perspektivdarstellungen zur zukünftigen Gestaltung aufgestellt. Im September 2007 begannen zunächst die landschaftsbaulichen Arbeiten im Alleenbereich. Diese Arbeiten endeten im Mai 2008 mit der ersten Einweihung. Vorbehaltlich der noch fehlenden Kopfpunktgestaltung wurden damals zunächst die 21 neuen Leuchten in der Allee mit den Anwohnerinnen und Anwohner gefeiert. Der Umbau der insgesamt vier Kopfpunktflächen mit den Eingriffen in die Straßenverkehrsflächen konnte erst im darauffolgenden Juli 2009 begonnen und aufgrund eines langen harten Winters erst im Februar 2010 abgeschlossen werden. Die große Eröffnung für den nun endgültig fertiggestellten Modellabschnitt Frankenallee wurde dann im April 2010 gefeiert. Rechtzeitig vor dem durch die Geschichtswerkstatt geplanten großen historischen Radrennen im Mai 2010. 68 Bauphasen der Umgestaltung der Frankenallee im Modellabschnitt Schwalbacher Straße bis Krifteler Straße 2008 – 2010 Sitzbank aus „historischen“ Klinkersteinen mit Hinweistafel vor der Friedenskirche 69 Entwurf_Gallustafel_1.ai 10.11.2006 10:11:34 Umgestaltung der Frankenall Verbreiterung des Kopfbereiches mit attraktiven Sitzgelegenheiten Zukünftige Gestaltung (Simulation) der Frankenallee in Höhe Einmündung der K Blühpflanzen bringen an Knotenpunkten Farbe „ins Spiel“ Gestaltung der Platzflächen mit Natursteinpflaster Drängelgitter werden entfernt, Bodenpoller verhindern Befahrung Attraktive Sitz an den Kopfp Zukünftige Gestaltung der Franken FRANKFURT AM MAIN gallusviertel Gestaltungsplan Frankenallee Landschaftsplanungsbüro Ipach, Neu-Isenburg lee 1. Teilabschnitt zwischen Schwalbacher Straße und Friedenskirche Das Vorhaben zgelegenheiten punkten • Neugestaltung der Kopfpunkte Die Kopfpunkte werden vergrößert, mit Natursteinpflaster versehen Krifteler Straße Die „grüne Mitte“ der Frankenallee zwischen Galluswarte und Hom- und zu Platzflächen gestaltet. Die Drängelgitter werden entfernt. burger Damm wird im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt Gallus- Durch die Vergrößerung der Kopfpunkte und die Verbreiterung des viertel“ umgestaltet. Das Ziel: Erhöhung der Aufenthaltsqualität der Gehweges an diesen Stellen wird die Überquerung der Frankenal- grünen Achse des Gallusviertels. lee an der Schwalbacher Straße (Schulweg) und an der Friedenskir- Geplant sind mehrere Teilabschnitte. Der erste Abschnitt befindet che deutlich erleichtert und damit sicherer. sich hier: zwischen Schwalbacher Straße und Friedenskirche. • Quäkerwiese Der östliche Bereich der Quäkerwiese wird in die Neugestaltung Neugestaltung und Bürgerinteressen der grünen Achse des Gallus einbezogen und zugänglich gemacht. Hier entsteht ein Quartiersplatz, der mit einem neu ge- Im Herbst 2005 hat die Soziale Stadt mit interessierten Anwohnern bauten Quartierspavillon neue Freiraum- und Aufenthaltsqualität einige Aktionen und einen Workshop zum Thema Frankenallee bringt. durchgeführt. Wünsche zur Neugestaltung der Freiflächen von Seiten der Anwohner konnten so festgestellt werden. • Vorplatz Friedenskirche Vor der Friedenskirche wird im Grünzug ein großzügiger Vor- Die Ergebnisse wurden in Form von konkreten Bürgerinteressen in platz angelegt. das Konzept zur Neugestaltung übernommen. Folgende Konsenspunkte finden Sie in dem dargestellten Konzept wieder: Großzügiger Vorplatz gegenüber dem Eingangsbereich der Friedenskirche • Querungen Zur Gewährleistung einer verbesserten Fußgängerquerung in • Verbesserung der Querungen, der Frankenallee wird die Zahl der Querungsmöglichkeiten in- • Neugestaltung der Kopfpunkte im Bereich der Schwalbacher nerhalb des Grünstreifens erhöht. Straße sowie an der Friedenskirche, • Neue Bepflanzung und Setzung von Blühpflanzen, • Wegeführung • Verbesserung der Wegeführung und -beschaffenheit Der Entwurf sieht eine breite Wegefläche in der Mitte des Grün- innerhalb des Grünstreifens, streifens vor. Diese wird durch einen gepflasterten Allwetterstrei- Schaffung einer Beleuchtung. fen am Rand ergänzt. • • Beleuchtung Die Elemente der Neugestaltung (1.Abschnitt) Zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Sicherheit wird im Grünstreifen eine zusätzliche Beleuchtung installiert werden. Das Konzept zur Neugestaltung des 1. Teilabschnittes der Frankenallee ist von dem Neu-Isenburger Landschaftsarchitekturbüro Ipach • Bepflanzung & Dreisbusch entwickelt worden. Im Fokus dieses Entwurfes stehen Die seitlichen Pflanzstreifen innerhalb der Allee werden an die folgenden Elemente: exponierten Stellen mit blühenden Pflanzen versehen. nallee in Höhe Einmündung Krifteler Straße Informationspult mit Anwohnerinformation und Perspektive Die neugestaltete Frankenallee und der Interimskiosk „Café Pause“; Impressionen vom Historischen Radrennen, Mai 2010 Die Frankenallee vor und nach der Umgestaltung; Bewohnerbeteiligungsveranstaltung für den zweiten Gestaltungsabschnitt in der Günderrodschule, 2011 Umgestaltung des zweiten Teilbereiches Frankenallee von Schwalbacher Straße bis Galluswarte Für den 2. Gestaltungsabschnitt der Frankenallee, ausgehend von der Schwalbacher Straße in östliche Richtung bis zur Galluswarte, wurden ebenfalls die Wünsche der Anwohnerinnen und Anwohner, aber auch der Anliegerinnen und Anlieger wie z.B. die der Grundschule Günderrodeschule in Erfahrung gebracht und in den Gestaltungsentwurf eingeplant. Engagierte Diskussionen mit den Bewohnerinnen und Bewohner in einer Anwohnerbeteiligung im April 2011 bestätigten das Entwurfskonzept des 1. Bauabschnitts. Die hier getroffenen Festlegungen zu den zentralen Gestaltungselementen sollten auch für den zweiten Teilabschnitt gelten. Dies waren die breite innenliegende Promenade mit Allwetterstreifen und die Randbepflanzung unter den Bäumen mit der neuen Beleuchtung. Die Anwohnerinnen und Anwohner wünschten sich aber auch konzeptionelle Verbesserungen, wie die Integration der vorhandenen Heckengehölze, weitere Querungen und zusätzliche Sitzgelegenheiten. Für die Gestaltung der Aufenthaltsflächen an den Kopfpunkten Hufnagelstraße und Kriegkstraße regten die Bewohner besondere Gestaltelemente an, die Bezug nehmen auf die Günderrodeschule und die zahlreichen Nationalitäten der Kinder. Durch verschiedene Abstimmungsbedarfe aufgrund von Baumaßnahmen im Umfeld rückte der gewünschte Baubeginn zunächst in einen Zeithorizont 2015. Um die Wartezeit für die engagierten Anwohnerinnen und Anwohner und den Stadtteil insgesamt zu verkürzen, wurden zwei unstrittige landschaftsbauliche Gestaltungsabschnitte der Frankenallee – zwischen Schwalbacher Strasse und Kriegkstrasse – beschleunigt durchgearbeitet. Die landschaftsgärtnerischen Arbeiten begannen im Juli 2013 und endeten mit den Pflanzarbeiten pünktlich zur feierlichen Einweihung am 4. Dezember 2013. Gegen Ende der aktiven Laufzeit des Verfahrens „Soziale Stadt Gallus“ 2014 hat das Frankfurter Programm „Schöneres Frankfurt“ dann die vollständige Realisierung des 2. Gestaltungsabschnitts von August 2015 bis voraussichtlich September 2016 übernommen. 74 Quartierspavillon Quäkerwiese Modellhafter Umbau einer Kiosktrinkhalle in einen temporären Quartierskiosk Frankenallee (2004 – 2006) An der Ecke Schwalbacher Straße/Frankenallee, gegenüber dem geplanten ersten Modellabschnitt Frankenallee, bestand seit 1949 eine baufällige Kiosktrinkhalle. Ihre alkoholkonsumierenden Besucher erzeugten im direkten Umfeld mehr Ärger als Akzeptanz. Die Nähe zu Spielplatz, Kindertagesstätte und Schule legte den Schluss nahe, hier einen „Ort für Alle“ mit unbelasteter Aufenthaltsqualität und schönem Ambiente zu etablieren. Das Pächterehepaar der Trinkhalle, das sich eine berufliche Veränderung wünschte, konnte durch die Soziale Stadt motiviert werden, den Wechsel zu einer Café-Gastronomie ohne Alkoholausschank in einem temporär aufgestellten neuen Container „Cafè Pause“ zu vollziehen. Zur Erlangung der erforderlichen Kompetenzen als Betreiber einer Gastronomie wurde das Pächterehepaar in den folgenden Jahren durch eine Unternehmensberatung begleitet. Im Gegenzug mussten die Pächter beweisen, dass sie die geforderte Sortimentsumstellung – Kaffeespezialitäten, Kuchen, Eis und Snacks – ohne alkoholische Produkte gewährleisten können. Obwohl als Übergangslösung geplant, bot das im August 2006 aufgestellte Containercafé mit den Toiletten, einem großen Freisitzbereich und der sanierten, wassergebundenen Platzfläche deutlich mehr Aufenthaltsqualität als zuvor. Gefördert durch das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ und die Stadt Frankfurt am Main. Die historische Quäkerwiese mit Freidenskirche, 1950 © ISG (VB 11.50) aus Bilderalben, Bild 7 75 Die Quäkerwiese mit Schulkindern, 1930 © ISG, aus Bilderalbum 2, 57x/190 Alte Trinkhalle Frankenallee/Schwalbacher Straße, um 1990 © Renate Ullrich Interimskiosk Café Pause, 2007 Der neue Quartierspavillon Quäkerwiese, 2011 Neubau des Quartierspavillons Quäkerwiese als gemeinnütziger Stadtteiltreffpunkt Das Containercafé „Cafè Pause“ stellte eine Übergangslösung dar auf dem Weg hin zu einem nachhaltig gesicherten Stadtteiltreffpunkt der Sozialen Stadt. Dieser zentral im Stadtteil gelegene Ort an der Frankenallee mit Nähe zu verschiedenen sozialen Infrastruktureinrichtungen war prädestiniert für dieses „Leuchtturmprojekt“. Für den Neubau und die Gestaltung des Platzes wurde 2008 ein Wettbewerbsverfahren durchgeführt, an dessen Preisgerichtssitzung auch zwei gewählte Vertreterinnen und Vertreter des Stadtteilbeirates teilnahmen, die an der Entscheidungsfindung und dessen Vermittlung in den Stadtteil hinein mitwirkten. Den ersten Preis erhielt das Architekturbüro DG/D Architekten aus Frankfurt. Der Entwurf von DG/D sah einen eleganten Gebäudekörper mit Holzfassade und großzügigen Glasfronten zur Frankenallee hin vor. Nach nur 7 Monaten Bauzeit konnte der ca. 100 qm große neue „Quartierspavillon Quäkerwiese“ mit einem großen Fest im Juni 2011 eingeweiht werden. Die endgültige Neugestaltung des Platzes erfolgte zeitnah nach der Fertigstellung des Gebäudes. Das ehemalige Pächterpaar der Trinkhalle und des Interimscafés „Café Pause“ bewirtet seitdem den neuen Stadtteiltreffpunkt, der rege Besucherzahlen verzeichnet und zwischenzeitlich auch von Bewohnerinnen und Bewohner des Europaviertels aufgesucht wird. Als Stadtteiltreffpunkt Soziale Stadt Gallus gewidmet, finden hier seitdem nicht nur zahlreiche kulturelle Veranstaltungen für die Stadtteilbewohner statt. Der durch das Quartiersmanagement organisierte „Gallus Sommer“ bietet zudem jeden Sommer Konzerte, Theateraufführungen und Open Air Kinoveranstaltungen. Der Pavillon kann aber auch für Vorträge, Initiativen oder für private Feste gegen „kleines Geld“ gemietet werden. Der Caritasverband Frankfurt konnte als Träger für die Bewirtschaftung des Quartierspavillons für den Zeitraum von 25 Jahren gewonnen werden. Gefördert wurde das Projekt durch das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt Gallus“ und die Stadt Frankfurt am Main. 77 Einweihung des neuen Quartierspavillon Quäkerwiese, 18. Juni 2011 Das Kulturdenkmal Galluswarte am Eingang zum Stadtteil Gallus Die 1414 erbaute Galluswarte ist nicht nur für die Stadt Frankfurt ein bedeutendes Zeugnis spätgotischer Baukunst. Auch für das Gallus ist es identitätsstiftendes Wahrzeichen. Die ursprünglich zum Schutz der Stadt errichtete „Warthe“ war Teil des Verteidigungsrings, der „Landwehr“, und stand als stattliche Hofanlage am Kreuzungspunkt zur Mainzer Landstraße. Mit der beginnenden industriellen Entwicklung der südwestlichen Außenstadt (Adlerwerke), wie die Stadterweiterungsflächen genannt wurden, führte gegen Ende des 19. Jahrhundert zunächst die neue Taunusbahnlinie an der Galluswarte vorbei. Um Platz für die spätere Straßenbahnlinie zu schaffen, wurde 1905 der zur Warte gehörige Hof bis auf den Turm abgerissen. Für die Fahrgäste der Trambahnen entstanden bereits in den 1920iger Jahren öffentliche Toiletten und ein Kiosk für den Fahrkartenverkauf. 1951 wurden diese im Krieg zerstörten Anbauten im Stil der 50iger Jahre erneuert. Bis heute dient das Toilettengebäude noch den Fahrgästen der gegenüberliegenden S-Bahnstation Galluswarte. Historische Galluswarte um 1871, Carl Mylius © Historisches Museum Frankfurt, Sig. Ph 03785 79 Die Galluswarte 1954 © Sammlung Renate Ullrich Die Galluswarte um 2003 80 Nutzungspotentiale des spätgotischen Wachtturmes Galluswarte Zunächst jedoch sollte die Außenfassade der Galluswarte saniert werden. Eine Machbarkeitsuntersuchung des Architekturbüros Deutsch aus Frankfurt ermittelte weiterhin das Nutzungspotential für den Innenraum des Turms der Galluswarte. Der 2002 vorgeschlagenen Nutzung als Café standen erhebliche denkmalpflegerische, verkehrliche und brandschutztechnische Restriktionen gegenüber, so dass diese Konzeption bald verworfen wurde. Sanierung der Außenfassade des Kulturdenkmals Galluswarte Bereits im Oktober 2002 wurde der Turm eingerüstet. Bis Oktober 2003 wurden Mauerwerk und Sandsteingewände ausgebessert, das Schieferdach erneuert und Reparaturen an den Fenstern vorgenommen. Nach einer einjährigen Austrocknungsphase der Putzflächen 2004 war die Galluswarte zumindest von außen optisch aufgewertet. Der Galluswartenturm um 2005 Sanierung des Turminnenraumes Die Sanierung des Turminneren konnte nach umfänglichen Voruntersuchungen erst im August 2008 weitergeführt werden. Für eine, wenn auch nur extensive Nutzung war die Entkernung des Innenraumes mit dem Rückbau des historischen Entlüftungskanals von 1886 erforderlich. Zuvor mussten die denkmalpflegerische Anforderungen, die Statik des Turmes und Alternativen zur Entlüftung des großen Abwasserkanals eruiert werden. Den Rückbau des 130 Jahre alten historischen Entlüftungskanals begleitete ein Bauhistoriker, der die geschichtlichen Spuren an Hölzern und Mauerwerk dokumentierte. Der nachfolgende Einbau einer neuen Erschließungsstruktur mit 3 gläsernen Podest-Ebenen in einer Stahlringkonstruktion erforderte allen Beteiligten ein hohes Maß an Planungs- und Ausführungskompetenz ab, da die Eingriffe in die 600jährige Mauerwerkssubstanz möglichst gering gehalten werden sollten. Die Sanierung des Turminneren sowie der Einbau der internen Erschließungsstruktur konnte Ende 2010 abgeschlossen werden. Installation einer künstlerischen Innenbeleuchtung Was genau konnte nun in einem 14,30 m hohen Turminnenraum mit einem Durchmesser von 2,50 m stattfinden? Die Einrichtung eines Cafés an dieser Stelle musste aufgrund zahlreicher technischer Hindernisse verworfen werden. Mit der Geschichtswerkstatt Gallus wurden Möglichkeiten einer musealen Darstellung zur Stadtteilgeschichte intensiv erörtert, jedoch wurde aufgrund der räumlichen Enge im Turm dieser Ansatz ebenfalls verworfen. Die Revitalisierung der Galluswarte wurde nicht nur von der Stadtteilpolitik eingefordert, sondern auch von vielen Gallusbewohnerinnen und -bewohnern und Frankfurterinnen und Frankfurtern gewünscht. Vor allem bestand der Wunsch, die (bisher der Öffentlichkeit nicht zugängliche) Galluswarte besichtigen zu können. Die durch das Stadtteilmanagement angebotenen Turmführungen stießen auf eine außerordentlich hohe Resonanz. Um das Baudenkmal mit dem verbliebenen Turminnenraum der Galluswarte zu öffnen und wieder ins „rechte Licht zu rücken“, wurde eine denkmalgerechte Innenbeleuchtung projektiert. Das Lichtplanungsbüro flashaar aus Bingen/Rhein wurde beauftragt, ein Lichtkonzept zu erarbeiten, das die Besonderheiten des Raums sowie auch die besonderen Fundstellen entlang des Innenmauerwerks illustrieren sollte. Anlässlich des 600 jährigen Jubiläums der Galluswarte wurde die Lichtinstallation passend zur LUMINALE 2014 fertiggestellt. In den Abendstunden vom 30. März bis 4. April 2014 wurde der illuminierte Turm von ca. 550 Besuchern besichtigt. Der endgültige Einbau der Lichtinstallation mit einer Ausleuchtung des Mantelgangs erfolgte im Sommer 2015. 81 Impressionen, neu gestalteter Turminnenraum Galluswarte, 2015 82 83 Besucher der Galluswarte im Rahmen des Klangspaziergangs 2015 Informationstafeln zur Entstehungsgeschichte der Galluswarte Der außerordentliche Wissensfundus der ehrenamtlich wirkenden Mitglieder der Geschichtswerkstatt u.a. zur Galluswarte wurde zum 600jährigen Bestehen der Galluswarte in vier anschaulichen Informationstafeln an der Hofinnenwand zusammengestellt. Diese Informationstafeln konnten zur Eröffnung der Luminale an den Wänden des Innenhofes präsentiert werden. Die Besucher, die im Rahmen der zahlreichen Stadtteilführungen den Wartturm nur in Kleingruppen begehen können, haben die Möglichkeit ihre Wartezeit mit der Lektüre zur Historie der Galluswarte als eine von insgesamt 5 Frankfurter Warten zu überbrücken. Innenhof mit Informationstafeln zur Geschichte 84 600 Jahre steinerne Galluswarte (1414 – 2014) In der Mitte des 14. Jahrhunderts waren die Zustände auf den Straßen sehr unsicher und wurden – auch durch die Erfindung von Feuerwaffen – zunehmend gefährlich. Oft wurden Händler überfallen und das Vieh wurde von den Feldern geraubt. Die Städte, die vom Handel lebten, mussten sich schützen. In den frühen Quellen erscheint die Galluswarte unter verschiedenen Namen: «warthe zu den guden luden», «Mainzer warthe», «Warte bei Virneburghof» (der spätere Hellerhof). Die steinerne Galluswarte wurde Ende September 1414 fertig gestellt. Zuvor gab es hier bereits eine hölzerne Warte. Diese ist bereits am 17. September 1390 beurkundet, als zwei Gesellen ihren Lohn erhielten, «die ein nacht die warte in dem nyder walde verslugen als man die Kauflude des morgens von der messe geleiden solde». Wie die Abbildungen zeigen, hatte die Galluswarte früher ein anderes Aussehen. Zusätzlich zum Turm gab es ein von einer Mauer umfriedetes Gelände. Im Inneren standen mehrere kleine einfache Bauten: In einem befanden sich zwei Räume, eine Stube und eine Schlafkammer. In einem anderen war eine Küche untergebracht, daneben gab es Schuppen und Ställe. Als die steinerne Galluswarte fertig gestellt war, hieß sie «nuwe warte» und nach dem Bau der Bockenheimer Warte Eine Maßnahme zum Schutz war der Bau «alte warte». von Warten, also Wachtürmen, von denen aus man Gefahren frühzeitig Nach dem Bau der Landwehr setzte sich erkennen und Hilfe aus der Stadt herbei der Name «Galgenwarte» für die rufen konnte. nächsten Jahrhunderte durch. Der Zugang zum Wachturm war ein erhöhter Eingang im Mantel der Warte, der mit einer Leiter zu erreichen war. Innerhalb des Turms waren auch die einzelnen Stockwerke durch Leitern verbunden, die man bei Gefahr einziehen konnte. Blick in den Hof; Wolf/Jung Querschnitt durch den Turm bis 1885; Wolf/Jung, aus Baudenkmäler, 1897 Die Galgenwarte 1575; Aussschnitt des Geleitsplanes, Sebastian Wolff; Historisches Museum Frankfurt Die Galgenwarte 1693; Bayerisches Staatsarchiv Würzburg (Alle Zitate dieser Tafeln sind entnommen aus: Eduard Pelissier: Die Landwehren der Reichsstadt Frankfurt a.M., Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, Frankfurt 1905) K U L T U R D E N K M A L G A L L U S WA R T E Informationstafeln „600 Jahre steinerne Galluswarte (1414 – 2014); alle Texte und Bilder zusammengestellt durch die Geschichtswerkstatt Gallus mit Frau Renate Ullrich, Frau Hanne Emrich, Herr Jürgen Emrich 85 Die wichtigste Funktion der Warten bestand darin, dass das Wachpersonal von hier aus das Umland beobachten und bei Gefahr mit optischen und akustischen Signalen die Wachen auf der Stadtmauer alarmieren konnte. Die Karte, die zwischen 1536 und 1552 entstanden ist, zeigt die Warnkörbe an der Galgen- und an der Bockenheimer Warte; Hessisches Staatsarchiv Darmstadt Dies geschah am Tag mit «Körben», in der Nacht durch Blasen eines Horns, die Abgabe von Schüssen oder durch das Entzünden einer sogenannten «Feuerpfanne». War es nötig, dass die ganze Nacht gewacht wurde, wurde dem Wartmann ein besonderer Wächter beigegeben. Historisierende Darstellung eines Geleitszuges an der Sachsenhäuser Warte von 1900; E. Rumpf; Historisches Museum Frankfurt 86 Bei drohender Gefahr konnten die Menschen, die rundum auf den Feldern arbeiteten, den Hof der Warte als Schutzort aufsuchen. In besonderen Notlagen jedoch wurden hier stattdessen zusätzliche militärische Kräfte gesammelt. Zum Schutz der Kaufleute, die zur Frankfurter Messe ein- oder ausreisten, wurden die Händler durch das Gebiet der jeweiligen Landesherren mit bewaffneten Soldaten beschützt. Die Warten waren in der Regel die Orte, an denen dieses „Messegeleit“ wechselte und in die Verantwortung der Stadt Frankfurt überging. Im Bereich der Galluswarte reichte zwar das Frankfurter Gebiet noch bis zur heutigen Mönchhofstraße, man einigte sich jedoch 1584 mit den Mainzern, dass ihr Geleit erst an der Warte endete. Während der Messen wurden die Warten mit Personen verstärkt, die aus den Frankfurter Landgemeinden rekrutiert wurden. In späteren Jahren waren die Wartleute auch Chausseegeld-Erheber für die Straßensteuer. Ein Geleitszug aus der Schrift „Allegorie des Handels“ 1585; Historisches Museum Frankfurt Die Galgenwarte 1575; Aussschnitt des Geleitsplanes, Sebastian Wolff; Historisches Museum Frankfurt K U L T U R D E N K M A L G A L L U S WA R T E Funktionen der Warten im ausgehenden Mittelalter 1398 ließen sich die Frankfurter von König Wenzel die Erlaubnis geben, «das sy in der stat zu Frankfenfurt und zu Sassenhusen und uswenig Frankenfurt und Sassenhusen mogen machen graben lantwer warthe und andere befestenunge darumbe, wie ferre und weyt sy wollen». So wollte man sich vor Angreifern und vor den neuen Feuerwaffen besser schützen. Die Frankfurter erhielten die Genehmigung und bauten ihre Landwehr bis 1427 aus. Die Landwehr bildete eine Grenze, die sich in weitem Abstand um die Stadt zog. Sie bestand aus einem Erdwall, der unterschiedlich breit war, und einem zusätzlichen äußeren Graben. Dieser war – je nach Beschaffenheit des Geländes – trocken oder mit Wasser gefüllt. Der Erdwall wurde durch eine geeignete Bepflanzung in ein undurchdringliches Gestrüpp (Gebück) verwandelt. Später Ansicht der Galluswarte mit Zollschranke 1773 ; J. C. Zehender; Historisches Museum Frankfurt wurde an besonders gefährdeten Stellen – wie z.B. an der Galluswarte – noch ein An den Straßen, die für den Handel zusätzlicher innerer Graben angelegt. wichtig waren, gab es Durchgänge durch die Landwehr. Diese wurden durch die Warten gesichert. Die Galluswarte kontrollierte den Durchgang an der Mainzer Landstraße. Die Landwehr 1589 zwischen Gutleuthof und Hellerhof Die Karte von 1744 zeigt die Landwehr außerhalb der Stadt; P.C.G. Reutter und A. Reinhardt; „Forestum Dryeich“; Historisches Museum Frankfurt Auf der Ansicht von 1772 ist im Hintergund die Landwehr mit noch geschlossenem Baumbestand zu sehen; J. C. Zehender; Historisches Museum Frankfurt Zwischen 1785 und 1810 wurde die Landwehr abgeschafft, da sie ihre ursprüngliche Zwecke nicht mehr erfüllte. K U L T U R D E N K M A L G A L L U S WA R T E Die Warten als Teil der Landwehr Als die Franzosen Anfang der 1790er Jahre beginnen Frankfurt zu belagern, ist die Landwehr schon zum Teil zurückgebaut; P. Dielmann; Historisches Museum Frankfurt 87 1 1390 Sept. 1414 1552 erste Erwähnung als «warthe in dem nyder walde» 1750 um Turmwächter bekommen auch Funktion des Chausseegeld-Erhebers. Das Wartgärtchen östlich der Landwehr wird als Kegelbahn für Biergäste eingerichtet 1790 um 1802 1830 Der Name „Gallenwarte“ wird allgemein gebräuchlich letztes Messegeleit 1850 um 1862 1864 Verlegung der Zollstelle 2 Fertigstellung der steinernen Warte Im Schmalkaldischen Krieg brennt der Turm der Galgenwarte. 1 Nach der Belagerung wird er wieder aufgebaut. Belagerungsplan mit brennender Galluswarte 1552; Faber; Historisches Museum Frankfurt 2 Geometrischer Plan von der Gegend der Freyen Reichs-, Wahl- und Handelsstadt Frankfurt am Main, 1790; C. L. Thomas; Historisches Museum Frankfurt 4 3 Erbauung eines neuen Accishauses für den Chausseegeld-Erheber nach dem Entwurf des Stadtbaumeisters J.F.C. Hess. 3 Aus der „Gallenwarte“ wird jetzt die „Galluswarte“. 4 Das Accishaus wird von Rügemer in ein Wirtschafts- und Wohngebäude umgebaut und in den Formen dem Turm angepasst. Hier befindet sich ab Mitte der 1870er Jahre die Milchwirtschaft Horneck. 1885 Einbau des Entlüftungsrohres der neu eingerichteten Kanalisation in den Wartturm. Hierbei erhält der Wartturm einen Eingang zu ebener Erde und eine Wendeltreppe um das Entlüftungsrohr. 6 1905 Nach Beschwerden der Industriellen werden das Wirtschaftsgebäude und die Mauern des Hofes abgerissen, um mehr Platz für den Verkehr zu schaffen. Die Haltestelle der Straßenbahn wird auf einen Teil des neu entstandenen Platzes gelegt. Kioske und eine Unterstellhalle werden errichtet. 7 1944 1948 Anfang der 1950er Jahre 1978 Zerstörung des Wartturms durch einen Luftangriff 2004 20082014 Sanierung der Aussenfassade und der Dacheindeckung Abb. 3: Galluswarte 1847; Usener; Historisches Museum Frankfurt Abb. 4: Der Name „Galluswarte“ kommt jetzt (1887) auch auf Plänen vor; Frankfurt und seine Bauten 5 5 Galluswarte, Milch- und Gartenwirtschaft A. Horneck, um 1875; C. F. Mylius; Historisches Museum Frankfurt 8 Wiederaufbau der Warte 6 Neue Gebäude und eine Toilettenanlage werden an der Straßenbahn-Haltestelle eingerichtet. 9 Nach Eröffnung der S-Bahn-Station wird die Haltestelle der Straßenbahn unter die Eisenbahnunterführung verlegt. Rückbau des Entlüftungsrohres von 1885 und denkmalgerechte Sanierung des Turminneren mit Innenausleuchtung Der Einbau des Entlüftungsrohres 1885 – Querschnitt durch den Turm; Frankfurt und seine Bauten 8 9 7 Die Postkarte zeigt die Situation nach 1905. Die Warte hat neue Anbauten und die Straßenbahnhaltestelle ist eingerichtet; Sammlung Geschichtswerkstatt Gallus Verfasserin der Tafeltexte: Hanne Emrich, Geschichtswerkstatt Gallus 88 Zerstörung im 2. Weltkrieg; Institut für Stadtgeschichte Die Galluswarte in den 1950er Jahren; Sammlung Geschichtswerkstatt Gallus K U L T U R D E N K M A L G A L L U S WA R T E Geschichtliche Ereignisse Die Revitalisierung der historischen Galluswarte durch die Sanierung und Öffnung des Denkmals für die Stadtteilöffentlichkeit war selbstverständlich nur ein erster Schritt zur umfassenden städtebaulichen Aufwertung des Stadtteileingangs zum Gallus. Die bestehenden stadträumlichen und funktionalen Defizite durch die isolierte Situation des Kulturdenkmals Galluswarte auf einer Insel inmitten eines stark belasteten Verkehrsknotenpunktes, die Beziehung zu der gegenüberliegenden S-Bahnstation und die Verflechtung über für Bahnkunden angebotenen Toilettenanlagen sowie die Frage der Neunutzung und künftigen Bedeutung der historischen Galluswarte für den Stadtteil selbst sollten in einem eigenen Gutachterverfahren thematisiert werden. Neugestaltung des Stadtteileingangs Galluswarte mit Aufwertung der S-Bahnunterführung Eine vorgeschaltete verkehrsplanerische Machbarkeitsuntersuchung sollte die potentielle Veränderbarkeit der Verkehrsanlagen sowie mögliche Flächengewinne zugunsten der Fußgänger abschätzen. Die grundsätzlichen Ausgangsbedingungen und Zielsetzungen für eine Aufwertung des Stadtteileingangsbereiches an der Galluswarte wurden in drei dicht aufeinanderfolgenden Dialogveranstaltungen im Herbst 2010 beleuchtet. Thematisiert wurden • der Bedeutungswandel und die Zukunft des Kulturdenkmals Galluswarte, • die Frage nach Funktion und Zukunft der bestehenden Anbauten aus den 50iger Jahren, • die Kiosktrinkhallen und Toilettengebäude sowie • die Aufgabe und Ziel eines Wettbewerbsverfahrens aus Sicht des Stadtteils und seiner Bewohner. Parallel zu diesen Beteiligungsveranstaltungen wurde ein nicht anonymes Einladungsverfahren zur Ermittlung eines hochbaulichen Gestaltungsentwurfes für neue öffentliche Toiletten am Eingang zur S-Bahnstation Galluswarte anstelle der alten Toilettenbauten durchgeführt. Aus den fünf vorgestellten Entwürfen wurde der Vorschlag von „netzwerkarchitekten“ aus Darmstadt prämiert. Auf Basis der Ergebnisse dieser umfangreichen Beteiligungsprozesse, der verkehrlichen Untersuchungen und dem Wettbewerbsentwurf für den Toilettenneubau an der S-Bahnstation wurde im Mai 2011 der zweistufige Wettbewerb „Stadtteileingang Galluswarte“ auf den Weg gebracht. Das Verfahren mit EUweiter Bekanntmachung endete mit der Jurysitzung und Entscheidung am 27. September 2011. Der 1. Preisträgerentwurf des Planungsbüros Prof. Scheffler & Partner aus Frankfurt in Kooperation mit LichtRaumStadt und dem Landschaftsplaner Bauer wurde ebenso wie alle weiteren Arbeiten im Oktober 2011 im Gallustheater öffentlich vor- und ausgestellt. Der Entwurf wurde Grundlage für die weiteren Planungen, die im Oktober 2013 durch den Magistrat beschlossen und in das Programm „Schöneres Frankfurt“ zur Realisierung aufgenommen wurden. Zwischenzeitlich konnte die Planung für den Toilettenneubau, einen stationären Marktstand für den „fliegenden Obsthändler“ sowie einen Prototyp zur Vergrämung der Taubenpopulationen unter der Bahnbrücke entwickelt werden. Aufgrund der Komplexität der straßenbaulichen Anforderungen z.B. durch den barrierefreien Ausbau der Straßenbahnlinie 11, den Neubau einer überörtlichen Radroute und den weiteren Abstimmungserfordernissen mit der Deutschen Bahn AG wird eine bauliche Realisierung jedoch nicht vor 2020 zu erwarten sein. 89 Datum: Maßstab: Auszug aus dem Informationssystem Dieser Auszug dient lediglich zu Informationszwecken und ist keine rechtsverbindliche Auskunft. Luftbild Galluswarte © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main © Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation Blick auf die Bahnstation Galluswarte 90 25.04.201 1 : 50 1. Preisträgerentwurf zur Neugestaltung des Stadtteileingangs Galluswarte © Büro Scheffler und Partner 91 6.6 Projekte zur Neugestaltung des Öffentlichen Raums nach 2014 Umgestaltung des Baumplatzes Anspacher Straße zu einem grünen Quartiersplatz Die Neugestaltung des lange vernachlässigten, baumbestandenen Platzes stand bereits 2006 gemeinsam mit der Errichtung der Spielfläche der Wohnanlage Anspacher Straße im Fokus. Mit der Einweihung der gegenüberliegenden Spiel- und Bolzfläche 2007 schien die Situation zunächst für alle Anlieger befriedigend gelöst. Ein weiterer Konflikt zwischen älteren Anwohnerinnen und Anwohner und Jugendlichen machte erneut die räumlich-funktionalen Defizite dieser Grünfläche deutlich. Der Ortsbeirat 1 thematisierte den Gestaltungsbedarf 2013 und wandte sich mit dieser Aufgabe an die Soziale Stadterneuerung. Eine Befragung der überwiegend älteren Anwohnerinnen und Anwohner zu den Wünschen aber auch zu den wahrgenommenen Defiziten ergab erste Anhaltspunkte für eine Verbesserung der Platzsituation. Diese konnten in einer darauf folgenden Anwohnerversammlung im Januar 2014 konkretisiert werden. Die Anregungen waren Grundlage für den landschaftsplanerischen Entwurf. Entwurfsplan Entworfen wurde der Gestaltungsplan durch den Landschaftsarchitekten Albrecht Schaal (grün hoch drei) aus Frankfurt. Er wurde im Juni 2015 vorgestellt und erhielt die Zustimmung sowohl des Ortsbeirats, der beteiligten Anwohnerinnen und Anwohner wie auch der beiden involvierten Wohnungsbaugesellschaften. Damit konnten die Landschaftsbauarbeiten zügig zwischen November 2015 und März 2016 durchgeführt werden. Der neugestaltete Baumplatz Anspacher Straße konnte am 1. Juni 2016 gemeinsam mit zahlreichen Anwohnerinnen und Anwohner eingeweiht werden. Gefördert wurde die Umgestaltung durch die Stadt Frankfurt am Main aus dem Frankfurter „Programm zur energetischen Modernisierung des Wohnungsbestandes“ und zur „Verbesserung des Wohnumfeldes und Stadtbildpflege“. Der Baumplatz vor der Neugestaltung, 2010 Anwohner bei einem ersten Ortstermin, 2010 92 Gestaltungsentwurf, Büro grün3, Albrecht Schaal 93 Der Baumplatz nach der Umgestaltung im April/Mai sowie bei der Einweihung im Juni 2016 Der Gallus Garten an der Schneidhainer Straße, 2016 Begleitung und Förderung des Mehrgenerationenhauses zur Neugestaltung der Freiflächen Schneidhainer Straße zu einer Urban Gardening Fläche „Bürgergärten Gallus“ Das Gallus verfügt im Bereich der alten und neuen Hellerhofsiedlung über zahlreiche halböffentliche und private Grünflächen, insbesondere zwischen den Häuserzeilen oder in den Vorgärten. Ausstattung und der unzureichende Pflegezustand stehen jedoch häufig einem Anwohnerengagement und den Möglichkeiten einer Aneignung durch z.B. einer generationsübergreifenden Gartennutzung entgegen. Auch die entlang der Schneidhainer Straße gelegenen öffentlichen Grünflächen charakterisieren sich schon lange als mindergenutzte und schlichte Rasenflächen. Das seit 2007 bestehende Mehrgenerationenhaus Frankfurt des Vereins Kinder im Zentrum hat sukzessive Teile dieser Grünflächen mit und für die Anwohnerinnen und Anwohner belegen und gestalten können. Die Rasenflächen südlich der Idsteiner Straße wurden zunächst als Wildblumenwiese sowie mit Frühjahrsblühern aufgewertet. Die Spielfläche an der Idsteiner Straße wurde auf Initiative des MGH durch das Grünflächenamt saniert und neugestaltet. Die vielfältigen Aktivitäten des Mehrgenerationenhauses, MGH, haben gegen Ende des Soziale Stadt Verfahrenszeitraumes zu einem weiteren Pilotprojekt geführt, das den Bedarfen und Wünschen der Menschen im immer dichter werdenden Gallus sehr entgegenkommt. So sollten auch die Rasenflächen entlang der nördlichen Schneidhainer Straße einem „Urban Gardening Projekt“ zur Verfügung gestellt werden. Nach der Befürwortung des Konzeptes durch den Ortsbeirat 1 und zwei öffentlichen Informationsveranstaltungen im Frühjahr 2016 fiel der Startschuss zum Projekt. Eine Vielzahl von Anwohnerinnen und Anwohnern aller Altersstufen und Nationalitäten erstellten Hochbeete für Gemüse- und Kräuterpflanzen, unterstützt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer Bank im Rahmen eines „Social Days“. Eine Spalierobsthecke grenzt den Gartenbereich gegenüber dem Straßenraum wirkungsvoll ab. Für kleinere Feste, Konzerte und andere Begegnungen wurde durch die Naturschule Hessen ein Podest errichtet. Am 4. Juni 2016 wurde der „Begegnungsgarten“ offiziell eröffnet und steht seither allen Menschen im Gallus offen, zum Mithelfen, Selberpflanzen und Ernten, aber auch zur gemeinsamen Weiterentwicklung der Planung als dauerhafter Stadtteilgarten. Denn damit das bemerkenswerte Engagement auch nachhaltig im Stadtteil „Früchte tragen kann“ werden die Freiflächen in zwei Phasen als hochwertige Gartenlandflächen vorbereitet. Die Böden werden so tief wie nötig ausgekoffert, mit Muttererde aufgefüllt, um dann z.B. auch mit Obstbäumen und Beerenobstgehölzen bepflanzt zu werden. Aus einem temporären Urban Gardening Projekt soll so bis Ende 2017 ein nachhaltig angelegter Begegnungsgarten werden. Neben dem hauptamtlichen Engagement des Mehrgenerationenhauses Frankfurt, zahlreicher sozialer Initiativen und Einrichtungen, des Quartiersmanagements sowie involvierter Fachämter wird dieses Projekt u. a. auch getragen durch das Frankfurter Programm zur Verbesserung des Wohnumfeldes. Gefördert wird das Projekt durch das Mehrgenerationenhaus Frankfurt sowie die Stadt Frankfurt am Main. 95 96 Gestaltungsplanung © Landschaftsarchitekten Beuerlein/Baumgartner, Frankfurt Impressionen, 2016 © Kinder im Zentrum, Mehrgenerationenhaus Gallus 97 6.7 Im Förderzeitraum begonnene Kernprojekte mit einem längeren zeitlichen Entwicklungsbedarf Vorbereitung der Unterführung der Frankenallee durch den Homburger Damm Die Frankenallee endet Richtung Westen heute abrupt am Bahndamm. Diese Bahndamm- Barriere trennt bis heute die Bewohner im nordwestlichen Gallus. Erwachsene und Jugendliche überqueren leichtsinnig den Bahndamm, um den zeitaufwändigen Umweg über die Mainzer Landstraße zu sparen. Eine Unterführung verfolgt das Ziel, diese Barriere zu überwinden. Ein durchgehender Fuß- und Radweg soll die bisher getrennten Siedlungsbereiche verbinden. Das Gallus ist seit jeher geteilt in sechs Bereiche, bedingt durch die Lage zwischen dem Hauptbahnhofsgleisfeld und dem Rangier- und Güterbahnhof sowie der großen überörtlichen Entwicklungsachse Mainzer Landstraße. Es gibt nur wenige Durchlässe in Form von Unterführungsbauwerken. Eine Verbindung des mittleren mit dem nordwestlichen Gallus entlang der westlichen Frankenallee scheiterte alleine an einer fehlenden Unterführung durch den Homburger Damm. 1908 formulierte der Magistrat in einem Einspruch gegenüber der Königlichen Eisenbahndirektion folgenden Einwand: „Bereits im Jahre 1900 ist der Königlichen Eisenbahndirektion ein Plan bekannt gegeben, in dem die durchgehenden Fluchtlinien der Franken-Allee und deren Durchführung durch den Bahndamm der Taunusbahn projektiert waren“. „Die Feststellung dieses Planes unterblieb damals nur auf besonderem Wunsch der Kgl. Eisenbahndirektion. Der Bahndamm hatte bislang die Stadtteile beiderseits der Bahn vollständig voneinander getrennt und infolgedessen die Entwicklung dieser ganzen Gegend gewaltsam behindert und aufgehalten. Es ist daher nötig, dass im Zuge der Franken-Allee eine neue Unterführung von 20 m Weite angelegt wird und zwar nicht nur unter dem neuen Bahnkörper, sondern auch unter dem alten der Taunusbahn“. (Quelle: Einspruch des Tiefbauamtes und landespolizeiliche Prüfung des Entwurfes der königlichen Eisenbahndirektion für die selbstständige Einführung der Homburger Bahnstrecke in den Hauptbahnhof, 14. Mai 1908). Da die Stadt die entsprechenden Zahlungen für den Brückenbau sowie die anschließende Bauwerksunterhaltung bereits gezahlt hatte, erfolgten zahlreiche Erinnerungen, Mahnungen sowie weitere Verträge der Stadt an die spätere Reichsbahngesellschaft bis 1939. Zwar wurde ein Teilbrückenbauwerk gebaut, jedoch undurchlässig gemacht und mit dem erweiterten Bahndamm verfüllt. Erst im Zuge der Recherchen, einmal im Rahmen des Projektes der Sozialen Stadt Gallus und der parallelen Entwicklung eines Radwegekonzeptes zur Radroute 10 von Frankfurt-Höchst über die Frankenallee zur Frankfurter Innenstadt entstand 2004 der Impuls, das Projekt „Durchstich Frankenallee“ als ein Projekt der sozialen Stadterneuerung zu entwickeln. Mit der Aufnahme in das IHK und einer Machbarkeitsuntersuchung erfolgte ein erster Stadtverordnetenbeschluss über eine Unterführung mit einem 9m breiten kombinierten Fuß- und Radweg innerhalb einer lichten Raumweite von insgesamt 19m. Dieser Entwurf wurde in den Folgejahren gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG konkretisiert, mit dem Regierungspräsidium Darmstadt abgestimmt sowie in zahlreichen Veranstaltungen auch in den Stadtteil, der sich diese lange überfällige Wegeverbindung bereits seit den 1980iger Jahren wünscht, kommuniziert. Der projektierte Baubeginn Oktober 2013 wurde jedoch ein Jahr zuvor durch unvorhersehbare Mehrkosten I.H. v. 1 Mio. € storniert und zurückgestellt. So mussten die hierfür reservierten Fördermittel in andere bauliche Projekte eingesetzt werden. Das Projekt „Durchstich Frankenallee“ wird zukünftig vollständig durch die Stadt Frankfurt finanziert. Seit 2016 wurden die Verhandlungen und Planungen mit der Deutschen Bahn AG erneut aufgenommen und gesteuert. 98 Historische Stadtkarten westliches Gallusviertel – 1895, Blatt III Ravenstein Bau der Bahnbrücke Homburger Damm über Kleyerstraße, 1920iger Jahre © ISG, Sig. 12204 Entwurfsplanung Fuß- und Radwegeunterführung, Stand: 2013 sowie Ravensteinplan, 1914 © ISG Bahnbrücke über Homburger Damm, westliche Frankenallee 2009 99 Neugestaltung des Stadtteileingangs Galluswarte mit Sanierung der DB eigenen Brückenuntersicht/ Beleuchtung und Neubau eine öffentlichen Toilettengebäudes mit Marktstand Die Ergebnisse aus den Gutachterverfahren für den „Toilettenneubau an der S-Bahnstation Galluswarte“ sowie zur „Neugestaltung des Stadtteileingangs Galluswarte“ wurden in drei Teilprojekten weiterverfolgt. In einem ersten Teilprojekt soll die Eingangssituation an der S-Bahnstation aufgewertet werden. Ein Neubau neben dem S-Bahneingang wird sowohl den beliebten Marktstand als auch die neuen öffentlichen Toiletten für Bahnreisende und Passanten aufnehmen. Das bahneigene Brückenbauwerk soll durch ein Taubenabwehrsystem und eine neue Beleuchtungsanlage ergänzt werden. Der gesamte öffentliche Freiraum unterhalb der Brücke soll für die Bewohner, Pendler und Besucher des stetig wachsenden Stadtteils Gallus attraktiver, freundlicher und sicherer werden. Mit der barrierefreien Umgestaltung der Straßenbahnhaltestelle und der Platzfläche rings um die historische Galluswarte soll nicht nur das „Ankommen im Gallus“ wieder zu einem positiv erinnerbaren Erlebnis werden, sondern der gesamte Raum zu einem markanten Eingang in den Stadtteil Gallus werden. Die Projektentwicklung dieses ersten Gestaltungsabschnittes erfolgt über das Programm „Schöneres Frankfurt“. Der Verkehrsknotenpunkt an der Galluswarte soll eine barrierefreie Straßenbahnhaltestelle erhalten. Im Anschluss kann der letzte Teilbereich der im Kreuzungsbereich liegenden Insel mit dem Galluswartenturm gestaltet werden. Ein Neubau wird zusammen mit dem Kulturdenkmal Galluswarte auch funktional neue Aufmerksamkeit erzeugen. Umgestaltung des dritten Gestaltungsabschnittes Frankenallee von Friedenskirche bis zum Homburger Damm Der dritte Gestaltungsabschnitt der Frankenallee nach Westen verläuft von der Friedenskirche bis zum Homburger Damm. 2013 wurde ein Entwurf für die Fortführung der Freiraumgestaltung in diesem Abschnitt vor Ort mit Seniorinnen und Senioren aus der Seniorenbegegnungsstätte Frankenallee 204-212 sowie dem Pfarrgemeinderat der katholischen Kirche Maria Hilf, Frankenallee/Rebstöcker Straße diskutiert. Die Beteiligung ist noch nicht abgeschlossen. Die Projektentwicklung erfolgt mithilfe städtischen Programms „Schöneres Frankfurt“. Das Gestaltungskonzeptes wird an die lokalen Gegebenheiten angepasst und wird die soziale Situation vor Ort berücksichtigen. 100 Das Gallusviertel 1989 © Renate Ullrich Publikation zur Milieuschutzsatzung Nr. 9 „Östliches Gallusviertel“ und der Geltungsbereich Milieuschutzsatzung/ Moderation der ergänzenden Neubauvorhaben – Wohnen auf ehemaligen Gewerbestandorten Das Gallus zeichnet sich durch eine weitgehend einheitliche Nutzungsstruktur mit einem hohen Wohnanteil aus. Viele der Wohngebäude stammen noch aus der Gründerzeit der Jahre 1887-1910 oder auch aus den 1950iger und 60iger Jahren. Die Gebäude der alten und neuen Hellerhofsiedlung befinden sich im Eigentum der Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding und stehen als Ensemble unter Denkmalschutz. Eine Befragung im Jahr 2000 zeigte, dass die Hälfte aller Wohnungen seit 1985 modernisiert waren. Dennoch waren bei einem weiteren Anteil der Wohnungen nicht alle Räume beheizbar oder ohne Warmwasserversorgung. Die vorgefundene Sozialstruktur bestätigte einen hohen Anteil von Bewohnerinnen und Bewohnern, die auf eine bezahlbare Miete angewiesen sind. Unterdurchschnittliche Einkommensverhältnisse gehen mit geringeren Miethöhen als im Stadtdurchschnitt einher. Die gute Lage des Gallus zu Hauptbahnhof und Innenstadt sowie die angrenzende Entwicklung des Europaviertels ließ Ende der 1990iger Jahre einen Umwandlungsdruck zu höherwertigen Büro-/Wohnnutzungen befürchten. Um der Gefahr der Umwandlung des vorhandenen preiswerten Wohnraums und damit einer Verdrängung der ansässigen Bewohner vorzubeugen, wurde bereits 1993 die Aufstellung einer Milieuschutzsatzung nach § 172 des Baugesetzbuches beschlossen, die am 14. Juli 2005 in Kraft getreten ist. 102 Broschüre zur Verbesserung der Stadtteilidentität und Imagekampagne, Büro Berendson & Haertl, 2008 Stadtteilidentität und Öffentlichkeitsarbeit | Imagekampagne Imagekampagne Bestehende Entwicklungsflächen für Gewerbe und Dienstleistung in einem bisher wenig attraktiven bzw. unterschätztem Stadtteil wie dem Gallus sollten, ähnlich wie zuvor im Frankfurter Ostend mit der Hanauer Landstraße wirkungsvoller beworben werden. Freigewordene, ehemals industriell genutzte Liegenschaften sowie Brachflächen im Gallus sollten angesichts ihrer günstigen zentralen Lage und Anbindung sowie der noch bezahlbaren Immobilienwerte zu wettbewerbsfähigen Konditionen publiziert und vermarktet werden. Aus dem Konzept eines Immobilienguide Gallus + Europaviertel entwickelte sich die Idee einer Imagekampagne. Der Gewerbeverein Gallus sowie Vertreter von sozialen und kulturellen Institutionen sowie der Wirtschaft bildeten eine Steuerungsgruppe, die erste Kommunikationsmaßnahmen initiieren sollte. So wurde im Juli 2008 die Initiative „pro Gallus“ ins Leben gerufen sowie weitere Veröffentlichungen und Presseberichte lanciert. Unterstützt durch die Agentur Berendson & Haerth wurde ein Konzept für eine Imagebroschüre ausgearbeitet, die nicht nur sowohl die räumlichen Vorzüge und Potentiale des Stadtteils Gallus hervorhebt, sondern auch die Menschen, die das Gallus durch ihre Ideen und Impulse besonders belebt haben. Die Broschüre „Pro Gallus – Vielfalt und Wandel – neue Perspektiven im Frankfurter Westen“ wurde in einer Auflage von 15.000 Exemplaren innerhalb des Stadtteils und der Gesamtstadt verteilt. 103 7. Impulse für ein vitales Stadtteilleben Gallus – nicht investive Projekte 7.1 HEGISS Innovationen - Neue Partnerschaften – nichtinvestive Modellvorhaben für die Soziale Stadt Zur komplementären Ergänzung des Förderrahmens der Sozialen Stadterneuerung wurde 2006 ein weiteres Förderprogramm „HEGISS Innovationen- Neue Partnerschaften für nichtinvestive Modellvorhaben in der Sozialen Stadt“ aufgelegt. Für die Soziale Stadt Gallus konnten hier 7 Kernprojekte über Zeiträume von zwei bis fünf Jahren gefördert werden, die maßgeblich die soziale Stabilisierung des Gallus vorangebracht haben und überwiegend verstetigt werden konnten. „Gallus 1:1 für Ausbildung“ – Vermittlung von Jugendlichen in Ausbildung (2007 – 2012) Ziel des Projektes „Gallus – 1:1 für Ausbildung“ war, die stadtteilorientierte Jugendberufshilfe und die Ausbildungskapazitäten der ansässigen alten und neuen Unternehmen weiter zu entwickeln und auszubauen. Als Indikatoren für die Zielerreichung wurde anfangs die Akquise von 10 Ausbildungsplätzen und 20 Einstiegsqualifikationen (EQ) vereinbart sowie die jährliche Durchführung einer Ausbildungs- und EQ-Börse sowie eines Firmenforums. Obwohl die Zielerreichung EQ- Praktikumsplätze im Projektverlauf nachjustiert werden musste, entwickelte sich das Projekt insgesamt durch eine erhöhte Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen positiv und mehr Jugendliche konnten in eine direkte Ausbildung vermittelt werden. Träger: Sportkreis Frankfurt e.V. + Jugend braucht Arbeit e.V. Noch kein Ausbildungsplatz? Kommt zur Ausbildungs- und EQ-Börse Gallus 25.9. – 28.9.2007 10.00 Uhr – 15.00 Uhr Jugendräume der Maria-Hilf-Gemeinde Rebstöcker Straße 70, im Gallus Infos zu Berufen und Stellen, Unterstützung bei Bewerbungen und Vermittlung in Ausbildung und Einstiegsqualikationen Special am Donnerstag 27.9., 14.00 Uhr: MauS – „Entscheidung“Theater und Film rund um die Ausbildung (ein Projekt der 8 E – jetzt 9 E - der PHS mit Ora-da!e.V.) -Theater/Film im Saal der Maria-Hilf-Gemeinde Soziale Stadt Gallus – Hegiss-Innovationsprojekt gefördert durch: Aktuelle Infos im Internet: www.mein-gallus.de und www.sportkreis-frankfurt.de Poster_A3_final.indd 1 Teilnehmer des 3. Firmenforums; Plakat zur Ausbildungsbörse © Sportkreis Frankfurt 104 Gallus – 1:1 für Ausbildung Jugend braucht Arbeit e.V. Projektbüro: Fischbacher Str. 24 / Eingang Idsteiner Str. Projektkoordination: Helga Roos Tel: 069 – 75 00 38 00 0176 – 511 79 808 Projektbüro: Rebstöcker Str. 70 / Maria-Hilf-Gemeinde Projektkoordination: Heike Reif-Dehlen Tel: 069 – 75 08 68 20 0160 – 556 28 72 04.09.2007 10:50:54 Uhr „Bildung und Beschäftigung im Frankfurter Mehrgenerationenhaus Alte Braunfabrik“ - Zugang zu Bildung und Beschäftigung für Familien mit Migrationshintergrund (2008 – 2010) - Servicestelle Bildungs- und Erziehungspartnerschaft - Aufbau der Frauenkooperative/Inkubator F CA E VIELFA LT Wir heißen Sie herzlich willkommen Das Modellprojekt formulierte hier 4 Projektmodule: 1. Früher Zugang zu Bildung und Erziehung mit niedrigschwelligen Angeboten für junge Mütter, auch im Sinne einer Frühprävention durch eine qualifizierte Familienhebamme 2. Infostelle Bildung und Erziehung für Eltern und Fachkräfte als Anlauf- und Koordinationsstelle sowie Infobörse und Kontaktstelle 3. Schulstart – durch Unterstützung der Grundschulen beim Aufbau partizipativer Elternarbeit durch begleitende Elternangebote, auch im Übergang Kindergarten – Grundschule 4. Frauenkooperative – in der Frauen ihre Gründungskonzepte in einem geschützten Raum – Inkubator – begleitet ausprobieren und stabilisieren konnten. Träger: Kinder im Zentrum Gallus e.V./Mehrgenerationenhaus Frankfurt „Alte Braunfabrik“ in unserem Mehrgenerationenhaus (MGH) in der Idsteiner Straße 91 (Eingang Kelkheimer oder Schneidhainer Straße neben dem REWE) Unser Haus bietet außer reichhaltigen Angeboten für alle Generationen auch Begegnungsmöglichkeiten für alle Altersgruppen Unser neues „Cafe Vielfalt“ bietet selbstgebackene Kuchen (0,50 €/Stück) und verschiedene Getränke (Kaffee, Tee, Apfelsaft und Wasser: je 0,50€) Bei uns können Sie Ihre Lieblingsspiele wie z. B. Karten, Domino und/oder Brettspiele spielen. Jeden Dienstag von 15:00 bis 17:00 Uhr im MGH freuen wir uns auf Ihren Besuch in unserem Familienrestaurant oder bei schönem Wetter draußen im Hof. Cafe Vielfalt im Mehrgenerationenhaus „Gemeinsam im Gallus – Netzwerk Nachbarschaften“ (2008 – 2011) - Netzwerk Nachbarschaften - Kiezläufer – - Nachbarschaftstreff Im Netzwerk Nachbarschaften sollten Treff- und Anlaufstellen für die Nachbarschaften in verschiedenen Bereichen im Gallus aufgebaut werden mit dem Ziel, die Angebote für den Stadtteil über den lokalen Bezug hinaus zu multiplizieren. Gemeinsam mit der Einbindung der Kirchengemeinden im Stadtteil und des aufzubauenden Nachbarschaftsvereins sowie eines eigenen Nachbarschaftstreffpunktes sollten neue Treffpunkte für Begegnung aber auch Konfliktlösung entstehen. Mit der Einrichtung einer Vermittlungsagentur für nachbarschaftliche Hilfen „Hilfenetz“ soll diese Plattform für bürgerschaftliches Engagement im Stadtteil wirkungsvoll ergänzt werden. Träger: Caritasverband Frankfurt e.V. HEGISS Innovationen Projekte „Hilfenetz“ und „Kiezläufer“, Caritasverband Frankfurt e. V. © Caritasverband Frankfurt e.V. – im Rahmen von HEGISS Innovationen für Veröffentlichungszwecke des Stadtplanungsamtes zur Verfügung gestellt 105 „Kleines Welttheater“ (2009 – 2011) Interdisziplinäre Berufsvorbereitung von Jugendlichen auf dem Tevesgelände Im kleinen Welttheater schließen sich unterschiedliche Handwerke und Künste zusammen, um mit der handwerklichen Realisierung von Theaterproduktionen Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren umfassend auf die Berufsfindung vorzubereiten. Ihnen wurden Einblicke möglich in die Holz- und Metallbearbeitung, in malerisches und plastisches Arbeiten, Schneiderei und Maskenbildnerei sowie Requisiten- und Modellbau. Eine Vernetzung mit den Schulen, Jugendeinrichtungen, Migrantenorganisationen, dem Jobcenter wie auch der IHK führte dazu, dass Ressourcen gebündelt und genutzt werden konnten. Insgesamt nahmen 133 Jugendliche an den Kursen des Kleinen Welttheaters teil sowie 70 temporäre Teilnehmer. 38 Teilnehmer haben 1-3 Zertifikate des Kleinen Welttheaters erhalten für ihre Teilnahme in Kursen mit über 140 Stunden. Neben den kursspezifischen Lehrinhalten – Medien-Theater-Skulptur-Bühnenbild – spiegelten die Zertifikate grundlegende Bestandteile wie soziales Lernen, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Engagement und soziales und integratives Handeln in der Gruppe wieder. Die Trägerschaft für das Projekt lag bei Frank Reinecke mit Zwischenraum e.V. und Orada e.V. Plakat „Kleines Welttheaterfest“ © Günes Theater* „Ausstellungsladen Gallus – Lorsbach Junge Kunst“ (2010 – 2013) Der Ausstellungsladen „Gallus – Lorsbach Junge Kunst“ an der Frankenallee eröffnete ausschließlich für Kinder und Jugendliche das Angebot, ihre künstlerischen Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Monatlich wechselnde Ausstellungen boten sowohl bildungsfernen Familien als auch den benachbarten Anwohnerinnen und Anwohner Einblick und Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit dem Thema Kunst. Die durchgängig positiven Resonanzen aus der Nachbarschaft waren Indiz für die erkennbar kulturelle Belebung im Stadtteil und ließen eine Verstetigung des Projektes wünschenswert erscheinen. Das seit 2014 eingerichtete Ausstellungsmobil setzt das erwachte Interesse und fortgesetztes künstlerische Engagement der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil Gallus mobil fort. Hier übernahm die Trägerschaft des Projektes die Jugend-Kultur-Werkstatt Falkenheim Gallus e. V. Unter dem Projekttitel „Der Ausstellungsladen Gallus wird mobil“ veranstaltet die Jugend-Kultur-Werkstatt Falkenheim Gallus e.V. im Jahr 2014 mehrere Ausstellungen an verschiedenen Orten von und für Jugendliche im Gallus. Ermöglicht wird das Projekt von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Wir danken außerdem herzlich der AGB Frankfurt Holding für den Ausstellungsraum. Jugend-Kultur-Werkstatt Falkenheim Gallus e.V. Herxheimer Straße 4 60326 Frankfurt am Main Tel.: 069-7380913 info@jkwf.de www.jkwf.de Papier und Collage Papier und Collage war die Arbeitsvorgabe, unter der in drei Workshop-Wochenenden und von zu Hause aus die hier ausgestellten Arbeiten entstanden sind. Dreizehn Jugendliche im Alter von 13 bis 23 Jahren haben den Werkstoff Papier erforscht und sich aus unterschiedlichen Positionen damit künstlerisch auseinandergesetzt. Entstanden sind schöne, intensive und individuelle Arbeiten, die eine Fülle an Möglichkeiten aufzeigen, wie man mit Papier arbeiten kann. Koordiniert und begleitet wurde dieses Ausstellungsprojekt von der Künstlerin Dana Zeisberger. Ausstellungseröffnung: Vernissage 22. September 2014 17-19 Uhr Finissage 28. September 2014 11-13 Uhr Ausstellungsort: Anspacher Straße 49 60326 Frankfurt Öffnungszeiten: Di., Mi., Do., Fr., Sa., So., 106 Plakat zur Ausstellung Papiercollage 23. September 2014 24. September 2014 25. September 2014 26. September 2014 27. September 2014 28. September 2014 16-19 Uhr 16-19 Uhr 16-19 Uhr 16-19 Uhr 13-19 Uhr 11-13 Uhr AUSSTELLUNG Der Ausstellungsladen Gallus wird mobil COLLAGE PAPIER „Kleine Künstler im Ausstellungsladen Lorsbach-Junge Kunst“ Jugendkulturwerkstatt Falkenheim e.V.* „Brücken für Eltern mit Kindern im Übergang Grundschule – weiterführende Schule – Beruf“ – Eltern mit und ohne Migrationshintergrund in ihrer Erziehungskompetenz stärken (2008 -2012) „Brücken für Eltern“ will auf Stadtteilebene den Eltern Hilfestellung bieten, damit auch sie ihre Kinder im Übergänge von der Grundschule in die weiterführende Schule sowie in den Beruf unterstützen zu können. Die Erziehungskompetenz der Eltern soll durch für wichtige Informationen, aktiven Austausch, Beratung und Begleitung gestärkt werden. Alle Angebote wie die regelmäßigen Eltern/Müttertreffs, Exkursionen, Sprachkurse, Informationsveranstaltungen und Elternschulungen sowie individuellen Beratungen wurden mit muttersprachlicher Begleitung und Kinderbetreuung angeboten. Das Projekt wurde in enger Kooperation mit den Schulen im Gallus durchgeführt. Die Trägerschaft übernahm der Internationale Bund e.V. Frankfurt am Main. 3 Teilnehmerinnen im Projekt „Brücken für Eltern“, Internationaler Bund, Frankenallee © Internationaler Bund e.V. Frankfurt am Main* * im Rahmen von HEGISS Innovationen für Veröffentlichungszwecke des Stadtplanungsamtes zur Verfügung gestellt 107 7.2 LOS – Lokales Kapital für Soziale Zweck/SVO – Stärken vor Ort 2003 initiierte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend BMFSFJ gemeinsam mit dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union das Programm LOS – Lokales Kapital für Soziale Zwecke sowie ab 2010 das Nachfolgeprogramm SVO - Stärken vor Ort. Der Europäische Sozialfonds ist das zentrale arbeitsmarktpolitische Förderinstrument der europäischen Union. Er leistet einen Beitrag zur Entwicklung der Beschäftigung durch Förderung der Beschäftigungsfähigkeit, des Unternehmergeistes, der Anpassungsfähigkeit sowie der Chancengleichheit und der Investition in die Humanressourcen. Insgesamt konnten mit Hilfe dieser Programme in der Sozialen Stadt Gallus 88 Klein- und Mikroprojekte durchgeführt werden mit der Zielsetzung, benachteiligten Jugendlichen und Frauen mit Migrationshintergrund die Teilhabe am Erwerbsleben und gesellschaftlichen Zusammenleben zu erleichtern. Viele der teilnehmenden Bewohnerinnen und Bewohner konnten hierüber ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Gleichzeitig erlebten sie eine neue Qualität des sozialen Zusammenhalts im Gallus und damit auch eine stärkere Identifikation mit dem Quartier Die durchgeführten Mikroprojekte im Überblick: Förderjahr 2004 – 2005 • • • Beschäftigungsmöglichkeiten und Vermittlung - Befragung von Betrieben im Frankfurter Westen durch Jugendliche Probier-Zeit statt Aus – Zeit Hilfe zur Berufsorientierung von benachteiligten Jugendlichen und Aufbau eines Mentorinnen- und Mentorenprojekts • Prüfungsvorbereitung für den zentralen Hauptschulabschluss im 9. Jahrgang der Paul-Hindemith-Schule • Auf LOS geht´s los – Filmdokumentation aller LOS Projekte durch arbeitslose Jugendliche • Mehr Gallus – multimediale Erkundung eines Stdatteils • Projekt für junge Aussiedlerinnen und Aussiedler im Gallusviertel • Kulturpädagogisches Projekt zum Thema „4 Elemente“ im Stadtteil Gallus • Elternberatung für türkische Eltern • Basiskurs berufliche Orientierung für Frauen • Pädagogische und medizinische Weiterbildung für Honorarkräfte in der Kinderbetreuung • • Deutschkurs für türkische Frauen • Deutschkurs für MigrantInnen • Individuelle Lernberatung – Lernwerkstatt Gallus • 108 „Neuland“ – erstellung einer Musterfläche zum Thema „Wanderungsspuren im Gallus“ durch arbeitslose Migrantinnen und Migranten Card – Team – Übernahme von niedrigschwellige Dienstleistungen durch Sozialhilfeempfänger sowie Schulung und Beratung • Spielplatzbetreuung durch drei arbeitslose Bewohner • Kiezläuferinnen und Kiezläufer Gallus Berufsorientierung für Jugendliche* Projekt zur Alphabetisierung* Fachkonferenz Eltern-Pädagogische Einrichtung* Förderjahr 2006 – 2007 • Frühe Berufsorientierung von benachteiligten Jugendlichen – Mentorinnen- und Mentorenprojekt • Mit Mut in den Beruf • Stadtteilzeitung Gallus • Bewerbungssimulation durch Theater für Jugendliche • Dokumentation der LOS Broschüre durch 2 arbeitslose Jugendliche • Bolzplatz Galluspark – Mit LOS geht´s los! • Ausbildung? – ja bitte! • Netzwerk Praxisjahr • Basiskurs berufliche Orientierung • Qualifizierung von Frauen mit dem Ziel der Existenzgründung zur Tagesmutter • Fachkonferenz zur Kooperation von Eltern mit pädagogischen Einrichtungen • Lernen mit und von Eltern • Elternarbeit in der Berufsorientierung benachteiligter Jugendlicher • Elterncafé in der Paul-Hindemith-Schule • Nachbarschaftstreff Gallus • Erstellung eines sozialen Wegweisers • Qualifizierung zur/m öffentlichen Schreiber/in • Spielplatzbetreuung Spielplatzbetreuung* * im Rahmen der Mikroprojekte LOS und SVO für Veröffentlichungszwecke des Stadtplanungsamtes zur Verfügung gestellt 109 Förderjahr 2007 – 2008 • Fahrradwerkstat Koblenzer Strasse • Unternehmen Bolzplatz Galluspark • Vorbereitung zum Einstieg ins Berufsleben für Frauen ohne berufliche Qualifikation • Mutterschule für Frauen mit kleinen Kindern zwischen 0-3 Jahren • Geschichtswerkstatt „Schlappeschneider“ – die jüdische Schuhfirma Schneider im Gallus • Neue Zugänge in Ausbildung und Beschäftigung • Lernpartnerschaften an der Paul-Hindemith-Schule • Elterncafé in der Paul-Hindemith-Schule • Schulung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen im Nachbarschaftstreff Gallus • Sprache, Freizeit, Kultur- Integrationsvielfalt für Migrantinnen und Migranten • Nachbarn im Gallus: Verstetigung und Ausbau der Vereinsaktivitäten im Nachbarschaftstreff • Englischsprachkurs für Jugendliche an der Bürgermeister-Grimm-Förderschule • Sprachkurs für Migrantinnen und Migranten mit Kinderbetreuung • Kiezläuferinnen und Kiezläufer im Gallus • Offene Hausaufgabenbetreuung Fair Play Banner am neuen Bolzplatz Galluspark Förderjahr 2008 – 2009 • Mit Qualität in Ausbildung • Unternehmen Bolzplatz II • Geschichtswerkstatt Frankfurter Sportstätten • Lehrgang zur ambulanten Altenbetreuung • Berufliche Orientierung – niedrigschwelliges, kompetenzorientiertes Förderangebot für Alleinerziehende 110 • PC – Grundlagen für Frauen • Bildung vermitteln – Ressourcen stärken! • „Ich würde wieder gerne arbeiten“ • Integrationsprojekt für Migrantinnen und Migranten durch gesellschaftliche Teilhabe • Musikstudio für Jugendliche und junge Erwachsene • Fahrradwerkstatt Koblenzer Strasse • Offene Hausaufgabenbetreuung mit anschließender Kreativwerkstatt SVO – Stärken vor Ort Nach dem erfolgreichen Verlauf des Vorgängerprogramms Lokales Kapital für soziale Zwecke, konnte auch das Programm STÄRKEN VOR ORT erfolgreich im Gallus umgesetzt werden. Es wurden 30 Mikroprojekte durchgeführt, über 800 Bewohnerinnen und Bewohner des Gallus in ihren Talente und Stärken gefördert. Auch wenn die Mikroprojekte zeitlich befristet waren, konnten Aktivitäten in dauerhafte Angebote integriert werden. Programm Stärken vor Ort - SVO 2010 - 2011 • Aktive Väter – Einblicke für Jugendliche in die Berufswelt • Hausaufgabenhilfe und Einzelbetreuung im Jugendzentrum Gallus • Intensiv Kreativ – HipHop schafft Zugänge zur Sprachförderung • Fahrradwerkstatt Koblenzer Strasse • Musikstudio Koblenzer Strasse • Schreibwerkstatt – Förderung von Schreib-Lese und Sprach kompetenz • Gescheckt?! – Hausaufgabenbetreuung für Jugendliche • Deeskalations- und Selbstbehauptungstraining • Aufbaukurs PC-Grundlagen für Frauen und Nutzung des PC´s im multimedialen Bereich • Unser Kochbuch – ein Arbeitsprojekt zur Alphabetisierung • Wir lernen deutsch – Deutschsprachkurs für Frauen mit Migrationshintergrund • Qualifizierung in den Grundlagen der Kindererziehung • Ambulante Betreuung älterer Menschen • „Wo ist Papa?“ Studie zum Verschwinden der Väter aus der pädagogischen Situation • Aktive Väter in Bildung und Erziehung+ Fahrradwerkstatt Koblenzer Straße* * im Rahmen der Mikroprojekte LOS und SVO für Veröffentlichungszwecke des Stadtplanungsamtes zur Verfügung gestellt Nutzung des PCs im multimedialen Bereich* Aktive Väter in Bildung und Erziehung* 111 Publikationen der Geschichtswerkstatt Gallus und Autoren „Kamerun – das sind wir“, Autorin: Irmgard Lauer-Seidelmann und „Was das Gallus bewegte“ – Autorin: Hanne Emrich © Irmgard Lauer-Seidelmann und Hanne Emrich 7.3 Geschichtswerkstatt Die Geschichtswerkstatt Gallus ist eine offene Gruppe von geschichtsinteressierten Bewohnerinnen und Bewohner des Gallus, die sich im Rahmen des Projekts Soziale Stadt Gallus „gefunden“ haben. Vier von ihnen wurden für das Projekt Stadtteilhistoriker der Stiftung Polytechnische Gesellschaft ausgewählt und in ihren Projekten wissenschaftlich unterstützt. Die Publikationen, die hier entstanden sind, – „Was das Gallus bewegte“ von Hanne Emrich, „Von der Straße nach Mainz zur Mainzer Landstraße“ von Renate Ullrich sowie „Kamerun – das sind wir“ von Irmgard Lauer-Seidelmann – gibt es inzwischen schon in mehreren Auflagen. Die Geschichtswerkstatt recherchiert zu den vielfältigen Aspekten der Sozial-, Industrie- und Sportgeschichte des Stadtteils. Lesen kann man die Artikel in dem monatlich erscheinenden Info „Die Geschichtswerkstatt Gallus berichtet“, die Bildersammlungen sind in den Wechselausstellungen im Schaufenster der Geschichtswerkstatt im Stadtteilbüro „Soziale Stadt Gallus“ zu sehen. Seit 2012 gibt es den jährlich erscheinenden Historischen Kalender der Geschichtswerkstatt mit immer wieder überraschend unbekannten Fotos zu bekannten und unentdeckten Orten. Historisches Radrennen Die Geschichtswerkstatt Gallus initiiert und beteiligt viele Aktionen und Veranstaltungen im Stadtteil. Herauszustellen sind das Historische Geschäftsradrennen auf der Frankenallee 2010, Stolpersteinverlegungen oder das Erinnern an den Ausschwitzprozess im Haus Gallus. Die Geschichtswerkstatt begleitet regelmäßig themenbezogene Stadtteilrundgänge. 2014 wurden an der Galluswarte Tafeln zur Geschichte des Kulturdenkmals angebracht. Ausführliche Publikationen zur 600jährigen Geschichte der historischen Galluswarte sowie zur Firmengeschichte der Leuchtenfabrik „Bünte & Remmler“ werden durch die Geschichtswerkstatt erarbeitet. Die Geschichtswerkstatt besteht aus engagierten „Gallus-Interessierten“ – namentlich sind dies: Hanne Emrich, Irmgard-Lauer-Seidelmann, Helga Roos, Renate Ullrich, Jürgen Emrich, Harald Faber, Thomas Sock, Nikolaus Werner. 112 7.4 Das Kiezläuferprojekt Das Kiezläuferprojekt liegt in der Trägerschaft des Caritasverbandes Frankfurt. Was machen Kiezläuferinnen und Kiezläufer? Sie sind aufmerksame und hilfsbereite Menschen, die im Stadtteil unterwegs sind und Kontaktpersonen für die Bewohnerinnen und Bewohner. Im Auftrag des Caritasverbandes Frankfurt sind sie unterwegs im Stadtteil. Wer Fragen hat, findet bei den Kiezläuferinnen und Kiezläufer ein offenes Ohr. Sie knüpfen Kontakte und informieren über Angebote im Stadtteil. Sie kümmern sich aber auch, wenn gewünscht, um Probleme, Sorgen und Nöte der Menschen. Wenn es um schwierigere Probleme geht, vermitteln sie Unterstützung zu Fachstellen. Die Kiezläuferinnen und Kiezläufer schalten sich vermittelnd ein bei Konflikten im Quartier. Sie sorgen für mehr Verantwortungsbewusstsein und gegenseitige Rücksichtnahme in der Nachbarschaft. Eine Besonderheit des Kiezläuferprojekts ist, dass Kiezläuferinnen und Kiezläufer selbst im Gallus wohnen. Das macht sie zu echten Expertinnen und Experten für die Anliegen der Menschen, die dort wohnen. Durch aufsuchende Kontaktarbeit sorgen sie dafür, dass Menschen zueinander finden. Anregungen und Ideen, die in den Gesprächen aufkommen, können, sofern erforderlich, gezielt an die dafür zuständigen Stellen weitergeleitet werden. Eine gute Kommunikation und der Abbau von Missverständnissen sind dadurch möglich. Die Kiezläuferinnen und Kiezläufer sind im Quartier bekannt. Das schafft kurze Wege zu den Menschen und den Institutionen und trägt zu einer besseren Vernetzung und besseren Kontakten untereinander bei. Durch regelmäßige Schulungen sind sie vorbereitet, bei Konflikten im öffentlichen Raum klärend einzugreifen. Auf diese Weise fördern Kiezläuferinnen und Kiezläufer die Entwicklung einer konstruktiven Konfliktkultur in der Nachbarschaft. 7.5 „Hilfenetz“ – nachbarschaftliche Hilfen im Stadtteil Das Hilfenetz hilft Seniorinnen und Senioren, behinderten und kranken Menschen, das alltägliche Leben zu Haus besser zu bewältigen. Das Projekt umfasst die Vermittlung von Alltags- und Haushaltshilfen unterschiedlichster Art. Es unterstützt bei der täglichen Lebensführung, Bewältigung des Alltags und ermöglicht Seniorinnen und Senioren eine lange Selbständigkeit im eigenen Zuhause. Das Hilfenetz bietet • • • • • • • • • • • Haushaltshilfen Putzen Einkaufen Botengänge Treppenhausreinigung Fensterputzen/Vorhänge reinigen Gartenarbeiten Kleine Reparaturen Begleitung zum Arzt Spazierengehen Betreuungsdienste Die Helferinnen und Helfer sind Menschen aller Altersgruppen aus der Nachbarschaft und dem Stadtteil. Sie werden sorgfältig ausgewählt und angeleitet und sind beim Caritasverband Frankfurt angestellt. Während der Dauer ihres Einsatzes werden sie für die Tätigkeiten in den verschiedenen Bereichen geschult. Mit der Beschäftigung ist die Möglichkeit des Zuverdiensts für Personen mit geringem Einkommen verbunden. Dazu werden die Helferinnen und Helfer im Caritasverband im Rahmen von Nebentätigkeiten angestellt und sind während des Einsatzes in den Haushalten haftpflicht- und unfallversichert. Das Projekt „Hilfenetze“ wird von evangelischen und katholischen Kirchengemeinden mit dem Caritasverband Frankfurt e. V. getragen. In ihren Stadtteilen unterstützen und begleiten die Kirchengemeinden die Hilfenetze mit großem ehrenamtlichen Engagement. Ehrenamtliche Beraterinnen und Berater Im Projekt „Rat & Tat“, © Caritasverband Frankfurt e.V.* * im Rahmen von HEGISS Innovationen für Veröffentlichungszwecke des Stadtplanungsamtes zur Verfügung gestellt 113 Ehrenamtliche Beraterinnen und Berater Im Projekt „Rat & Tat“, © Caritasverband Frankfurt e.V.* 7.6 Ökumenisches Projekt Rat und Tat Offenes Ohr für Nachbarn in Not – Es gibt Situationen im Leben, die schwer zu meistern sind, wie zum Beispiel Armut, Arbeitslosigkeit, Stress mit Ämtern, ein ungesicherter Aufenthaltsstatus, Trennung, Schwangerschaft, Einsamkeit oder Überschuldung. Solche Notlagen kann man leichter mit Hilfe von Außen überwinden. Für Menschen in solchen Situationen gibt es im Gallus das ehrenamtliche Projekt „Rat & Tat“. Hier suchen ehrenamtliche Beraterinnen und Berater mit den Ratsuchenden nach Lösungen: Sie haben Zeit, hören zu, gehen auf ihr Gegenüber ein und klären im Gespräch, wie sich die Probleme in einzelnen Schritten lösen lassen können. Das Gallus ist ein multikultureller Stadtteil – Der Anteil der Bewohnerinnen und Bewohner mit Migrationshinweis liegt bei 57,6%, sie sprechen unterschiedliche Sprachen und gehören verschiedenen Religionen an. Die kulturelle Vielfalt des Stadtteils spiegelt sich auch im Beraterteam wieder: Die Ehrenamtlichen sind katholische und evangelische Christen, Mitglieder der Moscheegemeinden und ebenso Menschen, die sich keiner Religion zugehörig fühlen. Sie bieten zurzeit Beratung in Deutsch, Französisch, Arabisch, Berberisch, Kosovo-albanisch, Spanisch und Englisch an. Diese kulturelle Vielfalt macht das Projekt „Rat & Tat“ als ein Projekt der gelebten Nachbarschaftshilfe besonders wertvoll. Professionelle Begleitung der Ehrenamtlichen – Um den Ratsuchenden weiterhelfen zu können, werden alle ehrenamtlichen BeraterInnen fachlich von Hauptamtlichen des Caritas-Quartiersmanagements und der katholischen und evangelischen Gemeinden im Gallus qualifiziert und begleitet. In Fortbildungen zu Themen wie „Interkulturelle Kompetenz“, „Beratungskompetenz“ und „Konstruktiver Umgang mit Konflikten und Nachbarschaftsstreit“ eignen sich die Ehrenamtlichen Fachwissen für ihre tägliche Arbeit an. Innitiert wurde das Projekt vom Caritasverband Frankfurt e.V., den katholischen Kirchengemeinden Sankt Gallus und Maria Hilf sowie der evangelischen Kirchengemeinde Frieden und Versöhnung. Die ehrenamtliche Beratung ist im Stadtteilbüro Aktive Nachbarschaft Gallus verankert. Auszeichnungen Das Nachbarschaftsprojekt „Rat und Tat“ wurde für sein Wirken bisher mehrfach ausgezeichnet. 2011 erhielt das Projekt den Nachbarschaftspreis der Stadt Frankfurt am Main; 2012 wurde „Rat und Tat“ als wirkungsvolles Beispiel zivilen Engagements im Rahmen des Wettbewerbs „Aktive für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet. 2013 erhielten die Engagierten den Senfkornpreis für beispielhaftes soziales Engagement. 114 * im Rahmen von HEGISS Innovationen für Veröffentlichungszwecke des Stadtplanungsamtes zur Verfügung gestellt 8. „Das Gallus macht sich“ 8.1 Erfolge vor Ort: Die Mischung macht’s Die Grundlage für das Projekt „Soziale Stadt Gallus“ bildete eine Erneuerungsstrategie unter dem Leitmotiv „Das Gallus macht sich!“, welche die vorhandenen kulturellen, kreativen und baulich-räumlichen Potenziale einbezog. Im Kern waren es folgende Maßnahmenbereiche, die im Stadtteil einen deutlichen Umschwung herbeiführten: • • • • • • Aufwertende Maßnahmen im Wohnumfeld und im Öffentlichen Raum Entwicklung funktionaler, gelebter Identifikationsräume, z.B. Teves-West Entwicklung des Stadtteileingangs „Galluswarte“ Neubauten und Umnutzungen leerstehender Areale und Gebäude Aktivierung des Nachbarschaftslebens Leuchtturmprojekte „Soziokulturelles Zentrum Teves-West“ und „Quartierspavillon Quäkerwiese mit der neugestalteten Frankenallee“ Die im Integrierten Handlungskonzept formulierten Projektschwerpunkte im nicht-investiven Bereich konnten im Wesentlichen durch flankierende Fördermöglichkeiten der HEGISS-Innovationen sowie durch Projekte aus den Programmen LOS, SVO und KuQ realisiert werden. Weiterhin flossen Finanzmittel aus dem „Frankfurter Programm zur Modernisierung des Wohnungsbestandes“ und aus dem Programm „Schöneres Frankfurt“ sowie aus ergänzenden Eigenmitteln verschiedener Ämter der Stadt Frankfurt ein. 8.2 Verfügungsfonds Mit Ende des offiziellen 10-jährigen Verfahrenszeitraums im Programm Soziale Stadt Gallus wurde der Stadtteilbeirat noch einmal für die Verstetigungsphase 2013 – 2014 befürwortet. Die Neuwahlen für den Stadtteilbeirat 2013/2014 wurden im April 2013 durchgeführt, die 1. konstituierende Sitzung fand bereits Anfang Mai statt. Seitdem tagte der Beirat alle 6-8 Wochen, beriet über aktuelle Themen der Stadtteilentwicklung und beschloss Anträge zur Förderung aus dem sogenannten „Verfügungsfonds“. Der „Verfügungsfonds“ wurde durch die Stadt Frankfurt am Main als Beitrag für die Verstetigung und Nachsorge 2013 und 2014 in Höhe von jährlich 18.000 € zur Durchführung von lokalen, nicht-investiven Kleinprojekten zur Stärkung des Bewohnerengagements und zur Förderung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts im Quartier zur Verfügung gestellt. Dieses „Budget“ erlaubte es eigenständig kleinere soziale und nachbarschaftsfördernde Projekte durchzuführen. Dies stärkte das bestehende Bewohnerengagement im Quartier, gestaltete das Zusammenleben in den heterogenen Nachbarschaften und förderte die Identifikation mit dem eigenen Wohnumfeld. Die Verwaltung des Fonds oblag treuhänderisch dem Quartiersmanagement, die Entscheidung über die beantragten Projekte erfolgte im Stadtteilbeirat nach festgelegten Regularien. In den Jahren 2013 und 2014 konnten damit 10 Projekte ermöglicht und unterstützt werden: 115 Mädchenfußball-AG der Ackermannschule und der Bürgermeister-Grimm-Schule im westlichen Gallus ein sportliches Angebot für Mädchen, die neue Kontakte knüpfen und Teamgeist entwickeln wollen bei gemeinsamen Unternehmungen, wie Treffen zum Fußballspielen, Ausflüge, und ein großes Gallusturnier wurden umgesetzt. Die Zielgruppe waren Schülerinnen der 3. Klasse der Ackermannschule sowie Schülerinnen der 5. Klasse der Bürgermeister-Grimm-Schule. Die Beantragung erfolgte durch die Fördervereine der Ackermannschule und der Bürgermeister-GrimmSchule Mädchen beim Fussballturnier der Ackermannschule und Bürgermeister Grimm Schule © Ackermannschule* 19. Sindlinger Straßenfest am 21. September 2013 Projektziel war die Festigung der nachbarschaftlichen Beziehungen, Knüpfung neuer Kontakte und Einbindung der neuen Bewohnerinnen und Bewohner rings um die Sindlinger Straße. Die Beantragung erfolgte durch das Festkomitee des Sindlinger Straßenfestes Koblenzer Straßenfest am 31. August 2013 ein Straßenfest im östlichen Gallus mit vielfältigen Aktionen sowie künstlerischen und musikalische Darbietungen sowie - Fahrradversteigerung und Flohmarkt - Spielstationen für Jung und Alt sowie ein Kinderprogramm - Informationsausstellung über Aktivitäten des Vereins und anderer Initiativen. Projektziel war die Förderung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts, die Einbindung und Integration neuer Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Stärkung nachbarschaftlicher Beziehungen auch zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sowie zu Bewohnerinnen und Bewohner des Europaviertels. Zielgruppe waren die Bewohnerinnen und Bewohner der Koblenzer Straße und die des angrenzenden Europaviertels. Die Beantragung erfolgte durch die Stadtteilinitiative Koblenzer Straße e. V. 116 * im Rahmen des Verfügungsfondsprojektes für Veröffentlichungszwecke des Stadtplanungsamtes zur Verfügung gestellt Impressionen der im Rahmen der Verfügungsfondsprojekte durchgeführten Straßenfeste* vom vom Wegsehen und Hinsehen. Vergessen und Erinnern. Fragmente zum Zwangsarbeiterlager Ackermannwiese der Firma Alfred Teves Titelblatt Publikation „Kriegsgefangenengedenken an der Ackermannwiese“ © Helga Roos* Kriegsgefangenengedenken an der Ackermannwiese eine Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte zugunsten einer kollektiven Erinnerungskultur und eines antifaschistischen Bewusstseins. Die Ackermannwiese war nach 1943 Standort eines Kriegsgefangenenlagers. Besonders russische Kriegsgefangene litten in diesem Lager, das unter Regie der Teves AG erbaut wurde, unter Zwangsarbeit, Misshandlungen, mangelnder Ernährung und daraus folgenden Krankheiten. An diese Gefangenen sowie an den Widerstandskämpfer Karl Johann Weißbecker soll mit diesem Projekt erinnert werden. Projektziel war die Schaffung eines Erinnerungs- und Mahnmals für das Zwangsarbeiterlager, die Einbeziehung von Bewohnerinnen und Bewohner unterschiedlicher Generationen sowie die Schaffung von Identifikation mit dem Zeitgeschehen an diesem Ort. Die Beantragung erfolgte durch Helga Roos, Tobias Müller, Thomas Sock. 118 * im Rahmen des Verfügungsfondsprojektes für Veröffentlichungszwecke des Stadtplanungsamtes zur Verfügung gestellt Impressionen Entstehung des Verfügungsfondsprojektes „Essbares Teves“* „Essbares Tevesgelände“ - ein Projekt, das Kindern und Jugendlichen eine bewusste und gesunde Ernährung eröffnet und das Stadtteilrestaurant mit frischen Lebensmitteln versorgt, in dem Hochbeete mit unterschiedlichen Gemüse- und Kräuterarten gebaut, bepflanzt und geerntet werden. Projektziele waren die gemeinsame Aktivität der Kinder und Jugendlichen bei dem Bau der Hochbeetkästen und ihrer Bepflanzung. Ziele waren: - Steigerung der Attraktivität des Geländes durch Begrünung, - Versorgung der Nutzer und des Hausaufgabentreffs des Stadtteilrestaurants „Startorante“ mit eigenem Gemüse und Kräutern als Beitrag zur Nachhaltigkeit. Die Beantragung erfolgte durch Faprik e.V. 119 Abrissmaßnahmen an der Galluswarte, 1905 © Fotograf Welcke, HMF – C 15815a und C 15816 Die Galluswarte um 1935 ISG, Sig. 12204 Die Galluswarte um 1955 © Hanne Emrich 120 Postkarte Die Galluswarte um 1935 © ISG 600 Jahre Galluswarte Eine Aufarbeitung der 600-jährigen Geschichte des ältesten erhaltenen Bauwerkes und Wahrzeichen im Gallus – die Galluswarte. Die Geschichte des im Stadtteil ältesten erhaltenen Bauwerkes wurde detailliert recherchiert und in einer Publikation im Buchformat dargestellt. Dabei konnten noch vorhandene Bilder und Karten in die Illustration einbezogen werden. Damit sollte einerseits die geschichtliche Dimension der Warte aufgearbeitet, andererseits ein Bezug der heute im Gallus lebenden Bürger zu ihrem Stadtteil hergestellt werden. Projektziel war die Aufbereitung der Geschichte der Galluswarte zur Information und Verbesserung des Verständnisses der Bewohner für ihren Stadtteil. Die Beantragung erfolgte durch die StadtteilhistorikerInnen Hanne Emrich, Jürgen Emrich, Renate Ullrich, Irmgard Lauer-Seidelmann Titelbild der Publikation „Weit draußen vor den Thoren der Stadt...– 600 Jahre Galluswarte © Hanne Emrich und Renate Ullrich Gün-Treff ein Projekt zur sozialen und künstlerischen Aufarbeitung und Aufklärung des Themas „Ernährung und Umwelt“ für junge Frauen und Mädchen mit Integrationshintergrund. In regelmäßigen Zeitabständen treffen sich Hausfrauen mit Migrationshintergrund abwechselnd in Wohnungen, in denen sie gemeinsam gesund speisen und dabei ihre Sorgen und alltäglichen Probleme austauschen. Diese türkische Tradition wird als „Gün“ bezeichnet und im Projekt „Gün-Treff“ aufgenommen. Den Frauen wird durch das Gün als soziales Netzwerk die Möglichkeit geboten ihre alltäglichen Erfahrungen zu gesunder Ernährung und Familie auszutauschen und eine bewusstere Haltung zu sich selbst einzunehmen. Projektziel war die Förderung des Ernährungs- und Umweltbewusstseins sowie der Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmerinnen. Die Beantragung erfolgte durch den Verein Ora da! e. V. Gün Treff im Günes Theater © Ora da! E.V.* * im Rahmen des Verfügungsfondsprojektes für Veröffentlichungszwecke des Stadtplanungsamtes zur Verfügung gestellt 121 Leuchtenfabrik Bünte und Remmler, Lahnstraße 60-68, um 1904 © Mitarbeiter Bünte und Remmler Mitarbeiter Bünte und Remmler Chronologische Firmengeschichte von Victor Bünte und Norbert Neumann „Ein Stück Industriegeschichte – die Leuchtenfabrik Bünte & Remmler“ Die im Gallus ansässige Firma Bünte & Remmler stellte hochwertige Lampen nach den Entwürfen berühmter Designer, u. a. auch aus dem Bauhaus Dessau her. Der Firmeninhaber Remmler rekonstruierte seit den 50iger Jahren die Geschichte seiner Firma aus dem Gedächtnis, da die Unterlagen im Krieg zerstört wurden. Aus diesem Material entstand nun ein Buch über die Ansiedlung dieser bemerkenswerten Firma im Gallus in der Zeit zwischen den Weltkriegen sowie die Zusammenarbeit mit anderen Betrieben im Gallus, aber auch mit Darstellungen der berühmten Lampenentwürfe. Die Beantragung erfolgte durch die Stadtteilhistoriker Irmgard Lauer-Seidelmann, Thomas Sock, Bernd Dreher und Gerlinde Harrand Eingang Bünte und Remmler Chronologische Firmengeschichte von Victor Bünte und Norbert Neumann 122 Titelseite Firmengeschichte Bünte und Remmler © Irmgard Lauer-Seidelmann Abschlussbericht Dank Wir danken dem Beirat Soziale Stadt Gallus her für die großzügige Förderung unserer Projektwo 100 – Jahr – Feier der Ackermannschule durch den Verfügungsfonds der Stadt Frankfurt Main/ Stadtplanungsamt. Abschlussbericht Mit freundlichen Grüßen Zirkusprojekt Laluna Einen Einblick in das Zirkusleben, auch hinter dessen Kulissen, erhielten die Schüler der Ackermannschule Oktober 2014 durch die Erarbeitung eigener Darbietungen gemeinsam mit den Künstlern sowie durch die Aufführung der einstudierten Stücke innerhalb zweier Zirkusvorstellungen am 17. Oktober 2014. Projektziele waren die Förderung des Zusammenhalts innerhalb der Schülergruppen, die Erfahrung von besonderer Würdigung durch die Vorstellung eigener Darbietungen, die Stärkung des Selbstbewusstseins und das Kennenlernen der Zirkuswelt als einer neuen Erfahrungs- und Entfaltungswelt. Nanna Feirer-Schanz Die Beantragung erfolgte durch den Förderverein der Ackermannschule Stadt Frankfurt a. Main e. V. Eine Woche im, um und überAckermannschule den Zirkus Laluna Schulleiterin der Eine spannende Woche für Kinder von 5-10 Jahren, in der sich alles um den Zirkus LaLuna und die 100-jährige Geschichte der Ackermannschule dreht. Der Workshop „Trommeln“ ermöglichte ein Kennenlernen des Musikinstruments Djembé und das Erlernen von Grundrhythmen, Schlagtechniken sowie 1-2 Trommelstücken. Der 2. Workshop „Als Reporter unterwegs“ begleitete und dokumentierte die parallel stattfindende Zirkusprojektwoche sowie die Geschichte der Ackermannschule und das Leben im Gallus vor 100 Jahren. Projektziele waren die gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe von Kindern, die Förderung des Gemeinschafts- und Verantwortungsgefühls innerhalb einer Gruppe, innerhalb der Schulgemeinschaft und innerhalb des Stadtteils. Außerdem die Erfahrung von Wertschätzung der eigenen Arbeiten durch die öffentliche Präsentation der Ergebnisse der teilnehmenden Kindern und die Begegnung und das gemeinsame Feiern von Jung und Alt im Gallus. Die Beantragung erfolgte durch den Förderverein der Ackermannschule Stadt Frankfurt a. Main e. V. Impressionen Zirkusprojekt Laluna zum 100jährigen Jubiläum der Ackermannschule © Ackermannschule* Seite 5 Seite 9 von Seite Der in den letzten zwei Jahren angebotene Verfügungsfonds ermöglichte die Finanzierung von Aktivitäten, die durch die Nachbarschaften eigenständig geplant und durchgeführt wurden. Es wurden kleine, für den Stadtteil wirksame Projekte gefördert, die ohne finanziellen Zuschuss in dieser Form nur schwer hätten realisiert werden können. * im Rahmen des Verfügungsfondsprojektes für Veröffentlichungszwecke des Stadtplanungsamtes zur Verfügung gestellt 123 8.3 Neues Wohnen im Gallus Im Gallus entsteht ebenso wie in der Gesamtstadt neuer Wohnraum. Grund ist eine wachsende Nachfrage an Wohnraum. Die städtische Bauberatung zu den Konversionsprojekten im Gallus konnte durch Bezugnahme auf das Projekt der Sozialen Stadt besonders erfolgreich für die Schaffung geförderten Wohnungsbaus argumentieren. Aus ehemals gewerblich genutzten Grundstücken entstanden bzw. entstehen neue Wohnbauflächen. Bis September 2016 waren insgesamt ca. 4.050 neue Wohnungen beantragt oder im Bebauungsplanverfahren befindlich bzw. bereits realisiert. Davon wurden 610 Wohnungen als Studentenwohnungen erstellt. Stadtkarte mit neuen Wohnbauvorhaben Neues Wohnen „Frank an der Frankenallee“ 124 Neues Wohnen in den Adlerquartieren, Kleyerstraße Neues Wohnen auf dem ehemaligen Gelände Georg von Opel, Mainzer Landstraße 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. Neues Wohnen an der Lahnstraße 37-41 Friedrich-Ebert-Siedlung – Cordierstraße 8-22 mit 130 Wohnungen „Kleyerquartier“ auf dem ehemaligen Avaya-Gelände mit 1200 Wohnungen, davon 30 % geförderte Wohnungen Mainzer Landstraße 372 mit 60 Wohnungen Mainzer Landstraße, ehemaliges Gelände Georg v. Opel mit 300 Wohnungen sowie Einzelhandel Mainzer Landstraße – ehemaliges Gelände Holz Fiedler mit 310 Wohnungen Rebstöcker Straße/Lahnstraße – ehemaliges Gelände Messer Griesheim, heute „Lahn`sche Höfe“ mit 350 Wohnungen, eine Kita sowie ein Wohnhaus für Studierende mit 230 Appartments Lahnstraße 37-41 mit 160 Wohnungen Mainzer Landstraße – ehemaliges Ordnungsamt mit 380 Wohnungen für Studenten Frankenallee/Flörsheimer Straße – ehemaliges Gelände Daimler Benz, heute „Frank an der Frankenallee“ mit 139 frei finanzierten und 49 geförderten Wohnungen Kostheimer Straße 10-16 mit 50 Wohnungen Kölner Straße 82 mit 80 Wohnungen Kleyer Straße – Adlerquartiere mit 470 Wohnungen Weilburger Straße mit 140 Wohnungen 8.4 Geförderter Wohnungsbau Wohnbauvorhaben mit städtischen und Landesmitteln gefördert mit dem Ziel, Wohnraum für bestimmte untere und mittlere Einkommensschichten bereitzustellen. Die Wohnungen sind für 20 Jahre an die Vorgabe gebunden, die Wohnungen entsprechend zu vermieten. Im Förderzeitraum 2004 – 2012 wurde eine Gesamtfördersumme von brutto 34.325.333 € eingesetzt. 184 geförderte Wohnungen im Geltungsbereich : 1. Mainzer Landstraße 240/4 WE (ABG FH) 2. Mammolshainer Straße 40 – 44/28 WE (ABG FH) 3. Hattersheimer Straße 21-27/33 WE (ABH FH) 4. Flörsheimer Straße 10 – 16/Frankenallee/49 WE (s. auch 8.3, Nr.9) (Frank GmbH) 5. Poststraße/67 WE (Groß und Partner GmbH) 125 9. Resümée nach rund 12 Jahren Programmlaufzeit Was wurde erreicht in dem Programm „Soziale Stadt Gallus“, worauf kann der Stadtteil mit Blick auf die anstehenden zukünftigen Herausforderungen zurückgreifen? Diese Frage ist am Ende der langen Laufzeit 2001 – 2014 nicht einfach zu beantworten. Das Image des Stadtteils in den 1990er Jahren war kein Gutes. Inzwischen hat es sich zum Positiven gewandelt. Vom tendenziell unterschätzten und zum Teil stigmatisierten Stadtteil hin zu einem anregend gemischten, selbstbewussten und lebenswerten Stadtteil. Für die meisten Menschen, mit denen die Stadt im Rahmen des Soziale Stadt Prozesses ins Gespräch kam, war und ist das Gallus ein Stadtteil, mit dem sich viele Menschen gut identifizieren können und für den sich ein persönliches Engagement lohnt – für ein aktives Nachbarschaftsleben, für gemeinsame Freiräume, für neue Projekte und Anlässe zu Kommunikation und Gemeinschaft. Das Gallus besitzt eine bemerkenswert kreative Anpassungsfähigkeit. Schon oft hat sich dieser Stadtteil in seiner wechselvollen Geschichte neu erfinden und ausrichten müssen. Die Entdeckung und Erneuerung des Gallus mit seinen ehemals großen gewerblichen Konversionsflächen, der Nähe zu den zentralen Verkehrsinfrastrukturen wie auch zur Frankfurter Innenstadt wäre zwar vermutlich auch ohne das Erneuerungsverfahren Soziale Stadt erfolgt. Jedoch hat gerade die intensive Betreuung und Begleitung des Stadtteils durch die Soziale Stadt dessen Wandlung von einem gewerblich-industriell geprägten Quartier zu einem verdichteten und gemischten Wohnstandort maßgeblich qualitativ vorbereiten und mitgestalten können. Dabei boten die zahlreichen Partizipationsformate Raum für bürgerschaftlichen Dialog und das Angebot, als Bewohnerin und Bewohner bei der Entwicklung und Gestaltung komplexer städtebaulicher Maßnahmen im Wohnumfeld ebenso wie in den öffentlichen Freiräumen mitwirken zu können. Letztlich waren es aber auch die nicht-investiven Maßnahmen, die den Menschen im Quartier ein neues Selbstbewusstsein und ein erhöhtes Maß an Verantwortung und Kompetenz ihr Lebensumfeld verliehen haben. Die auf Basis des städtischen Verfügungsfonds realisierten Projekte der letzten beiden Jahre 2013 - 2014 haben das Stadtteilleben kulturell und sozial maßgeblich bereichert. Im Sinne der Zielsetzungen des Bund - Länder -Programms „Soziale Stadt“ konnte sich das Gallus seiner räumlichen und sozialen Potentiale bewusst werden, seine Qualitäten neu ausrichten und sich für die Aufgaben eines nachgefragten, innenstadtnahen Stadtteils in Zeiten einer sich weiter verdichtenden Gesamtstadt erfolgreich aufstellen. 126 Danke Für das oftmals langjährige Engagement in dem insgesamt über 12 jährigen Erneuerungsprozess in der Sozialen Stadt Gallus möchte wir uns sehr herzlich bedanken bei den BewohnerInnen in den vier Stadtteilbeiratsgremien von 2004 bis 2014: Herr Peter Bauernfeind, Frau Eva Bloch-Ibn-Abdulai, Herr Thomas Kusch, Frau Riitta Lamminmäki, Frau Kerstin Quetsch, Herr Thomas Reck, Herr Frank Reinecke, Frau Özdem Saglam, Frau Brita S ­ chnitzler, Herr Wolfgang Schwing, Herr Athanasios Stergiakas, Herr Detlev v. Mayenburg, Frau Alexandra ­Meißner, Frau Sara Cepelinski, Frau Dorothee Denecke, Herr Herbert Senf, Frau Anita Glatzel, Herr ­Michael Rauchfuß, Herr Danny Lettkemann, Frau Heike Reukauf, Herr Stefan Dreher, Herr Ali Yüksek, Frau Christine Gocht, Frau Uschi March-Loser, Herr Jochen Hudelmeier, Herr Johannes ­Herkenhoff, Herr M ­ ichael Kraus, Frau Birgit Leu, Herr Lolek Lorey, Herr Ali-Ekber Sener, Herr Walter ­Lorenz, Frau Ingrid Voss, Herr Wilhelm Roeser, Herr Karl Maria Schulte, Frau Karin Moder, Herr Paul Dietzel, Herr Andres Bonilla Rosel, Herr Mehmet Yildirim, Frau Ingrid Abu-Husein, Frau Luxshi ­Raveenthiranthan, Herr Andreas Waibel, Herr Thomas Sock, Herr Pierre N`Gakoutou, Frau Sigrid Steiner-Möller, Frau Luise Reinisch, Frau Anke Schönert, Frau Seraphier Oberhausen, Herr Norbert Zobel, Herr Toralf Kühn, Frau Mareike Gatterburg, Frau Simone Miguel, Frau Susanne Bosch, Herr Hendrik Jedamus, Frau Sybille Wilhelm, Herr Matthias Hauß, Herr Andreas Eberbach, den VertreterInnen der Institutionen und Initiativen von 2004 bis 2014 Herr Hans Heilmann, Herr Stv. Ulrich Baier, Herr Wilhelm Maykötter, Herr Wolfgang Kreickmann, Herr Josef Häfner, Herr Tobias Möller, Herr Winfried Becker, Herr Peter Fey, Herr Müjdat Albak, Frau Petra Väth, Herr Volker Tollkühn, Herr Daniel Rottner, Frau Gisela Ufer, Herr Alexander Reif, Frau Heike R­ eif-Dehlen, Herr Hans-Jürgen Möller, Frau Monika Müßig, Herr Said Amsouji, Herr Mustafa Shahin, Herr Andreas Moritz, Herr Oswald Zöttlein, Herr Helgo Müller, Herr Hans-Joachim Wolf, Herr Stefan ­Schumann, Herr Elias Jreisat, Frau Eva Triantafillidou, Frau Inge Kassel-Hannen, Herr Gisbert Trimborn, Herr Siegfried Wein, Herr Markus Rauchfuß, Herr Alexander Klett, Frau Helga Roos, Herr Andras Riedel, Herr Rolf Räcker, Herr Frank Junker, Herr Michael Haack, Herr Roland Frischkorn, Frau Chrissoula Tamtelen, Herr Ludger Schmiesing, Herr Peter Stein, Herr Nico Bagias, Frau Barbara Breidenbach, Frau Marion Werkhäuser, • den Mitgliedern der Geschichtswerkstatt Gallus – Hanne und Jürgen Emrich, Renate Ullrich, Irmgard Lauer-Seidelmann, Helga Roos, Nikolaus Werner und anderen, • den Mitgliedern der Ehrenamtsgruppe „Rat & Tat“ – Frau Monika Müßig, Christel Mawila, Eva Bloch Ibn Abdulai, Malek Bougibar, Marianne Köhler, Pierre N’Gakoutou, Fares Salah, Saloua H ­ egemann, Shpresa Ajvazi, Sigrid Steiner, Viktoria Schwaiko-Beisner, Paul Kiefer, Stefan Petzold, Wendy Elsner, Luise Reinisch, Stella Molitor-Weber, Carmen Hey, Ingrid Pfänder, • den Mitgliedern des Stadtteilarbeitskreises Gallus und des Hilfenetzes im Gallus, • allen engagierten Initiativen und kulturellen Vereinen, besonders dem Mehrgenerationenhaus ­Kinder im Zentrum mit Ursula Werder, Jessica Wiegand, Franca Schirrmacher u.v.a., dem Gallustheater, dem Galluszentrum, dem Sportkreis Frankfurt e.V. • den Kirchengemeinden und ihren Vertretern Nulf Schade-James, Monika Kittler, Thomas Schmidt, Monika Stanossek, Wolfgang Geister-Mähner, Mariotte Hillebrand, Maria Schmedt • den QuartiersmanagerInnen Franca Schirrmacher, Joachim Fahrwald, dem Caritasteam Michael Heinz, Christian Spoerhase, Lisa Gerdom, Katrin Stahlschmidt, Rudolf Fleckenstein, Maria Schmedt. 127 Impressum Herausgeber Stadt Frankfurt am Main Dezernat Planen und Wohnen Stadtplanungsamt Postanschrift Stadtplanungsamt Frankfurt Kurt-Schumacher-Straße 10 60311 Frankfurt am Main Beiträge und Redaktion Stadtplanungsamt Petra Kanamüller Kristina Oldenburg Gestaltung Stadtplanungsamt, Öffentlichkeitsarbeit Marion Woitalla Druck Thoma Druck, Dreieich-Götzenhain Auflage 350 Frankfurt am Main, Januar 2020 Alle Abbildungen, soweit nicht gesondert gekennzeichnet, sind urheberrechtlich geschützt und Eigentum des Stadtplanungsamtes Frankfurt am Main. Luftbilder: Copyright Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main Kartendarstellungen und Bebauungspläne: Geobasisdaten Copyright Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main sowie Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation 128
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