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Full text: Geflüchtete verbessern ihre Deutschkenntnisse und fühlen sich in Deutschland weiterhin willkommen / Paiva Lareiro, Cristina de (Rights reserved)

1 1 | 2020 BAMF-Kurzanalyse Ausgabe 01|2020 der Kurzanalysen des Forschungszentrums Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge Dritte Welle der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten Geflüchtete verbessern ihre Deutsch­ kenntnisse und fühlen sich in Deutschland weiterhin willkommen von Cristina de Paiva Lareiro, Nina Rother und Manuel Siegert Auf einen Blick „„Die selbsteingeschätzten Deutschkenntnisse der in den Jahren 2013 bis einschließlich 2016 eingereisten Geflüchteten verbessern sich 2018 weiter: 44 Prozent gaben an, (sehr) gute Kenntnisse zu haben. „„Über den Zeitverlauf zeigt sich, dass insbesondere Personen mit einem mittleren Bildungsniveau im letzten Jahr deutliche Fortschritte gemacht haben. Auf der anderen Seite entwickeln sich die Deutschkenntnisse bei Frauen mit Kindern nur langsam weiter. „„Die Teilnahme an verschiedenen Sprachkursangeboten schreitet weiter fort. Nur 15 Prozent haben bisher an noch keiner Maßnahme teilgenommen. Erste Aufholprozesse hinsichtlich der Teilnahme an Sprachkursen zeigen sich bei Personen mit niedrigem Bildungsniveau und Frauen mit älteren Kindern, nicht aber bei Frauen mit Kleinkindern. „„Geflüchtete sind mit ihrem Leben im Durchschnitt weitgehend zufrieden – nur geringfügig weniger als Personen der Aufnahmegesellschaft. Drei Viertel fühlten sich in Deutschland willkommen. Diese Werte sind seit 2016 stabil. „„Die wirtschaftliche Situation macht drei Vierteln der Geflüchteten Sorgen. Die Zufriedenheit mit der Erwerbs- und Einkommenssituation variiert, erwartungsgemäß, je nach individueller Erwerbstätigkeit. „„Geflüchtete machen sich anteilig seltener Sorgen bezüglich Ausländerfeindlichkeit in Deutschland als Personen der Aufnahmegesellschaft. Dafür haben Geflüchtete häufiger das Gefühl, schon mal aufgrund der Herkunft benachteiligt worden zu sein. Forschung Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl 2 BAMF-Kurzanalyse 01|2020 Ende 2018 lebten rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland, die als Schutzsuchende gekommen waren. Der Großteil von ihnen war im Zeitraum 2013 bis 2016 eingereist und lebt somit erst seit vergleichsweise kurzer Zeit in Deutschland (Statistisches Bundesamt 2019). Die Aufenthaltstitel der meisten Geflüchteten sind zwar befristet, die Lage in vielen Herkunftsländern lässt aktuell aber erwarten, dass die Mehrheit der Geflüchteten, die gegenwärtig einen befristeten Aufenthaltstitel haben, auch längerfristig in Deutschland bleiben wird und ihrer Integration somit eine wichtige Rolle zukommt. Dies deckt sich auch mit den Wünschen der Geflüchteten: Ende 2016 gaben im Rahmen der ersten Welle der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten rund 95 % der Befragten an, für immer in Deutschland bleiben zu wollen (Scheible et al. 2016: 36). Eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche gesellschaftliche Teilhabe der Geflüchteten in Deutschland ist der möglichst zügige Erwerb der deutschen Sprache (beispielhaft für Arbeitsmarktpartizipation: Brücker et al. 2019: 14, Aufbau sozialer Beziehungen: Siegert 2019: 8, Behördenkontakt bzw. Wohnungssuche: Baier/Siegert 2018: 6). Bisherige Studien hatten für die zwischen 2013 und 2016 eingereisten Geflüchteten jedoch gezeigt, dass bei einem großen Teil ungünstige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Deutscherwerb vorlagen: Die meisten Herkunftssprachen zeichneten sich durch eine vergleichsweise hohe linguistische Distanz zur deutschen Sprache aus und teilweise bestanden keine Kenntnisse der lateinischen Schrift sowie eine hohe Lernungewohntheit (Scheible 2018, Tissot et al. 2019). Hinzu kommen in Deutschland bei Frauen mit kleinen Kindern Erschwernisse beim Deutscherwerb, die mit der Wahrnehmung von Kinderbetreuungsaufgaben zusammenzuhängen scheinen (Brücker et al. 2019: 9, Tissot et al. 2019). Dabei sind Frauen unter den Geflüchteten zwar in der Minderheit, im Gegensatz zu den männlichen Ge­flüchteten sind sie aber überwiegend verheiratet und leben mit Kin­dern in einem Haushalt zusammen. So waren von der hier betrachteten Kohorte der zwischen 2013 und 2016 eingereisten Geflüchteten 70 Prozent männlich. 65 Prozent der Frauen, aber nur 38 Prozent der Männer sind verheiratet. Bei 71 bzw. 34 Prozent der Frauen leben Kinder bzw. Kinder unter vier Jahren im Haushalt (Männer: 30 Prozent mit Kindern bzw. 15 Prozent mit Kindern unter 4 Jahren). Vor diesem Hintergrund wird in der vorliegenden Kurzanalyse anhand der Daten der dritten Welle der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten aus dem Jahr 2018 analysiert, wie sich der Spracherwerb Box 1: Die IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten Die IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten ist eine seit 2016 laufende bundesweite Längsschnittbefragung von Personen, die im Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis einschließlich 31. Dezember 2016 nach Deutschland gekommen sind und hier einen Asylantrag gestellt haben, unabhängig von Verlauf und Ausgang des Asylverfahrens. Darüber hinaus werden auch die Haushaltsmitglieder dieser Personen befragt. Grundlage für die Stichprobenziehung war das Ausländerzentralregister (AZR). Bei Verwendung statistischer Gewichtungsverfahren sind die auf Basis der Daten gewonnenen Ergebnisse repräsentativ für die Haushalte der oben abgegrenzten Population (für eine detaillierte Darstellung der Stichprobenziehung: Kroh et al. 2017a sowie Jacobsen et al. 2019, für weitere Informationen zur Studie sowie zum Fragenprogramm, insbesondere in den ersten beiden Wellen: Kroh et al. 2017b). Für das Jahr 2016 liegen Informationen zu 4.465 erwachsenen Personen vor, für das Jahr 2017 sind es Informationen zu rund 5.668 erwachsenen Personen und für das Jahr 2018 Informationen zu 4.321 erwachsenen Personen. Dabei umfasst die Gesamt- stichprobe inzwischen 7.950 erwachsene Personen, die mindestens einmal befragt wurden. Davon nahmen 4.465 Personen an der ersten Befragungswelle im Jahr 2016 teil, von denen 1.761 Personen sowohl 2017 als auch 2018 erneut befragt werden konnten. 2.064 Personen können über zwei Befragungswellen beobachtet werden. Bei Vergleichen über die drei Erhebungsjahre hinweg ist zu beachten, dass sich die Grundgesamtheit der Studie zwischen den Jahren 2016 und 2017 leicht verändert hat. So bildeten im Jahr 2016 Haushalte von Personen die Grundgesamtheit, die in den Jahren 2013 bis einschließlich Januar 2016 nach Deutschland gekommen waren und hier Asyl beantragt hatten (Kroh et al. 2017a). Seit 2017 gehören zusätzlich auch Haushalte von Personen zur Grundgesamtheit der Studie, die von Februar 2016 bis einschließlich Dezember 2016 nach Deutschland gekommen waren und hier einen Asylantrag gestellt hatten (Jacobsen et al. 2019). Aufgrund dieser Erweiterung der Grundgesamtheit sind die Ergebnisse des Jahres 2016 nur bedingt mit den Ergebnissen der Folgejahre vergleichbar. 3 BAMF-Kurzanalyse 01|2020 der Geflüchteten seit 2016 und speziell seit 2017 entwickelt hat (Box 1 für nähere Informationen zur Studie). Dabei wird insbesondere auch der Frage nachgegangen, ob geflüchtete Frauen und Mütter nach wie vor eine langsamere Sprachprogression aufweisen als geflüchtete Männer oder ob sich erste Aufholprozesse abzeichnen. Jedoch stehen nicht nur die Voraussetzungen der gesellschaftlichen Teilhabe der Geflüchteten im Fokus von Politik, Öffentlichkeit und Wissenschaft, sondern auch die Teilhabe selbst. Entsprechend liegen zwischenzeitlich mehrere Veröffentlichungen vor, die einen Einblick in die aktuelle Lebenssituation der Geflüchteten bieten (zur Bildungs-, Erwerbs- und Einkommenssituation: Brücker et al. 2020, zur Wohnsituation, Baier/Siegert 2018, zur gesundheitlichen Situation: Metzing et al. 2020, zur sozialen Einbindung: Siegert 2019, speziell zur Situation geflüchteter Familien: BMFSFJ 2019). Der Großteil dieser Untersuchungen konzentriert sich dabei auf die jeweilige objektive Lage. Wie die Geflüchteten ihre jeweiligen Umstände selbst bewerten, wurde dagegen bisher kaum untersucht. Jedoch lässt sich ein möglichst umfassendes und detailliertes Bild der Lebensumstände der Geflüchteten nur dann zeichnen, wenn neben der Auseinandersetzung mit der objektiven Lage auch die „Innenseite des Geschehens“ (Simmel 1923: 68) berücksichtigt wird. Aus diesem Grund wird, ergänzend zu den bereits vorliegenden Analysen zur objektiven Lage, im zweiten Teil der vorliegenden Kurzanalyse zunächst auf die allgemeine Lebenszufriedenheit als Indikator für die zusammenfassende Bewertung der Lebensbedingungen der Geflüchteten durch diese selbst eingegangen. Darüber hinaus wird gezeigt, wie Geflüchtete ihre wirtschaftliche Situation sowie ihr Verhältnis zur Mehrheitsgesellschaft bewerten – zwei Aspekte, die nicht nur für die allgemeine Lebenszufriedenheit, sondern auch die Entwicklung der weiteren (objektiven) gesellschaftlichen Teilhabe eine wichtige Rolle spielen. Wie entwickeln sich Deutsch­ kenntnisse und Sprachkurs­ teilnahmen bei Geflüchteten? Deutschkenntnisse nehmen bei Geflüchteten 2018 weiter zu Im Befragungszeitraum 2018 schätzten 44 Prozent der befragten Geflüchteten ihre Deutschkenntnisse als gut oder sehr gut ein (Box 2 zur Messung der Deutschkenntnisse). Dies bedeutet einen weiteren Zuwachs, nachdem fast alle Geflüchteten bei der Einreise überhaupt keine Deutschkenntnisse hatten und in den Jahren 2016 22 Prozent und 2017 35 Prozent der jeweils befragten Geflüchteten von (sehr) guten Kenntnissen berichtet hatten (Brücker et al. 2016: 37). Der Anteil an Personen ohne jegliche Deutschkenntnisse ist 2018 weiter auf nunmehr 5 Prozent gesunken, bei zwei Dritteln der Geflüchteten, und damit der Mehrheit, liegen die selbsteingeschätzten Deutschkenntnisse im mittleren und guten Bereich (Abbildung 1). Box 2: Messung der Deutschkenntnisse in der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten In Rahmen der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten werden die Kompetenzen in der deutschen Sprache in den Fertigkeiten Lesen, Schreiben und Sprechen in Form von Selbsteinschätzungen des Sprachniveaus erfasst. Den Befragten steht dabei eine Skala von eins („sehr gut“) bis 5 („gar nicht“) zur Verfügung. Die selbsteingeschätzten Deutschkenntnisse liegen für vier Zeitpunkte vor: bei Einreise (retrospektiv) sowie für die drei Befragungszeitpunkte 2016, 2017 und 2018. Zwei Maße werden für die Analysen herangezogen: Ein Summenindex fasst die (umcodierten) Selbsteinschätzungen zusammen und nimmt Werte zwischen 0 und 12 an, wobei 0 für den schlechtesten Werte, also keine Deutschkenntnisse und 12 für den besten Wert, also sehr gute Kenntnisse in allen Fertigkeiten steht. Durch eine Division durch die Anzahl der verwendeten Variablen (3) und die Rundung der so gewonnenen Zahlen auf ganze Werte wird der Summenindex wieder auf den Wertebereich von 1 bis 5 normiert (gerundete Mittelwerte). Wie in Befragungen der empirischen Sozialforschung üblich, basieren die Daten zu den Deutschkenntnissen mangels objektiver Testdaten auf subjektiven Selbsteinschätzungen. Abgleiche der Selbsteinschätzungen mit Interviewerangaben belegen eine ausreichende Validität (interne Konsistenz (Cronbachs Alpha = 0,708)). Bei den erhobenen Deutschkenntnissen handelt es sich jedoch nur um eine sehr grobe Einschätzung zur Sprachbeherrschung im Alltag, die keine Rückschlüsse auf ein konkretes Sprachniveau (z. B. B1) oder auf einen grammatikalisch korrekten Sprachgebrauch zulässt. 4 Abbildung 1: Entwicklung der selbsteingeschätzten Deutschkenntnisse (gerundete Mittelwerte) im Zeitverlauf (in Prozent) 2018 5 2017 17 34 11 2016 26 15 0% 33 10% 32 26 34 20% 30% Gar nicht 11 33 40% Eher schlecht 50% Es geht 60% Gut 70% 80% 4 16 2 90% 100% Sehr gut Quelle: IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2016, 2017, 2018, gewichtet. Auch bei Betrachtung der einzelnen Sprachfertigkeiten Sprechen, Schreiben und Lesen zeigt sich die stetige Zunahme der Kenntnisse, die bei allen drei Sprachfertigkeiten weitgehend analog verläuft (ohne Abbildung). Bei Geflüchteten wirken prinzipiell die gleichen Mechanismen des Deutscherwerbs wie bei anderen Migranten (Tissot et al. 2019 oder Brenzel et al. 2019 für die Jahre 2016 und 2017). Auch hier wird der Spracherwerb durch Faktoren, die sich den drei Bereichen Motivation, Gelegenheiten und Effizienz (Chiswick/ Miller 2001; Esser 2006) zuordnen lassen, beeinflusst. Hierzu gehören zum Beispiel die Aufenthaltsdauer, Kontakte zu deutschsprachigen Personen, Sprachkursteilnahmen oder Lerngewohntheit. Hinzu können jedoch noch fluchtspezifische Besonderheiten kommen wie z. B. traumatische Erfahrungen, eine Trennung von der Kernfamilie oder auch eine ungünstige Unterbringungssituation, die den Spracherwerb tendenziell erschweren. Wie in den Vorjahren attestieren sich weibliche Geflüchtete auch im Jahr 2018 schlechtere Deutschkenntnisse als männliche. Dies hängt nach wie vor fast ausschließlich mit der familiären Situation bzw. dem Vorhandensein von zu betreuenden Kindern im Haushalt zusammen. So geben 2018 nur 22 Prozent der Frauen mit mindestens einem Kleinkind unter vier Jahren im Haushalt (sehr) gute Deutschkenntnisse an (Abbildung 2). Dieser Anteil von 22 Prozent ergibt sich für 2018 auch für Frauen mit älteren Kindern ab 4 Jahren. Bei Frauen ohne Kinder im Haushalt liegt der Anteil dagegen um 15 Prozentpunkte höher bei 37 Prozent. Bei Männern hat die Anwesenheit von Kindern jedweden Alters deutlich weniger Einfluss auf die selbsteingeschätzten Deutschkenntnisse: 51 Prozent der Männer ohne sowie 44 Prozent der Männer mit Kindern attestieren sich (sehr) gute Deutschkenntnisse (ohne Abbildung). Ein positiver Zusammenhang mit den Deutschkenntnissen zeigt sich für die Aufenthaltsdauer: Über den höchsten Anteil an (sehr) guten Deutschkenntnissen berichten im Jahr 2018 diejenigen Geflüchteten, die im Jahr 2014 (54 Prozent) oder 2013 (52 Prozent) nach Deutschland eingereist sind. Später eingereiste Befragte lagen im Durchschnitt 9 (Einreise 2015) beziehungsweise 20 Prozentpunkte (Einreise 2016) dahinter. Das aktuelle Bildungsniveau der befragten Geflüchteten steht ebenfalls in einem deutlichen Zusammenhang mit den Deutschkenntnissen. 64 Prozent aller Personen mit einem hohen Bildungsniveau, also einem Hochschulabschluss, attestieren sich (sehr) gute Deutschkenntnisse gegenüber 28 Prozent bei Personen mit einem niedrigen Bildungsniveau, die keine Schule oder nur die Grundschule (Primarbereich) besucht haben. Schließlich zeigt sich ein positiver Zusammenhang mit der Teilnahme an einer sprachfördernden Maßnahme (Box 3 zu den erhobenen Sprachmaßnahmen): 46 Prozent der Geflüchteten, die schon an mindestens einer Maßnahme teilgenommen hatten, berichteten von (sehr) guten Deutschkenntnissen. Bei denjenigen, die noch an keiner Maßnahme teilgenommen hatten, lag der Anteil um 11 Prozentpunkte niedriger bei 35 Prozent. Die besten Deutschkenntnisse weisen erwartungsgemäß Personen auf, die einen Sprachkurs abge- 5 BAMF-Kurzanalyse 01|2020 Box 3: Sprachkurse Im Rahmen der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten wird die Teilnahme an vier verschiedenen Arten von Sprachkursen erhoben. ab. Überführt wurde es sukzessive ab 2016 in die berufsbezogene Deutschsprachförderung gem. § 45a AufenthG, auch „Berufssprachkurse“ genannt. Integrationskurs Zielgruppen sind Menschen mit Migrationshintergrund, die arbeitsuchend gemeldet sind und/ oder Arbeitslosengeld bekommen, Beschäftigte mit Sprachförderbedarfen sowie Personen die ein bestimmtes Sprachniveau zur Berufsanerkennung oder für den Zugang zum Beruf/Ausbildung benötigen. Zugangsvoraussetzungen sind generell ein abgeschlossener Integrationskurs oder nachgewiesene Deutschkenntnisse auf Sprachniveau B1. Angeboten werden Basiskurse mit allgemein berufsbezogener Ausrichtung (von B1 auf B2, von B2 auf C1; je 400500 UE), ergänzt durch Spezialkurse (300-600 UE) mit fachlicher Ausrichtung z. B. für Personen, die sich im Anerkennungsverfahren befinden (akademische Heilberufe und Gesundheitsfachberufe) genauso wie Spezialkurse für ehemalige Integrationskursteilnehmende, die das Sprachziel B1 nicht erreicht haben. Der Integrationskurs stellt im Rahmen des „Gesamtprogramms Sprache“ die zentrale Integrationsmaßnahme des Bundes dar. Ziel der Integrationskurse, die aus einem Sprachkurs (in der Regel 600 Unterrichtseinheiten (UE) bzw. 900/1200 UE bei Spezialkursen) und einem Orientierungskurs (100 UE) bestehen, ist die Vermittlung von Deutschkenntnissen sowie von Informationen zur Rechtsordnung, Kultur und Geschichte Deutschlands, so dass in allen Belangen des täglichen Lebens selbstständig gehandelt werden kann. Der Standardkurs ist der allgemeine Integrationskurs, hinzu kommen Spezialkurse für unterschiedliche Zielgruppen (z. B. Alphabetisierungskurs). Neben freiwilligen Teilnahmemöglichkeiten sind bestimmte Personengruppen, wie z. B. Bezieher von Arbeitslosengeld II und Neuzuwanderer mit Aufenthaltstitel ohne ausreichende Deutschkenntnisse, auch zur Teilnahme verpflichtet. Geflüchtete mit Schutzstatus sowie Asylantragstellende aus einem Land mit guter Bleibeperspektive (bis 7/2019 Syrien, Eritrea, Iran, Irak, Somalia; seit 8/2019 Syrien, Eritrea) können ebenfalls zu einem Integrationskurs zugelassen werden. Dies gilt auch für Geduldete mit Arbeitsmarktnähe und Einreise vor dem 1. August 2019. Maßnahmen der BA mit Sprachförderanteilen Die Bundesagentur für Arbeit (BA) bietet im Rahmen von Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration auch Maßnahmen an, die eine Sprachförderung miteinschließen. Im Fragebogen wurde nach folgenden Maßnahmen gefragt: Perspektiven für weibliche Flüchtlinge, Perspektiven für jugendliche Flüchtlinge, Perspektiven für Flüchtlinge, Maßnahme „KompAS“ und andere Maßnahme der BA, die z. B. den BA-Einstiegskurs nach § 421 SGB III umfassen. ESF-BAMF-Kurs/Berufssprachkurse Sonstige Sprachkurse In die Befragungszeit fällt der Übergang vom ESF-BAMF-Programm zu den Berufssprachkursen, weshalb beide Kurstypen in einer Kategorie gemeinsam erfragt wurden. Berufsbezogene Sprachkurse im Rahmen des ESF-BAMF-Programms wurden durch Mittel der Europäischen Union von 20092017 gefördert. Zielgruppe waren Personen mit Deutsch als Zweitsprache und Sprachförderbedarf, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen und/ oder Arbeitslosengeld II bezogen. Die sprachlichen Eingangsniveaus deckten den Bereich von A1 bis C1 Die Abfrage der Teilnahme an sonstigen Kursen wird nicht weiter spezifiziert. Insofern fallen sehr unterschiedliche Kurse hierunter, die von Bundesländern, Kommunen, Wohlfahrtsorganisationen, Ehrenamtlichen und anderen privaten Akteuren angeboten werden – von kurzen Online-Kursen über integrationskursähnlichen Angeboten bis zu C1-Kursen für ein Universitätsstudium. Diese Kurse unterscheiden sich stark hinsicht­lich Ziel, Umfang und Qualität. Insofern ist diese Kategorie vor allem als „Restekategorie“ zu verstehen, die vorsichtig interpretiert werden sollte. 6 schlossen hatten1 – mehr als die Hälfte attestiert sich gute oder sehr gute Deutschkenntnisse. Vor diesem Hintergrund erscheint erfreulich, dass 2018 nur wenige Befragte noch an keiner sprachfördernden Maßnahme teilgenommen hatten (s. Tabelle 1 auf Seite 8). Die dargestellten bivariaten Zusammenhänge zeigen sich auch bei multivariater, also gleichzeitiger Betrachtung möglicher relevanter Faktoren (Tabelle A1 im Anhang). Den größten Einfluss auf die Deutschkenntnisse haben wie in den Jahren zuvor Faktoren, die das Bildungsniveau und den Alphabetisierungsstand 1 Ein Kurs gilt mangels konkreterer Daten als abgeschlossen, wenn die Befragten berichten, dass sie an diesem Kurs teilgenommen und das Datum des Kursabschlusses angegeben haben. Kursabschluss meint also nicht ausschließlich einen erfolgreichen Abschluss im Sinne des Bestehens eines etwaigen Abschlusstests, sondern bezieht sich grundsätzlich darauf, dass der Kurs zum jeweiligen Befragungszeitpunkt nicht mehr besucht wurde. betreffen, sowie bei weiblichen Geflüchteten das Vorhandensein von Kindern unter 4 Jahren im Haushalt. Die Teilnahme an einem Sprachkurs hat ebenfalls einen hoch signifikanten Einfluss auf die berichteten Deutschkenntnisse. Schwächere, aber dennoch signifikante Einflüsse zeigen sich bei Alter, Aufenthaltsdauer, Erwerbstätigkeit, Zufriedenheit mit der Gesundheit – als Indikator für den selbst eingeschätzten gesundheitlichen Zustand – und Kontakten zu Deutschen. Unterschiedlich schneller Deutscherwerb bei verschiedenen Teilgruppen Neben unterschiedlichen Sprachniveaus im Jahr 2018 zeigen sich über die Zeit auch unterschiedlich schnelle Verläufe beim Spracherwerb – hier betrachtet über den Anteil an den im jeweiligen Befragungsjahr befragten Personen mit (sehr) guten Deutschkenntnissen (Abbildung 2). Personen mit einem mittleren Bildungsniveau gelingt über die letzten drei Jahre ein stärkerer Abbildung 2: (Sehr) gute Deutschkenntnisse (gerundete Mittelwerte), nach verschiedenen Merkmalsausprägungen (in Prozent) Kinder im Haushalt Aufenthaltsdauer 100 100 80 80 60 49 40 20 0 21 14 12 11 2016 35 27 21 15 2017 37 22 22 60 36 30 40 20 17 5 17 0 2018 0 1 52 45 35 25 3 Einreise 2013 Einreise 2015 4 5 Einreise 2014 Einreise 2016 Sprachkursteilnahme (kumuliert) Bildungsniveau 100 100 80 64 54 60 40 40 0 2 54 Jahre seit Einreise Frauen mit Kindern unter 4 Jahren Frauen mit Kindern ab 4 Jahren Frauen ohne Kinder Männer 20 32 47 36 19 10 2016 niedrig 51 80 60 40 28 20 17 2017 mittel 2018 0 hoch 44 52 46 32 36 35 23 9 bis 2016 11 bis 2017 bis 2018 Besuch eines Kurses Abschluss eines Kurses noch nie einen Kurs besucht Lesebeispiel: 10 Prozent aller im Jahr 2016 befragten Geflüchteten mit niedrigem Bildungsniveau geben gute oder sehr gute Deutschkenntnisse an. 36 Prozent aller Geflüchteten, die bis 2017 einen Sprachkurs besucht haben, geben (sehr) gute Deutschkenntnisse an. 17 Prozent aller Geflüchteten mit Einreise 2016 geben im Jahr nach ihrer Einreise, also 2017, (sehr) gute Deutschkenntnisse an. Quelle: IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2016, 2017, 2018, gewichtet. 7 BAMF-Kurzanalyse 01|2020 Zuwachs an Deutschkenntnissen im Vergleich zu Personen mit hohem oder mit niedrigem Bildungsniveau. 2018 nähern sich Personen mit mittlerem Bildungsniveau damit den Deutschkenntnissen von hoch Gebildeten tendenziell an. Trotz deutlicher Lernzuwächse weisen Geflüchtete mit niedrigem Bildungsniveau eine deutlich langsamere Progression auf. Dies zeigt den großen Aufwand, der von lernungewohnten und ggf. noch nicht alphabetisierten Personen zu leisten ist im Vergleich zu Personen mit einer höheren Lerngewohntheit, denen der Deutscherwerb sehr viel leichter fällt. Die etwas höhere Steigerungsrate im letzten Jahr bei den niedrig gebildeten Geflüchteten könnte auf erste Aufholprozesse gegenüber den höher gebildeten Geflüchteten hindeuten. Für den Einfluss der Aufenthaltsdauer auf die Deutschkenntnisse zeigt sich hingegen der zu erwartende Verlauf: Unabhängig vom jeweiligen Einreisejahr steigen die Deutschkenntnisse mit jedem Jahr Aufenthalt fast linear an. Eine Ausnahme bildet die Geflüchteten-Kohorte, die 2013 eingereist ist. Diese liegt nicht bei der Geschwindigkeit des Deutscherwerbs, sondern beim Niveau hinter den anderen befragten Kohorten zurück, was u. a. an der Verbesserung der Teilnahmemöglichkeiten sowie dem Angebot an sprachfördernden Maßnahmen in den letzten Jahren liegen könnte. Ein Einfluss auf die Schnelligkeit der Sprachfortschritte zeigt sich auch hinsichtlich der familiären Situation. Männer weisen im Zeitverlauf eine deutliche Steigerung der Deutschkenntnisse auf: Der Anteil an männlichen Geflüchteten mit (sehr) guten Deutschkenntnissen steigt um fast 30 Prozentpunkte. Aber auch Frauen ohne Kinder im Haushalt weisen im Zeitverlauf eine starke Steigerung der Deutschkenntnisse um ca. 25 Prozentpunkte auf, während bei Frauen mit Kindern unabhängig von deren Alter mit ca. 10 Prozentpunkten die geringste Steigerung zu verzeichnen ist. Die ungünstigen Bedingungen für den Spracherwerb aufgrund der zeitintensiven Betreuung nicht nur von Kleinkindern, sondern auch von Kindern ab vier Jahren, haben sich somit zumindest zwischen 2016 und 2018 nicht merklich verbessert, denn Aufholeffekte bei den Deutschkenntnissen sind (noch) nicht zu verzeichnen. Ein enger Zusammenhang besteht zwischen einer Sprachkursteilnahme und den Deutschkenntnissen: Diese liegen bei denjenigen Sprachkursteilnehmenden, die den Kurs auch abgeschlossen hatten, über die Jahre hinweg auf einem höheren Niveau. Geflüchtete ohne Sprachkursteilnahme attestierten sich in den ersten beiden Befragungsjahren sehr selten gute oder sehr gute Deutschkenntnisse – ein ungesteuerter Spracherwerb, d. h. im Alltag ohne spezifische Förderung, fand somit nur in sehr geringem Maße statt. Vermutlich aufgrund der 2018 längeren Aufenthaltsdauer und anderen Zugangswegen zur deutschen Sprache konnte auch die kleine Gruppe an Geflüchteten ohne Sprachkursteilnahme ihre Deutschkenntnisse merklich verbessern. Der Vorteil einer Kursteilnahme – neben der zielgerichteten Vermittlung auch von schriftsprachlichen Kompetenzen und grammatikalischen Strukturen – liegt somit insbesondere auch im zeitlichen Aspekt: Durch eine Kursteilnahme gelingt ein schnellerer Erwerb der Deutschkenntnisse, so dass die Grundlagen für eine erfolgreiche Integration frühzeitiger gelegt werden. Teilnahme an sprachfördernden Maßnahmen steigt weiter an Aufgrund der hohen Bedeutung der Deutschkenntnisse für weitere Integrationsprozesse stehen Personen mit Migrationshintergrund, und damit auch Geflüchteten, eine Vielzahl an Sprachkursangeboten offen (Box 3 zu den erhobenen Sprachmaßnahmen). Insgesamt zeigt sich, dass bis zum Befragungszeitpunkt 2018 85 Prozent der Geflüchteten an mindestens einer sprachfördernden Maßnahme teilgenommen hatten oder zum Befragungszeitpunkt noch teilnahmen (Tabelle 1).2 Umgekehrt haben somit nur 15 Prozent noch überhaupt keinen Sprachkurs besucht. Einen Sprachkurs abgeschlossen hatten 2018 fast zwei Drittel der Geflüchteten. Am häufigsten erfolgte die Teilnahme an einem Integrationskurs: 2018 hatten 65 Prozent daran teilgenommen und 47 Prozent ihn abgeschlossen. Im Zeitverlauf ergab sich hier bei der Teilnahme von Jahr zu Jahr eine deutliche Steigerung um 20 Prozentpunkte. An einem auf dem Integrationskurs aufbauenden Sprachkurs mit berufssprachlichem Schwerpunkt (ESF-BAMF-Kurs oder Berufssprachkurs nach § 45a AufenthG) nahmen bis 2018 14 Prozent der befragten Geflüchteten teil, 8 Prozent schlossen ihn auch ab. Auch hier zeigen sich über die Zeit deutliche Steigerungsraten, die auch zukünftig mit der steigenden Anzahl an Integrationskursabsolventen sowie der Etablierung und Ausbau des Berufssprachkurses weiter zu verzeichnen sein dürften. 12 Prozent berichten 2018 von einer Teilnahme, 7 Prozent von einem Abschluss einer BA-Maßnahme mit Sprachförderanteilen. Hier zeigen sich über die Zeit weniger stark ausgeprägte Zuwächse, was an der speziellen Ausrichtung und den entsprechenden Voraussetzungen dieser Kurse liegen könnte. An einem 2 Inwieweit die etwaigen rechtlichen Voraussetzungen für eine Kursteilnahme jeweils erfüllt sind, kann aufgrund der vorhandenen Daten nicht berücksichtigt werden. Die folgenden Analysen sind somit nicht als „Teilnahmequoten“ zu verstehen, sondern beziehen sich auf die befragte Grundgesamtheit. 8 Tabelle 1: Teilnahme an und Abschluss von verschiedenen Sprachkursen nach Befragungsjahr (in Prozent) Kursteilnahme / Kursabschluss Gesamt Integrationskurs des BAMF Berufssprach-/ ESF-BAMF-Kurs BA-Maßnahmen mit Sprachförderung Sonstiger Deutschkurs Gesamt Männlich Weiblich 2018 85 / 65 88 / 71 77 / 52 2017 79 / 50 85 / 56 65 / 36 2016 68 / 34 73 / 37 54 / 26 2018 65 / 47 70 / 52 55 / 36 2017 52 / 32 57 / 36 40 / 22 2016 33 / 14 36 / 15 24 / 10 2018 14 / 8 16 / 10 9/5 2017 8/4 9/5 5/2 2016 2/1 3/1 1/1 2018 12 / 7 15 / 9 7/4 2017 11 / 6 12 / 7 6/3 2016 10 / 6 12 / 6 7/4 2018 52 / 31 55 / 35 43 / 23 2017 48 / 26 52 / 28 38 / 18 2016 38 / 18 41 / 20 30 / 13 Lesebeispiel: Von allen in der Befragung 2018 befragten Geflüchteten gaben 65 Prozent an, an einem Integrationskurs teilzunehmen oder teilgenommen zu haben. Quelle: IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2016, 2017, 2018, gewichtet. nicht weiter spezifizierten sonstigen Deutschkurs nahmen 52 Prozent der Geflüchteten teil, 31 Prozent schlossen ihn ab. Männer haben zu allen drei Befragungszeitpunkten und an allen abgefragten Kursarten häufiger teilgenommen und abgeschlossen als Frauen. So stehen 2018 88 Prozent der Männer mit Kursbesuch und 71 Prozent mit Kursabschluss 77 Prozent der Frauen mit Kursbesuch und 52 Prozent mit Abschluss gegenüber. Für 2018 zeigt sich im Umkehrschluss damit jedoch erstmals, dass Frauen häufiger als Männer zum Befragungszeitpunkt noch an einem Kurs teilnehmen: Während 2018 noch 17 Prozent der Männer einen Kurs besuchten, war dies bei 25 Prozent der Frauen der Fall. Das deutliche Gefälle zwischen Männern und Frauen scheint sich nun langsam zu schließen. Diese Entwicklung zeichnet sich insbesondere für Integrationskurse und sonstige Kurse, jedoch (noch) nicht für Berufssprachkurse und BA-Maßnahmen mit Sprachförder-Anteilen ab. Letztere weisen einen starken Arbeitsmarktbezug auf, weshalb sie für Frauen aufgrund ihrer aktuell eher seltenen Erwerbstätigkeit noch nicht bedeutsam sein könnten. Beginn des Integrationskurses erfolgt unterschiedlich schnell Tissot et al. (2019) zeigen für die Befragungsjahre 2016 und 2017, dass der Zugang zu einem Integrationskurs neben rechtlichen Rahmenbedingungen auch von individuellen Faktoren abhängt. Dies gilt auch 2018: Bis 2018 haben von den Geflüchteten mit einem hohen Bildungsniveau 80 Prozent einen Integrationskurs besucht, von den Geflüchteten mit einem niedrigen Bildungsniveau waren es 60 Prozent (Abbildung 3 links). Ca. 70 Prozent der Männer und 65 Prozent der Frauen ohne oder mit Kindern ab 4 Jahren haben 2018 einen Integrationskurs besucht oder besuchen ihn aktuell noch. Dies ist hingegen nur bei ca. 40 Prozent der Frauen mit Kleinkindern unter 4 Jahren der Fall (Abbildung 4 links). Bezogen auf die in dieser Kurzanalyse betrachtete Kohorte der Geflüchteten, die zwischen 2013 und 2016 nach Deutschland gekommen sind, zeigen sich hinsichtlich dieser Einflussfaktoren auch unterschiedliche Zugangsgeschwindigkeiten zum Integrationskurs im Zeitverlauf. Während 2016 und 2017 die Teilgruppe der Geflüchteten mit hohem und mittlerem Bildungsniveau sehr viel häufiger und im Zeitverlauf damit insgesamt schneller einen Integrationskurs besucht hat als Personen mit niedrigem Bildungsniveau, steigt der Anteil an Geflüchteten mit niedrigem Bildungsni- 9 BAMF-Kurzanalyse 01|2020 Abbildung 3: Teilnahmehäufigkeit am Integrationskurs und Zusammensetzung der Kursbeginnenden nach Bildungsniveau (in Prozent) Teilnahme am Integrationskurs kumuliert, nach Bildungsniveau Bildungsniveau der Kursbeginnenden nach Jahr 100 79 80 60 40 20 0 64 49 2018 41 2017 39 45 14 66 51 60 44 17 35 38 30 2016 24 bis 2016 bis 2017 niedrig mittel bis 2018 0% 45 20% hoch 40% niedrig 25 60% mittel 80% 100% hoch Lesebeispiel: 60 Prozent aller im Jahr 2018 befragten Geflüchteten mit niedrigem Bildungsniveau gaben an bis zum Jahr 2018 einen Integrationskurs besucht zu haben (links). Von allen Geflüchteten, die im Jahr 2018 einen Integrationskurs begonnen haben, hatten 41 Prozent ein niedriges Bildungsniveau. Quelle: IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2016, 2017, 2018, gewichtet. veau im Integrationskurs 2018 deutlich. Entsprechend liegt der Anteil an Geflüchteten mit niedrigem Bildungsniveau an allen Geflüchteten, die im Jahr 2018 einen Integrationskurs begannen, bei 41 Prozent und ist seit 2016 um 11 Prozentpunkte gestiegen (Abbildung 3 rechts). Personen mit ungünstigeren Lernvoraussetzungen scheint der Kurszugang nun häufiger zu gelingen. Gleichzeitig zeichnet sich bei Personen mit hohem Bildungsniveau ein gewisser Sättigungseffekt ab – hier dürften fast alle berechtigten und interessierten Personen den Kurs bereits besucht haben. Ein ähnlicher Effekt zeigt sich bei den im Rahmen der Studie befragten Frauen mit Kinderbetreuungsaufgaben, die 2016 und 2017 deutlich seltener und damit langsamer in den Integrationskurs gekommen sind. Dies gilt insbesondere für Mütter von Kleinkindern. Bei Frauen mit älteren Kindern lässt sich hingegen nicht Abbildung 4: Teilnahmehäufigkeit am Integrationskurs und Zusammensetzung der Kursbeginnenden nach Geschlecht und Kindern im Haushalt (in Prozent) Familiensituation der Kursbeginnenden nach Jahr Teilnahme am Integrationskurs kumuliert, nach Familiensituation 100 80 70 57 60 40 20 36 29 30 65 46 52 2018 7 2017 6 2016 4 8 66 9 17 64 74 11 10 38 26 15 80 8 0 bis 2016 bis 2017 bis 2018 0% Frauen mit Kindern unter 4 Jahren Frauen mit Kindern ab 4 Jahren Frauen ohne Kinder Männer 20% 40% 60% 80% 100% Frauen mit Kindern unter 4 Jahren Frauen mit Kindern ab 4 Jahren Frauen ohne Kinder Männer Lesebeispiel: 38 Prozent aller im Jahr 2018 befragten weiblichen Geflüchteten mit Kindern unter vier Jahren gaben an bis zum Jahr 2018 einen Integrationskurs besucht zu haben (links). Von allen Geflüchteten, die im Jahr 2018 einen Integrationskurs begonnen haben, waren 7 Prozent Frauen mit Kindern unter vier Jahren. Quelle: IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2016, 2017, 2018, gewichtet. 10 insgesamt bewerteten. Es zeigt sich, dass sie mit ihrem Leben moderat zufrieden waren (Mittelwert von 6,99 auf einer 11-stufigen Skala, die von 0 „ganz und gar unzufrieden“ bis 10 „ganz und gar zufrieden“ reicht – siehe Abbildung 5). Dabei nimmt die Zufriedenheit seit 2016 geringfügig, aber stetig zu, wobei sich die Zunahmen statistisch jedoch nicht absichern, sich also nicht für die Grundgesamtheit verallgemeinern lassen. nur ein ähnliches Ausgangsniveau wie 2016, sondern auch eine ähnliche Entwicklung wie bei Frauen ohne Kinder feststellen. Bei Frauen mit Kleinkindern hingegen ist von 2016 auf 2017 eine sehr geringe Steigerung um 11 Prozentpunkte zum Vorjahr festzustellen, die von 2017 auf 2018 jedoch zumindest etwas stärker ausfällt (Abbildung 4 links). Entsprechend nimmt der Anteil an Frauen mit Kindern von 2016 bis 2018 unter den Kursbeginnenden deutlich zu – ein Viertel der Kursbeginnenden sind 2018 nun Frauen mit Kindern. Der Integrationskurszugang gelingt dabei vor allem Frauen mit Kindern ab vier Jahren, während der Zuwachs bei Frauen mit Kleinkindern nur langsam verläuft. Bei Männern mit und ohne Kinder dürfte sich, ähnlich wie bei Geflüchteten mit hohem Bildungsniveau, ein gewisser Sättigungseffekt eingestellt haben; ihr Anteil an den Kursbeginnenden liegt 2018 bei 66 Prozent im Vergleich zu 80 Prozent 2016. Im Vergleich mit Personen der Aufnahmegesellschaft zeigt sich, dass diese etwas zufriedener waren als die Geflüchteten: 20183 gaben Personen ohne Migrationshintergrund eine Zufriedenheit von im Mittel 7,35 auf der 11-stufigen Skala an, Personen mit Migrationshintergrund eine Zufriedenheit von 7,4. Hinsichtlich der Einflüsse auf die allgemeine Lebenszufriedenheit zeigt sich zunächst, dass Paare mit oder ohne Kinder zufriedener sind als Alleinstehende (siehe Tabelle A2 im Anhang). Geschlecht und Alter als weitere demografische Charakteristika spielen dagegen jeweils keine entscheidende Rolle. Wie bewerten Geflüchtete ihre Lebens­bedingungen? Um ein möglichst umfassendes Bild der Lebensumstände der Geflüchteten zu zeigen, wird im Folgenden der Fokus über den Spracherwerb hinaus erweitert und zunächst gezeigt, wie zufrieden die Geflüchteten 2018 alles in allem mit ihrem Leben in Deutschland waren. Mit Blick auf die sozialstrukturelle Lage waren Geflüchtete mit Duldung weniger zufrieden als Geflüchtete mit zuerkanntem Schutzstatus. Weiterhin waren voll erwerbstätige Geflüchtete zufriedener als Erwerbslose und Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften weniger zufrieden als solche in Privatunterkünften. Das Bildungsniveau und die selbst Geflüchtete waren 2018 mit ihrem Leben weitge­ hend zufrieden Die allgemeine Lebenszufriedenheit kann als zusammenfassender Indikator dafür herangezogen, wie die Geflüchteten im Jahr 2018 ihre Lebensumstände 3 Diese und die noch folgenden Zahlen zur Mehrheitsbevölkerung stammen aus eigenen Analysen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) (Göbel et al. 2019). 2018 Abbildung 5: Durchschnittliche allgemeine Lebenszufriedenheit Pers. ohne MigH 7,35 sonst. Pers. mit MigH 7,40 Befragungsjahr 2017 Geflüchtete 6,99 Pers. ohne MigH 7,22 sonst. Pers. mit MigH 7,37 Geflüchtete 6,93 2016 Pers. ohne MigH 7,23 sonst. Pers. mit MigH 7,38 Geflüchtete 6,86 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Anmerkung: Die Skala zur Erfassung der Lebenszufriedenheit geht von 0 „ganz und gar unzufrieden“ bis 10 „ganz und gar zufrieden“. Quelle: IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2016, 2017, 2018, gewichtet. 10 11 BAMF-Kurzanalyse 01|2020 eingeschätzten Deutschkenntnisse standen jeweils in keinem signifikanten Zusammenhang mit der allgemeinen Lebenszufriedenheit. Ein deutlicher Zusammenhang bestand hingegen zur (selbst eingeschätzten) gesundheitlichen Lage: Je schlechter der Gesundheitszustand der Geflüchteten, desto weniger zufrieden waren sie (eine detaillierte Analyse zur gesundheitlichen Situation Geflüchteter findet sich bei Metzing et al. 2020). Schließlich zeigt sich, dass die Zufriedenheit auch umso höher ist, je willkommener sich eine Person in Deutschland fühlte und je weniger sie sich Sorgen um die eigene Bleibemöglichkeit sowie über Ausländerfeindlichkeit in Deutschland machte. Die Häufigkeit der wahrgenommenen Benachteiligungen aufgrund der eigenen Herkunft spielte dagegen keine markante Rolle. Darüber hinaus nahm die Zufriedenheit zu, je häufiger Zeit mit Deutschen verbracht wurde. Somit hängt die Lebenszufriedenheit der Geflüchteten mit der familiären Situation, dem aufenthaltsrechtlichen Status, der Erwerbs- und Wohnsituation, der gesundheitlichen Situation, dem Willkommensgefühl in Deutschland und dem Ausmaß der sozialen Kontakte zu Deutschen zusammen. Für die meisten dieser Aspekte liegen zwischenzeitlich auch Veröffentlichungen vor, die einen Einblick in die jeweiligen objektiven Begebenheiten erlauben (für die familiäre Situation z. B. BMFSFJ 2019, für die Erwerbssituation Brücker et al. 2020, für die Wohnsituation Baier/Siegert 2018 und für die soziale Integration Siegert 2019). Wie die Geflüchteten ihre jeweiligen Lebensumstände selbst bewerten, ist, mit Ausnahme der gesundheitlichen Umstände (Metzing et al. 2020) und der Wohnsituation (Baier/Siegert 2018), dagegen kaum untersucht. Daher werden wir im Folgenden den Blick auf die Bereiche richten, für die entsprechende Informationen vorliegen: zentrale Aspekte der wirtschaftlichen Lebensumstände – die Sorge um die eigene wirtschaftliche Situation und die Zufriedenheit mit der Einkommensund beruflichen Situation – sowie die Bewertung des Verhältnisses zur Mehrheitsgesellschaft – das Ausmaß des Willkommensgefühls, Sorgen bezüglich der Ausländerfeindlichkeit in Deutschland oder Bleibeabsicht und Verbundenheit mit dem Herkunftsland. Rund drei Viertel der Geflüchteten fühlten sich im Jahr 2018 in Deutschland willkommen Mit rund 74 Prozent fühlte sich im Jahr 2018 die deutliche Mehrheit der befragten Geflüchteten in Deutschland nach wie vor stark oder sehr stark willkommen (Tabelle 2). Demgegenüber war der Anteil derjenigen, die sich kaum oder gar nicht willkommen fühlten, mit rund 6 Prozent deutlich geringer. Dabei fühlten sich Tabelle 2: Gefühl, in Deutschland willkommen zu sein (in Prozent) Insgesamt Frauen Männer Sehr stark 37 41 35 Stark 37 37 37 In mancher Beziehung 21 18 21 Kaum 5 3 5 Gar nicht 1 1 2 3.834 2.372 1.462 Anzahl (ungewichtet) Quelle: IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2018, gewichtet. geflüchtete Männer etwas weniger willkommen als geflüchtete Frauen. Bereits bei der ersten Befragung im Jahr 2016 hatte sich gezeigt, dass sich mit rund 80 Prozent der deutlich überwiegende Teil der befragten Geflüchteten in Deutschland willkommen fühlte (Scheible et al. 2016: 36). Zwar lassen sich die Angaben nur eingeschränkt vergleichen, da sich die Antwortkategorien4 und geringfügig auch die jeweilige Grundgesamtheit (siehe Box 1) zwischen den beiden Erhebungsjahren unterscheiden, die ähnlich hohen Anteile legen aber dennoch den Schluss nahe, dass sich die Geflüchteten in Deutschland im Jahr 2018 ähnlich willkommen gefühlt haben wie bereits im Jahr 2016. Wie zu erwarten, steht das Willkommensgefühl insbesondere mit der Sorge vor Ausländerfeindlichkeit und der Häufigkeit des Gefühls, aufgrund der Herkunft benachteiligt worden zu sein, in einem Zusammenhang (ohne Abbildung). Vor diesem Hintergrund lässt sich zeigen, dass sich 2018 rund 35 Prozent der Geflüchteten einige bis große Sorgen hinsichtlich der Ausländerfeindlichkeit in Deutschland machten – rund 65 Prozent entsprechend keine – und sich rund 43 Prozent selten bis häufig – rund 57 % entsprechend nie – aufgrund ihrer Herkunft benachteiligt fühlten. Es deutet sich an, dass die Sorge vor Ausländerfeindlichkeit und das Benachteiligungsgefühl mit der Aufenthaltsdauer langsam aber stetig zunehmen. Eindeutige, statistisch abgesicherte Entwicklungen über die Befragungsjahre hinweg lassen sich aber nicht erkennen. Vergleiche mit Personen der Aufnahmegesellschaft zeigen, dass sich 2017 rund 90 Prozent der Personen ohne Migrationshintergrund und rund 85 Prozent der 4 2016 lauteten die Antwortkategorien: „voll und ganz“, „überwiegend“, „in mancher Beziehung“, „kaum“ und „gar nicht“. 12 Personen mit Migrationshintergrund einige bis große Sorgen über die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland machten, die Anteile also deutlich größer als bei den Geflüchteten waren. Anders sieht es bei dem Gefühl aus, aufgrund der Herkunft benachteiligt worden zu sein: 2017 hatten rund 33 Prozent der anderen Personen mit Migrationshintergrund das Gefühl, aufgrund ihrer Herkunft benachteiligt worden zu sein, bei den Geflüchteten waren es 2018 43 Prozent. Hohe Verbundenheit mit Deutschland und Blei­ beabsicht – aber Sorgen um Bleibemöglichkeiten Untersuchungen auf Basis der Daten von 2016 hatten gezeigt, dass ein sehr großer Teil der Geflüchteten für immer in Deutschlang bleiben wollte (Scheible et al. 2016: 35). Ein großer Teil der Geflüchteten scheint aber zu befürchten, dass dies nicht möglich ist. Denn 2018 machten sich etwas mehr als zwei Drittel der Geflüchteten einige bis große Sorgen, nicht in Deutschland bleiben zu können (ohne Abbildung). Besonders häufig machten sich Personen, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen war, und Personen mit Duldung entsprechende Sorgen (ohne Abbildung). Systematische Unterschiede nach Einreisejahr bestanden dagegen nicht und auch zwischen den Befragungsjahren zeigen sich keine systematischen und statistisch abgesicherten Unterschiede. Im Zusammenhang mit der häufig geäußerten Absicht, für immer in Deutschland zu bleiben, ist auch zu sehen, dass im Jahr 2017 rund 79 Prozent der Geflüchteten angaben, sich stark oder sehr stark mit Deutschland verbunden zu fühlen (ohne Abbildung). Demgegenüber gaben 2018 rund 43 Prozent der Geflüchteten an, sich stark bis sehr stark, und rund 28 Prozent, sich kaum bis gar nicht mit ihrem Herkunftsland verbunden zu fühlen (Abbildung 6). Das Gefühl der Verbundenheit mit Deutschland scheint damit zum Teil stärker zu sein als die Verbundenheit mit dem Herkunftsland. Hinzu kommt, dass die Verbundenheit mit dem Herkunftsland zwischen den Jahren 2016 bis 2018 zwar nicht statistisch signifikant, aber in der Tendenz dennoch stetig abnahm. Geflüchtete sind mit ihrer beruflichen Situation weder zufrieden noch unzufrieden Neben dem Gefühl, in Deutschland willkommen zu sein, hatte sich auch das Ausmaß der Erwerbstätigkeit als bedeutsam für die allgemeine Lebenszufriedenheit gezeigt (Tabelle A2 im Online-Appendix). Laut Brücker et al. (2020) ging 2018 ein gutes Drittel (35 Prozent) der in den Jahren 2013 bis einschließlich 2016 nach Deutschland geflüchteten Menschen einer Erwerbstätigkeit nach. Weiterhin zeigt sich, dass etwas mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Geflüchteten mindestens als Fachkraft und rund 46 Prozent in Helfer- und Anlerntätigkeiten beschäftigt waren. Werden sowohl die formellen als auch die informellen, durch Berufserfahrungen im Herkunftsland gewonnen Fähigkeiten und Fertigkeiten berücksichtigt, war fast ein Drittel (rund 30 Prozent) der Geflüchteten unterhalb ihres ursprünglichen Qualifikationsniveaus beschäftigt. Zwar schreitet die Arbeitsmarktintegration der Geflüchteten somit eindeutig voran – sogar etwas schneller als bei den seit den frühen 1990er Jahren zugezogenen Geflüchteten (Brücker et al. 2020: 7) –, aber es besteht dennoch Raum für weitere Verbesserungen. Dies spiegelt sich auch bei der Zufriedenheit der Geflüchteten mit ihrer gegenwärtigen beruflichen Situation wider, die 2018 im Mittel einen Wert von 4,9 auf der 11-stufigen Skala erreichte (ohne Abbildung). Wie zu erwarten, bestanden sehr deutliche Unterschiede zwischen voll erwerbstätigen Geflüchteten, die am zufriedensten waren, und nicht erwerbstätigen Geflüchteten, deren mittlere Zufriedenheit mit einem Wert von 2,96 am geringsten ausfiel. Bef r a g u n gs j a h r Abbildung 6: Ausmaß des Gefühls der Verbundenheit mit dem Herkunftsland nach Befragungsjahr (in Prozent) 2018 21 2017 22 2016 22 22 27 0% 10% 29 29 22 20% sehr stark 30% stark 13 15 12 15 29 40% 50% 60% in mancher Beziehung Quelle: IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2016, 2017, 2018, gewichtet. 10 70% kaum 80% gar nicht 11 90% 100% 13 BAMF-Kurzanalyse 01|2020 Abbildung 7: Anteil der Geflüchteten, die 2018 einige bis große Sorgen bezgl. der eigenen wirtschaftlichen Situation hatten, nach Erwerbsstatus (in Prozent) 100 Anteil in % 80 60 40 78 67 79 69 56 76 58 79 65 75 64 50 20 2016 2017 2018 voll erwerbstätig eingeschränkt erwerbstätig nicht erwerbstätig Pers. ohne MigH sonst. Pers. mit MigH Geflüchtete Pers. ohne MigH sonst. Pers. mit MigH Geflüchtete Pers. ohne MigH sonst. Pers. mit MigH Geflüchtete 0 Geflüchtete nach Erwerbsstatus 2018 Quelle: IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2018, gewichtet. Auch mit ihrem persönlichen Einkommen sind Geflüchtete weder zufrieden noch unzufrieden – aber viele machen sich Sorgen über ihre wirt­ schaftliche Situation Hinsichtlich der Erwerbseinkommen können Brücker et al. (2020) zeigen, dass diese seit 2016 zwar stetig ansteigen, doch noch immer merklich hinter den Einkommen der in Deutschland geborenen Bevölkerung zurückbleiben: 2018 beliefen sich die mittleren Bruttomonatsverdienste der vollzeitbeschäftigten Geflüchteten auf 54 Prozent des Niveaus der in Deutschland geborenen Vollzeitbeschäftigten (Brücker et al. 2020). Die Geflüchteten waren mit ihrem persönlichen Einkommen im Mittel weder zufrieden noch unzufrieden (Mittelwert von 5,3 auf der 11-stufigen Skala – ohne Abbildung). Erwartungsgemäß waren nicht erwerbstätige Geflüchtete mit ihrem Einkommen am wenigsten zufrieden (Mittelwert: 5,08), voll erwerbstätige Geflüchtete dagegen am zufriedensten (Mittelwert: 6,28). Dabei waren letztere mit ihrem Einkommen aber dennoch weniger zufrieden als voll erwerbstätige Personen der Mehrheitsgesellschaft (mit oder ohne Migrationshintergrund), deren durchschnittliche Zufriedenheit 2017 den Wert 7,01 auf der 11-stufigen Skala erreichte (ohne Abbildung). Dieser Unterschied dürfte auf das im Mittel geringere Einkommen der vollzeiterwerbstätigen Geflüchteten (Brücker et al. 2020) zurückzuführen sein. Die zunehmende Arbeitsmarktintegration und die steigenden Erwerbseinkommen lassen erwarten, dass sich die wirtschaftliche Situation der Geflüchteten zukünftig weiter verbessert. Da ein Teil am Arbeitsmarkt aber noch nicht erfolgreich ist und auch die Einkommensniveaus noch vergleichsweise niedrig sind, ist zu vermuten, dass sich die aktuelle wirtschaftliche Situation für viele Geflüchtete aber weiterhin nicht einfach gestaltet. Tatsächlich machten sich 2018 drei Viertel der Geflüchteten einige bis große Sorgen bezüglich ihrer eigenen wirtschaftlichen Situation (Abbildung 7), wobei der Anteil über die drei Erhebungsjahre 2016 bis 2018 hinweg weitgehend stabil ist. Auch war der Anteil merklich höher als bei den Personen ohne Migrationshintergrund, von denen sich 2018 rund 50 Prozent einige bis große Sorgen gemacht hatten, sowie auch etwas höher als bei den anderen Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland, bei denen der Anteil rund 65 Prozent betrug. Die Intensität der Sorgen steht in einem deutlichen Zusammenhang mit der aktuellen Erwerbstätigkeit: Unter den nicht erwerbstätigen Geflüchteten war der 14 Anteil derer, die sich Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation machten, deutlich höher als unter den voll erwerbstätigen Geflüchteten (Abbildung 7). Doch auch von letzteren machten sich noch knapp zwei Drittel einige bis große Sorgen um ihre eigene wirtschaftliche Situation. Zusammenfassung und Fazit Auf Grundlage der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten zeichnet sich für 2018 ab, dass die Integration von Geflüchteten im sprachlichen Bereich weiter voranschreitet und sich der Ankommensprozess in Deutschland weiter verstetigt. Geflüchtete verbessern über die Zeit ihre Deutschkenntnisse weiter. Hierbei gilt, dass trotz prinzipiell universeller Mechanismen beim Spracherwerb bei Geflüchteten besondere Bedingungen zu beachten sind. Ungünstigere Lernvoraussetzungen wie ein niedriges Bildungsniveau, zu betreuende Kleinkinder, noch ausstehende Kursteilnahmen oder eine Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft erschweren bei diesen Teilgruppen von Geflüchteten nicht nur den Deutscherwerb, sondern verstärken sogar teilweise noch eine ungleiche Entwicklung zwischen Geflüchteten mit verschiedenen Lernvoraussetzungen über die Zeit. Selbsteingeschätzte Deutschkenntnisse verbessern sich über die Zeit sowohl bei einem gesteuerten Spracherwerb in einem Kurs als auch wenn dieser ungesteuert ohne gezielte Sprachförderung abläuft. Trotz deutlicher Zunahmen der Deutschkenntnisse auch beim ungesteuerten Erwerb weisen (ehemalige) Sprachkursteilnehmende höhere Kenntnisse auf, die vor allem auch sehr viel schneller nach der Einreise erworben wurden. Erfreulich ist daher, dass die Teilnahme an sprachfördernden Maßnahmen 2018 weiter zugenommen hat. Nur noch 15 Prozent der zwischen 2013 und 2016 eingereisten Geflüchteten haben 2018 noch an keiner solchen Maßnahme teilgenommen. Für den Integrationskurs als zentrale Integrationsmaßnahme des Bundes zeigt sich, dass im Verlauf des letzten Jahres bei dieser Gruppe leicht höhere Teilnahmen auch bei stärker lerngewohnten Personen festgestellt werden können. Weiterhin wird deutlich, dass Frauen mit älteren Kindern (4 Jahre und mehr) den Integrationskurs häufiger als in der Vergangenheit besuchen. Frauen mit Kleinkindern besuchen den Integrationskurs dagegen noch immer eher selten. Somit lässt sich innerhalb der Kohorte der zwischen 2013 und 2016 gekommenen Geflüchteten von ersten leichten Aufholprozessen bei Personen mit ungüns- tigeren Lernvoraussetzungen sprechen, deren Voranschreiten mit weiteren Befragungswellen noch genauer betrachtet werden sollte. Zu beachten ist hierbei, dass sich damit die Teilnehmendengruppe der Geflüchteten an Integrationskursen hin zu mehr langsam Lernenden entwickelt. Das Erreichen des sprachlichen Zielniveaus des Integrationskurses (B1 im allgemeinen Integrationskurs bzw. A2 im Alphabetisierungskurs) dürfte bei Geflüchteten somit einen längeren Zeitraum als in der Vergangenheit in Anspruch nehmen. Gleichzeitig steigen die Herausforderungen für die Lehrkräfte von Sprachkursen, die sich auf die veränderte und häufig heterogenere Teilnehmendenstruktur einstellen müssen. Eine Findung von passgenauen Kursen, die auf verschiedene Bildungsniveaus Rücksicht nehmen (wie es z. B. im Integrationskurssystem der Fall ist), wird immer wichtiger. Im Hinblick auf die Bewertung der eigenen Lebensumstände hat sich gezeigt, dass die befragten Geflüchteten ihre Lebensumstände in Deutschland alles in allem eher positiv bewerten. Dabei ist ihre Zufriedenheit seit 2016 weitgehend stabil, auch wenn sich eine langsame, aber stetige Zunahme andeutet. Jedoch ist die allgemeine Lebenszufriedenheit der Geflüchteten (noch) niedriger als die Zufriedenheit der Personen der Aufnahmegesellschaft. Eingetrübt wird die allgemeine Lebenszufriedenheit vor allem von Sorgen um die persönliche wirtschaftliche Situation. Auch mit ihrer Erwerbs- und persönlichen Einkommenssituation sind die Geflüchteten im Mittel nicht zufrieden – jedoch auch nicht explizit unzufrieden. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich trotz der bereits stattgefundenen Verbesserungen bei der Erwerbs- und Einkommenssituation (Brücker et al. 2020) ein großer Teil der Geflüchteten mit dem bereits Erreichten nicht zufrieden gibt, sondern sich weiter verbessern will – wofür die weitere Verbesserung der Deutschkompetenzen eine wichtige Voraussetzung ist. Für die allgemeine Zufriedenheit spielt darüber hinaus auch das Gefühl, in Deutschland willkommen zu sein, eine wichtige Rolle. Vor diesem Hintergrund ist das hohe Willkommensgefühl bei Geflüchteten positiv zu sehen, das seit 2016 auf einem hohen Niveau verbleibt. Dies war nicht zwingend zu erwarten, da der öffentliche Diskurs über Geflüchtete sowie Migration allgemein zwischenzeitlich kritischer geworden ist. Doch unter den befragten Geflüchteten hat zwar auch der Anteil derjenigen, die sich Sorgen bezüglich Ausländerfeindlichkeit in Deutschland machen, seit 2016 geringfügig zugenommen, liegt aber dennoch deutlich unter dem Niveau bei Personen der Aufnahmegesellschaft. Dies könnte darauf hinweisen, dass ein Teil der Geflüchteten (noch) nicht dem öffentlichen, über die BAMF-Kurzanalyse 01|2020 Medien getragenen Diskurs folgt oder folgen kann. Gleichzeitig haben anteilig mehr Geflüchtete als andere Personen mit Migrationshintergrund das Gefühl, aufgrund der Herkunft benachteiligt worden zu sein. Damit scheint ein Teil der Geflüchteten zwar im Alltag gelegentlich auf Ablehnung zu stoßen, verallgemeinert diese individuellen Erfahrungen aber nicht. Im Hinblick auf die Bedeutung des Willkommensgefühls für die allgemeine Lebenszufriedenheit ist zusätzlich zu sehen, dass Kontakte zu Deutschen ebenfalls in einem positiven Zusammenhang mit der Zufriedenheit stehen. Eine zentrale Voraussetzung für die Entstehung und den Ausbau von Kontakten zwischen Geflüchteten und Personen der Aufnahmegesellschaft sind ausreichende Deutschkompetenzen aufseiten der Geflüchteten. Darüber hinaus braucht es aber auch Gelegenheiten für solche Kontakte. Als hilfreich haben sich in diesem Zusammenhang Kontexte gezeigt, in denen Kontakte zu einem gewissen Grad unausweichlich sind, wie zum Beispiel am Arbeitsplatz oder in der Ausbildungsstelle (Siegert 2019: 5). Dies wiederum verdeutlicht zum einen, dass die Integration in den Arbeitsmarkt nicht nur für die individuelle wirtschaftliche Situation, sondern auch für die soziale Integration bedeutsam ist. Zum anderen wird deutlich, wie wichtig eine ganzheitliche Betrachtung der Lebensumstände der Geflüchteten ist, da die verschiedenen Bereiche nicht unabhängig voneinander sind, sondern sich wechselseitig bedingen. 15 16 Anhang Tabelle A1: Einflüsse auf die Deutschkenntnisse – lineare Regression Einflussfaktoren Koeffizient Sig. Motivation Aufenthaltsstatus (Ref: im Verfahren) Schutzstatus zuerkannt -,0330 Duldung ,0162 Sonstiges -0,045 Erwerbstätigkeit 0,264 * Teilnahme an einem Sprachkurs 1,098 *** Aufenthaltsdauer in Monaten 0,415 *** -0,019 *** 0,542 *** Gelegenheiten Aufenthaltsdauer in Monaten zum Quadrat Kontakt zu Deutschen (1 „nie“ bis 6 „täglich“) Unterbringung in Gemeinschaftsunterkunft -0,204 Kinder im HH (Ref: keine Kinder im HH) Kinder unter 4 Jahren im HH 0,278 Kinder ab 4 Jahren im HH 0,204 Kinder im HH x Geschlecht (Ref: Mann ohne Kinder im HH) Weiblich x Kinder unter 4 Jahren im HH Weiblich x Kinder ab 4 im HH -1,334 *** -,336 Effizienz Alter bei Einreise in Jahren Alter bei Einreise in Jahren zum Quadrat Frau -0,252 *** 0,002 *** -0,048 Bildung (Ref: niedrige Bildung)a Mittlere Bildung 1,011 *** hohe Bildung 1,505 *** Primärer und funktionaler Analphabetismus 1,550 ** Zufriedenheit mit der Gesundheit (0 „sehr schlecht“ bis 10 „sehr gut“) 0,103 *** Konstante 6,538 *** 2 R Anzahl 0,46 3.093 Anmerkungen: Unstandardisierte Regressionskoeffizienten. Daten gewichtet. Abhängige Variable: Summenindex der Deutschkenntnisse von 0 bis 12; a Einteilung anhand der International Standard Classification of Education (ISCED) 2011: ISCED-Klassen 0 und 1 = niedrige Bildung, Klassen 2 bis 4 = mittlere Bildung, Klassen 6 bis 8 = hohe Bildung; Signifikanzen: * p<0.05, ** p<0,01, *** p<0,001. Weitere, hier nicht gezeigte aber verwendete Variablen sind: Herkunftsland. Die vollständigen Ergebnisse können über die Autoren bezogen werden. Quelle: IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2018. 17 BAMF-Kurzanalyse 01|2020 Tabelle A2: Einflüsse auf die allgemeine Lebenszufriedenheit (0 „ganz und gar unzufrieden“ bis 10 „ganz und gar zufrieden“) – lineare Regression Einflussfaktoren Koeffizient Sig. Demografie Frau Alter in Jahren Alter in Jahren zum Quadrat 0,120 -0,025 0,000 Einpersonenhaushalt (Referenz) Paar mit Kind(ern) 0,532 *** Paar ohne Kind(er) 0,638 ** Alleinerziehend 0,069 Sozialstruktur Schutzstatus zuerkannt (Referenz) im Verfahren -0,266 Duldung -0,755 Sonstiges -0,273 ** mittlere Bildung (Referenz)a niedrige Bildung hohe Bildung Deutschkenntnisseb (Index – 1 „gar nicht“ bis 5 „sehr gut“) 0,145 -0,098 0,093 nicht erwerbstätig (Referenz) eingeschränkt erwerbstätig 0,054 voll erwerbstätig 0,435 ** -0,548 ** 0,587 *** Sorgen bzgl. Ausländerfeindlichkeit in D. -0,319 ** Gefühl, nie benachteiligt worden zu sein 0,133 Unterbringung in Gemeinschaftsunterkunft Willkommensgefühl fühlt sich in Deutschland willkommen (1 „gar nicht“ bis 5 „sehr stark“) Soziale Einbindung Zeit mit Deutschen verbracht (1 „nie“ bis 6 „täglich“) 0,119 Zeit mit Pers. aus dem Herkunftsl. verbracht (1 „nie“ bis 6 „täglich“) 0,077 Zeit mit Pers. aus and. Ländern verbracht (1 „nie“ bis 6 „täglich“) Konstante R2 Anzahl *** -0,080 ** 8,927 *** 0,17 3.413 Anmerkungen: Unstandardisierte Regressionskoeffizienten, Daten gewichtet; a Einteilung anhand der International Standard Classification of Education (ISCED) 2011: ISCED-Klassen 0 und 1 = niedrige Bildung, Klassen 2 bis 4 = mittlere Bildung, Klassen 6 bis 8 = hohe Bildung; b Summenindex aus Selbsteinschätzungen zu den Fertigkeiten in den Bereichen Sprechen, Schreiben und Lesen; Signifikanzen: * p<0.05, ** p<0,01, *** p<0,001. Weitere, hier nicht gezeigte aber verwendete Variablen sind: Herkunftsland und Einreisejahr. Die vollständigen Ergebnisse können über den Autoren bezogen werden. Quelle: IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2018. 18 Literatur Baier, Andreea/Siegert, Manuel (2018): Die Wohnsituation Geflüchteter. Ausgabe 02|2018 der Kurzanalysen des Forschungszentrums Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg. 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Autoren Cristina de Paiva Lareiro ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungszentrums Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg. Cristina.Paiva@bamf.bund.de Dr. Manuel Siegert ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forschungszentrums Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg. Manuel.Siegert@bamf.bund.de Dr. Nina Rother ist Leiterin des Forschungsbereichs „Inte­gration und gesellschaftlicher Zusammen­halt“ im Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg. Nina.Rother@bamf.bund.de Impressum Herausgeber Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl 90461 Nürnberg Stand 02/2020 Gestaltung Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Besuchen Sie uns auf http://www.bamf.de/forschung www.facebook.com/bamf.socialmedia @BAMF_Dialog Other language www.bamf.de/publikationen Zitationshinweis de Paiva Lareiro, Cristina/Rother, Nina/Siegert, Manuel (2020): Dritte Welle der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten. Geflüchtete verbessern ihre Deutschkenntnisse und fühlen sich in Deutschland weiterhin willkommen. Ausgabe 01|2020 der Kurzanalysen des Forschungszentrums Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg. Verbreitung Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge kostenlos herausgegeben. Für nichtgewerbliche Zwecke sind Vervielfäl­tigungen und unentgeltliche Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangaben gestattet. Die Verbreitung, auch auszugs­weise, über elektronische Systeme oder Datenträger bedarf der vorherigen Zustimmung des Bundesamtes. Alle übrigen Rechte bleiben vorbehalten.
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