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Band No. 27, 7. Juni 1849

Volltext : Verhandlungen der Stadtverordneten-Versammlung zu Berlin (Public Domain) Ausgabe 1849 (Public Domain)

Director, welchem das gesammte städtische Eigen- Der Stadtv. Schiemenßt hatte in der vorigen
thum anvertraut werde, wohl auch für jene hinläng- Sitzung den Antrag gestellt :
liche Sicherheit gewähre. dem Herrn Bürgermeister Naunyn für die
Kosten, welche ihm aus der Verwaltung des
Stadtv. Holbein erklärt sich für das Gutachten Ober-Bürgermeister-Amts seit einem Jahre erder
 Deputation, da er nicht wünscht, daß einer sol- wachsen, eine Entschädigungssumme von minc<en
 geringen Kleinigkeit wegen eine so große Sache destens 500 Thlr. zu votiren.
wie die Feuer-Lösch-Anstalt für die Commune sei, von Zur Motivirung war von demselben angeführt
der Hand gewiesen werde. worden, wie es ihm bekannt geworden, welche bedeutenden
 pecuniären Opfer Herr Naunyn als
Stadtv. Gneist. Es sei unter allen Umständen Ehef der städtischen Verwaltung habe bringen müssen,
bedenklich etwas sagen zu wollen, was sich nicht sa- und wie er namentlich auch die Wohlthätigkeit in
gen läßt, was aber die Deputation eigentlich gewollt allen den Fällen geübt habe, wo sonst nicht anders
hat, ließe sich nicht sagen. Es sei besser, daß es zu helfen war. Es war eine Deputation zur Prüunter
 Umständen nicht gesagt werde, daß der Staat, fung dieses Antrages ernannt worden, und spricht
wenn eines seiner Gebäude brennt, eine besondere sich diese nun dahin aus:
Stellung bei der Löschung desselben einnimmt, denn daß dem Herrn Bürgermeister Naunyn in
es sei der Feuerlösch-Deputation gegenüber ganz Rücfsicht auf seine besondere Mühwaltung, so
gleich, ob das Gebände, welches brennt, dem Staate wie auf die baaren Auslagen, welche demselben
gehöre oder nicht. während des leßtvergangenen Jahres aus der
Mitverwaltung des DOberbürgermeister- Amts
Stadtv. Lindner. Es sei jedenfalls besser, wenn seit einem Jahre erwachsen sind, die Summe
die Leitung in der Hand eines Brand-Directors liege, von 500 Thlr. Repräsentations8-Gelder bewilligt
denn es kommt sehr oft, daß hochgestellte Personen werden mögen.
bei dem Feuer zugegen sind, welche das Commando Die Versammlung trat dem Antrage der Deputaan
 sich nehmen und nun darauf los commandiren tion, nachdem ein Amendement des Stadtv. Schulz,
und dadurch die größte Verwirrung hinein bringen. dem Herrn Bürgermeister die Summe von 4000 Thlr.
zu bewilligen, gefallen war, mit großer Majorität
Stadtv. Schulze. Bei der Errichtung. eines bei.
Pompiers-Corps sei es gerade sehr wünschenswerth . |
und nothwendig, daß dem Brand-Director es ganz Hierauf erklärte die Versammlung sich damit einallein
 zustehe, über die Löschmaßregeln zu verfügen. verstanden, den Erlös von 18 Thlr. 4 Sgr. für die
im vorigen Jahre von dem Kaufmann Todt zu
Bei der hierauf erfolgten Abstimmung entschied den außerordentlichen. Bedürfnissen der städtischen
sich die Versammlung dahin, daß die Commune Verwaltung hergegeben Gold- und Silbersachen zur
das städtische Feuerlöschwesen mit der Bedingung Einkommensteuer verrechnen zu lassen.
übernehmen solle, daß dem von der Commune anzustellenden
 Brand-Director lediglich die oberste Leitung
der Löschanstalten zustehe, wie natürlich dem Nach Erledigung einiger administrativen und na-Polizei-Präsidenten
 die Handhabung der Sicher- mentlich in das Rechnungswesen einschlagenden Geheits-PBoli
 zei unbenommen bleibt. genstände ging die Versammlung um 7 Uhr zu einer
 geheimen Sißung über,
Verichterstatter: Eduard Linden und Gustav Kepmannssohn, == Druck von €. A. Schiementz u. Co. in Berli!
            
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