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Full text: Pädagogik für die Fachberatung in Theorie und Praxis (Rights reserved)

Fachberatung Management Öffentlichkeitsarbeit Recht Umwelt 270 Fachberatung I Pädagogik für die Fachberatung in Theorie und Praxis IMPRESSUM Schriftenreihe des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde e. V., Berlin (BDG) Heft 5/2019 – 41. Jahrgang Seminar: Fachberatung I vom 14. bis 16. Juni 2019 in Oldenburg/Vechta Herausgeber: Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V., Platanenallee 37, 14050 Berlin Telefon (030) 30 20 71-40/-41, Telefax (030) 30 20 71-39 Präsident: Dirk Sielmann Seminarleiter: Jürgen Sheldon Präsidiumsmitglied für Seminare BDG Layout&Satz: Uta Hartleb Titelbild: fotolia Nachdruck und Vervielfältigung – auch auszugsweise – nur mit schriftlicher Genehmigung des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde (BDG) ISSN 0936-6083 Fachberatung Management Öffentlichkeitsarbeit Recht Umwelt 270 Fachberatung I Pädagogik für die Fachberatung in Theorie und Praxis Schriftenreihe des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde e.V., Berlin (BDG) Heft Nr. 5/2019 – 41. Jahrgang Seminar Fachberatung I vom 27. bis 29. September 2019 in Hamm INHALTSVERZEICHNIS Umgehen mit Natur: Kleingärten als Orte zum Lernen und Leben für die Zukunft gestalten Univ.-Prof. Dr. Steffen Wittkowske, Universität Vechta Interaktion und Kommunikation im Gartenalltag – Modelle, Methoden, Techniken Gruppenarbeit (zwei Gruppen parallel im Wechsel) Maria Klatte, Universität Vechta 7 13 Stationsbetrieb in der Universität und im Lehr- und Forschungsgarten, Universität Vechta Das gartenpädagogische Konzept WILD-FORMAT-ART am Paradigma des Empowerment Stationsleiterin: Eva Bongartz / Stationsbetrieb (I) Schatztruhe Garten: Pfiffige Ideen mit Blumen aus dem Garten Stationsleiterin: Beate Walther / Stationsbetrieb (II) Gruppendynamische Übungen zu Wahrnehmung, Konzentration und Kommunikation Stationsleiter: Stefan Meller / Stationsbetrieb (III) Projektmananagement im Garten: Projekte gibt es überall Stationsleiterin: Angelika Mayer / Stationsbetrieb (IV) Vom Großen zum Kleinen – Unsichtbares sichbar machen 19 27 29 31 Stationsleiterin: Marion Lange / Stationsbetrieb (V) 32 Anhang Die Grüne Schriftenreihe seit 1997 34 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 5 PÄDAGOGIK FÜR DIE FACHBERATUNG IN THEORIE UND PRAXIS Umgehen mit Natur: Kleingärten als Orte zum Lernen und Leben für die Zukunft gestalten UNIV.-PROF. DR. STEFFEN WITTKOWSKE (Universität Vechta) Im Jahr 2002 hatten die Vereinten Nationen (UN) für die Jahre 2005 bis 2014 die Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen. Die internationale Initiative wollte dazu beitragen, die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung weltweit in den nationalen Bildungssystemen zu verankern. Der Kerngedanke der nachhaltigen Entwicklung sagt aus, dass zukünftige Generationen dieselben Chancen auf ein erfülltes Leben haben sollen wie wir. Gleichzeitig müssen Chancen für alle Menschen auf der Erde fairer verteilt werden. Nachhaltige Entwicklung verbindet wirtschaftlichen Fortschritt mit sozialer Gerechtigkeit und dem Schutz der natürlichen Umwelt. Kleine Gärten – bunte Vielfalt! • Zwei Drittel aller Deutschen ab 14 Jahre arbeitet zumindest ab und zu im Garten (zweitliebste Freizeitaktivität). • Jeder zweite Privathaushalt besitzt einen eigenen Garten. Insgesamt gibt es in Deutschland 17 Millionen Gärten. • Davon sind rund eine Million Kleingärten (1. Rang in Europa), sie bedecken etwa eine Fläche von 66.000 Fußballfeldern. • 370 m² [438 m²] ist ein Kleingarten im Durchschnitt groß. Allerdings: Naturerfahrungen gehen Kindern und Erwachsenen in der Gegenwart offenbar immer mehr verloren. So scheint es, als ob Schrebergärten die neuen Zufluchtsorte für junge Städter sind. Jahrelang gingen die Pächterzahlen in Kleingartenanlagen aus Altersgründen zurück: Seit gut einem Jahrzehnt lässt sich bei Deutschlands Kleingärtner*innen jedoch ein Generationenwechsel feststellen. Das bestätigen auch die Zahlen des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde: Mittlerweile werden 45 Prozent aller Kleingärten an Familien mit Kindern verpachtet. Und: Von Komposthaufen, Regenwürmern und Gemüseanbau zu sprechen klang noch vor Kurzem piefig, inzwischen ist es völlig salonfähig. Immer mehr Deutsche erklären das Gärtnern zu ihrem Hobby… Noch vor ein paar Jahren galt ein Kleingarten als spießig. Inzwischen hat sich die Stimmung gedreht. In den zurückliegenden Jahren ging fast die Hälfte aller frei werdenden Gärten an junge Familien mit Kindern. Jeder zweite Privathaushalt in Deutschland verfügt mittlerweile über einen Garten. Wer keinen hat, weicht auf den Balkon oder die Fensterbank aus. Schrebergärten und Selbsterntegärten haben immer längere Wartelisten für Interessierte. Dabei hat sich die Bandbreite des Gärtnerns vergrößert – gerade im urbanen Raum. Neben der guten, alten Kleingartenparzelle gibt es u.a. gemeinschaftlich organisierte ,community gardens‘, Gärten für interkulturelle oder generationenübergreifende Begegnungen oder Guerillagärten auf halb legal bearbeiteten städtischen Flächen. Im Zuge des Trends ,urban gardening‘ sind mittlerweile auch Weiterentwicklungen des Schrebergartens entstanden, der klassischen Form städtischer Kleinstlandwirtschaft: Wer sich nicht auf Jahre an eine Datsche binden will, kann sich für eine Saison sogar in Selbsterntegärten bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 7 einmieten. Das fertig angelegte Biosalatbeet und professionelle Anleitung buchen Gartenanfänger gleich dazu… Alles gut – oder etwa doch nicht? Umgehen mit Natur bedeutet vielen „Gärtnern“ heutzutage lediglich das wöchentliche „Kurzundkleinmähen“ der „Raseneinfarbigkeit“ oder das Entfernen von Flechten, Moos und Algen auf versiegelten Flächen mit dem Hochdruckreiniger. Allabendlich erfreuen sich Garten-, Koch-, Einrichtungs- und Heimwerker-Sendungen im Fernsehen großer Beliebtheit. „Homing“ heißt das Schlagwort der Freizeitforscher und Soziologen für dieses Phänomen. Es löst das „Cocooning“ der 1980er Jahre ab. Im Gegensatz zum „Cocooning“ geht es heute nicht mehr um ein einsames sich Einigeln, sondern vielmehr darum, die eigenen vier Wände mehr und mehr zum sozialen und kommunikativen Lebenszentrum zu machen. Die jüngere Generation entdeckt die Exotik der Nähe für sich. Beim gemeinsamen Abhängen in der Natur wird die Privatsphäre als Hort der Geborgenheit zelebriert. Idyllische Darstellungen von Natur und Landschaft sowie Bauernhöfen mitsamt deren Tieren in Zeitschriften und Büchern kolorieren dieses Bild. Alltägliche, sich wiederholende, nachhaltige Erfahrungen in und mit der Natur über Pflanze; Tier und Boden bleiben dabei allerdings sehr stark reduziert. Immer mehr Kinder und Jugendliche und zunehmend auch Erwachsene sind sinnlich unterfordert und nur noch eingeschränkt in der Lage, eigene Naturerfahrungen zu sammeln. Was in unserer oder früheren Generationen vielleicht selbstverständlich zu sein schien, nämlich selbst im Garten zu arbeiten, fällt jetzt unter die Rubrik „exotisch“. Wo haben wir heute wirklich noch Gelegenheit, Kartoffeln oder Möhren auszubuddeln, Fallobst aufzuheben und daraus Mus zu kochen oder aus Körnern in der Getreidemühle selbst Mehl zu mahlen? Nicht nur beim Ernten, sondern auch beim Anbauen und Pflegen von Pflanzen können Menschen wichtige Sinneserfahrungen machen, Fragen stellen und Antworten nicht nur virtuell im Internet suchen: Was fasst sich wie und warum so an? Ist die Kirsche eine Kernfrucht? Was ist eine Steinfrucht? Wozu zählt die Erdbeere? Wie sieht Porree aus? Was ist Wirsing, was ist Weißkohl? Welche Teile der Pflanze sind geeignet zum Verzehr? Sind Bohnen roh essbar? Wie duften Pflanzen und warum? Gemeinschaftsgärten, Urban-Gardening-Projekte oder Pflanzentauschbörsen sind fast überall präsent. Die urbanen Umgebungen, einst klassisches Gegenmodell zum agrarischen Land, werden so zunehmend als Orte markiert, in die eine neu verstandene Natur in Form von Gärtnern, Pflegen und Ernten zurückgeholt werden soll – und zwar durchaus individuell. „Grüne Anlagen“ sind klar im Trend. Aber nicht nur im übertragenen Sinne des nachhaltigen Investments, sondern ganz handfest in Form von Gärten, Balkonen und Terrassen sind sie äußerst gefragt. Die Zahl derer, die über eine Terrasse oder einen Garten verfügen, stieg in den zurückliegenden Jahren permanent an. Das führt dazu, dass sich die ,Gated Community‘ namens ,Schrebergarten‘ rasant verändert. Laut dem Bundesverband Deutscher Gartenfreunde sank das Durchschnittsalter der Pächter in Kleingartenanlagen in den vergangenen Jahren deutlich. Inzwischen gibt es – regional unterschiedlich – vielfach lange Wartelisten für die Kleingartenparzellen, die vor allem bei jungen Familien mit Kindern auf wachsende Begeisterung stoßen. Hauptgründe dafür benennt eine BA-Arbeit von Konstantin Denkinger an der Universität Greifswald (2017): Erholung (körperliche Betätigung, geistige Gesundheit, Naturerlebnis), Gemeinschaft (Feste/ Veranstaltungen, Nachbarschaft, Freunde/ Bekannte, transkulturelle Beziehungen, transgenerationelle Beziehungen), Ökologische Bildung (Wissensaneignung, Wissensvermittlung), Anbau (Qualität/ Ökologie, Kostenersparnis), Freiraum und Tradition. Denkinger, K.: Sozial-ökologische Motivationen der Kleingarten-Nutzer und -Nutzerinnen Greifswalds. Im Internet: https://geo.uni-greifswald.de/fileadmin/unigreifswald/.../BA K.Denkinger.pdf, zuletzt aufgerufen am 14.06.2019. Das tiefe Bedürfnis nach Naturerfahrung der weiter wachsenden Stadtbevölkerung bringt immer mehr Menschen in neuen Gemeinschafts- und Nachbarschaftsgärten zusammen, um ihre Umgebung zu gestalten und ökologische Nahrungsmittel anzubauen. Entsprechende Entwicklungen verlaufen regional unterschiedlich: Neben den ‚klassischen‘ Kleingärten, gibt es inzwischen eine Vielzahl neuer Gartenformen. Diese modernen Strömungen des Gärtnerns wurzeln in den Herausforderungen des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts. Unsere Gesellschaft verändert sich sowohl in demographischer als auch in kultureller Hinsicht. Der urbane Gartenbau (engl.: Urban Gardening) ist eine der bekanntesten Formen des unkonventionellen Gärtnerns. Eine mögliche Definition bietet Heide Hoffmann an, die im urbanen Gartenbau vor allem die „Produktion von Nahrungsmitteln und Nichtnahrungsmitteln […] innerhalb von Städten und Stadtgebieten für den städtischen Markt“ sieht. 8 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 Diese „Produktion“ findet dabei in der Regel auf „freien Flächen, entlang von Straßen und Bahngleisen, auf Hinterhöfen oder Dächern“ statt (Hoffmann 2002, S. 84). Hoffmann, H. (2002): Urbaner Gartenbau im Schatten der Betonriesen. In: Grüne Schriftenreihe des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde, Heft 158. Eine weitere Form ist die Community Supported Agriculture (CSA), auch ,gemeinschaftliche Landwirtschaft‘ oder ,Verbraucher-Erzeuger- Gemeinschaft‘ genannt (vgl. Rasper 2012, S. 84). Es handelt es sich hierbei um einen Zusammenschluss von einem oder mehreren landwirtschaftlichen Betrieben/Gärtnereien mit einer Gruppe privater Haushalte (Solidarische Landwirtschaft e.V., online). Hierbei verpflichtet sich eine festgesetzte Gruppe regelmäßig im Voraus einen festgelegten Betrag an den Hof zu zahlen, der mit dem ihm gegebenen Geld entsprechend seinen Möglichkeiten wirtschaftet. Im Gegenzug erhalten alle Zahlenden die gesamte Ernte, wie verarbeitete Erzeugnisse (Gemüse, Säfte, Marmeladen u.a.m.). Diese ,saisonale Vertragsbeziehung‘ führt zu einer bewussten Gestaltung der Stadt-Umland-Beziehungen (vgl. Rasper 2012, S. 84). Rasper, M. (2012): Vom Gärtnern in der Stadt. Die neue Landlust zwischen Beton und Asphalt. München: Oekom. „Solidarische Landwirtschaft“: Im Internet: https://www. wiesbaden.de/leben-in-wiesbaden/umwelt/umweltveranstaltungen/so-la-wiesbaden.php, zuletzt aufgerufen am 14.06.2019. Gemeinschaftsgärten und eine Unterkategorie, die sogenannten Interkulturellen Gärten, sind in den letzten Jahren zunehmend in den Blick der Öffentlichkeit gerückt. Gemeinschaftsgärten gelten als Oberbegriff für alle Formen von Gärten, die gemeinsam bewirtschaftet werden. Den Interkulturellen Gärten wird zusätzlich ein integrativer Ansatz (vgl. Müller 2002) zugesprochen: „Wurzeln schlagen in der Fremde“. Neben dem ,Spracherwerb‘ ist die Aneignung weiterer ,Kenntnisse und Fähigkeiten‘ (vgl. nachfolgende Ausführungen zu ,Schlüsselkompetenzen‘), die für eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nützlich sind, von großer Bedeutung und ermöglichen das „Experimentieren mit neuen Formen des Zusammenlebens und Austauschs“ (Meyer-Rebentisch 2013, S. 62). Ein ähnliches Prinzip verfolgen die Nachbarschaftsgärten, auch Kiezgärten oder Quartiersgärten genannt. Deren Ziel ist es, den Garten zum Treffpunkt einer aktiven Nachbarschaft zu machen, das anonyme, großstädtische Nebeneinander aufzubrechen und lokale Netzwerke zu bilden (Nachbarschaftsgärten e.V. 2013). bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 Meyer-Rebentisch, K. (2013): Das ist Urban Gardening. Die neuen Stadtgärtner in ihre kreativen Projekte. München: blv. Müller, Chr. (2002): Wurzeln schlagen in der Fremde. Die Internationalen Gärten und ihre Bedeutung für Integrationsprozesse. München: ökom, Gesellschaft für ökologische Kommunikation. Als weitere ‚neue Form‘ der Kleingärtnerei ist der Selbsterntegarten zu nennen. Dieser unterscheidet sich von anderen Gartenformen insbesondere durch das Maß an Teilhabe. Das Prinzip von Selbsterntegärten ist einfach: Im Gegensatz zu einem langfristigen Engagement gilt hier das Konzept der Bestellung, Parzellierung und saisonalen Verpachtung von Ackerflächen. Die Möglichkeit des ‚Test- Gärtnerns‘ durch geringe Verbindlichkeit steht im Vordergrund. Landwirte säen und pflanzen Gemüse, Kräuter und Blumen auf verschieden großen Parzellen aus, die am Gärtnern Interessierten mieten die Parzellen für ein Jahr, hegen und pflegen die Pflanzen und holen die Ernte ein. Vorteile hat dies für beide Seiten: Der Landwirt kann die Ackerfläche vorfinanzieren, die darauf Gärtnernden können bei der Gartenarbeit entspannen, viel über den Gemüseanbau lernen und frisches, regionales Gemüse mit nach Hause nehmen. … sind Gärten… • fundamentale und elementare Lebens-, Lern- und Erfahrungsräume über Generationen und Kulturen hinweg • Miniaturen der Wirklichkeit • Orte, die Primärerfahrungen bieten können • Lerngegenstand und Lernmittel zum Erwerb kategorialer Bildung … können Orte zum Einüben „ökologischer Lebenskunst“ sein, machen sie doch die Zusammenhänge des Lebens erfahrbar und zeigen Entwicklungen, die für eine gelingende Transition erforderlich sind: Säen, Pflegen, Ernten und Saatgut gewinnen für das kommende Jahr, sensibilisieren für die natürlichen Lebensgrundlagen, für den Rhythmus in der Natur und im Leben, für das unverzichtbare Miteinander von Pflanze, Tier, Boden und Mensch in der Welt. Erfolgreich gestalten Transitionen sind prozesshafte Geschehen in Gesellschaft und Garten („Ökologisierung“) • für die/ den Einzelnen • für die Beziehungen zwischen Menschen, aber auch zwischen Boden, Pflanze, Tier und Mensch • für die Lern- und Lebensumwelt → [Zusammen-]Leben neu denken und gestalten! 9 Menschen? „Jeder Mensch sollte ein Gärtner sein”, denn wer Gärtner ist, „kann ein eigenes Lebenskonzept gewinnen, das im Einklang mit dem Lebenssystem unseres Planeten steht.” (Gerda und Eduard Kleber) „Den Bedürfnissen der heutigen Generation zu entsprechen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“ Hauff, V. (Hrsg.): Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. 1987. Im Internet: https://www.nachhaltigkeit.info/ artikel/brundtland_report_563.htm, zuletzt aufgerufen am 02.07.2019. Wissen – Können – Handeln Soziales Miteinander und Interaktion, Naturerziehung, Gesundheitsförderung, Ernährungsbildung und Verbraucherorientierung Im Garten bestehen einzigartige Gelegenheiten, Erlebnisfähigkeit, Wertbewusstsein sowie Urteils- und Handlungsfähigkeit zu erwerben und zu entfalten und somit Gestaltungskompetenz zu entwickeln. „Wenn Sie den Anregungen dieses Buches folgen mögen, dann wird Ihr Garten zukunftsfähig ,... Ihre Ernährung gesünder und Sie leisten einen konstruktiven Beitrag für eine nachhaltige zukunftsfähige Gesellschaft in der Welt“ schreiben Gerda und Eduard Kleber in ihrem in den 1990er Jahren erstmals erschienenen Buch „Gärtnern im Biotop mit Mensch“. Für die Wuppertaler Pädagogen soll „der Garten ein Erfahrungsraum sein, in dem wir lernen, die menschzentrierte mit der biozentrisch-planetarischen Perspektive zu verknüpfen ... Die Liebe zu diesem Ort des Daheimseins sollte die Liebe zu unserem Planeten als Folge haben“. Kein Wunder, dass beide daraus auch die Forderung ableiten: „Jeder Mensch sollte ein Gärtner sein”, denn wer Gärtner ist, „kann ein eigenes Lebenskonzept gewinnen, das im Einklang mit dem Lebenssystem unseres Planeten steht.” Kleber, G.; Kleber. E.W. (2010): Gärtnern im Biotop mit Mensch:Das praktische Permakultur-und Biogarten-Handbuch für zukunftsfähiges Leben. Kevelaer: OLV. Gärtnern für den Erwerb von Kulturtechniken (KT) Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse, die zur gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe und zur Erhaltung einer Kultur notwendig sind. • Grundbildung („basic education“), bei der alle Kompetenzen in den Blick genommen werden, die für die Teilhabe an gesellschaftlicher Kommunikation erforderlich sind • SCHLÜSSELKOMPETENZEN. 10 Kompetenzen Kombination aus Kenntnissen, Fertigkeiten und Einstellungen • Kenntnisse umfassen Fakten und Zahlen, Konzepte, Ideen und Theorien, die bereits etabliert sind und das Verständnis eines bestimmten Bereichs oder Fachgebiets fördern; • Fertigkeiten bezeichnet die Fähigkeit, Prozesse auszuführen und vorhandenes Wissen einzusetzen, um so Ergebnisse zu erzielen; • Einstellungen bezeichnet die Bereitschaft, zu handeln oder auf Ideen, Personen oder Situationen zu reagieren, und entsprechende Mindsets. „Den Bedürfnissen der heutigen Generation zu entsprechen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“ Hauff, V. (Hrsg.): Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. 1987. Im Internet: https://www.nachhaltigkeit.info/ artikel/brundtland_report_563.htm, zuletzt aufgerufen am 02.07.2019. https://www.kmk-pad.org/fileadmin/Dateien/download/v_ na/10_EU_Schluesseldokumente/Empfehlung_Schluesselkompetenzen_2018.pdf Schlüsselkompetenzen • Kompetenzen, die alle Menschen für ihre persönliche Entfaltung und Entwicklung, Vermittelbarkeit, soziale Inklusion, eine nachhaltige Lebensweise, ein erfolgreiches Leben in friedlichen Gesellschaften, eine gesundheitsbewusste Lebensgestaltung und aktive Bürgerschaft benötigen. • Sie werden im Sinne des lebenslangen Lernens von Kindesbeinen an während des gesamten Erwachsenenlebens durch formales, nichtformales und informelles Lernen in allen Umgebungen entwickelt: in der Familie, in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft und anderen Gemeinschaften. „Den Bedürfnissen der heutigen Generation zu entsprechen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“ Hauff, V. (Hrsg.): Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. 1987. Im Internet: https://www.nachhaltigkeit.info/ artikel/brundtland_report_563.htm, zuletzt aufgerufen am 02.07.2019. https://www.kmk-pad.org/fileadmin/Dateien/download/v_ na/10_EU_Schluesseldokumente/Empfehlung_Schluesselkompetenzen_2018.pdf • gelten als gleich wichtig, da jede von ihnen zu einem erfolgreichen Leben in der Gesellschaft beiträgt. • Kompetenzen können in vielen unterschiedlichen Umgebungen und in zahlreichen Kombinationen angewandt werden. Sie überschneiden sich und greifen ineinander; wichtige Aspekte in einem Bereich unterstützen die Kompetenzen in einem anderen. • Fertigkeiten, wie kritisches Denken, Problemlösung, Teamwork, Kommunikations- und Verhandlungskompetenz, analytische Fähigkeiten, Kreativität und interkulturelle Kompetenz sind fester Bestandteil aller Schlüsselkompetenzen. „Den Bedürfnissen der heutigen Generation zu entsprechen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“ 02.07.2019. https://www.kmk-pad.org/fileadmin/Dateien/download/v_ na/10_EU_Schluesseldokumente/Empfehlung_Schluesselkompetenzen_2018.pdf • Lese- und Schreibkompetenz, • Mehrsprachenkompetenz, • mathematische Kompetenz und Kompetenz in Naturwissenschaften, Informatik und Technik, • digitale Kompetenz, • persönliche, soziale und Lernkompetenz, • Bürgerkompetenz, • unternehmerische Kompetenz sowie • Kulturbewusstsein und kulturelle Ausdrucksfähigkeit. „Den Bedürfnissen der heutigen Generation zu entsprechen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“ Hauff, V. (Hrsg.): Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. 1987. Im Internet: https://www.nachhaltigkeit.info/ artikel/brundtland_report_563.htm, zuletzt aufgerufen am 02.07.2019. https://www.kmk-pad.org/fileadmin/Dateien/download/v_ na/10_EU_Schluesseldokumente/Empfehlung_Schluesselkompetenzen_2018.pdf Hauff, V. (Hrsg.): Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. 1987. Im Internet: https://www.nachhaltigkeit.info/ artikel/brundtland_report_563.htm, zuletzt aufgerufen am bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 11 Umgehen mit Natur im Garten Menschen benötigen die Natur zum Ausgleich wachsender Erfahrungs- und Erlebnisdefizite – „NATURALLIANZ“: „Erst wenn die Menschen gelernt haben, eine Allianz mit der Natur einzugehen, werden sie mit Blick auf die Erhaltung der Natur handeln und die Bedürfnisse der ganzen Natur, der Pflanzen, Tiere und Menschen als gleichberechtigt begreifen.“ (Ernst Bloch) Um sich mitnehmen zu lassen ins Offene, auf ihre Entdeckungsreisen mit Pflanzen, beim Bearbeiten des Bodens oder in die Geschichte der Steine, zu Kräutersagen, Vogelbeobachtungen oder zur Funktionsweise von Gartengeräten, Gewächshäusern und Solarpumpen müssen sich die Erzieher und Erzieherinnen, die Lehrerinnen und Lehrer, die im Garten Handelnden und für die Fortbildung Verantwortung Tragenden – Expertinnen und Experten – ihrer SACHE sicher sein. Unsere Gesellschaft – einige Zahlen zum WERT der Kleingärten • 1,24 Millionen Kleingärten • 1 Mio. BDG • 76.000 Bahn-Landwirtschaft • geschätzte 125.000 weitere • etwa 2,5 Millionen Menschen bewirtschaften direkt einen Kleingarten ca. 5 Millionen Menschen gärtnern! • gut 20 Jahre wird ein Kleingarten von den Pächtern genutzt Ein Garten für ALLE +++ Boden, Pflanze, Tier und Mensch • Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt wecken • Begegnung von Menschen mit Boden, Pflanzen und Tieren • durch Verstehen und Begreifen emotionale Bindung zur heimatlichen Natur schaffen • Freiraum Garten: abwechslungsreicher Erlebnis- und Erfahrungsraum zum Arbeiten und Lernen, zum Erleben, Spielen und Ausruhen – Ausgleich und Sinnesschärfung • Öffentliche Freifläche mit stadtökologischem Beitrag… … gilt als Zeitgenosse des hinter uns liegenden 20. Jahrhunderts, dessen Menschen und deren Leben er in seinen Büchern sprachgewaltig beschreibt. Strittmatters literarisches Werk bietet Zuversicht und es lässt sich Wissen daraus gewinnen: wie Menschen geworden sind in ihren Zeiten und warum. Immer aufs Neue fokussiert er die Leserinnen und Leser auf die Natur, den Garten, davon zeugen viele seiner einzigartigen Texte. Sie lenken den Blick auf das Kleine, Unscheinbare, und assoziieren Fragen in ungewohnter Konsequenz: Wie machen die Blumen aus Sand Duft und Farbe? Was ist nach dem Gewitter? Und worin besteht „die Macht des Wortes“? Ist die Natur weise? (Erwin Strittmatter [1975]: :¾hundert Kleingeschichten. Berlin: Aufbau, S. 95f.) Gärten sind Orte zum Erhalten der Vielfalt… und Gärtnern ist vor allem eines: experimentieren – und nicht darauf warten, dass man unfehlbare Rezepte serviert bekommt. … und Gärtnern geht immer! „Denn: Die Menschen sind verschieden. Die einen müssen in der Erde wühlen, damit sie für sich einen Bezug herstellen können. Denen rate ich einfach anzufangen. Zum Gärtnern gehört ja immer auch das Scheitern dazu. Ich finde das eine der faszinierendsten Seiten des Gärtnerns. Das Scheitern ist ja aus unserer Welt verschwunden. Man darf ja nirgends mehr Scheitern. Aber das Scheitern führt zum Lernen und im nächsten Jahr gelingt es dann besser.“ Heistinger, A. (2013): Gärtnern geht immer. Im Internet: https://fm4v3.orf.at/stories/1721601/index.html, zuletzt aufgerufen am 14.06.2019. Lernen und Leben – für ALLE Erwin Strittmatter... * 14. August 1912 in Spremberg † 31. Januar 1994 in Schulzenhof bei Dollgow „Der Sinn meines Lebens scheint mir darin zu bestehen, hinter den Sinn meines Lebens zu kommen.“ „Selbstermunterungen“ (1981), Berlin und Weimar: Aufbau. 12 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 PÄDAGOGIK FÜR DIE FACHBERATUNG IN THEORIE UND PRAXIS Interaktion und Kommunikation im Gartenalltag – Modelle, Methoden, Techniken MARIA KLATTE (Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Vechta) 1. Die Lerngruppe kennenlernen • Speed-Dating • Eignet sich insbesondere in kleineren Lerngruppen, wenn sich die Personen untereinander noch nicht kennen. • Jeweils zwei Personen unterhalten sich für eine bestimmte kurze Zeit miteinander. • Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit wechseln die Gesprächspartner*innen. • Dies wiederholt sich so oft, bis sich alle untereinander kennengelernt haben. • Die Gespräche können frei geführt oder durch vorgegebene Kategorien/ Themen gesteuert werden. Positionslinie • Alle Personen verorten/ positionieren sich zu einer vorgegebenen Kategorie/ Frage/ These auf einer gedachten oder optisch markierten Linie. • Wenn sich alle Personen positioniert haben, wird dazu angeregt, über die Positionierung in einen Austausch zu treten. • Eignet sich auch als Reflexionsmethode. 2. Möglichkeiten der Gruppeneinteilung Abzählen • Es wird der Reihe nach durchgezählt und diejenigen Personen mit derselben Zahl bilden eine Arbeitsgruppe. • Beispiel: Für vier Arbeitsgruppen wird 1, 2, 3, 4 – 1, 2, 3, 4 – usw. abgezählt. Losverfahren • Die Lehrperson bereitet Lose vor (z.B. mit Zahlen, bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 • Buchstaben, Symbolen, Bildern). Jede Person zieht ein Los und diejenigen Personen, die dasselbe Los gezogen haben, bilden eine Arbeitsgruppe. Die Lose können auch so gestaltet sein, dass hierdurch bereits eine inhaltliche Aufgabenverteilung erfolgt, indem beispielsweise Bilder zum Thema genutzt werden. 3. Methoden zur Kommunikation über Inhalte Pro-Contra-Debatte • Eignet sich zur Kommunikation über strittige Themen. • Es werden zwei Arbeitsgruppen gebildet – eine Arbeitsgruppe erarbeitet Pro-Argumente, die andere Arbeitsgruppe erarbeitet Contra-Argumente. • Anschließend wird eine Debatte geführt, in der beide Gruppen versuchen, durch ihre erarbeiteten Argumente zu überzeugen. 2.2 METHODEN ZUR KOMMUNIKATION ÜBER INHALTE Gruppenpuzzle Gruppenpuzzle Phase 1: Stammgruppen Phase 2: Expert*innengruppen Phase 3: Stammgruppen 13 Eignet sich für Themen, die aus mehreren Aspekten Quizfragen 2.2 METHODEN ZUR KOMMUNIKATION bestehen. • Eignet sich zum Wiederholen zentraler Inhalte. • Zunächst werden die Lernenden inÜBER Stammgruppen • Zu den wichtigen Inhalten werden offene oder geINHALTE unterteilt, die jeweils aus so vielen Personen beschlossene Fragen gestellt, die von den Lernenden zu Kugellager stehen, wie Aspekte zum Thema vorhanden sind. beantworten sind. Besteht ein Thema beispielsweise aus 4 Aspekten, so • Die Lerngruppe kann in Teams/ Kleingruppen eingebesteht die Stammgruppe aus 4 Personen (Beispiel: werden in  Die Lernenden zwei gleich teilt werden, diegroße in Form eines Wettkampfes gegeneiGruppen unterteilt, die sich in spielen. Kreisform ABCD ABCD ABCD ABCD). nander aufstellen: Eine Gruppe bildet den Innenkreis • In dieser Stammgruppe werden die 4mit Aspekte Dieandere FragenGruppe können von der Lehrperson oder von den Blickunternach außen,• die bildet einander verteilt, sodass jeweils eine Person für einen mit Blick Lernenden selbstsodass gestaltet werden. den Außenkreis nach innen, sich immer zwei Personen gegenüberstehen und Aspekt zu ständig ist. anschauen • Dann finden sich jeweils die Personen, die für den Die Lehrperson gibt eine Frage/ ein Thema vor selben Aspekt zuständig sind, in den sogenannten Kugellager und die Lernenden gehen mit der Expert*innengruppen zusammen und erarbeiten •Person Eignethierüber sich zuminWiedergegenüberstehenden einen Austausch ihren Aspekt (Beispiel: AAAA BBBB CCCC DDDD). holen zentraler Inhalte  Sind die Gespräche beendet, rotiert das • Daraufhin finden sich erneut die Stammgruppen aber auch zum gegenseiKugellager, der zusammen (Beispiel: ABCD ABCD ABCD ABCD).indem beispielsweise tigen Kennenlernen. Außenkreis um drei Positionen nach rechts In den Stammgruppen stellen sich die Personen Die Lernenden wandert – hierdurch •bilden sich neue werden gegenseitig den von ihnen erarbeiteten Aspekt vor, in zwei gleich große Gesprächspaare für die nächste Frage/ das nächste Thema sodass am Ende alle Personen einen Überblick über Gruppen unterteilt, die alle Aspekte des Themas haben. sich in Kreisform aufstellen: Eine Gruppe bildet den Innenkreis mit Blick nach außen, die andere Think-Pair-Share Gruppe bildet den Außenkreis mit Blick nach innen, • Eignet sich zum Wiederholen zentraler Inhalte. sodass sich immer zwei Personen gegenüberstehen • Die Lehrperson stellt eine Frage zu einem zentralen und anschauen. Inhalt. • Die Lehrperson gibt eine Frage/ ein Thema vor und • Zunächst denkt jede Person für sich über diese Frage die Lernenden gehen mit der gegenüberstehenden nach (Think). Person hierüber in einen Austausch. • Dann führen jeweils zwei Personen zusammen ein • Sind die Gespräche beendet, rotiert das KugellaMurmelgespräch über die Frage (Pair). ger, indem beispielsweise der Außenkreis um drei • Abschließend werden die wichtigen Aspekte zur FraPositionen nach rechts wandert – hierdurch bilden ge in der gesamten Lerngruppe zusammengetragen sich neue Gesprächspaare für die nächste Frage/ das METHODEN ZUR KOMMUNIKATION (Share). nächste Thema. • 2.2 ÜBER INHALTE TabuTabu   • Eignet sich zum Wiederholen zentraler Es gibt KartenInhalte. mit einem zu erratenden • Die sogenannten Spielregeln sind identisch Begriff und Tabu-Wörtern wie beim Gesellschaftsspiel: Es gibt Karten mitvon einem zu erraEine Person muss den der Lerngruppe in einer bestimmten Zeit zu erratenden Begriff tenden Begriff und sogenannten erklären, darf hierfür jedoch nicht die Tabu-Wörtern. Eine Person muss aufgeführten Tabu-Wörter sowie Wortteile den von der Lerngruppe in einer des zu erratenden Begriffs benutzen bestimmten Zeit zu erratenden Begriff erklären, darf hierfür jedoch nicht die aufgeführten TabuWörter sowie Wortteile des zu erratenden Begriffs benutzen. • Die Lerngruppe kann in Teams/ Kleingruppen eingeteilt werden, die in Form eines Wettkampfes gegeneinander spielen. • Die Karten können von der Lehrperson oder von den Lernenden selbst gestaltet werden. 14 3. LERNPROZESSE REFLEKTIEREN Daumenprobe  Die Lernenden positionieren sich durch Anzeige des Daumens zu von der Lehrperson vorgegebenen Reflexionsfragen/ -thesen Wenn sich alle Personen positioniert haben, wird dazu angeregt, über die Positionierung in einen Austausch zu treten 4. Lernprozesse reflektieren  Daumenprobe • Die Lernenden positionieren sich durch Anzeige des Daumens (Daumen hoch – Daumen mittig – Daumen runter) zu von der Lehrperson vorgegebenen Reflexionsfragen/-thesen. • Wenn sich alle Personen positioniert haben, wird dazu angeregt, über die Positionierung in einen Austausch zu treten. • Kann auch ohne Daumen mittig eingesetzt werden, um die Lernenden zu einer eindeutigen Zustimmung oder Ablehnung zu bewegen. bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270   Die Lernenden positionieren sich mittels Ampelkarten zu von der Lehrperson vorgegebenen Reflexionsfragen/ -thesen Wenn sich alle Personen positioniert haben, wird dazu angeregt, über die Positionierung in einen Austausch zu treten Ampelkarten • Die Lernenden positionieren sich mittels Ampelkarten (grün – gelb – rot) zu von der Lehrperson vorgegebenen Reflexionsfragen/-thesen. • Wenn sich alle Personen positioniert haben, wird dazu angeregt, über die Positionierung in einen Austausch zu treten. • auch ohne gelbe Karten eingesetzt werden, um PROZESSEKann REFLEKTIEREN die Lernenden zu einer eindeutigen Zustimmung oder Ablehnung zu bewegen. ibe Zielscheibe • Die Lernenden enden positionieren sich positionieren lebepunkten oder Ankreuzen sich mittels chiedlichen Klebepunkten skategorien auf einer oder Ankreuzen igten Zielscheibe zu unterschiedlichen Reflexionskategorien auf h alle Personen positioniert einer vorgefertigird dazu angeregt, über die ten Zielscheibe. erung in einen Austausch zu • Wenn sich alle Personen positioniert haben, wird dazu angeregt, über die Positionierung in einen Austausch zu treten. Blitzlicht • Jede Person oder in großen Lerngruppen beispielsweise jede dritte Person gibt ein kurzes Statement u einer vorgegebenen Reflexionsfrage/ -kategorie ab. • Es bietet sich an, mit vorgegebenen Satzanfängen zu arbeiten, die zu vervollständigen sind (Beispiel: Heute habe ich gelernt … / Gut gefallen hat mir … / Nicht gefallen hat mir …) spiele für Moderatoren. Im Internet: (Aufruf: 26.05.19). Rathjen, Ulrike/ Otten, Michael (2014): Gemeinsam beginnen im Sachunterricht Klasse 1-4. Berlin: Cornelsen. Scholz, Lothar (2018): Methoden-Kiste. Im Internet: (Aufruf: 26.05.19). Wenn Expert*innen als Lehrende ihr Wissen an Noviz*innen als Lernende weitergeben, wer-den Lernprozesse initiiert – egal ob in der Schule, in Fort- und Weiterbildungsangeboten, in Beratungsgesprächen oder ähnlichen Kontexten. Lernen vollzieht sich somit in sozial-kommunikativen Prozessen der Wissensvermittlung, in denen Lehrende und Lernende sowie auch Lernende untereinander in einen Austausch treten. Zugleich ist das Lernen immer Selbst-Lernen, also „[…] ein aktiver Prozess […] [der] nur erfolgreich verläuft, wenn der Schüler dabei selbsttätig und eigenverantwortlich mitwirkt“ (Wiater 2013, S. 16). Interaktion und Kommunikation, die Selbstlernprozesse anregen, sind somit zentral für eine erfolgreiche Wissensvermittlung. Im Folgenden sollen daher Möglichkeiten aufgezeigt werden, mit welchen Methoden ohne großen Aufwand in unterschiedlichen Lernphasen interaktive und kommunikative Lernprozesse angeregt werden können. Methoden sind Verfahren, mit denen am Lernprozess beteiligte Personen zur Auseinandersetzung mit einem Thema angeregt werden, sodass neue oder vertiefte Einsichten gewonnen werden. Der Einsatz abwechslungsreicher Methoden sorgt dafür, Eintönigkeit zu vermeiden, unterschiedliche Lernwege zu eröffnen und die Lernenden aktiv einzubeziehen. (Vgl. Gugel 2007, S. 7) 1. Die Lerngruppe kennenlernen Aßmann, Konstanze (2014): Methodenprofi. Kooperatives Lernen. 3. Auflage. Oberursel: Finken-Verlag. Bastian, Johannes/ Combe, Arno/ Langer, Roman (2007): Feedback-Methoden. Erprobte Konzepte, evaluierte Erfahrungen. Weinheim: Beltz. Gugel, Günther (2007): 1000 neue Methoden. Praxismaterial für kreativen und aktivierenden Unterricht. Weinheim: Beltz. Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule (2018): Methodensammlung – Anregungen und Bei- Bevor die eigentliche Wissensvermittlung beginnt, sollte in jedem Fall ausreichend Zeit einge-plant werden, damit sich die Lerngruppe kennenlernen kann. Durch ein allgemeines Kennen-lernen kann ein positives Verhältnis unter allen beteiligten Personen und hierüber eine ange-nehme Lernatmosphäre hergestellt werden. Doch nicht nur ein gutes Lernklima ist relevant für erfolgreiche Lernprozesse – zentral ist auch, dass die Lehrperson Kenntnisse darüber erlangt, welches Vorwissen, welche Erfahrungen, Interessen und Motivationen die Lernenden mit-bringen, um hieran anschließend optimale Lernprozesse gestalten zu können. Um die Lerngruppe kennenzulernen, bieten sich unterschiedliche einfache Möglichkeiten an. Eine klassische bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 15 Genutzte Literatur & Empfehlungen zur weiteren Auseinandersetzung Methode ist die Vorstellungsrunde, die entweder frei oder durch vorgegebene Kategorien gesteuert sein kann. In Abhängigkeit von der Lerngruppengröße kann die Vorstel-lungsrunde jedoch sehr langwierig und eintönig werden, da immer nur eine Person spricht, während alle anderen Beteiligten zuhören. Eine stärkere Beteiligung aller Personen zur gleichen Zeit kann durch ein SpeedDating erreicht werden, in dem sich jeweils zwei Personen für eine bestimmte kurze Zeit entweder frei oder durch vorgegebene Kategorien gesteuert mitei-nander unterhalten und danach die Gesprächspartner*innen wechseln, bis sich alle untereinan-der kennengelernt haben. Beide Methoden bieten sich insbesondere dann an, wenn sich alle Personen der Lerngruppe untereinander noch nicht kennen. Um als Lehrperson einen Überblick über Vorkenntnisse, Erfahrungen, Interessen und Motivationen zu erhalten, bieten sich Positionierungen zur vorgegebenen Kategorien/Fragen/Thesen an: Indem sich die Lernenden auf einer gedachten oder optisch markierten Positionslinie ent-sprechend der vorgegebenen Kategorie/Frage/These verorten, kann die Lehrperson direkt erkennen, wo die Lernenden – im wahrsten Sinne des Wortes – stehen. So können beispielswei-se die bisherigen Kenntnisse oder Erfahrungen zum Thema erfragt werden, ebenso auch spezifische Interessen oder für die Gestaltung des Lernprozesses relevante Kategorien. Nachdem sich alle Personen auf der Linie verortet haben, kann dazu angeregt werden, dass diejenigen Personen, die nah beieinander/ auf derselben Stelle stehen, über ihre Positionierung in den Aus-tausch treten. Auch können einzelne Personen auf unterschiedlichen Positionen darum gebeten werden, sich zu ihrer Positionierung zu äußern. Hierdurch erhält die Lehrperson einen tieferen Einblick in den aktuellen Stand der Lernenden hinsichtlich der vorgegebenen Kategorie/Frage/These. 2. Zur Kommunikation über Inhalte anregen Wie einleitend bereits erläutert, sind zum Selbstlernen anregende Kommunikations- und Inter-aktionsprozesse zentral für eine erfolgreiche Wissensvermittlung. Daher kommt der Kommunikation über Inhalte eine große Bedeutung zu. Die klassische Form der Kommunikation über Inhalte ist das Gespräch zwischen Lehrenden und Lernenden, in dem die Lehrperson Inhalte präsentiert und Fragen hierzu stellt, auf die die Lernenden antworten. Deutlich effektiver sind jedoch sogenannte kooperative Lernformen, in denen die Lernenden in Partner*innen- oder Gruppenarbeiten Inhalte mithilfe vorbereiteter Materialien und Aufgabenstellungen selbstständig erarbeiten. (Vgl. Meyer 2013, S. 82) Daher sollen im Folgenden zunächst unterschiedliche Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie die Lerngruppe in Arbeitsgrup- 16 pen eingeteilt werden kann. Daraufhin werden Methoden vorgestellt, die zur Kommunikation unter den Lernenden über Inhalte anregen. 2.1 Möglichkeiten der Gruppeneinteilung Eine einfache Variante der Gruppeneinteilung ist, dass diejenigen Personen, die beieinander sitzen, eine Arbeitsgruppe bilden. Eine solche Einteilung ist ohne großen Aufwand möglich und es kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass diese Personen sich untereinander kennen und miteinander arbeiten können. Zugleich bedeutet dies jedoch auch, dass ein Austausch nur unter denjenigen Personen stattfindet, die sich gegebenenfalls eh schon über diese Dinge unterhalten haben, sodass keine oder nur wenig Auseinandersetzung mit anderen Ansichten und Standpunkten stattfindet. Alternativ gibt es daher unterschiedliche Varianten zur zufälligen Gruppeneinteilung. Eine einfache Variante ist das Abzählen: Sollen beispielsweise vier Arbeitsgruppen gebildet werden, wird der Reihe nach durchgezählt (1, 2, 3, 4 – 1, 2, 3, 4 – usw.). Eine zufällige Gruppen-einteilung kann auch durch Losverfahren erzielt werden. Die Lehrperson bereitet Lose vor (beispielsweise mit Zahlen, Buchstaben, Symbolen oder Bilder), die Lernenden ziehen jeweils ein Los und finden sich dann mit denjenigen Personen zusammen, die dasselbe Los gezogen haben. Durch die Lose kann zugleich eine inhaltliche Einteilung erfolgen: Sollen sich die Arbeitsgruppen beispielsweise mit unterschiedlichen Pflanzen auseinandersetzen, so könnten die Lose Bilder der entsprechenden Pflanzen zeigen. Ein Vorteil dieser zufälligen Gruppeneinteilung ist, dass die Lernenden immer wieder in neuen Gruppenkonstellationen zusammenarbeiten und sich dadurch im Arbeits- und Kommunikationsprozess mit unterschiedlichen Ansichten und Standpunkten auseinandersetzen. Zugleich kann es jedoch passieren, dass durch die zufällige Einteilung Personen eine Gruppe bilden, die nicht miteinander zurechtkommen und daher auch nicht effektiv miteinander arbeiten und lernen können. Daher muss immer abhängig von der Lerngruppe entschieden werden, ob eine gezielte oder eine zufällige Gruppeneinteilung für den Lernprozess effektiv und zielführend ist. 2.2 Methoden zur Kommunikation über Inhalte Damit sich Lernende selbstständig Wissen erarbeiten, bieten sich ebenfalls verschiedene Me-thoden an. Im Falle strittiger Themen eignen sich Pro-Contra-Debatten. Hierbei werden die Lernenden in eine Pro- und in eine bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 Contra-Gruppe unterteilt. Beide Gruppen erarbeiten dann selbstständig entsprechende Argumente. Anschließend wird eine Debatte geführt, in der die Parteien versuchen, mit den erarbeiteten Argumenten zu überzeugen. Sollen zu einem Thema unterschiedliche Aspekte erarbeitet werden, kann dies in Form eines Gruppenpuzzles geschehen. Gibt es zu einem Thema beispielsweise sechs Aspekte, so werden die Lernenden zunächst in Stammgruppen unterteilt, die jeweils aus sechs Personen bestehen. In dieser Stammgruppe werden die sechs Aspekte verteilt, sodass jede Person für einen Aspekt zuständig ist. Dann finden sich jeweils diejenigen Personen, die für denselben Aspekt zuständig sind, in den sogenannten Expert*innengruppen zusammen. In diesen sechs Expert*innengruppen werden dann mithilfe von der Lehrperson vorbereiteter Materialien und Aufgabenstellungen die sechs Aspekte erarbeitet. Daraufhin finden sich erneut die Stammgruppen zusammen. In den Stammgruppen stellen sich die Personen gegenseitig den von ihnen erarbeiteten Aspekt vor, sodass am Ende alle Personen aus der Stammgruppe einen Überblick über alle Aspekte des Themas gewonnen haben. Auch für das Wiederholen wichtiger Inhalte bietet es sich an, Methoden zu nutzen, die alle Lernenden zur Kommunikation anregen. Eine einfache Variante sind Murmelgespräche oder die Methode Think-Pair-Share. Hierbei stellt die Lehrperson Fragen zu zentralen Inhalten, die Lernenden denken zunächst für sich selbst hierüber nach (Think), führen dann zu zweit ein Murmelgespräch (Pair), bevor zum Schluss die wichtigen Aspekte in der gesamten Lerngruppe zusammengetragen werden (Share). Diese zwischengeschaltete Murmelphase hat den Vorteil, dass alle Lernenden aktiviert werden, über die Inhalte zu sprechen. Zugleich findet eine Absicherung bezüglich der eigenen Ideen statt, sodass hierdurch die abschließende Plenumsphase in der Regel ertragreicher ist, als wenn die Wiederholungsfragen direkt in die gesamte Lerngruppe gestellt werden. Weitere Methoden zum Wiederholen wichtiger Inhalte sind spielerische Formen wie beispielsweise Tabu oder Quizfragen. Diese können entweder von der Lehrperson vorbereitet oder aber von den Lernenden selbst entwickelt werden. Letzteres hat den Vorteil, dass sich die Lernenden in doppelter Weise mit den Inhalten auseinandersetzen: Einerseits müssen sie gute Quizfragen oder Tabu-Karten für die anderen Lernenden entwickeln, andererseits müssen sie mit den von anderen Lernenden entwickelten Fragen oder Tabu-Karten arbeiten. Eine weitere Methode, die zur Kommunikation mit unterschiedlichen Personen anregt und in die alle Lernenden gleichzeitig einbezogen sind, ist das Kugellager. Hierbei werden die Lernenden in zwei gleich große Gruppen unterteilt, die sich in Kreisform aufstellen: Eine Gruppe bildet den Innenkreis mit Blick nach außen, die andere Gruppe bildet den Außenkreis mit Blick nach innen, sodass sich immer zwei Personen gegenüberstehen und anschauen. Die Lehrperson stellt dann eine Wiederholungsfrage, zu der sich die Lernenden jeweils mit der gegenüberstehenden Person austauschen. Sind die Gespräche über die Frage beendet, rotiert das Kugellager, indem beispielsweise der Außenkreis um drei Positionen nach rechts wandert – es bilden sich hierdurch neue Gesprächspaare für die nächste Wiederholungsfrage. bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 17 3. Lernprozesse reflektieren Als Abschluss eines Lernprozesses aber auch in Form von Zwischenevaluationen bietet es sich an, gemeinsam in einen Austausch über den Lernprozess zu treten und diesen zu reflektieren. Hierbei sollten unterschiedliche Aspekte berücksichtigt werden: der Wissenserwerb beziehungsweise das Verständnis der Inhalte, die Gestaltung des Lernprozesses und die gewählten Methoden, der individuelle Lernprozess und Lernerfolg. Die Lehrperson erhält hierdurch einen Überblick darüber, ob die Lernenden die Inhalte bereits verstanden haben oder ob es diesbezüglich noch Bedarfe gibt. Ebenso bekommt die Lehrperson eine Rückmeldung zur Methodenwahl. Dieses Feedback kann und sollte dann von der Lehrperson genutzt werden, um die folgenden Lernprozesse besser an die Bedürfnisse der Lernenden anzupassen. Auf Seiten der Lernenden führen derartige Reflexionsphasen zu einem Nachdenken über den eigenen Lernprozess, der damit verbundenen Lernhaltung und dem Lernerfolg. Generell können gemeinsame Reflexionen somit zu einer Verbesserung der Lernprozesse und damit auch zu einer besseren Lernatmosphäre und Lernkultur führen, indem Lehrende und Lernende ihre jeweilige Sichtweisen darstellen, wertschätzend diskutieren und beratend optimieren. (Vgl. Bastian/Combe/Langer 2007, S. 11 ff.) Für die Reflexion von Lernprozessen bieten sich methodisch ebenfalls unterschiedliche Varianten der Positionierung an. Eine einfach durchzuführende Methode ist die Daumenprobe, bei der sich die Lernenden mittels Anzeige des Daumens (Daumen hoch, mittig oder runter) zu von der Lehrperson formulierten Reflexionsfragen/-thesen positionieren. In ähnlicher Weise können auch Ampelkarten (grün, gelb, rot) eingesetzt werden, um die eigene Position anzuzeigen. Beide Methoden können auch ohne ‚Mittelweg‘ genutzt werden, um die Lernenden zu einer eindeutigen Zustimmung oder Ablehnung zu bewegen. Um mehr Standpunktvariationen zu ermöglichen, kann auch die bereits erläuterte Positionslinie für Reflexionsphasen genutzt werden. Eine visuelle Reflexionsmethode zur Positionierung stellt die Zielscheibe dar: Hierbei ver- orten sich die Lernenden mittels Klebepunkten oder Ankreuzen zu unterschiedlichen Reflexionskategorien auf einer vorgefertigten Zielscheibe. Dies hat den Vorteil, dass die Refle-xion festgehalten und somit gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal darauf zurückgegriffen werden kann. Bei allen Methoden sollte zudem zur Kommunikation über die eigene Positionierung angeregt werden, um konkretere Einsichten in den Stand(-punkt) der Lernenden zu erhalten. Dabei bietet es sich an, mehrere Personen mit unterschiedlicher Positionierung um eine kurze Erläuterung zur gewählten Position zu bitten. Eine an sich bereits kommunikative Reflexionsmethode ist das sogenannte Blitzlicht. Hierbei gibt jede Person oder in großen Lerngruppen beispielsweise jede dritte Person ein kurzes Statement zu einer vorgegebenen Reflexionsfrage/-kategorie ab. Damit wirklich nur kurze Aussagen – im Sinne eines aufleuchtenden Blitzlichts – getätigt werden, bietet es sich an, mit Satzanfängen zu arbeiten, die von den Lernenden zu vervollständigen sind: Heute habe ich gelernt, … / Die Gruppenarbeit fand ich …, weil… / Gut gefallen hat mir … / Nicht gefallen hat mir … 4. Fazit Kommunikation ist ein zentrales Element von Lernprozessen. Daher soll dieser Beitrag dazu anregen, auf methodisch variable Weise zur Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden sowie zwischen Lernenden untereinander anzuregen. Hierfür wurden unterschiedliche Methoden vorgestellt, die ohne großen Aufwand und Materialeinsatz flexibel einsetzbar sind und in unterschiedlichen Phasen des Lernprozesses Kommunikationsanlässe schaffen. 18 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 PÄDAGOGIK FÜR DIE FACHBERATUNG IN THEORIE UND PRAXIS DAS GARTENPÄDAGOGISCHE KONZEPT WILD-FORMAL-ART AM PARADIGMA DES EMPOWERMENT EVA BONGARTZ (Leiterin Stationsbetrieb I, Lehr- und Forschungsgarten; Universität Vechta; Kulturpädagogin, MA Leitung Kulturpädagogik, Stiftung Schloss Dyck, Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur) Das gartenpädagogische Konzept WILDFORMAL-ART am Paradigma des Empowerment Parzellenbesitzer ist nicht gleich Parzellenbesitzer. Einige ähneln sich untereinander ebenso wie sich ihre Gärten kaum unterscheiden, andere pflegen einen ganz anderen Stil. Die einen sind aktiv, sind bekannt, vielleicht sogar fordernd, andere gärtnern eher zurückgezogen oder man sieht sie kaum. Den Umgang mit Regeln handhabt jeder anders und die Gemeinschaft im Verein ist für die einen Freude, andere scheinen das als Last zu empfinden. Die Fachberatung trifft sie – mal mehr oder weniger – alle. Die Haltung des Empowerment setzt dabei nicht an den Defiziten an und löst nicht für den Klienten dessen Probleme. Vielmehr ist Empowerment eine unterstützende Grundhaltung, die Selbstgestaltungsprozesse anregt und unterstützt, also „eine psychosoziale Praxis, deren Handlungsziel es ist, Menschen das Rüstzeug für ein eigenverantwortliches Lebensmanagement zur Verfügung zu stellen und ihnen Möglichkeitsräume aufzuschließen, in denen sie sich die Erfahrung der eigenen Stärke aneignen“. Ein Ausgangspunkt sozialpädagogischen Arbeitens ist die Frage nach der Zielgruppe. Wen habe ich vor mir? Wen will ich erreichen? Was charakterisiert die Menschen, mit denen ich arbeite? In der Auseinandersetzung mit den Menschen, denen man begegnet, entsteht ein gewisser Fundus an objektiven Merkmalen, aber es entwickeln sich auch vorgefasste Bilder einer Zielgruppe. In der Arbeit mit Menschen in prekären und problematischen Lebenssituationen sollte sozialpädagogisches Selbstverständnis möglichst vorurteilsfrei sein, um sich den Blick auf Kompetenzen und Möglichkeiten nicht durch voreingenommene Haltungen zu verstellen. Die Kenntnis der Zielgruppe, liefert also Daten, die einen Rahmen zum Bild geben, das sich dann durch die Lebenslage der Klienten genauer zeichnen wird. Darauf kann Assistenz oder Hilfe aufbauen. Die kulturpädagogischen Arbeit übernimmt diesen Ansatz, indem sie Menschen nicht die „richtige“ Kulturaneignung vorschreibt oder ihnen die „richtigen“ kreativen Prozesse beibringt. Kulturpädagogen eröffnen kreative Möglichkeiten und haben dabei zum Einen einen weit gefassten Kulturbegriff, der über den Kanon der Hochkultur hinaus geht und zum Anderen ermutigen sie zu individuellem, selbstbestimmten Kulturschaffen unter dem Aspekt der eigenen gestalterischen Selbstverwirklichung. In den angestrebten Prozessen kann eine Einschätzung der Zielgruppe hilfreich sein. Junge Menschen in sozialen Brennpunkten bevorzugen andere Ausdrucksformen als eine Seniorengruppe aus bürgerlichen Wohngebieten. Menschen mit Migrationshintergrund haben andere tradierte Aneignungsmuster als der Student mit Theaterabonnement. Diese Aufzählung zeigt jedoch, dass die Grenzen zwischen Vorurteil und Zielgruppenwissen fließend sind. Es gibt kein festgelegtes Schema oder eine einheitliche Definition die Zielgruppen objektiv erfasst. Die SINUSMilieus sind beispielsweise eine regelmäßig forstgeschriebene Erhebung auf kommerzieller Basis, die die deutsche Bevölkerung an den Dimensionen Grundorien- bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 19 1. Ein Blick über den Gartenzaun der Pädagogik und Soziologie Bongartz, Eva (2019):Pädagogik in der Gartenberatung, Vechta Seite 2 2 aus welchen tierung und soziale Lage in Gruppen fasst lässt und aber Vermutungen mensionen Grundorientierung und soziale Lage in Gruppen fasst beschreibt.zu, Im Praxisteil werden wir und beschreibt. Gruppierungen die Kleingärtner zu erwarDiese Milieus können dann z.B. in Werbestrategien zu Zielgruppen werden, indem sie Diese Milieus können dann z.B. in Werbeuns die 10 Milieus ansehen ten sind. ihren Bedürfnissen entsprechend angesprochen werden. Aber auch die soziokulturelstrategien zu Zielgruppen werden, indem und aus Ihren Erfahrungen leihren Grundeinstellung ist insoweit erfasst,abschätzen, dass auch kulturpädagogisches Arbeiten ge- der Kleingärtsie Bedürfnissen entsprechend angein wie weit B. Gibt eine Charakterisierung sprochen Aber auch die soziokultuKleingartenbesitzer ner, so dass in der Arbeit je des Fachberaters zielt aufwerden. bestimmte Milieus abgestimmtdort sein kann. Empowermentstrategien sehen relle Grundeinstellung ist insoweit erfasst, vorkommen. die Zielgruppe bereits weiter differenziert nach sozialer Lage und Grundorientierung anders aus. dass auch kulturpädagogisches Arbeiten ist? Beschreibung finden Sie im gezielt auf bestimmte Milieus abgestimmt Herausgegeben vom der Bayerische Anhang sein kann. Empowermentstrategien sehen je Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau nach sozialer Lage und Grundorientierung (LWG) hat es im letzten Jahr eine Unter2. Ein Blick ins Beet der Milieus anders aus. suchung mit dem SINUS-Institut gegeben Man kann nun für die Fachberatung von zwei Fragestellungen und unter dem Titel FREIZEITGÄRTNER Im Praxisteil werdenVERSTEHEN wir uns 1 UND ERREICHEN istdie eine erstellt worden ausgehen: 10Studie Milieus ansehen und . 2. Ein Blick ins Beet der Milieus Eingebettet in die Milieubeschreibung Deutschlands aus Ihren Erfahrungen abA. In welchem Sinus-Milieus gibt es Kleingärtner, so dass der Freizeitgärtner nach ihrer Einstellung sind hierin bayrische schätzen, in wie weit dort Man kanndes nunFachberaters, für die Fachberatung vonentsprechend zwei Fragestel- angesprochen zum Garten befragt worden. Es ging darum, Mitglieder Arbeit diese Kleingartenbesitzer vorkomlungen ausgehen: für Gartenverbände zu gewinnen. Das ist eine größere werden können. men. Gruppe als die in Kleingartenvereinen organisierten In der Beschreibung der Millieus kommt die Haltung zum Garten A. In welchem Sinus-Milieus gibt es Kleingärtner, so dass Gärtner, aber die Typen dürften übertragbar sein. Beschreibung finden Sie im vor.des DieFachberaters, Beschreibung der Lebensstile innicht der Arbeit diese entsprechend ange- lässt aber VermuAnhang tungenwerden zu, aus welchen Gruppierungen die Kleingärtner zu ersprochen können. Inwarten der Beschreibung der Millieus kommt die Haltung 1 https://www.gartenbauvereine.org/wp-content/uploads/2018/09/Sinussind. Freizeitg%C3%A4rtner.pdf zum Garten nicht vor. Die Beschreibung der Lebensstile Grafik: https://www.sinus-institut.de/sinus-loesungen/sinus-milieus-deutschland/ (27.5.19) Grafik: https://www.sinus-institut.de/sinus-loesungen/sinus-milieus-deutschland/ (27.5.19) 2 20 https:// https://www.sinus-institut.de/fileadmin/user_data/sinus-institut/Bilder/Sinus-Milieus_092018/2018-09-18_Sinusbundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 Milieus_Website_UEberblick_slide.pdf (überprüft 27.5.2019) Gestalter Delegierer Naturbezogene Nutzgärtner unter dem Titel FREIZEITGÄRTNER VERSTEHEN UND ERREICHEN ist eine Studie erstellt worden 3. Eingebettet in die Milieubeschreibung Deutschlands sind hier bayrische https://www.gartenbauvereine.org/wp-content/uploads/2018/09/Sinus-Freizeitg%C3%A4rtner.pdf Freizeitgärtner nach ihrer Einstellung zum Garten befragt worden. Es ging darum, Mitglieder für Gartenverbände zu gewinnen. Das ist eine größere Gruppe als die in Kleingartenvereinen organisierten Gärtner, aber die Typen dürften übertragbar sein. Seite 11 3. Auf der Rasenfläche der Beratung Die pädagogische Tätigkeit der Fachberatung ist vielfältig. Die administrativen und oragnisatorischen Vereinstätigkeiten mal, außen vor gelassen, ergeben sich salopp gesagt zwei Grundsituationen. 3.1. Die Fachberatung ist das wandelnde Gartenlexikon für alle die ein Gartenproblem haben und sie hat dabei besonders den Umwelt und Naturschutz im Blick. 3.2. Fachberatung ist sowohl Gartenlehrkraft als auch Anlagenentertainer, der Schulungen als https://www.gartenbauvereine.org/wp-content/uploads/2018/09/Sinus-Freizeitg%C3%A4rtner.pdf; Seite 10. Gruppenangebote durchführt. www.gartenfreunde-kreis-wernigerode.de/Download/Merkz.pdf Bongartz, Eva (2019):Pädagogik in der Gartenberatung, Vechta Seite 4 3 https://www.gartenbauvereine.org/wp-content/uploads/2018/09/Sinus-Freizeitg%C3%A4rtner.pdf https://www.sinus-institut.de/sinus-loesungen/sinus-milieus-deutschland/ Gestalter 26% Delegierer 12% bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 Naturbezogene 16% Nutzgärtner 18% 21 Delegierer Naturbezogene Nutzgärtner 26% 12% 16% 18% SINUSMilieus Traditionell Liberal-intellektuell Expeditiv Performer Hedonistisch Traditionell Konservativ-etabliert Performer Adaptiv-pragmatisch Hedonistisch Merkmale der Zielgruppe Zweitälteste Gruppe, im Schnitt 49 Jahre, höchster Anteil Frauen, größter Anteil urban Lebender (Städte/Gemeinden ab 50.000 Einwohner). Jeder Zweite wohnt in einer Mietwohnung, eher kleinere Haushalte (Single- oder ZweiPersonen-Haushalte). Zweitjüngste Gruppe, im Schnitt 44 Jahre, die meisten sind jünger als 30 Jahre. Höchster Anteil Männer im Segmentvergleich, Regionenschwerpunkt in Oberbayern und Schwaben, besonders viele Singles (höchster Anteil). Älteste Gruppe, im Schnitt 51 Jahre, hoher Frauenanteil im Segmentvergleich. Leben häufig im eigenen Haus und sind einfache/mittlere Angestellte oder selbstständig. Fast 60 % sind verheiratet und leben häufig mit drei oder mehr Personen im Haushalt. Jüngste Gruppe,im Schnitt 43 Jahre. Leben im eigenen oder gemieteten Haus in ländlichen Gebieten (fast ein Drittel in Orten bis 5.000 EW, über zwei Drittel in Gemeinden mit bis zu 50.000 EW) vor allem in Haushalten mit drei oder mehr Personen; überdurchschnittlich häufig Kinder. „Ich lege großen Wert auf einen gepflegten Garten. Die Anmutung ist mir wichtig und ist auch eine Visitenkarte. Die Beschäftigung mit dem Garten empfinde ich nicht als Arbeit, sondern als Mittel, um abzuschalten. Meinen Garten habe ich komplett selbst gestaltet und auch die Pflege übernehme ich“. Die Pflege meines Gartens überlasse ich weitgehend einem Profi (Landschaftsgärtner, etc.). Mein Garten dient mir ausschließlich zur Erholung, ich übernehme hier nur kleine Pflegearbeiten. Bei der Auswahl der passenden Bepflanzung verlasse ich mich voll und ganz auf den Experten.“ „Die Natur in meinem Garten möchte ich nicht zu sehr einzwängen und lasse deshalb bewusst auch Pflanzen wachsen, die nicht von mir gepflanzt wurden. Ich achte darauf, dass mein Garten möglichst natürlich bleibt und lege Wert auf unbehandeltes Saatgut/ unbehandelte Pflanzen sowie Bio-Dünger. Beim Gärtnern zählt für mich vor allem der enge Kontakt zur Natur.“ „Der eigene Garten bietet mir die Möglichkeit mich und meine Familie gesund zu ernähren. Er muss groß sein und Platz für Verschiedenes bieten, so ein kleiner Streifen rund ums Haus reicht mir nicht. Ein Garten ohne Nutzpflanzen ist meiner Meinung nach kein richtiger Garten.“ 47 % der Gestalter haben Gefallen an einer Mitgliedschaft im Gartenbauverein Geselligkeit undgemeinsame Veranstaltungen. 48 % der Delegierer fänden es eigentlich attraktiv, sich in einen Gartenbauverein einzubringen, allein die Regeln und Satzungen halten ab. 74 % der Naturbezogenen verbinden mit der Mitgliedschaft in einem Gartenverein Solidarität und gegenseitige Hilfe. 51 % der Nutzgärtner gefallen an einem Gartenverein die Geselligkeit und die gemeinsamen Veranstaltungen. Der Gärtnertyp des Gestalters möchte in seinem Garten eigene Vorstellungen umsetzen. Akzente setzen, sich gestalterisch ausdrücken und ausleben. Das Thema Gärtnern hat einen hohen Stellenwert, weshalb Gartengestaltung und Gartenarbeit in die eigenen Hände genommen wird. Dementsprechend hoch ist das Interesse an Garten- und Pflanzenwissen sowie an Garteninspirationen. Gestalter erleben Gärten zum Beispiel im Rahmen von Gartenschauen gerne live und informieren sich zusätzlich über Zeitschriften, Zeitunge und das Internet. Für Delegierer ist ein Garten in ihrem Leben nicht zwingend notwendig. Ist einer da, soll er möglichst pflegeleicht sein und als eher exotisches Kleinod der Erholung dienen. Maximal werden kleine Pflegearbeiten übernommen, die Auswahl der passenden Bepflanzung sowie das Durchführen der Gartenarbeiten wird in die Hände von Experten gegeben. Der Anteil lediger, (noch) kinderloser Männer ist unter den Delegierern besonders hoch. Auf Youtube oder auch auf Informations-Webseiten von Gartenverbänden informieren sich Delegierer über neueste Technik für den Garten und Möglichkeiten, den Pflegeaufwand zu minimieren. Für naturbezogene Gartennutzer ist der Garten ein Teil ihrer Lebensphilosophie. Alles soll möglichst natürlich und in Einklang mit der heimischen Natur wachsen und gedeihen. Weil der enge Kontakt zur Natur im Vordergrund steht, wird besonderer Wert auf Saatgut und Pflanzen in unbehandelter Form sowie auf den Einsatz von Bio-Dünger gelegt. Unter den Naturbezogenen ist der Anteil verheirateter Frauen, die mit drei oder mehr Personen in einem Haushalt leben, besonders hoch. Weil der Garten ein sehr wichtiges Hobby ist, widmet man sich der Gartengestaltung und -pflege komplett selbst. Die Gruppe der Nutzgärtner besteht aus leidenschaftlichen Freizeitgärtnern, die ihre meist großen Gärten intensiv nutzen. Ein kleiner Gartenstreifen rund um das Haus genügt ihnen nicht, weshalb der Anteil an Kleingarten- Besitzern unter ihnen am höchsten ist. Im Vordergrund steht der Anbau von Obst und Gemüse, um die eigene Familie gesund zu ernähren. Nutzgärtner schätzen das Gärtnern als Gemeinschaftserlebnis und sind deshalb zum Beispiel auch offen für das gemeinsame Nutzen von Gärten. Beschreibung der Gärtnertypen Gestalter https://www.gartenbauvereine.org/wp-content/uploads/2018/09/Sinus-Freizeitg%C3%A4rtner.pdf; Seite 10. https://www.sinus-institut.de/sinus-loesungen/sinus-milieus-deutschland/ https://www.gartenbauvereine.org/wp-content/uploads/2018/09/Sinus-Freizeitg%C3%A4rtner.pdf Seite 11ff. 22 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 3. Auf der Rasenfläche der Beratung Die pädagogische Tätigkeit der Fachberatung ist vielfältig. Die administrativen und oragnisatorischen Vereinstätigkeiten mal, außen vor gelassen, ergeben sich salopp gesagt zwei Grundsituationen. 3.1  Die Fachberatung ist das wandelnde Gartenlexikon für alle die ein Gartenproblem haben und sie hat dabei besonders den Umwelt und Naturschutz im Blick. 3.2. Fachberatung ist sowohl Gartenlehrkraft als auch Anlagenentertainer, der Schulungen als Gruppenangebote durchführt. www.gartenfreunde-kreis-wernigerode.de/Download/Merkz. pdf 3.1. Individuelle Fachberatung In der Unterstützung einzelner Gartenpächter gibt es einfache Fragen mit eindeutigen Antworten. Das bedarf keiner pädagogischen Ausleuchtung. Aber viele große und keine Probleme sind mit Blick auf den „Gartentypen“ auch unterschiedlich zu bearbeiten. Mit dem zusätzlichen Bewusstsein für die Milieus der Gartenpächter können Antworten dann auch ganz unterschiedlich ausfallen. Auf die Frage: „Ich habe da so eine alten Birnbaum, was soll ich machen?“, ergibt sich beispielsweise folgendes Bild. Der Naturbezogene lässt einen alten, wenig ertragreichen Obstbaum stehen, wenn man ihm erklärt, dass das ein wertvolles Habitat für Vögel und Insekten ist. Dem Nutzgärtner rät man doch eher zur Neupflanzung, um den Ertrag zu sichern. Der Gestalter entscheidet sich vielleicht zur Nachpflanzung mit einem Ziergehölz und der Delegierer aus dem Milieu der Performer nimmt das zum Anlass, den Bereich mit viel Geld ganz neu gestalten zu lassen, zumal das Fallobst im Herbst als störend empfunden wurde. Dabei geht es aber für die Fachberatung gar nicht unbedingt darum, für den Ratsuchenden die richtige Antwort zu finden, sondern im Sinne des Empowerment ist es viel wichtiger, dass gerade die Gartenneulinge ihre eigenen Erfahrungen machen. Was als pädagogische Binsenweisheit klingt, ist nicht immer einfach umzusetzen. Dass Tomatensamen im Juli ins Freiland gesät nicht unbedingt reiche Ernte verspricht, dass Umpflanzen einer voll erblühten 10 Jahre alten Hortensie im Hochsommer keine gute Idee war, hätte die Fachberatung auch mit einem „Lass es bleiben!“ über den Zaun rufen können. Sinnvoller kann es sein, später mal behutsam nachzufragen und dann bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 die Symbole auf den Samentütchen erklären und auf den Zusammenhang von Temperatur, Laubstand und Verdunstung hinweisen. UND – man muss ja auch zugestehen, so manches wenig vielversprechende Gartenexperiment ist ja auch schon gelungen. So soll es Hortensien geben, die eine solche Tortur doch überlebt haben. Immer alles besser zu wissen, ist in der Fachberatung auch ein bisschen arrogant. Das Zusammenspiel von Erfolgserlebnissen und Enttäuschungen, gewagtem Experimentieren und fundierten Ausprobieren nach reiflichem Nachlesen in Internet und Gartenzeitung, konstruiert beim Gartenliebhaber im Laufe der Jahre ein ziemlich belastbares Gartenwissen. Empowerment bedeutet in diesem Sinne, von Experimenten und Projekten nicht abraten, zum Neubeginn im nächsten Jahr ermutigen, das Gelungene anerkennen. Der Garten bietet immer eine neue Chance, er vergibt eine ganze Menge und ist immer für eine Überraschung gut. Gartenneulinge wollen oft Zuviel und übernehmen sich in den notwendigen Arbeiten und ihren Ansprüchen, was dabei gelingen soll. Dann waren die Projekte nicht falsch, aber die Frustration sollte dann aufgefangen werden, indem für das kommende Gartenjahr etwas zurückgeschraubt werden muss. Das schöne im Garten ist ja, dass man jedes Jahr eine neue Chance hat, dass kaum etwas komplett misslingt, sondern sich immer eine Facette ergibt, die dann doch Freude macht. Geschossener Salat und blühende Radischen werden von Insekten besucht, die eingegangene Hortensie hatte man zwischen den Dahlien eh vergessen, und nachdem der Rasen an einer Stelle nun überhaupt nicht gedeihen will, ändert man den Beetverlauf und pflanzt dort Funkien. Es gilt den Parzellenbesitzern das Gefühl zu vermitteln, dass sie in ihrem Garten etwas erschaffen, dass sie es mit Verantwortung erhalten und ihnen dafür Anerkennung und Wertschätzung entgegen zu bringen. Der eigene Geschmack, das eigene Gartenverständnis, das eigene Gartenkonzept ist was anderes, als die Unterstützung, die die Fachberatung anzubieten vermag. Probleme in der Akzeptanz anderer Gartenstile Die Fachberatung ist dafür geschult, mit unterschiedlichen Stilen und Gartenansichten umzugehen. Gartennachbarn können da weniger tolerant sein. Da ist der Zaun nicht nur die Grenze, sondern da können Welten aufeinander treffen. Entsprechend ihrer unterschiedlichen Motive und Absichten einen Garten zu nutzen, sind auch die auftretenden Probleme und Konflikte. Wenn alles wächst und gedeiht und jeder glücklich und zufrieden seinen Garten bearbeitet, hat die Fachberatung immer noch genug zu tun, aber muss kaum pädagogisch aktiv werden. 23 Das WAS, WANN und WIEVIEL getan werden muss, hat bei unterschiedlichen Gartentypen nicht den gleichen Stellenwert. Was an Unkraut – wie zum Beispiel Ackerwinde – für den Gestalter schon eine Bedrohung der Gartenkultur darstellt, ist für den Naturbezogenen noch die pure Idylle. Ist Giersch nun lecker und wünschenswert oder einfach nur lästig und mühsam? Spätestens wenn chemische Mittel zum Einsatz kommen, wird der Ton schärfer und die Toleranzschwelle sinkt. Das Fachwissen der Fachberatung kann vielleicht eine Streitigkeit auch auflösen, weil manchmal schlicht Unwissenheit die Ursache ist. Mit dem Wissen, dass Maulwürfe keine Wurzeln fressen sondern Engerlinge und Schnecken vernichten, wird kein Gift mehr ausgelegt und die Gartengemüter beruhigen sich wieder. Der dezente Hinweis, dass der Maulwurf unter Naturschutz steht, kann an der Stelle zusätzlich hilfreich sein. Wenn man dem Nachbarn erklärt, dass die Zaunrübe giftig ist, wird er sich daran beteiligen sie aus der Hecke zu zupfen, zumal er auch Kinder hat, die die Beeren verlockend finden könnten. Ohne diese Erklärung, empfand der den Kampf gegen die Zaunrübe kleinkariertes und pedantischen Gartenspießertum. Auch ein Blick auf die Milieus und Gartenstile kann helfen gute Kompromissvorschläge zu machen. Wenn Parteien sich in Ruhe gegenseitig zugehört haben, der Kern des Konflikts gefunden ist, ergeben sich im Gespräch auch die Gemeinsamkeiten als Gartenbesitzer. Der Delegierer kommt nun mal nicht zu Arbeiten in seinen Garten, und kann mit dem naturbezogenen Gartenstil gut leben, der „lebende Weidenrutenzaun“ gefällt ihm wegen des notwendigen Heckenschnitts aber überhaupt nicht. Er fühlt sich ausgetrickst, denn er hatte sich was anderes darunter vorgestellt. Nachdem das Missverständnis, was ein Weidenzaun ist, geklärt ist, lässt er seine Seite wie gewohnt vom Gärtner schneiden und zwei Mal zwischendurch macht es der Nachbar, dem der Zaun so gut gefällt. In der Fachberatung sind in Konfliktfällen pädagogisches Fingerspitzengefühl, mediatorische Fähigkeiten und Geduld gefragt. Die Haltung des Empowerment hilft, in den jeweiligen Gartenstilen eine individuelle gärtnerische Ausdrucksform zu sehn, die nicht zu bewerten ist. Die gemeinsame Gartenleidenschaft und der Wille mit und in der Natur etwas zu gestalten, stellt die gemeinsame Basis dar. 3.2. Gruppenangebote mit dem gartenpädagogischen Konzept WILD-FORMAL-ART WILD-FORMAL-ART als Konzept wurde in Rahmen eines EU-Projektes für ein internationales Jugendcamp zum Thema Garten erprobt. Die englische Schreibweise wurde beibehalten. 24 Garten und Natur (WILD) Ein Garten steht immer im Spannungsbogen von Natur und Kultur. Er ist ein umfriedeter Ort, an dem sich der Mensch gegen die bedrohliche, feindliche Außenwelt stemmt, indem er gleichzeitig in ihm seiner Schöpferkraft Ausdruck verleiht. Was in der Frühzeit im täglichen Kampf ums Überleben noch mit der Urbarmachung eines Geländes einherging, wurde in späteren Zeiten mehr eine Kulturtechnik mit der Land genutzt wurde. Diese Nutzung bezieht sowohl den Aspekt der Ernährung mit ein, so dass der Garten als ein Arbeitsraum verstanden werden muss, wie auch das Bedürfnis einen ästhetischen Platz für die Ruhe zu schaffen. Unabhängigkeit von der unberechenbaren Natur zum Einen, aber trotzdem ihre Integration, Nutzung und Liebe zur Natur prägen das ambivalente Verhalten des Menschen in seinem Garten. Garten und Struktur (FORMAL) Somit ist der Garten sowohl als Symbol zu verstehen, dass die Sehnsucht nach persönlicher Einheit, Identität und Vollkommenheit deutlich macht, als auch als Spiegel gesellschaftlichen Selbstverständnisses. In der Anlage eines Gartens wird deutlich wie sich menschliches Zusammenleben auf dieser Erde in einer bestimmten Zeit definiert, wie sich Menschen in ihrer Umwelt wahrnehmen und wie sie diese in Bezug auf das Vollkommene deuten. Ist der antike Garten stark mythologisch besetzt, so wird als charakteristische und gut überlieferte Gartenform des Mittelalters bezeichnenderweise der Klostergarten mit christlicher Symbolik beschrieben.2,3 Die strengen geometrischen Formen des Barockgartens bilden die uneingeschränkte Macht des absolutistischen Herrschers ab und der englische Landschaftsgarten zeigt mit seiner Ideallandschaft das aufgeklärte Menschenbild einer Epoche, die ihr neues Selbstverständnis in der Erforschung der Welt findet und mit der Technisierung immer neue Entwicklungen voran treibt. Moderne Parks beziehen sich auf die Pluralisierung und Individualisierung menschlichen Zusammenlebens in einer Zeit von Globalisierung und Wertewandel.4 Garten und Kunst (ART) Sowohl die Auseinandersetzung mit der Natur, als auch die Schaffung formaler Strukturen werden als Bestandteile der Ästhetik gesehen.5 Damit ist der Garten ein vorzüglicher Ort der „ästhetischen Erfahrung“, die bisweilen im Widerspruch mit der „alltäglichen Erfahrung“ liegt. Aber gerade weil ein Garten so viel Widersprüchliches aufzuheben vermag, stellt er einen Gegenpart zum Erleben der Alltagswelt dar. Diese Diskrepanz führt zu einer Auseinandersetzung 2 Vgl: Froning, Heide: Der Garten in der griechischen und römischen Antike, a.a.O. 3 Vgl: Janssen, Walter: Gartenkultur im Mittelalter, a.a.O. 4 Wöbse, Hans Herrmann: Landschaftsästhetik, Stuttgart 2002, S.144. 5 Ebd.: S.15. bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 mit der Welt und die Aufmerksamkeit richtet sich auf die gegenüberstehenden Kultursachverhalte bzw. auch auf die zur Projektion einladenden ästhetischen Materialien. Gleichzeitig findet eine nach innen gerichtete Konzentration statt. Der schaffende Mensch wird „thematisch“, indem er seine „Reflexion“ sowohl nach außen auf die Welt richtet, als dass er auch innere Erfahrungen „selbstreflexiv“ wahrnimmt.6 Die pädagogische Umsetzung Um das komplexe Thema Parks und Gärten pädagogisch und didaktisch aufbereiten zu können, wurde versucht verschiede Betrachtungsebenen zu erarbeiten und zu begründen. Die oben gewählte Struktur der Bedeutung von Gärten eignet sich auch für die Bildungsarbeit und werden Dimensionen eines Parks genannt. Diese Struktur, (1) bei der Beziehung von Mensch und Natur zu beginnen und von der Selbstwahrnehmung auszugehen, (2) anschließend eine formale und kulturgeschichtliche Ebene in den Blick zu nehmen, um (3) danach zu fragen welche Interpretationen und transzendenten Elemente der Garten und seine Betrachter ausdrücken, sollen zentrale Fragestellungen in der pädagogischen Arbeit sein, da sie so an die persönliche Entwicklung anschließen. Diese Gliederung ist nicht immer trennscharf, lässt sich aber inhaltlich sowohl in Publikationen der Gartenkultur finden, als auch in der pädagogischen Arbeit als Leitgedanke für die erzieherische Tätigkeit. Mehrere Entwicklungspsychologische Modelle (Piaget, Kohlberg) gehen von einer stufenartigen Entwicklung des Menschen aus: Mit seinen geübter werdenden motorischen Fähigkeiten ist für das Kind die Eroberung seiner Umwelt ein wichtiger Entwicklungsschritt, der die ersten Lebensjahre im Wechselspiel zur sozialen Entwicklung prägt. Mit der schrittweisen Loslösung von den Eltern und der Übernahme von gesellschaftlichen Strukturen und Rollen, werden die Sozialisation und die Enkulturation komplexer.7 Diese Entwicklung findet im kreativen Schaffen und in der Auseinandersetzung mit transzendenten allgemeingütigen Aussagen (in Ethik, Religion, Kunst) Ausdruck und Identifikationsmöglichkeiten8. In der kulturpädagogischen Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen kann dieser Dreischritt eine Matrize sein, an der sich die konzeptionelle Arbeit ausrichtet. Praxis Gruppenangebote der Fachberatung sollten kein Frontalunterricht sein. Auch wenn die Beratung das Expertenwissen hat und die Vereinsmitglieder etwas lernen wollen, sollte die Aktion nicht nur von der Beratung 7 6 Vgl. Mollenhauer, Klaus: Grundfragen ästhetischer Bildung, Weinheim / München 1995, S.13ff. B iermann, Benno; u.a.: Studienbücher für soziale Berufe: Soziologie, Neuwied 1992, S.43ff. 8 Winkel, Gerhard: Umwelt und Bildung, Seelze-Verber 1995, S.260f. Arbeitsfeld Dimensionen eines Parks oder Gartens Bedeutung von Gärten im Allgemeinen Beziehung von Mensch und Natur Der Mensch bewegt sich in der ihm fremden, wilden Natur. Er greift bewusst ein und gestaltet sie nach seinen Bedürfnissen Formale und kulturgeschichtliche Ebene Die Garten- und Landschaftsarchitektur als Wissenschaft hat Geschichte, Prinzipen und Ziele zur Gestaltung von Gärten. Sie sind authentische Zeitzeugen. Interpretationen und transzendente Deutung Der Park oder Garten als Kunstform ist Ausdruck individuellen und gesellschaftlichen Selbstverständnisses und macht allgemeingültige Aussagen Bedeutung des eigenen Gartens Der Gärtner erlebt die Natur s als Gegner, die ihm Arbeit macht oder ihm entgegen wirkt. Er ist abhängig vom Wetter. Mit Werkzeug, Wissen und Kulturtechniken gestaltet er seine Garten zunehmend nach seinen Ideen. Er sät und erntet. Der eigene Garten ist identitätsstiftend. Man findet ihn schön und richtig. Der ewige Zyklus des Wachsend und Vergehens korrespondiert mit der eigenen Person in der Welt. Verhältnis Mansch-Natur Spannung Bedrohung Akzeptanz/Werkzeug / Nutzung Integration/Korrespondenz entwicklungs-psychologische Parallele Ausgangspunkt: ICH Ausgangspunkt: WIR einfach strukturierte Betrachtung komplex strukturierte Betrachtung Ausgangspunkt: ANDERE umfassend strukturierte Betrachtung Sozialisation Erwerb grundlegender sozi-kultureller Inhalte Enkulturation und soziokulturelle Persönlichkeit Gliederung im Konzept WILD FORMEL ART © Eva Bongartz, 2005 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 25 ausgehen. Nimmt man das WFA-Konzept, kann man mit den Erfahrungen der Einzelnen in der Gruppe beginnen. Sei es Obstbaumschnitt, Düngemitteleinsatz oder Workshop zur Blumenanzucht, was haben die Zuhörer erlebt? Wo haben sie bereits mit der „Natur gekämpft“? Aber auch welche sinnlichen Erfahrungen gibt es. Solche Erfahrungen können auch vor Ort erzeugt werden. Wie fühlt sich die Gartenschere in der Hand an? Einfach mal ein paar Äste schneiden lassen und nachfragen, ob vielleicht ein Gefühl von Macht entsteht. Oder Unsicherheit? Wie riecht der Dünger? Wie unterschiedlich sehen Blumensamen aus? Ringelblumen heißen so, weil sich der Samen ringelt – das kann man sehen und fühlen. Anzuchterde, Blumenerde, Kompost, Gartenboden – das riecht und fühlt sich unterschiedlich an, macht dreckig. Wer nimmt Handschuhe? WILD bedeutet hier, die eigenen Emotionen und Ambivalenzen zu erspüren. Das muss kein großartig inszenierter Selbsterfahrungskurs sein, aber es eignet sich für einen Einstieg. FORMAL, also das Formale, das was es zu erlernen gibt, schließt sich nun an. Das ist der Themenschwerpunkt zu dem eingeladen worden ist. Nun werden die Fakten erläutert, es wird vorgeführt, es wird etwas gezeigt und demonstriert. Die Gruppe hört zu, probiert es selber aus, macht mit und stellt Fragen. Jede Beratung hat da ihren Stil, ihre Themen, ihre Art mit dem Fachwissen umzugehen und es zu präsentieren. Meistes ist das der größte Zeitraum im Angebot. 26 ART, also Kunst, im Gartenworkshop klingt erst einmal ziemlich abgehoben. Es geht aber „nur” um eine kreative Ausdrucksform. Etwas, das aus dem “formalen Wissen” auch eine individuelle Erkenntnis oder ein kleines Erlebnis macht. Man muss ja nicht gleich mit den abgeschnittenen Obstbaumzweigen Gartenmandalas legen, aber man kann die neue Symmetrie des Baumes würdigen, das veränderte Astbild anschauen. Es geht um eine kleine ästhetische Komponente zusätzlich zum Gartenthema. Zugegeben gibt es Themen, bei denen es schwer wird. Auf die Vorstellung, wie eine Schulung zum Düngemitteleinsatz durch eine ästhetische Erfahrung beendet werden kann, habe ich auch keine Antwort gefunden. Auch hier geht es in der Gesamtintention darum Kompetenzen zu stärkten. Wenn „nur gelehrt“ wird, wird das Gartenthema sehr unter dem Aspekt des „Richtigmachens“ dargestellt. Hat man das WFA-Konzept im Hinterkopf, bleibt viel mehr Raum für die Erfahrung der Kursteilnehmer. Man schneidet den Baum eben nicht nur richtig, man schneidet ihn auch schön. So hat die Gartenberatung die Chance, den Gärtnerinnen und Gärtnern wertvolles Wissen zu vermitteln, aber auch das Selbstvertrauen in den eigenen Talente zu wecken und Lust am Gartenprojekt zu fördern. bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 PÄDAGOGIK FÜR DIE FACHBERATUNG IN THEORIE UND PRAXIS SCHATZTRUHE GARTEN: PFIFFIGE IDEEN MIT BLUMEN AUS DEM GARTEN BEATE WALTHER (Leiterin Stationsbetrieb II, Lehr- und Forschungsgarten; Universität Vechta; Ausstellungsbevollmächtigte der DBG auf der BUGA Erfurt 2021) Schatztruhe Garten Pfiffige Ideen mit Blumen aus dem Garten Blumen begleiten uns Menschen zu allen Zeiten und die Kunst aus ihnen schöne Gestecke und Sträuße zu gestalten, besitzt eine lange Tradition. Den Tisch für einen festlichen Anlass oder zum Grillfest mit den Gartennachbarn zu verschönern oder mit einem selbst gestalteten Geschenk Anderen Freude bereiten – die kreative Gestaltung mit Blumen hinterfragt auch ihre Zuordnung zu den Festen im Jahreskreis und unterstützt den Erhalt und die Pflege von Tradition und Brauchtum. Besonders im Sommer bieten sich viele Anlässe mit frischen Blüten, Blättern, Früchten und Samen zu gestalten. Ein ganz besonderer Reiz liegt in deren Farben, Formen und Texturen. Sie sind vielfältig, einzigartig und wir können sie fühlen, begreifen, riechen oder auch schmecken. Das Sammeln von Pflanzenteilen und der kreative Umgang mit ihnen sollte nicht nur Spaß machen, sondern zudem das Interesse an botanischem und gärtnerischem Grundwissen sowie an ästhetischer Gestaltung fördern. In diesem handlungsorientierten Workshop werden Möglichkeiten aufgezeigt mit Pflanzenwerkstoffen aus dem Garten sommerliche Arrangements zu gestalten. bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 1. Botanische Kenntnisse • Ernten und Sammeln von Blüten, Blättern und Früchten • Wahrnehmung von Texturen, Farben, Formen und Bewegungen der pflanzlichen Werkstoffe 2. Gärtnerische Kenntnisse • Kennenlernen von Schnittmaßnahmen bei einjährigen Blumen, Stauden und Gehölzen, um die weitere Blütenentwicklung zu fördern .............................................................................................. .............................................................................................. .............................................................................................. .............................................................................................. .............................................................................................. • Vorbereitung und Verarbeitung der Blumen, Blätter, Gemüse und Früchte o Zuerst werden Blätter, Stacheln und Nebentriebe im unteren Drittel der Stiele sowie kranke und beschädigte Blätter entfernt. o Die Stiele werden schräg mit einem scharfen Blumenmesser angeschnitten, dabei dürfen die Stängel nicht gequetscht werden. o Neben Blüten und Blättern können Früchte und Gemüse verwendet werden. Für Gemüsearrangements sollten Sie festes und gesundes Gemüse verwenden. Gut eignen sich Möhren, Zwiebeln, kleine Kürbisse, Radieschen, Rettich und einzelne Röschen von Blumenkohl oder Brokkoli. Diese Gemüsearten lassen sich unkompliziert auf Holzstäbe (Schaschlikspieße) aufspießen. o Für den Einsatz von Gemüse und Früchten in Gestecken verwendet man am besten zwei Stäbe. Zwei Verankerungen lassen sich nicht so 27 leicht drehen und garantieren einen besseren Halt. Alle Stäbe werden vor dem Einstecken angespitzt. o Drähte sollten Sie nicht zum Aufspießen nutzen, um die Haltbarkeit von Gemüse durch Oxidation nicht zu beeinträchtigen. o Längliche Gemüsearten wie Bohnen, Spargel oder Frühlingszwiebeln können Sie mittig mit einem Naturbast bündeln und durch den Bast einen Stützdraht ziehen und verzwirbeln. 3. Gestalterische Kenntnisse • Gestalten eines dekorativen Tischschmucks für ein gemeinsames Abendessen .............................................................................................. .............................................................................................. .............................................................................................. .............................................................................................. .............................................................................................. Kontakt: Beate Walther ist Gärtnerin, Floristmeisterin und Diplomagrarökonomin. Sie unterrichtete als freiberufliche Dozentin an der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau in Erfurt und lehrte an der Universität Vechta Schulgarten als handelnde Naturerfahrung sowie Gestalten mit Naturmaterialien. Derzeit arbeitet Beate Walther als Ausstellungsbevollmächtigte der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft (DBG) für die BUGA Erfurt 2021 (walther@bundesgartenschau.de). Notizen: .............................................................................................. .............................................................................................. .............................................................................................. .............................................................................................. .............................................................................................. An einem schönen Tage im Schatten zu sitzen und ins Grüne zu blicken ist die beste aller Erquickungen! Jane Austen 1. Die Steckmasse sollte einige Zentimeter über den Gefäßrand hinausragen und abgerundet werden. 2. Alle Werkstoffe (Blätter, Blüten, Zweige, Gemüse, Früchte u. ä.) werden radial angeordnet. Zuerst stecken Sie die Zweige und Blätter im Außenbereich, die damit die Größe des Gestecks vorgeben. Durch den weiteren Ausbau des Innenbereiches mit Gräsern und Blättern können Sie die Höhe und den Umriss des Gesteckes festlegen. Die Steckmasse sollte weitgehend abgedeckt sein. 3. Allerdings muss immer noch genügend Platz für die weitere Ausgestaltung mit Blüten, Gemüse oder Früchten verbleiben. Weiterführende Literatur von Beate Walther: Alles über Floristik, Ulmer Verlag Blumen binden und stecken, Ulmer Verlag 50 blumige Kränze, Ulmer Verlag Schatztruhe Garten, LV-Buch 28 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 PÄDAGOGIK FÜR DIE FACHBERATUNG IN THEORIE UND PRAXIS Gruppendynamische Übungen zu Wahrnehmung, Konzentration und Kommunikation STEFFEN MELLER (MA BEd | PH Burgenland & Universität Vechta; Leiter Stationsbetrieb III, Lehr- und Forschungsgarten; Universität Vechta) Wahrnehmungs- und Konzentrationsübungen eignen sich hervorragend, um eine Lerngruppe auf den Lerngegenstand einzustimmen bzw. um für Abwechslung/ Auflockerung zwischendurch zu sorgen. Gruppendynamische Spiele bauen Vertrauen auf, fördern die Interaktion/Integration in der Gruppe und sorgen für Motivation der Teilnehmenden. In diesem Workshop werden unterschiedliche Übungen zur Förderung der Wahrnehmung, Konzentration und Kommunikation vorgestellt und praktisch erprobt. Die Übungen eigenen sich für die Arbeit mit Lerngruppen im Garten und schaffen eine vertrauensvolle Basis für weiterführende Lernprozesse. Übungen zum Kennenlernen Pädagogische Ziele: Namen kennen lernen, gemeinsame Interessen erkunden, Gruppengefühl entwickeln, Teilnehmer einstimmen – „ankommen lassen“, Hemmschwellen abbauen,… Gleich und gleich Die Teilnehmer/innen (TN) bewegen sich frei im Raum. Auf ansage durch die Gruppenleiter/in (GL) suchen sie nacheinander mindestens einen anderen TN, der/die • die gleiche Haarfarbe/Augenfarbe/… hat • das gleiche Hobby hat/die gleiche Sportart betreibt • im gleichen Monat Geburtstag hat • einen Vornamen hat, der mit dem gleichen Buchstaben beginnt • … Achtung: Die Anweisungen müssen altersadäquat sein und der Zusammensetzung der Gruppe entsprechen! Soziometrisches Kennenlernen/Reihenfolge bilden Alle TN bewegen sich durch den Raum. Es darf nicht gesprochen werden. Nonverbale Kommunikation mit bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 Händen und Füßen ist allerdings erlaubt. Der/die GL gibt nun eine klare Anweisung, wie die Gruppe sich zu sortieren hat (Beispiele siehe unten). Die Gruppe muss sich nun, ohne zu reden, in die richtige Reihenfolge bringen: Beispiel: Aufstellung nach Alter, Schuhgröße, Geburtstag im Jahr, Anfangsbuchstaben des Vornamens, Körpergröße, weitest entferntester Wohnort, der/die GL kontrolliert nun, ob die Aufstellung korrekt ist (hier darf wieder gesprochen werden!) Wer bin ich? Je nach Gruppengröße werden die TN vorab in kleinere Gruppen unterteilt. Ein TN fragt die eigene Gruppe „Wenn ich eine Pflanze wäre, welche Pflanze würdet ihr in mir sehen?“ und „Wie kommt ihr darauf?“, die Gruppe kann sich auf eine Pflanze einigen, es können aber auch unterschiedliche genannt werden. Danach wird überlegt: Ist der/die TN mit der Einschätzung einverstanden? • Stimmt die Fremdwahrnehmung mit der eigenen Einschätzung überein? • Was war überraschend?/Was habe ich Neues erfahren? Vier Ecken Alle TN bewegen sich. Der/die GL ruft ein Oberthema auf (siehe unten) und weist den Ecken mögliche Antworten zu. Die Spieler gehen nun in die Ecke, deren Antwort ihnen am ehesten liegt. Beispiel: Obst – Was esst ihr am liebsten? 1) Äpfel, 2) Bananen, 3) Erdbeeren, 4) Kirschen 29 Haben sich die jeweiligen Gruppen in den Ecken getroffen, können sie kurz ihre Antwort untereinander erörtern oder nachfragen. Übungen zur Wahrnehmung Pädagogische Ziele: Gruppe beruhigen, Konzentration und Wahrnehmung fördern, Körpergefühl herstellen, Aufmerksamkeit schulen, Rücksicht nehmen, u.v.m. Anschleichen Die TN stehen im Kreis, eine Person steht mit geschlossenen Augen in der Mitte. Die TN versuchen sich an die Person in der Mitte anzuschleichen. Spürt diese, dass sich ihr jemand nähert, zeigt sie mit dem Finger in diese Richtung und der/die heranschleichende TN muss auf die Ausgangsstellung zurück. Kann die Person in der Mitte berührt werden, wechseln die Rollen. Endlosschleife Die Gruppe steht im Kreis. Die/der GL gibt eine einfache Bewegung vor. Diese wandert nach rechts durch den Kreis, indem sie von TN zu TN weitergegeben und kopiert wird. Ziel: Möglichst genau kopieren. Spielfluss/ Rhythmus beibehalten. Varianten: Geräusch/Wort/Satz zur Bewegung hinzufügen, die Bewegung vergrößert/verkleinert sich, Geräusch weitergeben,… Gordischer Knoten Die Gruppe muss eng zusammenstehen. Jede Hand schnappt sich sodann eine andere Hand, nicht die des Nachbarn und nicht zwei Hände der gleichen Person. Es entsteht ein Knoten aus Armen und Körpern. Aufgabe ist es, den Knoten zu entwirren, ohne dabei die Hände loszulassen. Übungen zur Aktivierung Stehen – Gehen Die TN verteilen sich gleichmäßig im Raum und bleiben stehen. Der/die GL sagt nun eine Zahl und so viele Leute dürfen sich jetzt kreuz und quer durch den Raum bewegen, die anderen bleiben stehen. Nach einer gewissen Zeit sagt er eine andere Zahl, dementsprechend ändert sich die Zahl derjenigen, die sich durch den Raum bewegen. Die Schwierigkeit ist, dass sich ohne Absprache die korrekte Zahl der sich Bewegenden ergeben muss. Variation: Alle TN bewegen sich, ein TN muss immer stehen. Übungen zur Konzentration Pädagogische Ziele: Konzentration und vorausschauendes Denken fördern, Strategien entwickeln, kooperatives Verhalten fördern, uvm. Fliegenklatsche 30 Die Gruppe steht im Kreis. Die beginnende Person klatscht gleichzeitig mit der Person zu ihrer Rechten in die Hände. Dieser Impuls wird im Kreis weitergegeben, d.h. man dreht sich jetzt nach rechts und klatscht mit der nächsten Person gleichzeitig in die Hände. Dabei kann auf das Einhalten eines vorgegebenen Tempos geachtet werden. Variationen: Es wandern mehrere Impulse hintereinander im Kreis; es kann die Richtung gewechselt werden, indem die Person, die den Impuls erhält, sich nicht abdreht und diesen zurückgibt (also zweimal mit derselben Person klatscht); TN können jederzeit „abtauchen“ (in die Knie gehen), dann wandert der Impuls einfach zur nächsten Person Bewegende Kette Durch Fingerspitzenberührung «erschafft» der/die GL eine beliebige Person zum Mitspielen. Diese wiederum erschafft eine weitere Person, usw. bis alle TN eine Kette bilden. Die Gruppe muss dauernd in Bewegung sein. Die Fingerspitzen müssen sich immer berühren. Blinder Stand Die TN gehen paarweise zusammen. Je ein TN schließt die Augen, stellt sich auf ein Bein und versucht, eine Minute auf einem Bein zu stehen. Der Partner beobachtet genau, wie still sein Mitspieler steht und gibt ihm im Anschluss Rückmeldung dazu. Danach wird gewechselt. Variation: TN eine „Standwaage“ machen lassen Richtungsreaktion Zwei TN stehen einander gegenüber. Im gleichen Rhythmus klatschen beide einmal. Danach gibt es drei Möglichkeiten die Arme zu bewegen (hoch, links oder rechts), von denen jeder TN eine auswählt. Nach der Bewegung in eine dieser Richtungen folgt wieder das Klatschen, so dass es immer einen Wechsel gibt zwischen „Klatschen“ und „Arme in eine Richtung strecken“. Bewegen beide TN ihre Arme in die (spiegelverkehrte) gleiche Richtung, dann muss – nach dem obligatorischen Klatschen – das gegenseitige Abklatschen auf die Handflächen des anderen Spielers folgen – also eine Bewegung der Arme nach vorne. Die TN müssen sich gegenseitig beobachten und wenn sie eine Bewegung der Arme in die gleiche Richtung machen folgt das Abklatschen darauf. Nach dem Abklatschen geht es wie gewohnt weiter. Quellen: https://www.super-sozi.de/spielekartei/ https://wiki.zum.de/wiki/Kennenlern-_und_Kontaktspiele https://phzh.ch/de/Dienstleistungen/materialien-fuers-schulfeld/spielefundus/ https://www.spielewiki.org/ bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 PÄDAGOGIK FÜR DIE FACHBERATUNG IN THEORIE UND PRAXIS Projektmanagement im Garten: Projekte gibt es überall ANGELIKA MAYER (BEd MSc / PH Burgenland; Leiterin Stationsbetrieb IV, Lehr- und Forschungsgarten; Universität Vechta) Ob es um die Errichtung eines Schulgartens, den Bau eines Hochbeetes, oder um die Planung pädagogischer Konzepte geht, jede neue und spannende, jede große, als auch kleine Projektidee muss strukturiert geplant, durchgeführt und evaluiert werden. Projektmanagement hilft den Überblick über ein Projekt zu halten, wie die nachstehende Bilder verdeutlichen. Am Ende eines Projekts stehen Projektabschluss und Reflexion. Es wird überlegt welche Ziele erreicht worden sind und an welcher Stelle es Verbesserungs- bzw. Optimierungsmöglichkeiten sinnvoll wären. Auch diese Erkenntnisse werden im Projekthandbuch festgehalten. Nützliche Projektmanagement Tools: Merkmale die ein Projekt charakterisieren sind: • Zeitliche Begrenzung • Ziel/e • Begrenzte Ressourcen • Projektspezifische Organisation • Einmalig und Neuartig In jedem Projekt gibt es eine Planungsphase, eine Durchführungsphase und eine Abschlussphase. Am Beginn steht jedoch eine Idee. Daraus werden konkrete, smarte Ziele und Maßnahmen, die das Erreichen dieser Ziele belegen können, formuliert. Smarte Ziele sind spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Die unterschiedlichen Aufgaben in einem Projekt werden zu Arbeitspaketen gebündelt und im Projektstrukturplan in eine zeitliche Abfolge gebracht. Für jedes Arbeitspaket ist eine verantwortliche Person aus dem Projektteam zu bestimmen. Während der Durchführungsphase wird ein Projekt genau beobachtet und alles Wesentliche im Projekthandbuch dokumentiert. Alle wichtigen Termine und Meilensteine müssen während des ganzen Prozesses im Auge behalten werden. bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 Online – Software für Projektorganisation • Evernote http://www.evernote.com • Nozbe http://www.nozbe.com • MeisterTask http://www.meistertask.com • Todoist http://www.todoist.com Kollaboratives Arbeiten an Dokumenten, Dateiablagen und Kalender • Google Drive http://drive.google.com • Google Kalender http://www.google.com/calender • OneDrive http://onedrive.live.com • Dropbox http://dropbox.com 31 PÄDAGOGIK FÜR DIE FACHBERATUNG IN THEORIE UND PRAXIS Vom Großen zum Kleinen – Unsichtbares sichtbar machen DR. MARION LANGE (Leiterin Stationsbetrieb V, Lehr- und Forschungsgarten; Universität Vechta; Lehrbeauftragte Studienfach Sachunterricht, Fakultät II) Kindern die Augen für ihre direkte Umwelt zu öffnen, ist nicht nur Aufgabe der schulischen Bildung. Mit der zunehmenden Mediatisierung bleibt die Aufmerksamkeit häufig auf das Medium gerichtet und schweift nicht in die weitere Umgebung (vgl. Nießeler 2015). Das Interesse der Kinder für die Natur zu wecken und sie zu ermutigen, diese zu erkunden, bedarf heute oft eines Impulses oder einer Anleitung. So sollen (nicht nur) im Unterricht beispielhaft Teile Naturobjekte präsentiert und untersucht und damit für die Kinder „durchschaubar“ werden (vgl. ebd., S. 28). In dem hier betrachteten Kontext bietet sich die Küchenzwiebel (Allium Cepa) besonders an, da sie jedem Kind bekannt ist. Manchmal von positiven (z.B. guter Geschmack) und manchmal von negativen (z.B. Augenreizung, unangenehmer Geruch) Sinneserfahrungen begleitet. Die Kinder kennen die Küchenzwiebel in der Regel aus dem Ernährungskontext. Seltener haben sie sich Gedanken darübergemacht, wo und wie Zwiebeln wachsen und wie eine Zwiebel aufgebaut ist. Die Untersuchung der Küchenzwiebel eröffnet Räume für die Nutzung und Anwendung der in diesem Zusammenhang kennengelernten biologischen Arbeitstechniken für weitere Untersuchungen an unbekannten Pflanzen in naturnahen Ökosystemen oder auch im Garten und lädt zu Vergleichen ein. und der Geruch wahrgenommen werden. Man kann diese erste Phase mit einer zeichnerischen Darstellung kombinieren, da dadurch die Betrachtung intensiviert wird. Schließlich geht es nicht darum irgendeine, sondern genau diese Küchenzwiebel zu zeichnen. In einem weiteren Schritt sollte die Zwiebel aufgeschnitten werden (Längsschnitt), um so die Speicherblätter in Augenschein zu nehmen. Für die Untersuchung in der zweiten Phase bietet es sich an, die Kinder an die Arbeit mit der Lupe als einer einfachen biologischen Arbeitstechnik heranzuführen. Durch den Einsatz der Lupe wird es möglich, den Aufbau der Zwiebel im Inneren genau zu betrachten. Das Zergliedern einer der Zwiebelhälften verdeutlicht die schalenförmige Anordnung der Speicherblätter. Bei der Handhabung der Lupe ist zu beachten, dass die Lupe an das Auge gehalten und das zu betrachtende Objekt an die Lupe herangeführt wird, bis ein vergrößertes scharfes Bild zu sehen ist. Leitend für die hier beschriebenen Untersuchungen und biologischen Arbeitstechniken ist das didaktische Prinzip der Handlungsorientierung (Ruppert 2002). Zunächst erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem gesamten Naturobjekt, der Küchenzwiebel. Hierbei geht es darum die Küchenzwiebel mit allen Sinnen ganzheitlich zu erfahren. Es soll deren Aussehen beschrieben In der dritten Phase wird in das für das menschliche Auge unsichtbare Innere eines Zweibelhäutchens vorgedrungen. Ohne Hilfsmittel kann dieses allerdings nicht geschehen. Man benötigt ein Mikroskop. Für die Arbeit mit dem Mikroskop bedarf es gerade bei Kindern im Grundschulalter einer umfassenden Einführung und Anleitung, da Gewissenhaftigkeit und motorische Fähigkeiten grundlegend für das erfolgreiche Mikroskopieren sind. Hierbei sollte eine erwachsene Person Unterstützung geben. Zunächst werden die Bestandteile und die Handhabung des Mikroskops mit den Kindern genau besprochen und Übungen zur Einstellung eines runden Lichtfeldes sowie das Vergrößern ohne Präparat geübt. Man kann einfach ein Haar nehmen, dass zu suchen 32 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 und dessen Bild zu vergrößern ist. Nun wird das Ganze noch einmal mit einem Dauerpräparat wiederholt. Es ist wichtig, dass die Kinder lernen, sowohl beim Wechsel eines Präparats als auch des Objektives zunächst den Objekttisch ganz nach unten zu bringen, da ansonsten das Präparat beschädigt werden kann. Ist dies erfolgt, wird der Objekttisch mit dem Präparat ganz dicht an das Objektiv gebracht. Hierbei muss unbedingt der Blick von der Seite auf das Präparat gerichtet werden. Vergessen die Kinder dies, kommt es häufig zur Zerstörung des Deckglases oder des gesamten Präparats, weil die Entfernung Objektiv-Präparat nicht richtig eingeschätzt werden kann. Nun geht der Blick durch das Okular und mithilfe des Grobtriebes wird der Objekttisch vom Objektiv wegbewegt bis ein scharfes Bild zu sehen ist. Das Schwierigste schließt sich jetzt an, denn es wird ein Frischprärat eines Zwiebelhäutchens benötigt, um die Zellen der Küchenzwiebel als kleinste Bausteine unter dem Mikroskop betrachten zu können. Ein Frischpräparat besteht aus Objektträger, Objekt (hier Zwiebelhäutchen), Wasser und Deckgläschen. Objektträger und Deckgläschen sind problemlos im Handel zu erwerben. Bei der Anfertigung eines Frischpräparats muss vorsichtig gearbeitet werden, da beide aus Glas bestehen und vor allem das Deckgläschen leicht zerbricht. Im ersten Schritt gibt man einen Wassertropfen mit einer Pipette auf den Objektträger. Nun werden auf der Innenseite einer dicken Zwiebelschale (Ergebnis des Zergliederns) mit einer unscharf gemachten Rasierklinge (Verletzungsgefahr) netzartige Einschnitte vorgenommen. Mit einer Pinzette kann nun eines der entstandenen kleinen Quadrate dünn abgezogen werden. Da das Prinzip des Lichtmikroskops darauf basiert, dass das Licht durch das Objekt dringen muss, um ein Bild zu erzeugen, sollte das Häutchen fast durchsichtig und auf keinen Fall größer als das Deckgläschen sein. Das kleine Stück Zwiebelhäutchen wird nun in den Wassertropfen auf dem Objektträger gebracht, wobei keine Faltungen entstehen dürfen. Am Schwierigsten ist es, ein Bild ohne „schwarze Ringe“, die durch Luftblasen zustande kommen, zu erhalten. Hierzu wird das Deckgläschen an einer Seite im Winkel von ca. 45° in den Wassertropfen getaucht und anschließend langsam abgesenkt. Dadurch wird die Luft unter dem Deckgläschen verdrängt und es entsteht ein klares Bild ohne Luftblasen. Das Zwiebelhäutchen kann nun unter dem Mikroskop betrachtet und der zelluläre Aufbau untersucht werden. Ist das Bild zu hell, lässt sich die Helligkeit unter Zuhilfenahme der Blende regulieren. Um den Kindern die Mitnahme eines Produktes zu ermöglichen, kann eine Zeichnung des Gesehenen erfolgen oder aber ein Bild durch das Okular gemacht werden. Im einfachsten Fall machen Smartphones gute Aufnahmen. Es gibt aber auch spezielle Digitalkameras, die die aufgenommenen Bilder im PC oder Laptop speichern oder/und Bilder auf einen Bildschirm projizieren. Letzteres ist für Kinder besonders interessant, wenn aus dem Aquarium oder dem Gartenteich die Kanadische Wasserpest (Elodea Canadensis) als Präparat eingesetzt wird, da man unter dem Mikroskop die Bewegungen des Zellplasmas sehen kann. In diesem Projekt erfahren Kinder die Komplexität der Natur, in dem sie die Welt sowohl makroskopisch als auch mikroskopisch wahrzunehmen lernen. Kinder sammeln hier erste Erfahrungen als „WissenschaftlerInnen“, wodurch eine Anbahnung der Scientific Literacy (Kattmann 2013) möglich wird. bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 33 Literatur Kattmann, U. (2013). Begründung des Biologieunterrichts. In: Gropengießer, H., Harms, U., Kattmann, U. (Hrsg.). Fachdidaktik Biologie. Hallbergmoos: Aulis, S.24–28. Nießeler, A. (2015). Lebenswelt/Heimat als didaktische Kategorie. In: Kahlert, J., Fölling-Albers, M., Götz, M., Hartinger, A., Miller, S., Wittkowske, S. (Hrsg.). Handbuch Didaktik des Sachunterrichts. (2. Auflage). Bad Heilbrunn: Klinkhardt, S. 27–31 Ruppert, W. (2002). Handlungsorientierung im Biologieunterricht. Unterricht Biologie 273 (26), S. 4–10. Die Grüne Schriftenreihe seit 1997 Heft Jahr Ort SEMINAR THEMA 122 1997 123 1997 Schwerin Haftungsrecht und Versicherungen im Kleingartenwesen Recht St. Martin Pflanzenschutz und die naturnahe Bewirtschaftung im Kleingarten Fachberatung 124 1997 125 1997 Berlin Lernort Kleingarten Fachberatung Gelsenkirchen Möglichkeiten und Grenzen des Naturschutzes im Kleingarten Fachberatung 126 1997 Freising Maßnahmen zur naturgerechten Bewirtschaftung und umweltgerechte Gestaltung der Kleingärten als eine Freizeiteinrichtung der Zukunft Fachberatung 127 1997 128 1997 Lübeck-Travemünde Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen Fachberatung Karlsruhe Aktuelle Probleme des Kleingartenrechts Recht Chemnitz Aktuelle kleingartenrechtliche Fragen Recht Potsdam Die Agenda 21 und die Möglichkeiten der Umsetzung der lokalen Agenden zur Erhaltung der biologischen Vielfalt im Kleingartenbereich Umwelt 131 1998 132 1998 Dresden Gesundes Obst im Kleingarten Fachberatung Regensburg Bodenschutz zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit im Kleingarten Gesetz und Maßnahmen Fachberatung 133 1998 Fulda Der Kleingarten – ein Erfahrungsraum für Kinder und Jugendliche Umwelt 134 1998 135 1998 Wiesbaden Aktuelle kleingartenrechtliche Fragen Recht Stuttgart Kleingärten in der/einer künftigen Freizeitgesellschaft Gesellschaft u. Soziales 136 1998 Hameln Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU von 1992 im Bundesnaturschutzgesetz und die Möglichkeiten ihrer Umsetzung im Kleingartenbereich Gesellschaft u. Soziales 137 1999 138 1999 Dresden (Kleine) Rechtskunde für Kleingärtner Recht Rostock Gute fachliche Praxis im Kleingarten Fachberatung 139 1999 140 1999 Würzburg Kind und Natur (Klein)Gärten für Kinder Gesellschaft u. Soziales Braunschweig Zukunft Kleingarten mit naturnaher und ökologischer Bewirtschaftung Umwelt 141 1999 Hildesheim Biotope im Kleingartenbereich – ein nachhaltiger Beitrag zur Agenda 21 Umwelt 142 1999 143 2000 Freiburg Zukunft Kleingarten Recht Mönchengladbach Recht und Steuern im Kleingärtnerverein Recht 144 2000 Oldenburg Pflanzenzüchtung und Kultur für den Kleingarten von einjährigen Kulturen bis zum immergrünen Gehölz Fachberatung 145 2000 146 2000 Dresden Die Agenda 21 im Blickfeld des BDG Umwelt Erfurt Pflanzenschutz im Kleingarten unter ökologischen Bedingungen Fachberatung 147 2000 148 2000 Halle Aktuelle kleingarten- und vereinsrechtliche Probleme Recht Kaiserslautern Familiengerechte Kleingärten und Kleingartenanlagen Fachberatung 149 2000 150 2001 Erfurt Natur- und Bodenschutz im Kleingartenbereich Fachberatung Rüsselsheim Vereinsrecht Recht 151 2001 152 2001 Berlin Kleingartenanlagen als umweltpolitisches Element Fachberatung Mönchengladbach Natur- und Pflanzenschutz im Kleingarten Fachberatung 153 2001 154 2001 St. Martin Das Element Wasser im Kleingarten Fachberatung Gelsenkirchen Frauen im Ehrenamt – Spagat zwischen Familie, Beruf und Freizeit Gesellschaft u. Soziales 129 1998 130 1998 34 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 Heft Jahr Ort SEMINAR THEMA 155 2001 156 2001 Erfurt Verbandsmanagement Management Leipzig Zwischenverpachtungen von Kleingartenanlagen – Gesetzliche Privilegien und Verpflichtungen Recht 157 2002 158 2002 Bad Mergentheim Kleingartenpachtverhältnisse Recht Oldenburg Stadtökologie und Kleingärten – verbesserte Chancen für die Umwelt Umwelt 159 2002 Wismar Miteinander reden in Familie und Öffentlichkeit – was ich wie sagen kann Umwelt 160 2002 161 2002 Halle Boden – Bodenschutz und Bodenleben im Kleingarten Fachberatung Wismar Naturnaher Garten als Bewirtschaftsform im Kleingarten Fachberatung 162 2002 163 2003 Berlin Inhalt und Ausgestaltung des Kleingartenpachtvertrages Recht Dessau Finanzen Recht 164 2003 Rostock Artenvielfalt im Kleingarten – ein ökologischer Beitrag des Kleingartenwesens Fachberatung 165 2003 166 2003 Hamburg Rosen in Züchtung und Nutzung im Kleingarten Fachberatung Rostock Wettbewerbe – Formen, Auftrag und Durchführung Fachberatung 167 2003 168 2003 Limburgerhof Die Wertermittlung Recht Bad Mergentheim Soziologische Veränderungen in der BRD und mögliche Auswirkungen auf das Kleingartenwesen Gesellschaft u. Soziales 169 2004 170 2004 Braunschweig Kleingärtnerische Nutzung (Rechtsseminar) Recht Kassel Öffentlichkeitsarbeit Öffentlichkeitsarbeit 171 2004 172 2004 Fulda Kleingärtnerische Nutzung durch Gemüsebau Fachberatung Braunschweig Mein grünes Haus Umwelt 173 2004 174 2004 Dresden Kleingärtnerische Nutzung durch Gemüsebau Fachberatung Magdeburg Recht aktuell 175 2004 176 2004 Würzburg Der Kleingarten als Gesundbrunnen für Jung und Alt Gesellschaft u. Soziales Münster Vom Aussiedler zum Fachberater – Integration im Schrebergarten (I) Gesellschaft u. Soziales 177 2005 178 2005 Kassel Haftungsrecht Recht München Ehrenamt – Gender-Mainstreaming im Kleingarten Gesellschaft u. Soziales 179 2005 180 2005 Mannheim Mit Erfolg Gemüseanbau im Kleingarten praktizieren Fachberatung München Naturgerechter Anbau von Obst Fachberatung 181 2005 182 2005 Erfurt Naturschutzgesetzgebung und Kleingartenanlagen Umwelt Dresden Kommunalabgaben Recht 183 2005 Bonn Vom Aussiedler zum Fachberater – Integration im Schrebergarten (II) Gesellschaft u. Soziales 184 2006 Dessau Düngung, Pflanzenschutz und Ökologie im Kleingarten – unvereinbar mit der Notwendigkeit der Fruchtziehung? Fachberatung 185 2006 Jena Finanzmanagement im Verein Recht 186 2006 187 2006 188 2006 Braunschweig Stauden und Kräuter Fachberatung Stuttgart Grundseminar Boden und Düngung Fachberatung Hamburg Fragen aus der Vereinstätigkeit Recht 189 2007 Potsdam Deutschland altert – was nun? Gesellschaft u. Soziales bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 35 Heft Jahr Ort SEMINAR THEMA 190 2007 191 2007 Jena Grundseminar Pflanzenschutz Fachberatung Jena Insekten Umwelt 192 2007 193 2007 Celle Grundseminar Gestaltung und Laube Fachberatung Bielefeld Rechtsprobleme im Kleingarten mit Verbänden lösen (Netzwerkarbeit) Streit vermeiden – Probleme lösen Recht 194 2008 Potsdam Pachtrecht I Recht 195 2008 Neu-Ulm Pflanzenverwendung I – vom Solitärgehölz bis zur Staude 196 2008 Magdeburg Soziale Verantwortung des Kleingartenwesens – nach innen und nach außen Fachberatung Gesellschaft u. Soziales 197 2008 Grünberg Pflanzenverwendung II – vom Solitärgehölz bis zur Staude Fachberatung 198 2008 Gotha Finanzen Recht 199 2008 Leipzig Kleingärtner sind Klimabewahrer – durch den Schutz der Naturressourcen Wasser, Luft und Boden Umwelt 200 2009 Potsdam Wie ticken die Medien? Öffentlichkeitsarbeit 201 2009 Erfurt Vereinsrecht Recht 202 2009 Bremen Vielfalt durch gärtnerische Nutzung Fachberatung 203 2009 Schwerin Gesundheitsquell – Kleingarten Umwelt 204 2009 Heilbronn Biotope im Kleingarten Fachberatung 205 2009 Potsdam Wie manage ich einen Verein? Recht 206 2010 Lüneburg Kleingärten brauchen Öffentlichkeit und Unterstützung auch von außen (1) Öffentlichkeitsarbeit 207 2010 Magdeburg Zwischenpachtvertrag – Privileg und Verpflichtung Recht 208 2010 Bremen Umwelt plus Bildung gleich Umweltbildung Umwelt 209 2010 Kassel Der Fachberater – Aufgabe und Position im Verband Fachberatung 210 2010 Mönchengladbach Biologischer Pflanzenschutz Fachberatung 211 2010 Dresden Umweltorganisationen ziehen an einem Strang (grüne Oasen als Schutzwälle gegen das Artensterben) Umwelt 212 2010 Hannover Der Kleingärtnerverein Recht 213 2011 Lüneburg Kleingärten brauchen Öffentlichkeit und Unterstützung auch von außen (2) Öffentlichkeitsarbeit 214 2011 Naumburg Steuerliche Gemeinnützigkeit und ihre Folgen Recht 215 2011 Hamburg Blick in das Kaleidoskop – soziale Projekte des Kleingartenwesens Gesellschaft u. Soziales 216 2011 Halle Pflanzenvermehrung selbst gemacht Fachberatung 217 2011 Rostock Ressource Wasser im Kleingarten – „ohne Wasser, merkt euch das …“ Fachberatung 218 2011 Berlin Satzungsgemäße Aufgaben des Vereins Recht 219 2012 Goslar Ausgewählte Projekte des Kleingartenwesens Gesellschaft u. Soziales 220 2012 Wittenberg Naturnaher Garten und seine Vorzüge Fachberatung 221 2012 Dortmund Rechtsfindungen im Kleingartenwesen – Urteile zu speziellen Inhalten Recht 222 2012 Karlsruhe Bienen Umwelt 36 bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 Heft Jahr Ort SEMINAR THEMA 223 2012 Suhl Objekte des Natur- und Umweltschutzes Fachberatung 224 2012 Frankfurt Neue Medien und Urheberrecht, Wichtige Bausteine der Öffentlichkeitsarbeit Öffentlichkeitsarbeit 225 2012 Nürnberg Der Vereinsvorstand – Haftung nach innen und außen Recht 226 2013 Berlin Integration – Kleingärten als Schmelztiegel der Gesellschaft Öffentlichkeitsarbeit 227 2013 Brandenburg Renaturierung von aufgelassenen Kleingärten und Kleingartenanlagen Management 228 2013 Hamburg Familiengärten Fachberatung 229 2013 Oldenburg Kleingärten – Als Bauerwartungsland haben sie keine Zukunft Recht 230 2013 Elmshorn Obstvielfalt im Kleingarten Fachberatung 231 2013 Remscheid Der Verein und seine Kassenführung Recht 232 2014 Bremen Soziale Medien Öffentlichkeitsarbeit 233 2014 Augsburg Themengärten – Gartenvielfalt durch innovative Nutzung erhalten Umwelt 234 2014 Altenburg Beginn und Beendigung von Kleingartenpachtverhältnissen Recht 235 2014 Wuppertal Bodenschutz im Kleingarten Fachberatung 236 2014 Dresden Pflanzenschutz im Kleingarten Fachberatung 237 2014 Braunschweig Wie führe ich einen Verein? Recht 238 2015 Chemnitz Führungsaufgaben anpacken Management 239 2015 Halle Reden mit Herz, Bauch und Verstand Öffentlichkeitsarbeit 240 2015 Hamm Wie manage ich einen Kleingärtnerverein? Recht 241 2015 Offenbach Alle Wetter – der Kleingarten im Klimawandel Fachberatung 242 2015 Rathenow OT Semlin Wunderbare Welt der Rosen Fachberatung 243 2015 Hamburg Verantwortung für eine richtige Kassenführung Recht 244 2015 Saarbrücken Die Welt im Kleinen – Insekten und Spinnen im Garten Umwelt 245 2016 Bad Kissingen Adressatengerechtes Kommuizieren Management ----• 2016 Mainz Grundlagen Digitalfotografie Öffentlichkeitsarbeit 247 2016 Lübeck Kleingartenpachtverträge Recht 248 2016 Osnabrück Nachhaltig gärtnern – ökologischer Gemüsebau im Kleingarten Fachberatung 249 2016 Bad Mergentheim Ökologische und nachhaltige Aufwertung von Kleingartenanlagen Umwelt 250 2016 Eisenach Kleingartenanlagen – Gemeinschaftsgrün und Spieplätze nachhaltig gestalten Fachberatung 251 2016 Berlin Flächennutzungs- und Bebauungspläne Recht 252 2017 Bremen Wettbewerbe – Vorbereitung und Durchführung am Beispiel des Bundeswettbewerbs 2018 Management 253 2017 Goslar Wettbewerbe medial begleiten und vermarkten Öffentlichkeitsarbeit bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 37 Heft Jahr Ort SEMINAR THEMA 254 2017 Duisburg Nachhaltig gärtnern – ökologischer Obstbau im Kleingarten Fachberatung 255 2017 Gersfeld Pächterwechsel – die Herausforderung für Vereine und Verpächter Recht 256 2017 Castrop-Rauxel Nachhaltig gärtnern – ökologischer Obstbau im Kleingarten Fachberatung 257 2017 Schwerin Ökosysteme – die Wechselwirkung zwischen Kleingartenanlage und Umwelt Umwelt 258 2017 Riesa Dauerstreitpunkt kleingärtnerische Nutzung und Mediation als mögliche Konfliktslösung Recht 259 2018 Hamburg Fördergelder für gemeinnützige Vereine/Verbänd Management 260 2018 Regenburg Ereignisse richtig ins Bild gesetzt Öffentlichkeitsabeit 261 2018 Göttingen Die Nutzung natürlicher Ressourcen – Wasser im Kleingarten Fachberatung 262 2018 Dessau Beschlüsse richtig fassen – die Mitgliederversammlung der Kleingärtnervereine/-verbände Recht 263 2018 Heidelberg Nachhaltig gärtnern Umwelt 264 2018 Jena Steuerliche und kleingärtnerische Gemeinnnützigkeit Recht 265 2018 Frankfurt/Oder Die Nutzung natürlicher Ressourcen – Boden im Kleingarten Fachberatung 266 2019 Neumünster Modernes Führungsmanagement in Verein und Verband – heute Management 267 2019 Braunschweig Moderieren und Präsentieren – so stellt sich das Kleingartenwesen dar Öffentlichkeitsabeit 268 2019 Bad Breisig Der insektenfreundliche Garten – mit Kleingartenanlagen gegen den Artenrückgang Umwelt 269 2019 Wismar Die Satzung und Vereinsordnungen Recht 270 2019 Oldenburg/Vechta Pädagogik für die Fachberatung in Theorie und Praxis Fachberatung 271 2019 Hamm Pflanzen – Ihre Verwendung im Kleingarten Fachberatung 272 2019 Kassel/Baunatal Der Kleingarten-Pachtvertrag Recht bundesverband deutscher gartenfreunde e. v. – grüne schriftenreihe 270 39
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