D.e Vorfahren der Familie v. Diest.
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an der Donau die Universität Wien 1364, zwei mächtige Kurfürsten am Ober- und
am Unter-Rhein die Hochschulen zu Cöln 1385 und zu Heidelberg 1386.
Zu Rektoren der Universität Erfurt wurden vor und nach dem oben genannten
Heinrich v. Diest viele Mitglieder des höchsten Adels erwählt. Uebrigens ist der—
selbe Heinrich v. Diest schon 1419 in der Studentenmatrikel erwähnt, und zwar als
„Magister promotus Ilexdelhergis alias dietas de Bakel“. Auch ein Johannes
de Diest befindet sich in der Matrikel vom Jahre *42] (vergl. Seite 114, 121 und
129 des oben eitirten Werkes).
3. In verschiedenen niederländischen und französischen Büchern (s. Anmerkung
unten, wird über den Zustand der Niederlande im 16. Jahrhundert auch ein „öffent⸗
licher Preiskampf“ zu Antwerpen in der Poesie beschrieben. Den Lorbeer erwarb
Peter v. Diest mit seinem „Humulus“. Freier Muth und kräftige Sprache zeichneten
dies Schauspiel von den gespreizten Nachbildungen der Antike vortheilhaft aus. Sein
Held ist ein niederländischer Don Juan, der am Sterbebette Buße thut, doch lästert
dieser Don Juan noch im Beginn seiner Buße mit folgenden Worten:
Die Pfaffen haben uns so lang betrogen,
Doch was ich habe, ist doch mein.
Warum sollt' ich denn verbunden sein,
Gott davon Rechenschaft zu thun.
1. Der bekannte Professor der Theologie Krafft zu Bonn theilt mir aus
jseinen Studien über die Familie v. Dienst Folgendes mit:
Diese Familie hat sich schon früh im 16. Jahrhundert zum evangelischen
Glauben bekannt; die niederländische Kirche hat zwei Märtyrer dieses Namens.
Johann v. Diest war Aeltester, später Prediger zu Antwerpen und wurde von seinem
Krankenbette geholt, um am 17. August 1571 lebendig verbrannt zu werden. Sein
ihm ähnlicher Sohn, im Glauben erzogen, stand eine Zeit lang als Prediger in
QOudengarde, von wo er vertrieben wurde, er kam nach Wesel, und in dem Ver—
zeichniß der niederländischen Gemeinde vom 2. November 1573 führte er den Namen
Jan v. Diest. Im Jahre 1583 erschien er auf der Synode Dortrecht und kehrte
dann nach Flandern zurück. Unterwegs wurde er auf einem Schiffe gefangen
zenommen, auf das Schloß zu Middelburg gebracht, in einen Sack gebunden und
ertränkt. Furchtbar sind die Verfolgungen, welche damals die katholische Kirche
gegen alle Evangelischen verhängte. Nur durch die Flucht aus den belgischen Nieder—
landen in die Cleveschen Lande konnten sich die Evangelischen der diabolischen Wuth
der Katholiken entziehen. Im Jahre 1572 war es dahin gekommen, daß in Rees,
Emmerich, Griet den Evangelischen das Begräbniß untersagt und schon Begrabene
wieder aus ihren Gräbern geholt und auf den Schindanger gebracht wurden. Eine
Anmerkung: Siehe 1. „Aufstand in Gent unter Karl V. von Dr. Leovold
Ritter von Sacher-Masoch, Schaffhausen 1857, Seite 32.
A
de nederlandsche Dichtkunst door Snellaert, 1838. p. 127, 149 bis 197.
3. Guicciardini, Beschreibung des Niederlandes, 1582. p. 75.
4. Spalen vau Sinne vol sconnve maralisazien enz. Antwerpen bei
Silvius, 1862.
5. A. Pichot. (harles Quint p. 202 bis 207.
3. Die Sagen Belgiens von M. v. Plönnies p. 242 bis 253.