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I. Historische 12. Die Schlossdiebe. (Die Nacht vom 7. auf den 8. Juni 1719

Full text : Bilder aus Berlin's Nächten / Schneider, Louis (Public Domain)

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Karren, war mit wenigen Schritten :am Geländer der
Briicke, und stürzte sich mit dem Ausruf:
„Herr Jesus, Gottes Sohn, erbarme dich meiner!“
in das Wasser.
Alles eilte ges<wind herbei. Man hatte keinen
Fall in's Wasser gehbrt, wohl-aber ein Geräusch, als
ob der Unglückliche auf festen Boden gefallen wäre.
Die Schildwache öffnete das kleine Thürchen , welches
vom Wallgange der Bastion zum Wasser führte; man
eilte zur Stelle und fand den Leichnam mit zerschmettertem
 Schädel auf dem- gemauerten Strebepfeiler, der
das Balkenwerk der Brüce trug.
„Hat er also doch seinen Willen gehabt, der arme
junge Mensch!“ murmelte der Scharfrichter vor sich
hin. „Za, ja, ich weiß recht gut, wie es thut, wenn
man liebt, zum ersten Male liebt, und unehrlich geboren
 istz kann das arme Ding, die Catharina, dafür,
daß ihr Vater morgen unter's Rad muß? Aber zum
Teufel! konnte ich denn dafür, daß mein Bater ein
Schinder war?“
Gleichgültig hatten seine Knechte den Leichnam
wieder auf den Karren gepackt. Der Unteroffizier der
Wache hatte ein Protokoll über den Vorgang aufgefiommen,
 und das Thor schloß sich hinter dem nächtlichen
 Zuge.
Unter dem. Hochgerichte angelangt, fragten die
Knechte den stümm und in sich gekehrt dastehenden
Meister: „Was geschieht nun?“
Kalt und ohne. Aufmerksamkeit auf das, was er
            
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