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I. Historische 12. Die Schlossdiebe. (Die Nacht vom 7. auf den 8. Juni 1719

Full text : Bilder aus Berlin's Nächten / Schneider, Louis (Public Domain)

gebracht. Die beiden Weibchen thun mir leid, aber ich
kann es doch nicht ändern. Wenn ich sie erst unter den
Händen gehabt habe, sind sie unehrlich wie ich, und
nicht "mal Einer vou meinen Knechten wird. sie heirathen
 mögen.“
„Halt! "da sind «wir auf der dritten Station,
Meister. Was geschieht hier?“
„Hier muß der arme Sünder erst ein Stoß-Gebet
halten, und- das Armesünder- Lied wird- intonirt 2
Y< winsele- wie ein Kranich
Und quietsche wie 'ne Schwalbe,
Wenn der erste Vers gesungen ist, bekommt er den
dritten Kniff von mir, und zwar gerade vor diesem
Hause. Merkt's Euch, der güldene Stern, das E>-haus,
 was von der Spandauer Straße nach dem
neuen Markte führt. Dann gehts weiter zum Thore
hinaus, bis an's Hochgericht; aber immer hübsch langsant
 und im Schritt, damit die hochwürdigen Herren
Prediger Zeit haben, ihm im's Gewissen zu reden.
Wenn der nicht selig wird, so weiß ich's nicht. Es
gehen ja zwölf lutherische Prediger mit.“
Der Domschüler war still geworden, den Kopf
in die Hand gestüßt saß er tief nachdenkend auf dem
Karren, bis er über die hölzerne Brücke fuhr, die über
den Fortifications- Graben am. Spandauer Thore führte.
Ehe die Schildwäche das 'aus ungeheuren Bohlen bestehende
 Thor mit dem Fallgitter öffnete, vergingen
wohl fünf Minuten. Plöklich sprang Scala mit der
lezten Kraft - Anstrengung, deren er fähig war, vom

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