Das in der frühesten Zeit gestiftete Cöllnische Gymnasium wurde im Jahre
1767 mit dem Berlinischen Gymnasio zum grauen Kloster verbunden, weil
vährend der damaligen Kriegsunruhen beide Anstalten eine so geringe Schülerzahl
hatten, daß sie nicht mehr einzeln für sich bestehen konnten, und nach der
Tombination doch nur wenige Zöglinge zählten. Die drei unteren sogenannten
Sculflassen blieben auch während dieser Verbindung immer auf dem Cöllnischen
Rathhause, wogegen die Gymnasial-Klassen auf dem Berlinischen Gymnasio
mit den Gymnasial - Klassen dieser Anstalt ganz verschmolzen wurden.
Obgleich nun späterhin und auch in der neuesten Zeit die Frequenz des
Berlinisch - Cöllnischen Gymnasiü so zugenommen hatte, daß die Errichtung einer
zweiten Tertia - Klasse und sogar einer dritten Parallel - Klasse derselben daselbst
nöthig wurde, so erhielt das Cöllnische Gymnasium keine besondere Tertia - und
auch feine höhere Klasse, zu deren Unterbringung es überdies im Cöllnischen
Locale noF am nöthigen Raume fehlte. Dies hatte nun den Uebelstand, daß
nicht nur die Klassen auf dem Berlinischen Gymnasio überfüllt wurden, sondern
daß auch alle junge Leute, welche die Gymnasien- Klassen besuchten, aus dem
Cöllnischen und Luisenstädtschen Stadtviertel den weiten Weg nach dem Berlinischen
Locale machen mußten. |
Da nun die Localität im Cöllnischen Gymnasio es verstattete, noch einige
Sculzimmer daselbst für die oberen Gymnasial- Klassen einzurichten, so wurde
dies bewirkt und zugleich für das Zwecmäßigste gehalten, das Cöllnische Gymnasium
bei so veränderten Verhältnissen ganz vom Berlinischen Gymnasio zu
trennen und dadurch wieder selbstständig zu machen.
Zugleich schien es auch erforderlich, diesem Gymnasio in Hinsicht der
Lehrobjecte eine veränderte Einrichtung zu geben, zwar der lateinischen Sprache
den ihr gebührenden Plaß darin zu bewahren, jedoch die griechische Sprache
dem Privatstudio zu überlassen, die in anderen Gymnasien dem Studio des gesammten
Alterthums gewidmeten Stunden in dieser Anstalt etwas zu beschränfen,
um dadurch für die mathematischen und Naturwissenschaften mehr Raum
zu gewinnen, welche in der neueren Zeit so überaus wichtig für die gebildete
Welt geworden sind.
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