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Full text : Die Jubel-Feier der fünf und zwanzigjährigen Regierung Sr. Majestät des Königs im Königl. Joachimsthalschen Gymnasium (Public Domain)

84 —

Umglüht's mein Auge sacht,
Wie Licht vergang'ner Zeiten.
Wie Lust und Leid der Kinderzeit,
Wie Liebe, hold versprochen;
Manch' Aug' erscheint, das nicht mehr weint,
Manch' Herz, das nun gebrochen.
So, in der stillen Nacht,
Wenn Schlaf und Wachen streiten,
Umglüht's mein Auge sacht,
Wie Licht vergang'ner Zeiten.

Und denk' ich der, die nah
Mir einst in Freud' und Trauer,
Und die ich fallen sah,
Wie Laub im Winterschauer:
Dann wird es mir, als ständ' ich hier
Einsam in öder Halle;
Das Licht ist aus und welk der Strauß
Und fort die Gäste alle.
So, in der stillen Nacht,
Wenn Schlaf und Wachen streiten,
Umglüht's mein Auge sacht,
Wie Licht vergang'ner Zeiten,

Wolken im Westen.

Mein Herz ist dunkel, wie die Nacht,
Die schon heraufzieht, dumpf und schwer;
Ich hab' mein Leiden mitgebracht
Und trag es an das große Meer.
            
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