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134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) 137. Sitzung. Sonnabend den 24. April 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 9.1919/21 134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) (Public Domain)

10941 . Verfassunggebende Preüßische Landesversammlung 137. Sizüng am 24. April 1920 “10942 
[Bildung einer Stadt Groß-Berlin] reichen, das Meinige mit meinen Parteigenossen zu tun, 
= ; wo e3 mir möglich ist, mit allem Eifer zum Wohle meiner 
jCafsel, Abgeordneter (D. Dem.)| Vaterstadt Berlin zu arbeiten. 
welchen übertriebenen Ton, welche jharfen Ausdrüce er (Bravo!) 
gebraucht hat, muß sagen: bei Herrn Leidig trifft das zu: Bräs . 1 ENE Betten 
i : +: räsivent Leinert: Um auf diesen Zwischenfa 
ais iert Gracchos de Seine, guaerentes: Lurftzukummen, zun im gestehen, Das im 0bt auh aus 
Herr Leidig ist der letzte, der sich über Schärfe im Au8« den Ausführungen des Herrn Abgeordneten Cassel nicht 
dru>e anderer angesichts der Schärfe seines eigenen Tons gehört oder nicht verstanden habe, was der Herr Abge- 
beimmeren za 5 Dr auc< sehr“ jemen Na Hern ordnete Leidig gesagt hat, 
eidig eine sachlihe Diskussion zu führen. Herr Leidi - , .. 
wird Ne: a ihm fn die Mn Gründe zur Ver (Abgeordneter Cassel: Unsinn hat er gesagt! =- Heiterkeit) 
fügung stehen. was zu dem Zwischenruf des Herrn Cassel Veranlassung 
(Abgeordneter Dr Leidig: Sehr richtig!) gegeben hat. ME 
Nein, es geschieht deSwegen, weil .er die Ausführungen << ; 2 ; 
des Gegners in einer Weise wiedergibt, die si< nicht EE Et mimt verstanden, da können Sie doch 
rechtfertigen läßt. Er sagt, wir wollen etwas für uns p00M jagen: N | .  - 
haben, was die anderen nicht besigen. Nun ist aber das (Zuruf von der Unabhängigen Sozialdemokratischen Pärtei : 
gerade Seien MII en SCR von Sie fangen auch an, nach rechts s<werhörig zu werden!) 
ilmerSdorf wird nicht zerschlagen, auch niht die von verbitte mir eine sol<e Bemerkung! 
Charlottenburg oder die von Schöneberg. Wenn wir Bet tn Unruhe, die im Hause Ma ist es mix nicht 
also dafür eintreten, daß jolche leistungsfähige blühende )ritändlich gewesen, wel<e Bemerkung der Abgeordnete 
Schulverwaltung, wie Berlin sie hat, auch nicht zerschlagen Leidig gemacht hat. Hexr Abgeordneier Cassel hat sich 
wird, ' so sagt er, wir fordern ein Reservatrecht. Um jo 414 wiederholt. Auch da habe ich Sie nicht verstanden 
weniger steht dies Ihnen zu, der auch verhindert hat, br Herr Beisitzer bestätigt es mir auß. Dann hat 
daß das Schulwesen Groß-Berlins überhaupt in eine ; . > 
EE Murs . | . der Herr Abgeordnete Cassel zwishengerufen: Sie haben aber 
einheitliche Leitung fällt, sich darüber zu beklagen, wenn q7n<%n gesagt. Aus dieser Äußerung habe ich natürlich 
wir wenigstens verhindern wollen, daß ein so großes „; ritehon Fännen "Dar Damit nennt tda Der 
nicht verstehen können, daß gejagt ist, daß 
Schulsystem wie das bisSherige Berliner in barbarischer &,11 Abgeordnete Leidig Herrn Cassel gegenüber das 
Weise zu minderen Leistungen durch jolhe Zerschlagung Wort „Unsinn“ gebraucht hat, sondern aus diesem Zwischen- 
herabgedrüdt wird. ruf konnte gar nichts anderes hervorgehen, als daß 
(Sehr richtig! bei der Deutschen Demokratischen Partei) Herr Abgeordneter Cassel dem Herrn Abgeordneten 
Daun hat 'Herr/Kollege Leid saubt ir al Dr Leidig den Vorwurf machen wollte, daß er Unsinn 
. 9 ege Seid geglaubt, von mir als 16de. Es ist aber unzulässig, wenn etwas Derartiges 
being Mien 2 fan ich wa nn ve gesagt wird 
indern. Eine solche anmaßungsvolle Art der Rede=- Das R in 
wendung liegt mir vollkommen fern. I< habe nicht Das Wort hat der Herr Abgeordnete Din: 
jn Sen des 4 es Nenn ee auch (Bravo !) 
nicht, wie er nachher hinzuseßte, daß meine Freunde es pi Ip 
verhindern werden, sondern ich habe ausdrülich erklärt: Dr Leidig, Abgeordneter (D. V.-P.): Herr Präsident, 
das wird ii: Stwtbeialtnög on Groh Berlin, das i< habe folgendes gesagt. 
werden wir schon verhindern. in im tiefsten Gegensaß : 19.22 3 
zu den APW der EIER und (Lebhafte, RüsenGeradeaus Slote, ves Bräfiventen) 
der Unabhängigen in der Stadtverordnetenversammlung; . . x . ; 
aber das eine erkenne ic< an, auch ihnen liegt das Wohl ein det mert: Aber ich bitte um Ruhe, 
und das Interesse 4 Stadtgemeinde am Petzen, zu * 
sie wollen die Teilnahme der Mitbürger an der Ver- : mN GEIER 
waltung in einem sehr starken Grade beteiligt sehen. I< Wien Wr St 0 ER le 7 P.): Nein, ich 
glaube, i< werde mit ihnen auch in Zukunft einig darin . : ; 
gehen und ebenso meine Parteigenossen, daß wir die (Heiterkeit) 
Bezirke an der Verwaltung beteiligen. Was wir aber J< habe gesagt: wenn ich außerhalb des Hauses wäre, 
nicht wollen, ist, daß in diesem Gesez Fußangeln au3- würde ich die betreffende Gesekesstelle fast als unsinnig be- 
gelegt werden, die die Blüte vernichten und einer eigen- zeichnen. Das habe ich gesagt. Der Herr Abgeordnete 
willigen Richtung zu einem zerstörenden Einfluß Gelegen-«- Cassel hat, wenigstens so, wie ic< ihn verstanden habe, 
heit geben. ' den Ausdru nicht auf mich bezogen, sondern das wieder- 
Dann hat der Kollege Leidig von mir als dem ent= holt, was ich gesagt habe. 
thronten König von Berlin gesprochen. I< bin weder ein 
gekrönter, no< ein ungefrönter König von Berlin, aber Präfivent Leinert: Herr Abgeordneter Dr Leidig, 
ein Mann, der auch bei Veränderung der Parteiverhält<- ich muß nun sagen, daß diese Bemerkung, auch wenn sie 
nisse imstande ist, hier und in Berlin das, was eine in solcher bedingten Form gesagt ist, allerdings auch nicht 
Überzeugung ist, zu vertreten und nicht dann Reißaus so recht dem Brauche des Hauses entsprochen hätte. 
zu nehmen, wenn er sich in die Minderheit verseßt sieht. | 
I< glaube, daß meine Art, auch wenn ich mich in der Das Wort hat der Abgeordnete Leid. 
Minderheit befinde, meine Überzeugung in der Stadt- | 
verwaltung zu vertreten, von vielen Seiten der Stadt- Leid, Abgeordneter (U. Soz:-Dem.): Meine Damen 
verwaltung nur Anerkennung findet. I< werde mich und Herren, für uns, die wir diesen Auseinanderseßungen, 
also durc< derartige höhnische Reden auch in Zukunft die recht interessant und lebhaft waren, eingehend gefolgt 
nicht beirren lassen, soweit meine Kraft und mein Einfluß sind, waren eigentlich die Ausführungen des Herrn Ab-
	        
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