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134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) 153. Sitzung. Freitag den 17. September 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 9.1919/21 134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) (Public Domain)

12245 Verfassunggevende Preußische Lande8versammlung 153. Sitzung am 175 September 192012246 
[Antrag über das Saargebiet] Im zwanzigsten Jahrhundert wird es unseren Brüdern und 
IMUREZHT Schwestern im Saargebiet geboten, wird von ihnen ver- 
[Ommert, Abgeordneter (D. Dem.) ] Nn E ihr Rem auf 5 Saft iepeideine 
(Ste lle, daß dieses Gebiet von einer 59292 ebten stüßen sollen, der das Recht haben joll, sie nac 
REIUUN Mn In AN 7 PER eingesezt elieben zu entlassen, wenn er glaubt, daß der betreffende 
hat. Herr Kollege Bell hat Ihnen die Zusammensehung Beamte sich nicht mehr eignet, der das Recht haben soll, 
dieser Regierung bereits mitgeteilt. Wenn wir aber von irgend ein Vergehen oder Versehen eines Beamien mit hohen 
einer Völkerbundsregierung sprechen, so müssen wir doch 2 im Sni eEn M Heie978: Cs Zaun S2 
sagen, daß sie keine Regierung im wahren Sinne des Wortes SIe | ii c Ei un CI ZWEIEN ie 
ist, sondern daß sie mehr einer Militärdiktatur ähnelt. ; IN 24 nen iE PRTPIEUTE 
E3 ist eine Militärdiktatur, die mit dem Völkerbund, der ati | B AER ? is 1422 Eu 
sie eingeseßt hat, fast nichts mehr zu tun hat. Wenn wr 5. nen 0058 CDI 49 SM 2 - 
3. B. sehen, daß einzelne Franzosen den Volk3willen im a 8 2208 ita PA em DZ lan 5 
Saargebiet vollständig beherrschen, daß sie ihn nach ihren 55095 9:76 Beamten angehös eutfd m 
Instruktionen beeinflussen können, so sagt uns das schon iim 127 ? 1917 EH en angehören, si< 3zu- 
genug. Wir sehen aber, daß von einer wirklichen Demo- . ARA OIIEHEN: 
kratie nirgend3 die Rede ist. (Hört, hört! bei der Deutschen Demokratischen Partei) 
Ere 2 I MIE er : FRN Zr 4 M" E : Nn 4 25 EN das RED ME nEsean Rehn 
4 - ung unserer im Saargebiet wohnenden Bevölkerung? 
streik, sondern ein Streif der Arbeiter und Beamten, aller u S " | 5 
derjenigen, die auf Erwerb angewiesen sind, und es handelt (Sehr wahr!) 
sich dabei nicht um eine Phrase, sondern um Sein oder Dagegen, meine sehr verehrten Damen und Herren, 
Nipiien um die vitalen Rechte, die eine Arbeiter- oder habe ich energisch Stellung genommen. I< habe meinem 
eamtenschaft zu vergeben hat, | | | Unwillen Ausdruce gegeben, als der Paragraph zur Sprache 
Was wollten die Beamten? Sie wollten weiter nichts, fam, wonach die Hilfsarbeiter der Regierungskommission 
MIE MIN IN MINDRER NILE UE DUH TREO NUNN 2 
; ; 4 zugeben, D : abe den Herrn Lampiere = der Mann versteht kein 
deutschen Rechte, die bis dahin galten, genommen wurden. Wort Deutsch oder will es nicht verstehen, jedenfalls hat er 
Ich. will dabei nicht unerwähnt lassen, daß diese Rechte mit uns immer in französischer Sprache verkehrt, und wir 
auch durch den FriedenSvertrag garantiert: und festgelegt find nicht so schlau, daß wir von heute auf morgen fran- 
worden sind. züösisch lernen können -- sagen lassen, daß wir gar nicht vor 
Der 8 23 sagt klar und deutlich: EEE zu 28 veil er nicht Deutsch reihen Zn 
wi MR | nun alle Französisch zu lernen; wir wären bis jeßt von 
Die Sojehe ns Berorbiitugene 5 A Smbecen unseren Ministern und von den Beamten, die irgendwohin 
mit Ausnahme der mit Rücksicht auf den Kriegszu- geschi>t würden, gewohnt, daß sie auch die Fähigkeit be- 
stand getröffenen Bestimmungen. in Kraft. Sollten jahn. mit dea Volke, zu dem sie geschi>t würden, in seiner 
aus allgemeinen Gesicht3punkten, oder um diese Ge- niienisrace 58 oven. | | 
see und Verordnungen mit den Bestimmungen des (Bravo! bei der Deutschen Demokratischen Partei) 
gegenwärtigen „Berirnaes in „Eintlons 3 Geigen, Ich habe dem Minister erklären lassen, wir erwarteten, daß 
Sn 2978, Getier 1. er en, jo Nn en eie sie mit uns Deutsch sprechen und in unserer Muttersprache 
ee +. % 3 5 = nB a 2 ns er verkehren, damit wir ihnen die nötigen Ergänzungen geben 
gewählten Vertreter der Saarbevölkerung beschlossen fönnten; denn was der Franzose durch seine Gestikulation 
und eingeführt. mit den Händen erseßt, das erseßt der Deutsche durch das 
Ja, meine verehrten Damen und Herren: -Da ist diesen Gefühl und durch den Wert, den er in die Sprache hineinlegt. 
eiten de ii Zer „von FUcpen veihag kon- (Sehr richtig! bei der Deutschen Demokratischen Partei) 
er n, Schniße ; was hinein- Ja : INR Sei | 
jem da ee : A hi h EE je Daun 48 | M0 Der Minister hat mir sagen lassen, daß ich mich beim Völker- 
zu halten gedenken. Sie wollen keine Volks3ver- bund beschweren. solle: Ih habe ihm darauf erwidern 
tretung, sie wollen niemanden, der dem Volkswillen jose: 265 zua 87 tmmögnlich; dem.mir wöre.die Adresse 
Ausdrucek verleiht und den Regierungsstellen sagt: das ist es Bulkerhundes bis jeht niht bein. 
der 50 ds Saarvolke3. WeShalb schrieb man es hinein? (Sehr gut! bei der Deutschen Demokratischen Partei) 
Man brauchte damals Rosinen, um diesen ekel t : , ; . 
andren en WEHEN zu machen, M Re Daß die Beamten sich gegen eine derartige Zumutung 9e- 
trag so auszugestalten, um ihn unterschreiben zu können INN EEENELN wer Daß die Ae 
5 : ; “sich di Streif, der infolge dieser Zumutung ausbrach, 
(Sehr richtig! bei der Deutschen Demokratischen Partei) Er haven; fünnen iam: Interesse unseres 
Jus bot man. nun den Beamten? Eni 3 .. Deutschtums nur begrüßen, und wir können es nur loben, 
Was dot an den Beate Enlasfung du Dor daß es gerade unsere Esenbehner waren, die in erster ini 
Gelegenheit gehabt, daran mitzuarbeiten. I< habe zwei 20% Haveit! Es lassen unjere Beamten nicht im Stich. 
Tage bei der Eisenbahndirektion in Saarbrücken unter dem Die Arbeiter haben aber auch alle Ursache, sichehinter die 
Vorsik des Verkehrsministers Lampisre gesessen. Wenn man Beamten zu stellen, weil sie von Beamten, die so abhängig 
dieses Statut im dreizehnten Jahrhundert irgendeinem sind, am allerschleßtesten behandelt würden; denn sierwäln 
rückständigen Kuli angeboten hätte, er hätte totsicher noch MEN hewungen „den Augenaufschlag nach oben zu machen 
soviel Zorn aufgebracht, um zu sagen: es ist unter meiner Du eon Ei mie sie nac nnen zu freien haben. „Da? 
Würde, ein derartiges Statut anzunehmen. haben wir im Saargebiet schon zu Genüge kennen gelernt; 
(Sthr.richtig! bei. der Deutschen Dempofratischet wir wissen diese Art von Beamtenpolitik zu würdigen und 
q! bei der Deutschen Demokratischen Partei) haben daher versucht, sie aus der Welt zu I<affen. Nur des-
	        
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