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134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) 153. Sitzung. Freitag den 17. September 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 9.1919/21 134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) (Public Domain)

12205 Verfassunggebende Preußische Lande8versammlung 153. Sitzung am 17. September 1920 12206 
[Antrag über Oberschlesien] gehend erstattet hat, daß es sich in der Bewegung in 
ze Oberschlesien um eine extremistische Bewegung handle und 
[Conrast, Abgeordneter (D.-nat. V.-P.)] daß die deutsche Regierung diese unterstüße. Die deutsche 
parteiisch die Vorgänge in Oberschlesien untersuchen sollte. teten Dol Die MUNNE eie, MEM M ehen 
GE eS abgelehnt worden und iM glaube: man DE führungen des Generals Le Rond auf Richtigkeit beruhe. 
daß die JU 1 vor der Wahrheit di : Sie müsse annehmen, daß ex irregeführt sei oder daß 
NAU iiezten vavyn angehalten hat: diese die Wiedergabe dieser Worte nicht den Tatsachen eni- 
ug : ? spreche, sonst müsse sie erklären, daß es sich 
neutrale Kommissionanzuerlennen. um eine frivole Verleumdung handle. 
Auf eins möchte ich aber die Staatsregierung ganz Meine Damen und Herren, ich glaube, daß die 
besonders aufmerksam machen, weil sich diese Vorgänge deuts<e Regierung mit vollem Fug und 
erst vor kurzer Zeit abgespielt haben. Der französische Re ht hiervon einer frivolen Verleumdung 
Kreiskontrolleur in Gleiwiß, ein Mann, gesprochen hat. I< glaube aber auch weiter, daß 
der do<h dazu daist, die Ordnungaufre<ht- man der Havosnote ohne weiteres glauben darf, denn 
zuerhalten und paritätisch gleichmäßig man hat später nichts davon gehört, daß General Le Rond 
für Leben und Eigentum der Deutschen sowie irgend etwas zurüfgenommen hätte. 
de: YI ZU Am 8 br vai * : ; Z DI „Anpe Dasselbe ist auch der Fall, soweit der sogenannte 
pon: » Geheimbefehl bezw. Geheimbrieß des Herrn Generals 
Gleiwißbesekßt hatten und er'von der Bevölkerung Le Rond in Jrage kommt. I< nehme an, daß fie ihn 
geh eien 12007 den ? 5: > 45 HL EE c .s ; s 202 S alle kennen; im brauche ihn daher nicht zu "verlesen. 
um die p 34 nI schen Banden zu 2a E40.0M: Jedenfalls hat er in der gesamten deutschen Bevölkerung 
das glatt abzulehnen ! ein gewaltiges Aufsehen erregt. Die französische Re- 
as S i gierung hat ja gelegentlich erklärt, daß dieser Brief. nicht 
(Hört, hört! bei der Deuts<hnationalen Volkspartei) vom Seietol Le Rou samume 228 daß . eine 
Ii en EN : . ; DEE rreführung der öffentlichen deutschen Meinung bedeute. 
Selbst die in Gleiwiß befindliche Sicherheitspolizei Su Pu Le denn eu in fen fr und 
wird von ihm daran gehindert, den Deutschen zu Hilfe lippen Weise dazu noch keine Stellung genommen. Das 
zu kommen, und ebenso untersagte er es der Mindeste, was wir von unserer deutschen Staatsregierung 
Sicherheitspolizei, die von den Polen in verlangen können, ist wohl, daß sie fordert, daß Herr 
der Nähe von Laband gefangen geseßten General Le Rond klipp und klar erklärt, daß dieser Brief, 
Sicherheitspolizisten, welche dort ge- 5» in der Breslauer Morgenzeitung veröffentlicht worden 
badet hattenund unbewaffnet waren, zU it eine grobe Fälschung ist. Ehe das nicht in 
befreien, im Gegenteil hat er jegliche Kampfhandlung dieser Weise zum Ausdruc gekommen ist, 
auf das Schärfste verboten. müssen wir zu unserm Bedauern annehmen, 
(Hört hört! bei der Deutschnationalen Volkspartei) Dus 25-7 N L Bri Der us von Herrn 
Da3 hat aber Gott sei Dank unsere deutschfühlende ex Vorwurf ist gegen Herrn General Le Rond 
Sicherheitspolizei nicht abgehalten, ohne den Herxn Kreis- auch Da n. gem 7 vaß er mit den Polen 
kommissar zu fragen, nac) Laband zu gehen, dort die mindestens sympathisiert. Zu dieser Überzeugung muß 
polnischen Banden zurüFzutreiben und ihre Kameraden man fommen, wenn man sich einmal ansicht, was auf 
zu befreien. Und was jekt das Allerschönste ist: jeht jeine Veranlassung hin geschehen ist. Wir wissen ja, 
verlangt der Herr Kreiskontrolleur, daß man ihm die daß mit einer Hast, die geradezu auffallen mußte, die 
Namen derjenigen nennen soll, welche entgegen seinem 9 buzierung der oberschlesischen Sicherheit8polzei und 
Wunsch und Befehl diese Handlung dur<geführt haben. weiter die Entwaffnung der Sicherheitspolizei betrieben 
(Hort, hört! bei der Deutsc<nationalen Volkspartei) worden ist. Man nahm ihnen Gewehre und Karabiner 
GIT : . und ließ ihnen nur Seitengewehre und Revolver. Und 
Meine Damen und Herren, Sie sehen daraus, wie unsere 548 zu derselben Zeit, wo man sich in allen denkenden 
oberschlefiische Bevölkerung zu leiden hat. Dasselbe kann Köpfen darüber klar war, daß es in absehbarer Zeit 
i< Ihnen anführen aus Tost, wo derselbe Kreis= wieder zu einem Putsch von seiten der Polen kommen 
kontrolleur, troßdem ihn der dortige Bürgermeister er- 196rde. Wir wissen weiter, daß in Oberschlesien nur noch 
jucht hat, seiner Bevölkerung Schuß zuteil werden zu dis Sicherheitspolizei Dienst tun darf, die aus Ober- 
lassen, dieses Ersuchen ablehnte. Dasjelbe sehen wir auß 7b1efien stammt, und daß alle anderen Teile der Sicherheits- 
in Peiskrets<am, wo, troßdem der Oberst Caput, )ölizei entfernt wurden. Damit entblößte man 
der zufällig mit seinem Auto durch Peiskretscham dur<- Oberschlesien von jeglichem Schuß und 
fam und an den Kreiskontrolleur telegraphierte und öffnete den räuberischen Banden Tür und 
telephonierte, er möge doch zum Schuße der Bevölkerung + + Was die Franzosen betreiben und betrieben 
Truppen hinschi>en, es einfach ablehnte. haben, ist also einseitige Parteipolitik zugunsten der Polen. 
(Hört, hört! bei der Deutschnationalen Volkspartei) Durch diese Machenschaften = das liegt doch so klar auf 
| | . der Hand wie nur möglich =- versucht man, Oberschlesien 
Selbst da, wo also ein Franzose einsicht, daß es not- den Polen ohne Abstimmung in die Hand zu spielen 
eng ist, dan Re gum SOube der Devöitenn geimn und die Alliierten vor eine vollzogene Tatsache zu stellen- 
werden muß, versagt der Kontrolleur, der absolut keine en ix meinen vorherigen Aus- 
Ahnung davon hat, zu welcher Vorsorge er verpflichtet Ef TIE, Nn [einen woh Noi hin- 
ist auf Grund des Auftrages, der ihm übergeben worden ist. joeisen, daß Polen absolut kein Recht auf Oberschlesien 
Dasselbe sehen wir, soweit der höchste Beamte der geltend machen kann. Oberschlesien hat nie und zu keiner 
französischen Besaßung und der Plebiszitkommission, Deit zu Polen gehört. 
General Le Rond, in Frage kommt. General Le Rond ist | . zei) 
es ja gewesen, der nach einex Havasnote Bericht dahin- (Sehr richtig! bei der Deutschnationale Volkspartei
	        
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