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134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) 152. Sitzung. Donnerstag den 16. September 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 9.1919/21 134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) (Public Domain)

12139 Verfassunggebende Preußische Landes8versammlüng 152. Sizung am 16. September 1920 12140 
[Erleichterung des Austritts aus der Kirche usw] aus den Reihen ie Zentrums sollien do< nicht von 
= “= ÜUrteilsunfähigen jprechen. Wenn es die 
[Adolph Soffmann, Abgeordneter (U. So3.-Dem.)] niME mehr qrbt, Dann würden ja Ihre 
Der Väter ist in diesem Falle 1873 ausgetreten. Da- Neihen riesig gelichtet sein. 
mals war es noch gar nicht möglich, für ein Kind den (Sehr richtig! bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen 
Mu ZU EdT Ze Find ist nicht getauft, es Partei = Lachen im Zentrum) 
gehört gar nicht zur Kirche, aber es stört Sie gar nicht, ; 4 ; : 
Geld stinkt niht, das nehmen Sie auch von Ander3- traten SERIE We TET DI 4:8 250 
denkenden und recht viel, wenn Sie e8 nur bekommen : 96 Dus ichtig. In dieser Ki 0 
können, und aus dem Grunde wollen Sie hier die Zahl- Zinnen im fnve vas num Tmin. HU jeser Kirhe jolie 
frist Wieder. berlännern kein Sozialdemokrat mehr bleiben. I< gehe sogar weiter: 
gern: in dieser Kir<e, wie sie jetzt ist, sollte kein wirklich 
- (Zuruf rec<hts: Das russische Geld!) Frommer, kein wirkliher Christ mehr bleiben. Diese 
-=- ZS< habe außer einer Note von einem Kopeken, die Kir<e hat mit dem Christentum nichts 
mir einer meiner Söhne aus Rußland mitgebracht hat, ehr ZU. un 55: 7. „die Kaan siert S 
kein russisches Geld zu sehen bekommen, Heuchelei der bürgerlichen ese haft. 
(erneute Zurufe) (Zurufe aus dem Zentrum: Pfui!) 
Pf <g für meine Partei nim Durch meine Hände istrein EN HEIM ERN IULIUS NE IN RET 
fennig gegangen; EINE ! hb “ 
(erneute Zurufe) legen sollte, der nicht hatte das Brot, was er brechen 
wollte, er würde der erste sein, der von dieser Kirc<he ab- 
auch meine Partei hat biSher keinen Pfennig von diesem rü>te, die Geißel ei um die Diese M 
Gelde befommen. Wir würden aber -- und das merken guszutreiben. | 
Sie sich mal --, wenn es sich darum handelt, den Feind Herr Faßbender meinte, die Leute wären besser 
der Arbeiterschaft zu bekämpfen, international alle unsere gewarnt und besser vor der Sozialdemokratie bewahrt, 
Gesinnungsgenossen aller Länder der Welt auch finanziel wenn sie im Schoße der Kir<he bleiben. Ja, das glaube 
unterstüßen, und wir würden uns auch nicht s[Hämen, von ij< Ihnen gern. Wenn man gar nicht zu den Ver- 
den russischen Genossen Geld anzunehmen, denn das sind sammlungen geht, solhe Blätter und solche Schriften 
feine Andersdenkende, sobald wir wissen, daß sie es niht nicht liest, dann bleibt man bewahrt. Das ist auch 
jelber notwendig brauchen. der Grund, den Sie haben. Die Leute sollen nichts 
(Zustimmung bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen davon erfahren, damit sie Ihnen nicht abwendig werden. 
Partei =- Zurufe) (Sehr wahr! bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen 
- Sic wenn FI derartigen Zwischenrufen mich nur Bartei) 
von der Sache selbst ablenken. Wenn Herr Faßbender, ausgesucht Herr Faßbender hier 
(Heiterkeit) das Wort zitiert: nichts gelernt und nichts vergessen, 
. EE dann können wir sagen alle3 vergessen. Das 
Es3 gelingt Ihnen aber nicht. ; =. ; «+23 
Herr Faßbender sprach, von dem MaterialiSmus, der tie epn 4 u Sein I Zi Iech Die Di 
jeht die Massen beherrscht, wie sie nur Schätze sammeln, geschichteauch HSE STEIHD Ihre Institu- 
-- das war ja wohl der Sinn --, die der Rost und die tionen zur Tage3ordnung übergehen. 
Motten fressen. Ach, die Frommen haben auch, während ; KE 2 ; 
des Krieges und nach dem Kriege gesehen, daß sie mit (Sehr wahr! bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen 
dem Rücken an die Wand gekommen sind, und ich möchte Partei) 
mal wissen, wieviel Gold wir no< in Deutschland hätten Herr Abgeordneter Prelle hat gesagt, die Überschrift, 
und billiger wegkommen könnten, wenn wir unsere in der von Erleichterung geredet wurde, sei beseitigt, 
Sulden an die Entente „damit bezahlen, D:507; wenn natürlich die Erleichterung auc<. Der Massenaustritt 
das Gold, das sich noch in kir<lihen Kassen befindet, wäre vom Haß gegen die Kirche diktiert gewesen. Die 
herausgegeben werden würde. da austreten oder ve Geses, ue ie er ware ain 
= | bei ani ; ; wollten, ständen auf dem andpunkt, „die Kl e 
ehr wahr! ven der Unahannig n Soualdemotranihen zu ze . hmettern“. Er erflärte, daß er solchen 
= Ja, ja, aber es ist leider wahr EE EPNNRAPNT uin er Seiaewuhn | Habe une Ia 
FZAU : auch eine ; ! ; - 
- (Erneute Zurufe im Zentrum) Wie ich Herrn Vogtherr kenne =- und ich habe ihn auch 
=- Aber wenn Sie das abstreiten, wird es auch nicht unwahr oft gerade, über dieses Kapitel“ gehörten. ift das was 
' ) " mn53 hier dargestellt worden ist, in dem Sinne nicht zu. 
(Wiederholte Zurufe im Zentrum) (Zuruf) 
Bitte schön, ich habe seinerzeit verlangt =- und das ist 4 6 di 
bis jekt hintertrieben worden =- eine Inventarisierung WIES Mi Beider le In Ter nn 
des KAME: Meisen: der vorhandenen „ Föhung der Pfarrer, als Herr v. Kröcher hier noch das 
Hie: epenenen. rauen: Siem: Präsidium führte, wurden in meiner Rede ausdrüclich die 
(Widerspruch im Zentrum) Gehälter der Pfarrer angegeben. Seitdem 
Sie wi sind sie aus dem evangelischen Pfarrexr- 
ie wissen auch, warum. falendex vers<hwunden, und man gibt sie nicht mehr 
(Zurufe aus dem Zentrum: Gar nicht!) an. I< wies damals u. a. auf den Pfarrer von Heiligensee 
Herr Faßbender meinte, Urteils8unfähige gäbe bei Berlin hin. Die Einnahmen der Pfarrer Übertreffen 
es so viele. A<h, ich will gern das gesamte Volk darüber zum Teil die Ministergehälter. 
entscheiden lassen, wo die Urteil3unfähigen sien. Sie (Zuruf rechts) 
152. Sitg LandeSvers. 1919/20 
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