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134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) 149. Sitzung. Mittwoch den 7. Juli 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 9.1919/21 134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) (Public Domain)

11709 Verfassunggebende Preußische Landesversammlung 149. Sizung am 7. Juli 1920 -- 11710 
[Erste Beratung des Staatshaushaltsplans für Konsumvereine besser hätte gelöst werden können, als 
1920] das auf irgend einem der biSher eingeschlagenen Wege 
- = möglich ist. Damal3, als Sie am 13. März versagten, 
[HSeilmann (Charlottenburg), Abgeordneter (Soz.= da durften Sie sagen, wie einst ein Nationalliberalerx im 
Dem.)] Reichtan nach der Zen Si IRD hat: „Alles 
Maden Tano haßpen m rannte lle DIe Di kaputt, alle3 kaputt!" Seitdem ist der große Einigungs- 
die Treue .. I EE Den Bolten" ZWREe er auf ber blo, der alle Kräfte zum Wiederaufbau zusammenfaßt, 
Tag lauerten, wo fie mit Gewalt die Republik wieder Unmöglich, seitdem wird sich nie ein Sozialdemokrat mit 
vernichteten und das alte Zwangsregiment einführten. onen in eine Regierung ausammenseßen. 
(Lebhafte Zustimmung links) (Sehr wahr! links -- Zuruf re<ts5: Haben Sie den 
E ing8gedanfen v wollt ? 
Geitdem ist die Politik des Ministers Severing eine 1 Einigungegedanfen vorher geiwölttz) 
unabweisliche Notwendigkeit geworden. ==Nein! 
(Sehr gut! lints) (Rufe rec<ht8: Na also!) 
» . ; Als der Abgeordnete Hergt hier sein Aufbauprogramm 
Spam NE 22 Parteivorsikenden, entwidelte, habe ich ihm erklärt, daß jetzt der Zeitpunkt 
9 gs: no< nicht gefommen sei, wo wir zusammenwirken könnten, 
(Abgeordneter Rippel: Jett reden Sie mit einemmale daß aber im Laufe der Entwieklung wohl die Zeit 
davon; damals schwiegen Sie sich weiSlich aus; da kamen kommen könne, wo ein gemeinsames Zusammenarbeiten 
Sie erst, als die Sache vorbei war!) möglich IN Sta den Ren u Zeit Eien 
1:7 eien : . der man Ihre immsten Kriegssünden hätte vergessen 
M DiE Di Gn Sa NE AARE können, haben Sie durc<h die Beteiligung am Kapp-Putsch 
ersucht, und ich würde darüber nicht reden; aber wenn Ue die alten Wunden aufgerissen. Diese Wunden werden 
die Herren von der Deutschnationalen VolkSpartei nur sich nun nicht mehr schließen, und wenn 3er Herr Minister 
ein Wort sagten, daß i< von der Schweigepflicht frei nach dem 13. März aus dem Kapp-Puts ) die noiwendige 
wäre, [so würde ich bereit sein, sofort darüber zu sprechen. Folgerung gezogen und mit den schuldigen Bmicn ene 
Das steht in meiner damaligen Rede. Die Herren von [<lossen aufgeräumt hat, jo hat er unsern vollen Beifall, 
der Deutschnationalen Volkspartei haben damals geschwiegen, Pysere einmütige Zustimmung. | 
ms wußten, warum: Inzwischen ist das Gespräch (Lebhaftes Sehr wahr! links) 
veröffentlicht worden; die Geheimhaltung ist hinfällig ge- ; : . 
worden. =-- I< glaube, es kommt gar nicht darauf an, « Sie Haben, meine Herren, nad dent. 13. Mä 
was ic< damals im einzelnen Wort für Wort mit Herrn Ihre Politik nicht ehrlicher und schöner geitiehen ais 
Hergt verhandelt habe: der Hauptzug der Verhandlungen vorher. Die Methode, in der unsere Partei und die 
steht so flar fest wie der helle Tag, er wird auch von einzelnen Parteiführer angegriffen werden, ist noch genau 
Herrn Hergt nicht geleugnet. I< kam in der größten so häßlich, kleinlich und sI<mugig wie früher. 
Ze zs ihm und sagte ihm, daß dieser Putsch den (Zurufe rechts) 
assenkampf maßlos verschärfen werde und die Einheit - . . ; , 
ian u im ie ihn, die ganze 2307 Selbst in diesem Hause werden kleine Anfragen einge- 
seiner Partei und die ganze Autorität seiner Rersönlich- bracht wie die kleine Anfrage über angebliche Sc<ieber- 
keit einzuseßen, um diese Putschisten sobald wie möglih Veshäfte meines Parteisreundes Hörsing, die sich stüßt 
dahin zurüczutreiben, woher sie gekommen waren. Herr auf einen Artikel in einem Winkelblatt, der unterzeichnet 
HSergt war äußerst liebenSwürdig zu mir, wie ich das war mit dem Namen Thersites. Ein Artikel, dessen 
nicht andexs erwartet hatte; aber in der Sache hat er Verfasser selbst, Thersites, das heißt „der Verleumder“, 
mir die falte Schulter gezeigt und sich geweigert, einen unterzeichnet, dient der Deutschnationalen Fraktion dieses 
klaren und festen Aufruf seiner Partei gegen die Put- Hauses dazu, Anfragen zu stellen, die nebenbei bemerkt 
schisten zu erlassen von der Regierung vier Wochen vorher durc< amtliche 
| . „ Erklärungen bereits beantwortet waren. I< habe in 
(Lebhaftes Hört, hört! links) dieser unsauberen Kampfmethode der Deatsmnalionalen 
; : „ ; “ mit nur einen Lichtblif erlebt. Jüngst war ein Redakteur 
M ET PE EM EEE ir Sis uit des extremsten deutschnationalen Blattes von einem 
hinter stet: die lauernde Ungeduld, sich mit Gewalt anderen deutschnationalen Redakteur als Zeuge dafür 
wieder in die Macht zu schwingen und das Volk zu angegeben, daß Ebert sich in Weimar betrunken hätte, 
UNTELDENELN und da hat dieser deutschnationale Nedakteur ausgesagt, 
 - | er hätte in Weimar Gott sei Dank mit der Acquirierung 
(Sehr richtig! links =- Widerspruch rechts) eigener Räusche so viel zu tun gehabt, daß er sich um 
Herr Abgeordneter Hergt hat in der Presse den 02590 andere Räusche nicht hätte kümmern können. 
Wert darauf gelegt, ich hätte am 13. März mit ihm ; ; 
über einen etwaigen Eintritt der Deutschnationalen in (Große Heiterkeit) 
die Regierung gesprochen. Ich entsinne mich dessen niht; Ein solches ehrlihes Wort versöhnt ja mit manchem. 
ich bestreite es. Aber es wäre wirklich erfreulich, wenn von Ihnen all- 
(Zurafe rechts) gemein ganz ruhig gesagt würde: Sanne aöernn 
Aber wenn ich es getan hätte, so wäre es gar nicht so es hat unter dem alten Regime gemenschelt und menschelt 
falsch wn Gätten Nh am 13. März Charakter ge- heute- Aber man hat früher nie ein großes Geschrei 
zeigt und mit uns den Staat gegen den gewaltsamen Über Korruption der Regierung oder weiß der Teufel 
Putsch verteidigt, dann. wäre die Basis geschaffen worden, was daraus gemaht. = | | 
auf der wir auch einmal hätten zusammenarbeiten können, Was den Herrn Minister Severing anbetrifft, den 
auf der vielleicht die Lebensmittelfrage durch ein Zu- Sie so heftig angreifen, so habe ih mit Vergnügen in 
sammenarbeiten der Landwirtschaft und der städtis<en der ganzen Rechtspresse gelesen, daß ex als Fachminister
	        
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