Nr. 11. Märkisches Provinzialmuseum.
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X. Ansichten älterer Bauwerke und Sirasienzüge Berlins und der
Provinz Brandenburg sowie der Altmark.
Die Verwaltung war auch in dem Berichtsjahre bestrebt, bemerkenswerte
Straßenpartien und ältere Bauwerke unserer Stadt,
denen eine Veränderung bevorstand, oder sonst der Erinnerung
würdige Oertlichkeiten bildlich fixieren zu lassen. So wurden Gebäude
und Straßenfluchten der Hasenheide, der Köpenicker- und
Lothringerstrabe, des Monbijouplatzes, der Ritter-, Stralauer-, Universitätsstraße
u. a. photographisch aufgenommen. Von den Kirchhöfen
erwarben wir Aufnahmen von Ruhestätten hervorragender
Bürger der älteren Vergangenheit, besonders solchen, die mit kunstgeschichtlich
interessanten Denkmälern geschmückt sind. Aeltere Berliner
Ansichten ans dem 18. Jahrhundert, aus dem Anfang und der Mitte
des 19., Stiche und Lithographien, sowie ältere photographische Aufnahmen
architektonisch bemerkenswerter Bauwerke unserer Stadt,
Brandenburgs, Potsdams, Tangermündes, Stendals und Ziesars
wurden angekauft.
Der hierzu ausgeworfene Etatsfonds wurde vollständig verwendet.
XI. Ocffentliche Gedenktafeln für verdiente Männer
an ihren Wohnstätten.
Zwei neue Gedenktafeln wurden im Berichtsjahr auf städtische
Kosten angebracht:
1. für Fr. Schleiermacher am Hause Kanonierstrabe 5;
2. für Rudolf Birchow am Hause Schellingstraße 10.
Es sind im ganzen bis jetzt 35 solcher Gedenktafeln seitens der
Stadtgemeinde an den entsprechenden Wohnstellen angebracht worden:
außer diesen bestehen noch 33 andere, die vom Könige, von Staatsbehörden,
Vereinen oder Privatpersonen errichtet sind.
XII. Die Räume.
Die Sammlungen sind noch ebenso, wie seit 2 Jahren, in dem
I. Stockwerk des der Stadtsparkasse gehörigen Hauses Zimmerstraße 90
vorübergehend untergebracht. Die dort nicht zur Aufstellung gelangten
Sachen mußten in anderen Räumlichkeiten desselben Hauses, nämlich
in 2 großen Läden des Erdgeschosses, in 3 kleinen Wohnungen des
Flügels, in dem Keller und auf deni Boden gelagert werden. Außerdem
befinden sich die botanischen Sammlungen im Verwaltungsgebäude
des Hmnboldthains und die großen schweren Slein-, Holz- oder Metallgegenstände
in Schuppen im Köllnischen Park.
Ueber den Neubau, der im Jahre 1898 am Märkischen Platz
gegenüber der Waisenbrücke begonnen wurde, läßt sich zur Zeit leider
nur berichten, daß der innere Ausbau seit dem Vorjahr keinen erwähnenswerten
Fortgang genommen hat. Der äußerlich seit der Zeit
ziemlich fertige Rohbau ermangelt noch immer der Treppen und verschiedener
Gewölbe, so daß die innere Gestaltung nur schwer übersehen
werden kann und deshalb auch die Pläne für die künftige Ausnutzung
der einzelnen Räumlichkeiten immer noch zurückstehen müssen.
Nach dem Stande des Baus und nach den jetzigen Verhältnissen
in der Fortführung desselben erscheint es unmöglich, daß er vor dem
1. April 1905 bezogen werde, ja es scheint fraglich, ob das vor
dem 1. April 1906 wird geschehen können.
XIII. Personalien.
Die Direktion bilden gegenwärtig folgende Herren:
1. Stadtrat, Geheimer Regierungsrat Friedei (Vorsitzender),
2. - und Kämmerer Maaß, Regierungsrat (Stellvertreter).
3. - Tourbiö,
4. Stadtverordneter Dr. Neumann,
5. - Dr. Hermes,
6. - Reimann,
7. • Dr. Nathan,
8. - Klaar,
9. - Zubeil.
Dem wissenschaftlichen Beirat gehören an:
Delegierte der
Antropologischen Gesellschaft,
) Delegierte des Vereins
4. - Walls, Peter, Professor, Architekt,/für die Geschichte Berlins,
5. - Dr. Holtze, Amtsgerichtsrat,s Delegierte des Vereins für Ge-6.
- Dr. Hegert, Geh. Archivrat,j schichte der Mark Brandenburg,
7. - v. Bardeleben, Generalleutnant z. D., Delegierter des
Vereins „Herold",
8. - von Borwitz und Harttenstein, Heroldsmeister, Kammer-Herr,
9. - von Prittwitz und Gaffron, Exzellenz, Generalleutnant
in Karlsruhe,
10. - Dannenberg, Landgerichtsrat a. D.,
11. - Dr. Bolle, Carl, Bürgerdeputierler,
12. - Dr. Reinhardt, Professor, Realschnldirektor.
13. - Dr. Kraatz, Julius.
Die Verwaltung und die Bureaugeschäfte führt der Kustos
Buchholz, dem das erforderliche Personal beigegeben ist: 1. Professor
Dr. Pniower, Museumsassisteni, 2. Sonüenburg, Bureauhilfsarbeiter,
3. Femerling, technischer Hilfsarbeiter, sowie 1 Handwerker,
1 Diener und eine Reinigungsfrau.
Die letztgedachten fünf Personen, sowie vertretungsweise an Sonntagen
je zwei kommandierte Magistratsdiener, dienten zugleich während
der Besuchszeit als Aufseher.
Die bereits seit einigen Jahren für notwendig erkannte Vermehrung
des Verwaltungspersouals ist durch die gegen Ende des Berichtsjahres
erfolgten Etatsbeschlüsse der städtischen Behörden genehmigt
worden. Danach werden zum 1. Oktober 1903 neu singestellt:
1. Ein Geologe und zwar der bisherige Assistent am Königl. Museum
für Naturkunde, Dr. Friedr. So lg er,
2. Ein Kunsthistoriker und zwar der bisherige Assistent am Buchgewerbemuseum
in Leipzig, Dr. Fritz Wolf,
3. Ein Präparator Paul Kothe.
Berlin, den 20. August 1903.
Direktion des Märkischen Provinzialmuseums.
E. Friede!, Stadtrat.
1. Herr Dr. L iss au er, Sanitätsrat,
2. - Dr. Voß, Museumsdirektor,
Geheimer Regierungsrat,
3. - Dr. Mnret, Professor,
Druck von W. & S. Loewenthat, Berlin.