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134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) 142. Sitzung. Mittwoch den 5. Mai 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 9.1919/21 134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) (Public Domain)

13547, Berfassunggebende Preußijche Landesverjammlung 142. Sizung am 5. Mai 1920 411348 
[Bildung von Bodenverbesserungsgesellschaften| Zeit zu erwarten. Wenn wir nicht für die nächste Zeit 
= andere Wege für die Volk3ernährung finden, würde das 
[Müller (Prüm), Abgeordneter (Zentr.)1 Seutsr RI we innvern 2 da e3 immerhin Jahre 
jo weitgehende Verbesserungen hineinzuarbeiten, daß meine dauert, ehe die Wirkungen dieses Kulturwerks eintreten. 
Finttion ihn m ver Somtiiionafasnng ainchnen wird. m fam 19 FE 20209 Nn 
Zenta: nichts Mee, Das en "DN SEIEN: vertreter in der Kommission die Wichtigkeit dieser Arbeiten 
Ziel ist im Ausschuß bereits eingehend verhandelt worden, jr ie M 3 LEN DERSTHN SUÖBRR BRUNSON 
und die „Antrogsteller onen dort er 4. eine Mehr- der Erhöhung der Produktion Telbstverständlich eine 
Heit post winnen im pa ud au eu wei Besserung der Volksernährung eintritt, aber bis e3 soweit 
EE ; . en ist, vergeht no< lange Zeit. Die Schwierigkeiten, die 
weil wir das baldige Inkrafttreten des Gesees nicht : ; 
gefährden dürfen, gelangen wir zur Ablehnung. sich diesem Werke im Hochmoor entgegenstellen, sind, daß 
8.15 der Ko issonsfassung enthält in-Sag. 1 ei zunächst die Entwässerung im großen durchgeführt werden 
Drucfehl Fm : ps aismg en 5: in “8 Ab 9 muß, daß dazu Kanäle notwendig sind, abgewartet werden 
2 asel Me muß A8 477 : en Av]. 2 muß, bis die Entwässerung ihre Wirkung tut, bis die 
Ab 9 EUN ei rand an eeipens N Ei S. “ Moore sich gesenkt haben. Es kommen für eine groß- 
bj. 2 Nr 5 bezeichneten Grundstüde.“ Die Notwendig- 2ügige, rentable Melioration ferner die hohen Arbeits- 
feit der Berichtigung ergibt sich aus einem Vergleich mit kosten sehr bedenklich in Frage. Während vor dem Kriege 
der Kommissionsfassung erster Lesung. I< beantrage im Havelländischen Luc) noch mit 400 4 Kosten pro 
deShalb die entsprechende Berichtigung der Ausschußvor- Hektar Erfolge erzielt sind, haben fih in dem leßten 
lage 2178. Jahre des Krieges und in der Revolution die Meliorations3- 
| „ . kosten für einen Hektar auf 5000 X gestellt. 
NE 220 EIER v. Kries: Das Wort hat der (34 hört! bei der Deutschnationalen Volkspartei) 
| Diese Höhe vir Festen läßt 2008 Pa sehr fraglich 
: s -N)- erscheinen, ob überhaupt eine Rentabilität so meliorierter 
Wei Se ET SRI M Flächen noc< möglich ist. Vor allen Dingen muß ferner 
ATEN ERENEERANG SERIE . nod hingewiesen werden auf das Fehlen des künstlichen 
ähnlichen Ländereien zu Genvssensmhasten. Insammenzu- Düngers, ohne den die kultivierten Moore nicht zu be- 
s<ließen zum Zweee der Umwandlung in Kulturland oder wirt wurien find, endlich noch darauf, daß Geldmittel in 
Holzung und evenhteiler gemeinshaftliher Bewirtimastung ßem Maße für ein derartiges Kulturwerk erforderlich 
dieser Flächen. Wir sind. mit der Tendenz dieses Gesetzes, 2 300 Sk Si 5 I. Ut Sau 
wie ich bereits in der ersten Lesung hervorgehoben habe, sin 5 B R Es NT ven 3 000 Hen 
einverstanden; denn wie die Denkschrift des Herrn Land- nn 8; 7 7 ist 0 en 4 . 1 ht 
wirtschaftsminister3 vom März 1919 zutreffend ausführt, er . D ne ; 9 I ia find. err x - Geld- 
fönnen wir uns den Luxus von Ödländereien heute niht FIelöst- | in diesem Fa l A eul g DLL: 
mehr leisten. WE even. um das geplante Kulturwerk durch- 
Wir erkennen an, daß die geplanten Maßnahmen und ? Nun komme ich aber noch zu anderen Punkten. Die 
auh die Bestimmungen dieses Geseßes geeignet sind, die D 1 Prührung dieses Kulturwerks soll durch die Bildung 
Zander zu heben und Dis Produktion von Genossens<aften erreicht werden. Wir haben 
zu fördern. Das Geseh fußt auf der Kriegsverordnung pekanntlich auch bereits v o x diesem Geset Genossenschafts- 
vom November 1914, auf Grund deren 345 Genossen- bildung und Genossenschaften gehabt. I< kann es mir 
schaften ähnlicher Art bereits gegründet worden sind, die 1i<t versagen, darauf hinzuweisen, daß das Genossenschafts- 
zur Folge gehabt haben, daß in kurzer Zeit 40 000 ha gesetz unter dem alten Regime entstanden ist 
Ödland urbar gemacht worden sind. Daraus geht hervor, und daß es troßdem ein absolut demokra- 
daß durch genossenschaftlihen Zusammenschluß die Hebung 1; 6 63 ist. Es beruht darauf, daß sich die Genossen- 
der Landeskultur und damit die Hebung der Produktion eien selbst freitoillig bilden "können. Die Genossen- 
möglich ist. -  . sdaften bilden auch ihre Statuten selber, wenn sie nicht 
- Aber meine Damen und Herren, es handelt sich bei gerade gegen das Geset verstoßen, sie sind in der Lage, 
diesen großen landwirtschaftlihen Kulturaufgaben, die ihren Vorstand und Aufsichizrat zu wählen und jederzeit 
ein Kulturwerk ersten Ranges darstellen, do< um einen nach Belieben abzusezen. Es besteht also absolute Freiheit 
Wechsel auf lange Sicht, weil sol<e Werke nur hej der Bildung und Verwaltung der Genossenschaften. 
langsam und. allmählich auszuführen sind und erst in Diese freiheitliche Bildung und Verwaltung der Genossen- 
einiger Zeit ihre Wirkung ausSüben können. s<hafteh wird durc< dieses Geseß stark beschnitten, wenn 
Wenn ich nun namens meiner politischen Freunde man überhaupt von einer freien genossenschaftlichen Bildung 
die Schwierigkeiten bei diesem großen Werke hervorhebe, hier noch reden kann, denn es bekommt lediglich der Herx 
jo heißt das nicht Opposition treiben, keineSwegs Minister und seine Verwaltung das Recht in die Hand, 
aber Opposition quand mö&me. Wir wollen nux warnen die Genossenschaften zu bilden, nur na< Anhörung 
vor Jllusionspolitik. In wirts<aftlichen der Interessenten. Die individuelle Freiheit, unter der 
Fragen darf man keine. .Jllusionspolitik wir jezt leben, die uns überall als das erreichte Jdeal 
treiben, sondern muß mit klarem Bli die Möglic<h- angepriesen wird, scheint sic) auf die Landwirtschaft und 
keiten richtig eins<häßen, die sih aus den vorhandenen das ländli<he Eigentum nicht zu exrstrefen. I< erinnere 
Tatsachen ergeben, und dann, wenn man diese Möglih- Sie an die Kleinpachtung3ordnung, an die Siedlung 
keiten erkannt hat, mit fester Hand herangehen, aber sih dur< Enteignung -- ic< unterstreiche das Wort 
feine Jllusionen darüber machen, daß sol<he Maßnahmen Enteignung --, an die Zwangsbewirtschaftung von Fisch- 
sofort wirken, sondern daß lange Zeit vergeht, bis sie zur gewässern, an das Gesetz über die Bodenverbesserung, die 
Virksamkeit kommen. Ein un mittelbarer Einfluß no< kommende Umlegungs8ordnung, welche für die länd- 
der Ödlandkultivierungen auf die Volk3ernährung liche Bevölkerung überall Zwang zeigen. Statt 
ist daher nicht anzuerkennen, und auch nicht in nächster Freiheit lastet auf der Landwirts<aft -- 
142, Sitg Landesvers. 1919/20 754*
	        
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