Path:
134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) 141. Sitzung. Donnerstag den 29. April 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 9.1919/21 134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) (Public Domain)

11319 Verfassunggebende Preußische Lande8versammling 141. Sitzung am 29. April 1920 11320 
[Auflösung der Einwohnerwehren usw] Frhr v. Wangenheim, Abgeordneter (D.-Hann.) 
EI - z= (fortfahrend): Meine Damen. und Herren, ein paar 
[Frhr v. Wangenheim, Abgeordneter (D.-Hann.)] Wi nom zum Sclusse. I< eil nur noh erwähnen, 
veutige Stellung eingenommen. hatte. E3 tut mir leid, daß eine allgemeine Abneigung estand gegen die Zeit- 
daß ich den Präsidenten WEESEN Hauses hier an- freiwilligenbataillone, besonders die aus Studenten be- 
zugreifen genötigt bin, ih muß das aber tun, nachdem stehenden, und das war ganz besonders der Fall gegen- 
Pers Miau jo schwere Beschuldigungen gegen die Über denen in der Stadt Hannover., 
Deutsch-Hannoversche Partei vorgebracht hat. Man erfuhr l 3 t 
am Sonntag nachmittag, daß das Hindenburg-Bataillon Gone ves Präsidenten) 
aus Celle, eine Truppe, die aus allen Waffengattungen 
bestand und von der man wußte, daß sie auf Kapps Seite Präsident Leinert (den Redner unterbrechend): 
stand, im Anmarsch auf Hannover war. Man sagte, daß Herr Abgordneter v. Wangenheim, ich kann Ihnen zu 
der Herr Oberbürgermeister Leinert dieser Heranziehung meinem Bedauern nicht mehr gestatten als den anderen 
der Truppe nicht ganz fern stände. Die Parteien hielten Herren; ic muß Sie bitten, Ihre Ausführungen zu 
es deShalb für ihre Pflicht, hierüber Feststellungen zu beenden. 
eien und in der Nacht vom Sonntag auf Montag wurde 
in der Sißung dieser Parteien das Mitglied dieses Hauses ; 
Blank mit diesen Feststellungen beauftragt. Ex sette sich (f (DIe »: Wangenüeim, Abgeordneter (D-Hann) 
l isch mit dem Generalkommando in Verbindun (fortfahren ): Meine Damen und Herren, dann darf 
telephonisch m m 9, i<h schließen mit dem Wunsche, dem auc< der Herr 
und es wurde ihm dort gesagt: Was wollen Sie denn ? E00 G ge, 
Das geschieht ja alle3 im Einverständnis mit Herrn Leinert Minister des Innern Severing AusdruF gegeben hat, 
1 * daß von jetzt ab der Burgfrieden uftenerpalien wird, 
(Hört, hört! rechts) und daß alles, was noc< ecreiht werden muß, um 
Deutschland zu beruhigen, in Ruhe und Frieden und ohne 
Diese Fststellung genügte uns nicht. Er wurde dann gegenseitige Kämpfe erreicht wird. I< muß aber be- 
weiter beauftragt, sich mit Herrn Leinert selbst in Ver- tonen: wir können nicht auf den Selbsts<huß verzichten, 
bindung zu seßen, der sich auf dem Gewerkschaftshause solange die Regierung nicht in der Lage ist, uns zu 
befand, Zugleich mit ihm wurde das Mitglied der schüßen, und wir müssen deShalb von der Regierung ver- 
mehrheitssozialdemokratischen Partei, Herx Schaffner, damit langen, daß sie für die Aufrechterhaltung der Einwohner- 
beauftragt. Die beiden Herren haben dann mit Herrn wehren eintritt. 
ERN, Leinert telephonisch Der hanpelt: und er 
at ihnen erklärt, die Heranziehung der Truppe erfolge .. | : 
nicht mit seinem Einverständnis. Darauf haben sich die am Zräsident Teinert: Meine Tomen am Hern 
gleihen Herren in unserem Auftrage no< einmal mit 16nn 0: zur Sache sprechen will, den Vorsit abtreten 
dem Generalkommando in Verbindung geseßt, und da Ich hätte die Absicht gehabt persönliche Bemer» 
hat ihnen der Chef des Stabes, der Major Sc<hönheinz ZIER DEUT AU machen was der Herr Abgeordnete 
erflärt, daß am Sonntag Vormittag eine Besprechung Irhr v BEUR ENG hier gejagt hat. Das iste mir zu 
auf dem Generalkommando stattgefunden habe, in der Meinen Bedauern nicht möglich : weil meine Herren 
auch Herr Oberbürgermeister Leinerxrt anwesend gewesen -- . : - . 
sei. In dieser Besprechung sei auch die Rede davon Kollegen niht damit gerechnet haben, daß sie mich noh 
Nest? Bah Vils D32pen Petänge 2008 DI Def PRE22 027 WIIRE ts Wide 2000000 S8 8 
Herr General v. Hülsen hat nachher öffentlich erklärt, NE 3 ae 
daß der Befehl : ;Ht mit Wi des Tatsachen, die Herr Abgeordneter v. Wangenheim hier 
aß der Befehl zur Heranziehung nicht mit Wissen des )orgetragen hat, auf ihre Wahrheit nachzuprüfen. I< 
Herrn Leinert gegeben sei. Das ist richtig. Denn der 771ß das tief bedauern, weil dadurch ein Bild in die 
Befehl war schon früher gegeben; die Truppe war damals Sü tlichtkeit kommt, das den Tatjachen durchaus nicht 
shon unterwegs. Aber der ME RRWUNS hat us entspricht ' 
weiter erklärt, er könne nicht die Behauptung ausstellen, : 
daß die Heranziehung der Truppe im Einverständnis (Hört, hört! bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen 
De Hexrn Leinert geschehen sei, er könne aber auf Grund Partei) 
ieser Sizung am Vormittag die Behauptung aufstellen, ; ; ; 
vn Herr Leinert am Vormittage „davon Kenntnis er- ME nung ist' geschlossen... Wir kommen. nun. zu 
alten habe. Das war am Sonntag Vormittag. Ein- : 
gerüct ist die Truppe am Montag gegen Abend. Wenn (Zuruf rechts) 
man nun die damalige Stimmung in Hannover kannte - Jh will auf diesen Zuruf nur antworten, daß ich 
-- und Herr Oberbürgermeister Leinert hatte die Pflicht, natürlich nicht in der Lage bin, die Herren Vizepräsidenten 
sie zu kennen =-, dann mußte man wissen == 'was wir zu zwingen, hierher zu kommen. 
alle wußten -, daß die Heranziehung dieser Truppe 
notwendig Blutvergießen mit sich bringen mußte; und der (Zurufe re<hts) 
Oberbürgermeister wäre wohl im der Lage gewesen == <= 1107 Aber ich) bitte Sie: das ist doch gal Sache“ der 
(Glo>e des Präsidenten) Herren. Meine Ho-rren, ich bitte Sie, mich nicht in eine 
unmögliche Lage zu bringen. I< kann mich gegen Angriffe 
Präsident Leinert (den Redner unterbrechend): nicht verteidigen, wie Sie sie gegen einen Abgeordneten 
Herr Abgeordneter Frhr v. Wangenheim, ihre Redezeit erheben können. I< kann als Präsident nur diese Er» 
ist abgelaufen. Ich bitte, mir das nicht als Rnfreundlichkeit klärung über die Vizepräsidenten abgeben, und das muß 
auszulegen, Dien genügen; 2 iE DeR in viele Er= 
(Heiterkeit) lärung irgendwelc<e Meinung der Jlloyalität hinein- 
wont "IS Hun gerade In Diesen: Augenblik Daran zubringen. Das muß ich mir als Präsident verbitten. 
erinnert habs, Ihre Ausführungen zu beenden. (Zurufe bei dex Unabhängigen Sozialdemokratis<hen Partei) 
141. Sitzz Landesvers. 1919/20
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.