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134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) 141. Sitzung. Donnerstag den 29. April 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 9.1919/21 134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) (Public Domain)

(12953 Verfassunggebende Preußische Ländesversammlung 141. Sitzung an 29. April 1920 11296 
[Auflösung der Einwohnerwehren usw] Dä3 Werk, daS gelingen sollte, war die LoSreißung Hanno» 
IET==5 - = vers von Preußen und die Berufung Ernst Augusts auf den 
[Seilmann (Charlottenburg), Abgeordneter (So93.- hannoverschen Königsthron. Das Werk ist Ihnen aller- 
Dem.)] dings nicht gelungen. 
=- Warten Sie nur ab, ich lese Ihnen gleich die Briefe (Rufe rec<ht3: Von wem stammt der Befehl? Name!) 
vor. = In Wahrheit sagten sie in ihrem Programm, sie . . . 
wollten nur ein Volkskönigtum und verurteilten den Ver- 7 Der Gedankengang der welfischen Adligen ist den 
juch der gewaltsamen Wiederherstellung dex Monar<hie in PDerren, die da fragen, wohl so gut bekannt, daß sie sich 
Deutschland und in Hannover; nur in Übereinstimmung ziemlich genau denken können, von wem der Brief stammt. 
mit dem Willen des Volke3 könne eine Änderung der Im Übrigen bitte ic Sie, zu warten; all dies Material 
Staatsform erfolgen. Wörtlich so, wie e3 auch bei den ird im Laufe des Wahlkampefs im Wortlaut und 
Deutsc<nationalen und den VolkSperteilern heißt. Wenn Facsimile veröffentliht werden, und Sie werden ihre 
man aber hinter die Kulissen schaut, dann sicht e3 ganz Jreude daran haben, wenn Sie sehen, daß nicht nur wel- 
ander3 aus. Ein Mann aus dem Direktorium der deutsch- fis<e, sondern auch deutschnationale Abgeordnete in diese 
hannoverschen Partei schreibt in einem Briefe über dieses LandesSverrat5pläne verwi>elt waren. 
öffentlich gegebene Programm folgendes: (Lebhafte3 Hört, hört! links = Zurufe rec<ht8: Namen 
Set di Räterepublik in einigen Städten zur nennen!) 
errshaft kommt, halte ich die gewaltsame Unter- Wa3 aber das öffentlich bekanntgemachte Programm 
an WERE ten Ws WaRHR 28 28 127 D:D 4960922005828 DE FOG Wiese 10 M 
. : : Zw ä g berechnet, denn in eine 
Deutschland für Pflicht aller guten Christen und dieser Briefe, wiederum an den Vorstand der deutschhanngo- 
Deuts<hen. Für Hannover kommt hinzu, daß der verschen Partei, lesen wir Jolgendes: 
Fürst niemals verzichtet hat. Der Verzicht des ' * 
Fürsten bezieht sich nur auf DpA ist M Die Bestimmung 
ich ungültig. T ver . ; 
SERER WAP DARE eS CE m ie -- daß nämlich nur mit Zustimmung des Volkes alles ges 
bi3 zu einem gewissen Grade richtig. Aber wenn schehen soll und nicht gewaltjam =- 
überhaupt, so kann der Wille des Volkes nach- soll uns rein waschen von dem Vorwurf gegen» 
träglich eingeholt werden revolutionärer Umtriebe, 
(hört, hört! links) (Hört, hört! links) 
und in Klammern vermerkt er: Im Batkeipronramm dar sie 9 stehen, dein 
ann würden wir dur< einen solchen Saß fest- 
(fiehe Ungarn), | gelegt werden, was wir aber nicht wollen. 
(Hört, hört! Aha! links) (Sört, hört] Iinfs) 
Es kann überhaupt plößlich Möglichkeiten geben, . I IREEN | 
für die man sich an keine feststehende grundsäßliche Dieser Saß ist also nicht ganz ehrlich. I< 
Stellung binden kann. ew fn e* ms Noer denn oin ge: 
, agt, wir alle oder doh viele von uns würden mi 
Also Ungarn! Es soll wie in Ungarn erst der Putsch, dann Gin monarchische u R machen zum 
der weiße Terror kommen und dann schließlich unter den : 
. , 2 | Wohle Deutschlands und Hannovers, wenn wir 
aufgepflanzten Bajonetten die Wahl, die die Wiederher- nur mit ziemlicher Bestimmtheit wüßten, daß die 
stelung der Reaktion gutheißt. Die Möglichkeiten des Sache gelingt. 
Kapp-Putsches sollten natürlich mit aller Macht ausgenußt | Ri 
wn 5 a Beicht an die bereits voinhanbi auf- (Heiterkeit links) 
gestellte deutsc<h-hannoversche Legion gegeben, und vor mir * 
liegt der Legion3befehl vom 15. März Mittags 2 Uhr, der Seit DR Wannen es zu 1m; IBIRPENG 
folgenden Wortlaut hat: nc uni her zum Verderb ir 
und Deutschland niht zum Wohle gereichte, viel- 
Situation für uns günstig. Blaue Polizei steht mehr in den Sumpf brächte. Doch die Situation 
auf unserer Seite, ebenso Sicherheitspolizei. kann sich jeden Tag ändern. Weshalb also sich 
Reichswehr steht zum großen Teil auf unserem prinzipiell festlegen? Was für die rechtsstehenden 
Boden, der Rest mit Gewehr bei Fuß. Verhand- Parteien doch nur ein Haschen nach der Gunst der 
lungen bei der auswärtigen Reich3wehr schweben, Sozialdemokratie wärs, Was heißt überhaupt: 
stehen für uns äußerst günstig. Rohstoffe sind wenn das Volk e3 will? Das ist in meinen Augen 
genügen) vorhanden: um dir Industrie net ein leeres Schlagwort. 
zu erhalten, und die Verpflegung ist vorzüglich. 4 zt li 
Garantien sind für beide gegeben. Mithin ist em > | (Hörens) | . 
günstiger Moment der Selbständigmachung. Die S9 sicht der Briefwechsel aus, den man im Zentralbüro 
Haltung im Lande ist vorzüglich. Alles wartet mit dex Deutsch-Hannoveranischen Partei oder im Besib ihrer 
Spannung auf Hannover. Meclenburg, Bayern Führer vorfinden kann. 
und die Reichswehr in Sachsen halten zu Kapp. (Sört. hört! lins) 
Preußen hat genug mit sich zu tun und wird hier : 
keine große Truppenmacht verwenden können. Den I< denke, man wird sich nun genügend klar darüber sein, 
Arbeitern werden die bi8herigen Errungenschaften was man von den Versicherungen der Herren zu halten hat, 
garantiert werden. Darum auf, freudig ans Werk! daß sie streng gesezlich sind und nur den Volk8willen aus- 
Jeder tue seine Pfliht, dann muß das Werk ge- führen wollen. 
lingen. (Zurufe rechts) 
141. Sitzg Landesvers. 1919/20 
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