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134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) 141. Sitzung. Donnerstag den 29. April 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 9.1919/21 134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) (Public Domain)

1127... Verfässunggebende Preußische Landesverjammliung 141. Sizung am 29. April 1920 11272 
[Auflösung öer Einwohnerwehren usw] -- Sie haben Gelegenheit, das sofort zu ändern, und ich 
- wünschte einmal 4 Stunden lang sprechen zu können, um 
[Rippel, Abgeordneter (D.-nat. V.-P.)1 Ihnen jede Einzelheit auseinänderzuseßen, die hier von den 
Truppen abgenommen waren, oder um die Gewehre, die Diskussionsrednern aufgeworfen worden ist. 
im Rathause oder in der Akkumulatorenfabrik in Hagen So habe ich soeben erst aus den Worten des Herrn 
erobert worden sind, =- -- MONDE Nip "esn von einem Zeitungsbericht 
Glode des Präsident im „Achtuhr-Abendblatt“ hier in Berlin, Datum vom 
(Glet Präsidenien) 30. März, über einen Besuch eines Zum in Hagen. 
Vizepräsident Dr Frentzel (den Redner unter- I< kann Ihnen nur sagen =- ich kann natürlich nicht ver- 
brechend): Herx Abgeordneter Rippel, Ihre Zeit ist bis langen, daß Sie das glauben =-, daß ich diese Nummer 
auf eine Minute abgelaufen. jeht eben das erste Mal sehe und von ihrem Inhalt erst 
| nachher Kenntnis nehmen kann. Sehr viele Berichterstatter 
Rippel, Abgeordneter (D.-nat. V.-P.) (fortfahrend): sind in Hagen gewesen; aber ich wiederhole, daß ich der- 
I< bedauere, ich muß zum Sc<luß kommen. RI 109978 an Mn it inen Menschen 7 
Dann willi HES TAGEN A prochen habe. I< habe auch in der „Tremonia“ einen Be- 
den Putschisten don wehe Unterfüchungen Inzeleitet 219 gelesen, wonach auch ein Reiseberichterstater in Hagen 
werdet könnte ann vielleicht aum. den Bumi 0188 GL gewesen ist, er will in einem Hotel mit den Führern der 
werksc<haftsführers berüdfichtigen, der an seine Ve- Roten Armee „und den Spartakistenführern gesprochen 
amten in einem Rundschreiben schrieb, ob es nicht ratsam hoben: 77 8 in den ganzen 4 Wochen in Hagen in keinem 
sei, eine Untersuchung über die „Ruhrbiestereien der geiwelen: (Höri. hört! (inks) 
Zuhälterhorden“ einzuleiten. Ich glaube, e8 wäre | ; 
dann gut, auch den Herrn Abgeordneten Limberz einmal Also auch dieser Berichterstatter hat diese Dinge aus der 
zu fragen, wie er über diese Dinge denkt. Die weitesten Luft herausgeholt, um damit Sensation zu machen. 
Kreise des Bürgertums waren der Auffassung, daß der (Zurufe) 
Cinmarsc< der ReichsSwehr jeßt, nachdem diese | €. 
Horden ihr wirkliches Gesicht zeigten, nicht aufzu- = Einer der Freunde des Herrn Stendel ruft: Cognac. 
halten sei, daß es ein Verbrechen sei, noch länger zu Darauf möchte ich gleich eingehen. Wenn die draußen 
warten, und weite Kreise auch der Mehrheitssozialdemo- liegenden Truppen vor dem Kampfe das Bedürfnis nah 
fraten sowie auch der Unabhängigen haben sich gefreut, Alkohol hatten, so haben Sie es leider in den 4%% Jahren 
als die Reich3wehr kam. Sie soll aber nicht kommen als den Truppen beigebracht. 
Namtar sondern +6 Friedensbringer. Wer (Widerspruch rechts) 
ein gutes Gewissen hat, kann ruhig daheim EE | ; ; 
bleiben und 06:7 E ZINN wie ee NTI t =- Wir haben während der 4% Jahre des Krieges dienst- 
es getan haben, sich unter den Schuß der lich Schnaps erhalten; mit dem Alkohol haben Sie die 
Engländer zu begeben Truppen an die Front gebracht. Also beschweren Sie sich 
Wir haben alle Veranlassung den ReichSwehr- nicht, "wenn heute waffentragende Arbeiter, Soldaten also 
iruppen zu ihrer schweren Arbeit unseren Dank au3- Wien it d ieieis My m DT 4 de win vereinten 
zusprehen, auch der Sicherheit3polizei, die SHE 1amen ; Mel . - wi Ich - aue 
wahrhaftig in jenen schweren Tagen nichts zu lachen gehabt ME ie 8 nan ib 190, eM Ge DE 
hat, unseren Dank dafür auszusprechen EGER einte 0 en u enschenleben NC0!, 
jahfme Nuhe und Siherheit wieder imd 3 notwendig sein soll, aber von Ihnen, von der Rechtspartei 
Ruhrre u EEN 5 h ü 54 teder in das ist das durch den alten Militariomus gezüchtet worden. 
- Id mödte schließen mit der Bitte: wenn es möglich (Widerspruch) 
ist, sollten sich doch alle Kreise, die unser Volk lieb haben, in = Das bestreiten Sie? I< selbst habe als Fourier von 
Hefe ernsten Zeit zusammenfinden und die Regierung 1914 bis 1918 Schnap3 empfangen und zu verteilen gehabt 
M Ne in Mem en zins: Men u (hört, hört! bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen 
fehlen. : Partei) 
Praßg! GENE - WE ERES as und habe oft genug versucht, die Mannschaften davon abzu- 
(Bravo! rechts Sit 2: Ms Unabhängigen bringen und dafür wichtigere Sachen als Sc<naps zu 
) empfangen. I< kann bestätigen, daß oft genug Offiziere 
. Enn IL | oder Unteroffiziere sich mit Leuten herumschlagen mußten, 
abg „Ziacpräfipent Dr Frentzel: Das Wort hat der 5:6, wie wir scherzweise sagten, dienstlich besoffen waren. 
| (Hört, hört! bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen 
Ludwig, Abgeordneter (U. Soz.-Dem.): Werte | Partei) 
Tamen und Herren, es ist natürlich unmöglich, auf alle die 9(lso beschweren Sie sich doch nicht, Herr Rippel und die 
Einzelheiten einzugehen übrigen Herren, wenn nun im Verlauf des Kapp-Putsches, 
(Aha! rechts) wo es doch zu einem regelrechten Kriege und zu diesen be- 
- Bilte- Jö. im will "nern mil Erlaubnis: bes Herrn dauerlichen Stunden und Tagen, die wir alle zu durchleben 
Peisten auösegen. um Ihnen Gelogenhett 3u geben zu 199 ago <= wann Ms Mh Regan aud Der Gege 
el Nehen Dar In Zee Singet nnen RR iS partei Geld gekostet hat. Das war nun eben nicht anders 
würden, de3halb schnitten Si ki Red em ) zu machen. Zum Kriegführen =- das haben Sie ja 4% 
SIE ) ie die Nevezeit: ab. Jahre kang bei Ihren Kriegsanleihen immer gesagt =- 
(Sehr wahr! bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen gehört Geld, Geld und nochmal Geld. Glauben Sie denn, 
| Partei = Lachen rechts) daß die Arbeiter das hätten umsonst machen können? 
141. Situg Lande8vers. 1919/20
	        
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