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134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) 139. Sitzung. Dienstag den 27. April 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 9.1919/21 134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) (Public Domain)

11087 Berfässunggebende Preußische Landesversammlung 139. Sizung am 27. April 1920 11088 
11. Mai als gesetzlicher Feiertag] . weNeeeäsidenn Dr bv. Fries (0:n Revue uter: 
E --= brechend): Herr Abgeordneter Lichtenstein, das ist ni 
[Adolph Hoffmann, Abgeordneter (U. Soz.-Dem.)] mehr persönlich. 
Korridor -- vielleiht erheben Sie dann Einspruch -- | 
10,20 X bezahlt werden. Einer meiner Kollegen Lichtenstein, Abgeordneter (U. Soz.-Dem.) (fort- 
T : 
hat ein sol<es Buch hier gekauft und es mir gezeigt. Ih fahrend): I< habe erklärt, daß meiner Auffassung nach die 
habe ihm erklärt: Der Preis ist so enorm, wenn <hristlic<he Arbeiterschaft, die wir vertreten, unter praktischem 
ich das Geschäft no< besäße, ich hätte es mir Christentum etwas anderes versteht als der Herr Abge- 
überlegt, ob ich es bei 5 Wa heraus8gebracht ordnete Rippel. 
hätte. (Glo>ke des Präsidenten) 
(Abgeordneter Rippel: Dann hätten Sie Geld zugelegt!) „. 
-=-- Das ist eine andere Sache; dann hätte ich darauf ver- Fm prise Ene En NZ vs M 
zichtet! Aber Herr Rippel, wenn Sie mir einen Vorwurf [ben Arbeiter, die "Sie vertreten, dürfen Sie Line per- 
wegen des hohen Gewinns machen, muß er wohl bei dem jönliche Reimerfun machen - 
Preis, den Sie gegeben haben, auch nicht so bedeutend sein, g | 
sonst könnten Sie den Vorwurf. nicht machen und zugleich (Heiterkeit rechts3) 
behaupten, bei 5 X gebe ich Geld zu. J< habe aber mit 
der Buchhandlung nichts mehr zu tun. Sie haben also hier Lichtenstein, Abgeordneter (U. Soz.-Dem.) (fort- 
wieder einmal daneben gehauen. Denn mit Sc<luß vorigen fahrend): Dann werde ich dem Herrn Abgeordneten Rippel, 
Jahres bin ich aus der Buchhandlung ausgeschieden. da ja glüFlicherweise der überwiegende Teil der <hristlichen 
. „. Arbeiter nicht auf seinem Standpunkt steht, erklären, warum 
Vizepräsident Dr v, Kries: Zu einer persönlihen ich Mitglied bzw. Vorsißender eines Arbeiter- und 
Bemerkung hat das Wort der Abgeordnete Rippel. Sue in gewesen bin. Dem Herrn Abgeordneten 
ippel scheint ja die Tatsache, daß ich Vorsizender eines 
Rippel, Abgeordneter (D.-nat. V.-P.): Der Herxr Arbeiter- und Soldatenrats war, kolossale Kopfs<merzen 
Ahgeuröner Sasson war so liebenswürdig, mir sein bereitet zu haben. 
unfkorrigiertes Stenogramm vorzulegen. I< habe fest- ; , N | 
gestellt, daß er nicht SEHE hat: "30 weiß.“ Ten (Abgeordneter Rippel: Nein, Das können Sie sich alles 
zwar die Arbeit, die für die Drohnen arbeitet, sehr jhentent 
hoch," jondern daß er gesagt hat: die für Sie frohndet, - I werde es mir nicht schenken; denn die Tendenz des 
jehr ho<, aber den Arbeiter, der sie leistet, nicht.“ Bei QSaßes, Herr Abgeordneter Rippel, war ja ganz klar, und 
der Unruhe des Hauses glaube ich, werden Sie mir, wenn ich komme no< nachher auf Sie zurück. 
Sie sich nur ein wenig Mühe geben, zugestehen, daß man | 
„Drohnen“ und „Frohnden“ sehr gut verwechseln (Große Unruhe rec<ts =- Glo>e des Präsidenten) 
fann, und daß es keineSwegs meine Absicht gewesen ist, dem 
Herrn Abgeordneten Adolph Hoffmann eine andere Be- Vizepräsident Dr v. Kries (den Redner unter- 
hauptung, als er sie getan hat, hier unterzuschieben. Die brechend): Meine Herren, ich bitte um etwas mehr Ruhe; 
weiteren Bemerkungen gingen lediglich dahin, hier einmal id kann die persönlichen Bemerkungen nicht verstehen. 
festzunageln, daß Herr Abgeordneter Adolph Hoffmann und terer 
alle seine Freunde auch in dieser Zeit nach kapitalistischen (Heiterkeit rechts) 
Grundsäßen handeln, aber nach internationalen Phrasen 
reden. h Zimtenstein: LENHREN (UU. Soz.-Dem.) (fort- 
fahrend): I< bin desSwegen, Herr Abgeordneter Rippel, 
- Vizepräsident Dr v. Kries: Zu einer persönlihen durch das Vertrauen» der Arbeiterschaft, und zwar waren es 
Bemerkung hat das Wort der Abgeordnete Lichtenstein. - 26 000 Arbeit Sue Seife und duni mag 6m 
1 : . ein qroßer Teil <ristlicher Arbeiter gewesen sein, zum Vor- 
(Aha! rechts und im Zentrum) sivenden 2: Arbeiterrates gewählt worden, weil ich seit 
etwa 10 Jahren für die Interessen der Arbeiterschaft ein- 
ZETESAN IUP ISEEIP ICIO „M. Soz.-Dem.) : Der getreten bin, weil ich erkannt habe, daß die Arbeiterschaft 
De 0ge9r vn pp pat Sa EHEN vefnnben von Ihren Gesinnungsgenossen unterdrückt wird und daß 
lich | :  Vevalie Zu ziehen; er yal ihr Unrecht geschieht, und weil ich zu Beginn des Krieges 
Wie a Ber le een beiter. I in Säuplof genammen worden wir 
vertreten zu werden. | (Aha! und Rufe re<ht8: Haben Sie Glü> gehabt!) 
(Zurufe rechts) Meine Herren, ic möchte darauf erwidern, daß Ihnen 
-. Das war jedenfalls der Sinn der Ä ; etwas derartiges allerdings nicht passieren kann; denn 
i a TE Rie Auferung - immer als die Situation bedrohlic< wurde, auch damals 
CRD FEN ANE In ganz ander3; ir haben Sie als Zun: und Sylduientik ie Macht in die Hand 
igierte Stenogramm! genommen hatten, waren alle die Herren in die Mause- 
I< mödte zunächst darauf hinweisen, daß wir, Herr Cohn, löcher gekrochen. und: nim zu sehen. Und Schubhaft 
Herr Obuch, der übrigens nicht N% ß und Her I bin ich DR ommen worden, weil im frei und offen erflärt 
keinen Wert auf das Vertrauen derjenigen <ristlichen Haber RaMDE fm jahrelang oraunisierter Sozialen 
Arbeiter legen, die unter Christentum und Tätigkeit, also im vin nicht Novembersozialist =, d 98 das Voll in einen 
unter sogenanntem praktischen Christentum das verstehen, Massenmord gehetzt werde, geheht von Ihren Gesinnungs- 
was Herr Abgeordneter Rippel darunter versteht, nämlich genossen, und daß die Kosten dieses Massenmordes wieder 
UnterdrüFfung und Ausbeutung. M aeieücr innen zu ichen Fam s vin M dei 
" rrat gekommen, Herr Abgeordneter Rippel. In 
159 EE GRe ZE rfenten) den Soldatenrat allerdings nicht wegen meiner körperlichen
	        
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