Path:
134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) 139. Sitzung. Dienstag den 27. April 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 9.1919/21 134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) (Public Domain)

11077 BVerfassunggebende Preußische Landesversammlung 139. Sitzung am 27. April 1920 511078 
i1. Mai als gesetzlicher Feiertag] si da gegen uns auftürmen. Auf der anderen Seite 
“mmi . =D 7 war nach der Revolution das ganze Volk von rechts bis 
[Seilmann (Charlottenburg), Abgeordneter (Soz.= links sich darüber einig, daß wir in der Sozialisierung 
Dem.)] wändeitens ei probe Stü vorangehen „müßlen: wenn 
Heute aber sagt Herx Gronowski: Wie unsere gesamte ir IUS aben jollien, jemals die AuSbentungraus 
Fraktion stet3 einmütig, so lehnen wir auch er diesen der Welt zu schaffen, gegen die Herr Kollege Gronowski 
Maifeiertag ab. new deffaniert, gegen die aber das arbeitende 
olf Taten erwartet. 
(Rufe im Zentrum: Hier!) S imtia! 1 
E3 wäre ganz gut, wenn Herr Gronowski die Geschichte KSt rem 
seiner Partei ein wenig genauer kennte. Dafür demonstrieren wir am 1. Mai! Und no< einmal: 
No< ein Wort zu Herrn Kollegen Ommert. I< wir fordern von Ihnen die Duldsamkeit und Anerkennung, 
darf daran erinnern, daß im vorigen Jahre der die wir Ihren kirc<lichen Festen nie versagt haben, auch 
1. Mai Nationalfeiertag wurde, obgleich die Unabhängigen für den 1. Mai. Wenn troß der bevorstehenden Trennung 
gegen die Vorlage stimmten, die das bewirken sollte, durh von Kirc<e und Staat die kir<lichen Feiertage staatliche 
die Stimmen der Herren Demokraten, die einmütig und Feiertage bleiben sollen, dann, meine Herren, überlegen 
geietossen für den Feiertag des 1. Mai eintraten, und Sie klug, ob Sie den 1. Mai verweigern können, 
i arf daran erinnern, daß Herr Or Pachnie erklärt ; 
hat, es sei nie notwendiger als jeht, den Bli> des ganzen (lebhafte Rufe zu Zentim und rechts: Aha! =- 
Peniien De 7% das Jdeal des -Weltfriedens zu ehr richtig! link3) : 
enfen; und er hat inzugeseßt: Wie dieser Tag gefeiert -- die Anerke li i 
wird, kann jedem überlassen bleiben, religiös gerichtete "erteanunn as fontliper eien: 
Naturen mögen ihn kir<lich, Freidenkende weltlich be- (Zuruf: Herzlichen Dank!) 
nchen, 995 ist ihre eigene Sache. Aber feiern sollten Denn sonst liefert Ihr Fanatiomus den Extremen, die 
zr 4910 que. i | Sie genau so gut kennen wie wir, Wasser auf die Mühlen, 
Nun ein S<hlußwort zum Gedanken des 1. Mai selbst. und Sie dürfen sich niht wundern, wenn Sie ernten, 
us Zie missen, u M Mai der Feier des Welt- was Sie säen. 
riedens und der Völkerversöhnung auf der einen Seite, S ichtia! li 
dem Gedanken der Befreiung ver Arbeit auf der anderen | Gch RIG iG 
Seite. „Wo ist denn der Weltfriede, wo ist die Völker- I< appelliere, fern ab von jeder Erregung, - die Sie 
versöhnung?" haben Sie höhnisch gerufen. -Meine Herren, künstlich markieren, an Ihre ruhige Einsicht und fordere 
je ind in. R zu jondern bloß in unserem staatliche Anerkennung des Feiertages des 1. Mai, 
illen. ären sie shon Tat, dann könnten wir vielleicht . Noi KEN 
pie Feier ve 1. Mai verzichten. Aber wir Deutsche (Lephofter Beifall nt) 
wollen an diesem 1. Mai in alle Welt einen Appell an .... . . 
Hie wahrhait brüderlihe Bör : - Präsident Leinert: Das Wort hat der Herr 
hrhaft brü SEE NEIGE hinausrufen, Minister für Wissensc<aft, Kunst und Volksbildung. 
e und Unruhe 
und wir wollen uns diesen Appell nicht dadur< verderben Haenisc<, Minister für Wissenschaft, Kunst. und 
lassen, daß er noc< nicht den lauten Widerhall findet, Lolksbildung: Meine Damen und Herren, es ist nicht 
den wir gern wünschten. Denn es muß einmal offen meine Absicht, mich in die allgemeinen Erörterungen 
befannt werden: es ist hier in Deutschland mit der Jdee Über die beiden vorliegenden Anträge einzumischen. I< 
der Völkerversöhnung und des Völkerbundes ein s<hmählih darf darauf umso eher verzichten, als ich für meine 
Spiel getrieben worden. Person -- ich spreche hier nur für meine Person, nicht 
' | im Auftrage des ganzen Staatsministeriums =-- Wort 
(Lebhafte Zustimmung links) m das unterschreiben kann, was 
Solange der deutsche Militariemus an. den Sieg: des een Derr Abgeordneter Heilmann 
Schwert3 geglaubt hat, hat er ven Völkern 1 den ausgeführt hat. „Sch habe mich nur zum Worte 
Schwertfrieden aufdrängen wollen, und als er geschlagen gemeldet, um in aller Kürze auf vie Angriffe einzugehen, 
war, hat er es gemacht wie Kapp. Da hat ex auf einmal die von Herrn Abgeordneten Gronowski und verschiedenen 
an den Zusammenschluß aller gegen die Gefahr des anderen Rednern -gegen den von mir ausgegangenen Er- 
BolschewiSmus appelliert und an die Versöhnung der laß über die Schulfeier am 1. Mai gerichtet worden sind. 
Klassen und Völker. Mit diesem Erlaß ist es mir sehr merkwürdig ergangen. 
(Zuruf rechts) Während Herr Gronowski und die anderen Redner aus 
...- ; | diesem Hause mich sehr scharf atta>iert haben, weil ich 
= Nein, ich entschuldige nic<ts von dem, was in Frank- durc<h diesen Erlaß einseitige Parteipolitik getrieben 
rei? und England die Jingos und Chauvinisten tun. ichtia! : . : 
Aber unsere früheren Machthaber haben ihnen nur allzu (ehr richtig! rechts und im Zentrum) | 
viele Vorwände dazu geliefert, und in einseitiger Weise mein Amt dazu mißbraucht hätte, 
(jehr wahr! links) sehr richtig! rechts und im Zentrum) 
und es wird eine Zeit dauern, bis die anderen Bölker um der Maifeier in der Schule zum Durchbruch zu ver- 
sich davon überzeugt haben, daß wir ehrlich den Völker- helfen =- ich sage: während aus der Mitte und von der 
frieden wollen. „Dazu dient uns der 1. Mai. - Rechten und leider auch von der*vemokratischen Partei 
„Und was die Befreiung der Arbeit anbetrifft, =- diese3 Hauses solche Vorwürfe gegen mich gerichtet sind, 
die Sozialisierung hat leider bei uns in Preußen und hat das führende Organ der Unabhängigen in der Aus- 
erna Reich no< sehr geringe Fortschritte gemacht! gabe von Sonnabend Abend den Erlaß bezeichnet. als 
„Sit, die Sie an den Verhandlungen des Hauses den „Todesstoß“, den Haenisch der Maifeier verseßt habe, 
eilnehmen, fennen ja die Wiederstände am besten, die und es hat hinzugefügt:
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.