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134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) 139. Sitzung. Dienstag den 27. April 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 9.1919/21 134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) (Public Domain)

11061. Berfassunggebende Preußische Landesversammlung 139. Sizung'am 27. April 195011062 
11. Mai als gesetzlicher Feiertag| Nun hat hier der Herr Abgeordnete Krütßer wie auch 
der Herr Abgeordnete Hoffmann so gesprochen, jals ob nur 
[Gronowski, Abgeordneter (Zenir.)] in 42206 Reihen 7 wiie respeftablen NE jihen 
EE N . DE | D ( ter Krüger wie auch der Herr Ab- 
Preußen-Deutshland als gleichberechtigte Staatzbürger Dr Derr z“vgeordne . iM EI 
durch die Geseßgebung und von der Staatsregierung an- geordnete Hoffmann haben unter ausdrüFlichem Hinweis 
fannt Werden: auf die Rechte von den Drohnen gesprochen. 
(Stürmischer Beifall im Zentrum und rechts) (Zuruf des Abgeordneten Adolph Hoffmann) 
-=- Nh, natürlich haben Sie das Wort gebraucht. 
„ 2 IE . AHh- . 
M TAND RL SRE ES IE DICH Herr Ab UN 53idersprach des Abgeorducten Adolph Hoffmann) 
Lachen und Unruhe links -=- Herr Hoffmann, Sie bestreiten einfach alles, was Sie 
(Lam ) ) nicht begreifen. I< behaupte, daß der Herr Abgeordnete 
Rippel, Abgeordneter (D.-nat. V.-P.): Im Namen Hoffmann diejes Wort gebraucht hat. 
meiner politischen Freunde habe ich zu erklären, daß wir (Erneuter Widerspru< des Abgeordneten Ado off= 
den Antrag Gräf und Genossen, den 1. Mai zum geseß- ( 1908 am i 4 Sof 
lichen Feiertag zu erklären, einstimmig ablehnen, | | | 
ebenjo den Antrag Hoffmann. Eine Forderung dieser I< werde dem Herrn Abgeordneten Hoffmann gelegentlich 
ernsten Zeit sheint uns nicht so sehr das Einlegen den Nachweis liefern, daß es ihm auf eine oder mehrere 
neuer Feiertage zu sein, als vielmehr, den Geist Unwahrheiten gar nicht ankommt. 
der Arbeitsfreudigkeit zu heben. - (Hört, hört! und. Rufe: Unverschämtheit! bei der Unab- 
Schon in der 17. Sißung dieses Hauses am 12. April hängigen Sozialdemokratiscen Partei =“ Glo>e des Prä- 
1919 haben wir über, die Forderung, den 1. Mai zum sidenten.) 
Fetertag zu Sh gesprochen. Ich habe damals im AE 
trage meiner Fraktion ausgeführt, daß der 1. Mai eigentli “ . . 
als „Weihetag der Arbeit“ gedacht sei, und daß sich de3halb Praßvent Leinert (den Redner unterbrechend): 
Dabüher enen Nene WERDDIETeT Dadam De AUBE Herr bgeordneter, wenn Sie solche Bemerkungen machen, 
WELDEN TOTE DET WEI DEr ATDLiTSFTEUDEN- dann würde ich bitten, daß Sie diesen Nachweis sofort 
feitin unserem Volke wieder zu heben. Nun Drinnen mn muß. im diese Bemerkung als unzulässig 
haben wir aber durch den neuesten Erlaß der Inter- JUTRUWEeisen: 
nationale, der vorstern im „Vorwärts“ erschienen ist, . 
wieder einmal den Beweis erhalten, daß man an diesen „ . Rippel, Abgeordneter (D.-nat. V.-P.) (fortfahrend): 
Gedanken des 1. Mai-Jeiertages nicht so jehr denkt, daß IV, bin selbstverständlich bereit, der Bitte des Herrn 
man vielmehr ausspricht: der 1. Mai soll als Demon- Präsidenten sofort zu entsprechen. I< hatte hier in 
tration für die Sozialisierung der Pro- Liner Rede behauptet, daß die Beerdigung der neun oder 
duftions5mittel gefeiert werden. ; zehn Opfer =- ich hoffe, daß der Herr Kollege. Ludwig 
" Mn EEE . ; -. aus Hagen jeßt anwesend ist, damit er es gleich bestätigt 
(Sehr richtig! bei der Unabhängigen Sozialdemokratishen = von der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei 
Partei) nachher no< zu Demonstration3zwe>en benußt worden 
In dem Erlaß wird ferner davon gesprochen, daß der 1ei- Darauf hat der Herr Abgeordnete Hoffmann, ohne 
1. Mai als Demonstrationstag für die internationale einen Ordnungsruf zu bekommen, mir zugerusen: „Genau 
Solidarität zu betrachten sei. so eine Lüge wie die anderen!" Das sozialdemokratische 
NM AG DIE 3 Es : „.- . Drgan. der Unabhängigen Partei von Hagen, dem der 
(Sehr richtig! bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen Herr Abgeordnete Ludwig, der jeht wieder im Saale 
| Partei) anwesend ist, sehr nahe steht, forderte mit großen 
Wenn wir Preußen und Deutsche uns die augenbliklih Lettern, über die ganze Seite laufend, auf: Diese 
herrschende internationale „Solidarität“ ansehen, so wird Beerdigung der Opfer von Eilpe-Delstern muß -zu einer 
fein Mensch mit gesunden Sinnen der Auffassung sein, großen Demonstration gestaltet werden. I< zitiere aus 
daß wir Veranlassung haben, diese „internationale Solida- dem Gedächtnis, ich habe das Organ jeßt leider nicht in 
rität“ und „brüderliche Liebe“, die wir Tag um Tag, der Tasche, aber es ist hier im Hause, und ich werde es 
Stunde um Stunde am eigenen Leibe spüren und erleben, in den nächsten Tagen bei anderer Gelegenheit hier vox- 
durch irgendeinen Feiertag noch besonder8 festlich zu be- legen- Wenn der Herr Abgeordnete Hoffmann nun heute 
gehen. jagh daß er m von u Drohen, Fepromn Jae die 
NEN . . r sic< arbeiten lassen, so bemerke ich nur, daß ich mir 
(Sehr richtig! rechts =- Sehr gut! im Zentrum) den Saß sofort aufgeschrieben habe; und ist es nicht 
Wenn dieser Feiertag dann noch gedacht ist zur Ver- eine seiner stereotypen RedenSsarten, von 
herrlihung des allgemeinen Völkerfrie- den „faulen Bäuchen“ zu reden, die für 
dens, jo glaube ich, daß wir seit einem Jahre restlos sich arbeiten lassen? I< verpflihte mic<h, aus 
überzeugt sind, daß wir dem Gedanken des all- seinen Reden, die ich hier angehört habe, diesen Nachweis 
gemeinen Völkerfriedens und der Völker- zu führen. Aber auch der Herr Abgeordnete Krüger hat 
verbrüderung zum allergrößten Teil dur< [9 gesprochen, und er hat ungefähr wörtlich gesagt: Sie 
das Verhalten unserer Feinde, weiter ent- haben ja kein Verständnis für Arbeit, da Sie nicht 
fernt: find.denn.je. gearbeitet haben und nicht arbeiten, 
(lebhafte Zustimmung rechts) (sehr richtig! bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen 
und daß wir feine Veranlassung haben, auch nah dieser Partei) 
Richtung hin diesen Tag besonders festlich zu begehen. und, meine Herren, Sie hören aus den Zwischenrufen, 
(Sehr wahr! recht3) wie recht ich habe.
	        
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