Path:
134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) 138. Sitzung. Montag den 26. April 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 9.1919/21 134. bis 155. Sitzung (21. April bis 21. September 1920) (Public Domain)

11045 1 Verfässunggebende Preußische Landesversammlung 139. Sizung am 27. April 19230%.al1046 
[Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin] Mit Jaber bennfräut den 1. Mai zum geseßlichen Feier- 
. = 7 tag dD. Hh. zum Nationalfeiertag des d Volke 
[Präsident Leinert] 9 z ionalfeiertag des deuts<en Volkes zu 
I<h fordere nun die Mitglieder auf, ihre Pläße ein- Lachen und Zurufe rec<t8 und im Zentr 
zunehmen, und bitte diejenigen Mitglieder der Lande3ver- ( , M 2 N 3 ' u ) 
fammlung, die den Geseßentwurf, betreffend die Bildung Wenn wir diesen Wunsch haben, jo höre ich ja shon von 
einer neuen Stadtgemeinde Berlin, in der in der dritten Be- den Herren von rechts sagen: Sie wollen ja nur Ihre 
ratung beschlossenen Fassung, Drucksache Nr 2268, annehmen Weltanschauung zum Ausdru> bringen, Sie wollen nur 
wollen, die mit Ja bezeichnete Abstimmungskarte, und die- Propaganda für den SozialiSmus machen, 
jenigen, die ihn ablehnen wollen, die mit Nein bezeichnete (jehr richtig! im Zentrum) 
AEI zeh Deistern Fetnbernehen (m 38 'D Sie wollen da38, was in diesem Falle nur einer einzelnen 
Aen a in eisiker, die Abstimmungskarten in die Classe Deutscher am Herzen liegt, verwirklichen. 
| (Geschieht) (Sehr richtig! re<ht3 und im Zentrum) 
. . . ; . „Sehr richtig“ wird mir zugerufen. Sehr richtig wäre es. 
Die Abstimmung ist geschlossen. Die Beisitzer werden „Zh 9 Sie, meine 4 is der Nu "Seite des 
59as Ergebnis feststellen. Hauses, beachten wollten, ds Z Männer der Arbeit 7 
Da3 Ergehni8 wird ermittelt* die Arbeit leisten, und daß selbst die Interalliierte- Kom- 
( | Z .,. ; | ; mission in Schlesien den dortigen Arbeitern den 1. Mai 
hab Das Ergeb ui u Ann ist Ff + als Feiertag der Arbeit freigegeben hat. 
aben im ganzen itglieder abgestimmt, 5 haben si 5 : EEE 
der Stimme enthalten. Die Mehrheit beträgt 157. Mit (Zuruf recht3: Das zwingt uns doch nicht!) 
Ja haben gestimmt 165, Leider trifft es zu, daß ein großer Teil Deutscher sich: 
(Beifall bei der Unabhängigen Sozialdemokratische Partei) nim 1 Nn 5 ;aldemofratii tei 
mit Nein 148. Der Geseßentwurf ist daher in der Sc<hluß- (sehr wahr! einver Soäia im rotishen Bar ei) 
abstimmung in dritter Beratung angenommen worden. aus dem einfachen Grunde, weil sie.als die Enteigner und 
: | , , Wiederenteigqneten absolut nichts für diejenigen übrig 
(Erneuter lebhafter Beifall bei der Sozialdemokratishen paben, die die Werte schaffen, weil fie wohl davon leben, 
Partei und Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei == weil sie es wohl für sich in Anspruch nehmen, genießen zu 
Zischen rechts -- Abgeordneter Dr Weyl: Es lebe das neue Fxönnen, aber durc<haus nicht achten wollen, daß die Arbeit 
Berlin! =- Große Unruhe) selbst eine Macht bedeutet. 
Wir gehen über zum 3 weiten Gegenstand der Tage8- Der 1. Mai ist ein uralter Naturfesttag. 
o9rdnUng: (Große Heiterkeit bei den bürgerlichen Parteien) 
Beratung des Antrages der Abgeord- -- Ihr Gelächter beweist mir nur, wie wenig Verständnis 
neten Gef ' (Feantinen amd Genossen, Sie für das Wort haben. 
en 1. Mai zum gese en Feiertag zu ; aw : : p 
erklären == Drucksache Nr 2264 (Lebhafte fg ks en Zurufe: Natur! 
In Verbindung damit Ihr Gelächter beweist auch wiederum, daß Sie selbst die 
Erste, zweite und dritte Beratung des Arbeit nach einem Motto einschäßen, das ich besser ungesagt 
Antrages der Abgeordneten Adolvh Soff- lasse. Genießen wollen Sie die Vorteile der Werte der 
mann und Genossen auf Annahme eines Arbeit, -- an der Arbeit selbst sich beteiligen, ist Ihnen der 
Gesetzes über den 1. Mai als allgemeinen wenigste Kummer. 
Volksfeiertag -- Drucksache Nr 2281 (Große Unruhe und lebhafte Unterbrechungen im Zentrum 
8 m DENNEN) 9 des Antrags der Abgeordneten und rechts) 
Sräf. (Frankfurt) und Genossen auf Drucksache Nr 2264 Wenn ich von einem Naturfestta 
; : “ ' g gesprochen habe und 
hat das Wort der Abgeordnete Krüger. FUhlichezweise vielleicht so verstanden worden bin, daß nun 
. die Mutter Natur den 1. Mai als gesetzlichen Ruhetag be- 
Krüger (Merseburg), Antragsteller (Soz.-Dem.): +rachten wolle, so muß ich das noc<h mit einigen Worten 
Reitt Damen und Herten! Nm wir uns Gent ir ergänzen. 
wiederum mit einem Antrage beschäftigen müssen, der bs S1 ich von Naturfeierta Tz 
EE : : ; ! , g oder -Festtag gesprochen 
FD. 10 90 Jahre zur Abstimmung stand, habe, so wissen wir alle, daß mit dem Wonnemonat Mai die 
. age: ; Natur draußen zu neuem Leben aufwacht, daß der 1. Mai 
. Die verfassunggebende Preußische Landesver- uns wieder neues.Grün, eine neue Wiederkehr von Licht 
sammlung wolle beschließen: und Sonne bringt, und .daß dementsprechend auch innerhalb 
die Staatsregierung zu ersuchen, den 1. Mai der Kreise der shaffenden Stände das Gefühl der Neube- 
in Preußen zum geseßlichen Feiertag zu erx- lebung Plaß greift und“ dementsprechend das deutsche ar- 
flären, beitende Volk auch diesen Testtag feiern will. Es ist ein 
jo möchte ich an erster Stelle sagen: es ist bedauerlich, Jufeiellen von Lehen: vie Dort Bla reift 
daß man noch nicht den Mut gefunden hat, der deutschen (Lachen im Zentrum und rechts) 
Arbeit das Zugeständnis zu machen, das ihr eigentlich zur J< erinnere Sae daran, daß ja auch die alten Deutschen 
fommt | sich den 1. Mai als Sonnenwendfeier zum Nationalfesttag 
(Sehr wahr! bei der Sozialdemokratischen Partei) gemacht hatten. Gehen Sie (nach rechts) selbst in die Reihen 
== ver sehr reaktionären und vor allen Dingen recht feudalen 
*) Siehe Abstimmungs8liste Spalte 11101 sogenannten Korpsstudenten hinein, dort finden Sie 1a
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.