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114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) 116. Sitzung. Donnerstag den 19. Februar 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 8.1919/21 114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) (Public Domain)

9541. Verfässunggebende Preußische Landesversammlüng 116. Sizung am 19. Februar 1920 6... | 
[Anträge über die Elternbveiräte] dur< die Abstimmung der Deutschnationalen Partei 
<== M herbeigeführt worden. 
[Gottwals5, Abgeordneter (Zentr.)] - Solche Schwankungen und Eigentümlichkeiten haben 
zelegt worden ist, nämlich daß noch jezt Mittel und sic) auch bei der Beratung der vorliegenden Frage gezeigt. 
Wege gefunden werden möchten, um den auswärtigen IH habe bereits erwähnt, daß wir shon im Juli im 
Eltern namentlich an höheren Schulen, an denen die Unterricht35ausschuß für die Gründung von Schulbeiräten 
auswärtigen Eltern oft einen größeren Teil der gesamten eingetreten sind. In der ersten Sißung des Unte:richts- 
Elternschaft darstellen, die Möglichkeit zu geben, an der ausschusses standen wir vollständig allein ; auch von seiten 
Wahl teilzunehmen. Der Dentshnationalen wurde unsere Anregung nicht sach- 
. Sonst wollen wir den Verhandlungen, die auf Grund lich im Erwägung negonen, 
der Erklärungen des Herrn Mietern ots stattfinden (hört, hört! im Zenirum) 
werden, nicht vorgreifen, und ich will nicht im einzelnen sondern sie wurde als nicht zur Sache gehörig bezeichnet 
die vielen und großen Bedenken, die wir gegen die in In der nächsten Sitzung freilich erklärten sich die Deutsch- 
der Verfügung vom 5. November gegebene Regelung nationalen bereit, für eine Entschließung in der Richtun 
haben, jeßt vorbringen. Wir stimmen in sehr vielen 71 stimmen und als die Angele mr im Rleität 
Stüden mit dem überein, was meine Herren Vorredner . SERe Nene . EE 
Sun p . : DN zur Sprache kam, haben sie sogar für unsere Aniräge 
geäußert haben, wenn wir auch in manchen Dingen gestimmt 
anderer Ansicht sind. . Ss 
"Nur auf einige Punkte in den Reden meines Herrn (Pintufrechts: Na alfo) 
Vorredners möchte ich eingehen. Herr Abgeordneter Linz Damals aber war es zu spät. Was vielleicht im Aus 
hat gesagt, daß durch die Verfassung die Simultanschule schuß noc< möglich gewesen wäre, zu einer Verständigung 
die Regel- und Normolschule in Deutschland geworden zu kommen, wenn überhaupt in eine jachliche Beratung 
jei. Eine solche Auffassung möchte ich nicht in die Welt eingetreten worden wäre, das war im Plenum ausge: 
gehen NE 298 ganz Heimat zU epi Men schlossen, 
Sie ergibt sich nicht aus dem Wortlaut der Verfassung 7 er en 
und auch nicht durc< die Art und Weise, in der die (jeh Ting mm Zentrum) 
Verfassung zustande gekommen ist. Niemand :in diesem und es war nur ein Mittel, um die Stellungnahme, die 
Hause wird annehmen, daß meine politischen Freunde in man zuerst eingenommen hatte, der Öffentlichkeit plausibel 
der Deutschen Nationalversammlung ihre Zustimmung zu zu machen. Dieses Verhalten der Deutsc<hnationalen hat 
einer Bestimmung gegeben hätten, in der die konfessionelle vielleicht verhindert, daß etwa8 Gutes geschaffen werden 
Schule zu einer AuSnahme gestempelt und durch die konnte. 
festgeseßt wird, daß der <ristliche Gedanke, wie er sich in I< möchte bei dieser Gelegenheit noch daran er 
der katholischen und evangelischen Sc<ule auswirken soll, innern, daß der Erziehungs8beirat von der Unterrichts 
nicht mit der deutschen nationalen Schule vereinbar, daß verwaltung mit dieser Angelegenheit befaßt worden ist, 
er geduldet sei und eine Ausnahmestellung einnehme. und auch in diesem Erziehungsbeirat waren die Lehrer, 
Die katholische und evangelische Schule ist ein Glied .der die meiner politischen Richtung nahestehen, die einzigen, 
nationalen Einheitsschule. Als solche haben wir sie stets die sich gegen die Regelung erklärt haben, wie sie in der 
betrachtet. Sie ist, wie unser verehrter verstorbener Verfügung getroffen ist, 
Führer Gröber bei den damaligen Verhandlungen es hö ENG 
ausdrücte, eine Modifikation der nationalen Einheits- (hört, hört ! im Zentrum) 
schule, aber keine Ausnahme. Das möchten wir feststellen. und auch diejenigen Lehrer, die der Richtung der Deutsch* 
Und der Unterschied zwischen dem Schulfompromiß der nationalen nahestehen, haben damals keinen Widerspruch 
zweiten aud. Hitien Lesung Hin SIPEHNN zan . erhoben. 
der zweiten Lesung dieser konfessionellen Schule ein Recht I rt i 
gegeben war, während ihr in der dritten Lejung ein (Hört: hort? im Zentrum) 
Anspruch eingeräumt worden ist, über den entschieden Die Lehrer, die meiner Richtung nahestehen, haben nad“ 
werden muß. Daß diese erhebliche Verschlehterung ein» her noch schriftlich erklärt, daß sie ihre Stellungnahme 
getreten ist, ist zum guten Teil die Schuld der Herren gegenüber der Verfügung nicht ändern. 
von der Deutschnationalen Partei, die unter Führung Es ist nun eine eigentümliche Erscheinung, daß man" 
des Herrn Traub gegen das Schulfompromiß der zweiten die Gelegenheit, Schlimmes zu verhindern, nicht benutt 
Lejung gestimmt haben. sondern daß man die Ding: gehen läßt, ja sogar dur 
| . SEIT jeine Abstimmung eigentlich gegen eine Änderung im 
(Hört, hört! im Zentrum) günstigen Sinne wirkt, und daß man hinterher ganz 
I< glaube wohl, daß diese Stellungnahme den Herren großen Lärm schlägt, wenn die Sache eine unangenehme 
von IETI IRENE „aum wun H mehr Richtung genommen hat. 
iymphatisch ist. Aber die Verhältnisse liegen doh so, daß Z ichtia! im Zen 
damal3 durch die Abstimmung der Deutsc<hnationalen "Set richtig! im De jein) | 
Partei meine Parteifreunde gezwurigen waren, auf eine I< glaube, es wäre richtig gewesen, die notwendige! 
Abschwächung des Sculkompromisses einzugehen. Bei Mittel und Wege vorher zu finden, dann wäre die ganze 
dem starken Widerspruch, den das Schulkompromiß in den Aufregung, die jeht entstanden ist, unnötig. m 
Reihen der Sozialdemokraten fand und bei der sehr leb- Ebenso hat es sich bei anderer Gelegenheit gezeigt 
haften Bekämpfung der Demokraten war es bei der Ab- daß vie Haltung der Deutnationalen, die jeßt so star? 
lehnung durch die Deutschnationalen nicht mehr bestimmt für die konfessionelle Erziehung eintreten, nicht ganß 
zu erwarten, daß sich eine Mehrheit in der dritten einwandfrei wär. Das war bei der Gelegenheit, als wil 
Lesung finden würde. Deshalb haben meine politischen über die Lehrerbildung sprachen. Von unserer Seite wäl 
Freunde mit schwerem Herzen darin einwilligen müssen, der Antrag gestellt worden, die Lehrerbildung solle auch 
eine Foxm zu suchen, für die die Demokraten stimmen künftig konfeisionell sein. In dem Unterausschuß hat de! 
konnten. Daß so eine Abschwächung entstand, das ist Vertreter der Deutschnationalen darüber nur eine Be
	        
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