Path:
114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) 131. Sitzung. Dienstag den 30. März 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 8.1919/21 114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) (Public Domain)

10535 -Verfässunggevende Preußische Landesversammltung 131. Sigung am 307'März 1920 - 10536 
[Berufung ves Staatösministeriums] I< will mich über diese ganze Frage nicht weiter auslassen. 
= ! 
[Sergt, Abgeordneter (D.-nat. V.-P.)1 MULEBIER (Set: EE SE : 
50EN EREN 44 cir Aber die Regierung und die MehrheitSparteien haben 
7 R9 verteidige Heren v. Sitzwit absolut nicht, sondern eine ungiüflice Sand bei diesen Verhandlungen gehabt. 
: Ein Erfolg ist zweifellos insofern erzielt worden, als die 
(Andauernde Unruhe links) Militärpartei am Schluß viele von ihren Forderungen 
|. SH Fomme zum dritien Stadium, dem Verhalten Weih hen De Regtennng und Die Regierung mehren 
I Reni ann and „Der 2 emen pen Den ist von der Scylla in die Charybdis gekommen, nämlich 
IN 5: En zu ä Moral DN. di ix e in die gewaltige Link8bewegung, die in der Zwischenzeit 
Linie und wir SG AUNEEE ID ns die R en 8rs Ds einsehte. 2 m EE 
Regierungsmehrheit den weiten Blik gehabt hat, um die (Hört, hört! umd Zuse 1intS) 
richtige Lösung von vornherein zu erkennen. Wer bei diesen Zunächst meine ich, daß unser aller Aufgabe gewesen 
Verhandlungen zugegen gewesen ist, wird sih von dem wäre, die Sache tagelang früher zum Abschluß zu bringen, 
Wirrwarr, der bei den verschiedenen Stellen herrschte, als es tatsächlich geschehen ist. Nicht der Mittwoch durfte 
haben überzeugen können. Von der Stuttgarter Regierung, der entscheidende Tag der Erlösung sein, sondern schon 
die ja rec<t vom grünen Tisch redete, war es sehr leicht, der Montag hätte die" Lösung bringen müssen. Die 
hierher 3“ URN 59 20 gewa Ie rBen m) große Linie, die man dabei einhalten mußte, war nach 
das muß gemacht werden; es kamen Ordres über Ordre3s, unserer "Auffassung =- Sie mögen vielleimt anderer 
die nur die eben im Gange befindlichen Einigung2- Auffassung sein =-: die sogenannte Kappregierung war 
verhandlungen stören konnten. unmöglich. Davon sind wir alle überzeugt gewesen, 
(Andauernde Zurufe links) (Zuruf links) 
= I<h weiß sehr wohl, daß am Schluß vom Vizekanzler dem haben wir alle Ausdru> verliehen. 
eine amtliche Erklärung veröffentlicht worden ist, die den E t - links; 
Saß enthielt: Kapp und Lüttwiß haben sich bedingungslos (Erneuter Zuruf links; 
unterworfen. I< werde Ihnen demgegenüber nur die -- J< wiederhole, daß ich bei diesen Ginigungsver- 
Tatsachen vorhalten und überlasse es ganz Ihrem Urteil, handlungen namens meiner Partei die Stellung einge- 
ob Verhandlungen stattgefunden haben und ob Bedingungen nommen habe, die Kappregierung müsse zurüctreten. Auf 
festgestellt worden sind. I< selbst bin derjenige Partei- der andern Seite war ebenso klar, daß es nach diesen 
führer gewesen, der an diesen Verhandlungen von der starken Erschütterungen unseres Volkslebens mit der alten 
ersten bis zur lezten Minute teilgenommen hat. Regierung nicht mehr weiter ging, daß etwas anderes, 
(Hört, hört! rec<hts und bei der Unabhängigen Sozial- etwas Neue3 an die Stelle gebracht werden mußte. 
demoktatischen Partei) (Zuruf links) 
Am Dienstag Abend bin ich in das Reichsjustizministerium .. Jh komme darauf. Dieses andere mußte unter dem 
ve fen Mn dort als Helfer bei den Verhand- Gesichtöpunkt geschaffen werden, daß man der Gefahr der 
u dienen. Linksradikalisierung rechtzeitig vorbeugte, 
(Große Unruhe und Rufe: Hört, hört! links) (Lachen) 
Ic< habe diese Aufgabe. pflihigemäß erfüllt, und dabei, - : 7 2 ; c 
meine Damen und Herren, sind Punkte oder Bedingungen, DEF Bie nesumien Zednungsemenie zusainmenfäßte 
wie Sie es nennen wollen, von der militärischen Seite (aha! linfs. 
vorgetragen worden, und wir jind Punkt für Punkt wenn man den großen Schnitt auf der Linken da 
darüber in Verhandlungen eingetreten. machte, wo Orxrdnungswidrigkeit, Verfassung3widrigkeit, 
(Hört, hört!) Aufstand und Aufruhr einsetkten. 
Am Mittwoch haben die Verhandlungen dann unter Zu- (Lebhafte Zurufe links) 
MN (NTRND LERNE NG UR 27 DUPHNUSHSHE 
: ? abei beteiligt sein. aran haben wir nie 
-. Herr Abgeordneter Trimborn, Gothein, Stresemann, gedacht. I< habe ausdrüclich im Laufe dieser Cinigungs- 
ich; von der sozialistischen Seite sind Hirsch und andere verhandlungen vor den sämtlichen Anwesenden erklärt, 
Gerren da gewesen. daß die Deutschnationale Volkspartei mit keinem Ge- 
(Zuruf Ain 7" Weitze Parteien?) EE dann denfe, an irgendeiner Sin teilzu- 
s ? nehmen. Nein, nur das gemeinsame Ziel des gesamten 
.. Alle Parteien, von den Mehrheitöparteien bis zu den Gnelichenden Bürgertums und der Arbeiterschaft 
eiden Rechtsparteien. ollte es sein! 
Als am Schluß mit Herrn v. Lüttwit, der wieder (Sehr richtig! rechts =- Große Heiterkeit und Zurufe links) 
jeine Punkte, unter deren Voraussehung er zurücktreten Z ; : Q; 2 
vollte, bestimmt präzisiert hatte, diese wörtlich fixiert EH Nan RE He eer M H Seien 
waren, haben. wir sie dann redaktionell in die Form iPmweren Erschütterungen =- sie mögen nun hergekommen 
Zegossen, (hört, hört!) jein, woher sie kamen -- war diese Regierungsmehrheit 
in der sie an das W.T.B. gehen sollten. Wohlen Sie auf die Dauer nach unserer Auffassung zu Ichwad. Sie 
ruhig selbst urteilen, ob verhandelt worden ist, und ob ELMPNDEE EEN Re Dum Foto. (9027 
Bodi IEE * T durch den großen Gedanken des Kämpfens gegen die inks- 
LEUGNEN AIRE 4300 Wurden jn] radikalen, gegen die Bolschewisten. Nun denken Sie sich 
(Hört, hört!) einmal, wenn wir etwa am Montag zu einer solchen 
(131. Sitg LandeSvers. 1919/26
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.