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114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) 129. Sitzung. Mittwoch den 3. März 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 8.1919/21 114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) (Public Domain)

10389 Verfässunggebende Preußische Landesversammlung 129. 'Sizung' am 3."März 1920 -10390 
[Vertretung de38 Handwerks und des Einzel- daß er vem Auss<huß für Handel und Gewerbe über 
Handels im Reichswirtschaftösrat] wiesen wird. 
Erster Vizepräsident Dr Porsch: Das Wort Erster Vizepräsivent Dr Borsch: I< schließe 
hat der Abgeordnete Menzel (Halle). die Besprechung. Das Schlußwort hat der Herr Antragsteller. 
. Menzel (Salle), Abgeordneter (U. Soz.-Dem.): Hammer, Antragsteller (D.-nat. V.-P.): Nur wenige 
Meine Damen und Herren, auch meine politischen Freunde Worte. Der Abgeordnete Menzel (Halle) von der Unab- 
stehen auf dem Standpunkte, daß dem Handwerk und dem hängigen sozialdemokratischen Fraktion hat soeben bean- 
Kleinhandel sein Recht werden soll. Aber durch den Antrag tragt, daß unser Antrag dem Ausschuß für Handel und 
Hammer wurden wir veranlaßt, uns erst einmal den Gewerbe überwiesen werden sollte. I< bin der Auf- 
Reichswirtschaftsrat näher anzusehen. Da sahen wir, daß fassung, daß das nur eine Art Verschleppung bedeuten 
seine Zusammensezung gerade nicht glüFlich ist. Alle würde; denn in dem Ausschuß für Handel und Gewerbe 
Anträge, die hier von sämtlichen Parteien in dieser würde nichts weiter herauskommen, als was hier gesagt 
Beziehung eingebracht werden, sollen dazu beitragen, unser worden ist, und ich glaube nicht, daß der Abgeordnete 
darniederliegendes Wirtschaftsleben wieder aufzubauen. Menzel (Halle) dort auch nur ein Wort mehr sagen 
Wenn wir aber damit anfangen, es so wie früher zu könnte als hier. Von welchen Gesihtspunkten er aus- 
machen, die alten Ungerechtigkeiten weiter gelten zu lassen, geht, beweist schon sein Wort: der Mittelstand8- 
* werden ie nicht we nnen Sp [on Au er rollwagen soll da angehängt werden! 
eichSwirtschaft3Srat eine Zusammensetzung haben, die den . M . : : 
früheren Gepflogenheiten entspricht. Früher war Preußen- (Hört, hört! bei dex Deutschnationalen Volk3partei) 
Deutschland j<hon ein Industriestaat und wurde agraris< I< möchte diesem Ausdru> weiteste Verbreitung wünschen 
regiert, und heute soll, troßdem wir 42% der Bevölkerung in und werde mit dafür sorgen, um diese Mittelstands- 
der Industrie und nur 284 in der Landwirtschaft haben, freundschaft der Unabhängigen Sozialdemokratie gebührend 
wieder die Landwirtschaft eine genau so starke Vertretung ins rechte Licht zu seßen. 
haben wie die Industrie. S ictia! bei der D onalen Volk . 
Wenn Sie nun an dieses Monstrum, das zwar den (Sehr richtig! bei der Deuts<nationalen Volkspartei) 
Namen Rat trägt -- wir verstehen allerdings unter Wenn er sich darüber beschwerte, daß die Landwirt- 
Rätesystem etwas anders als das --, noch Ihren Mittel- sc<aft ebensoviel Vertreter erhielte wie die Industrie, [9 
standsrollwagen hängen wollen, so wird das ein s<hwer- sind wir unsererseits nicht neidisch auf die Vertreter der 
fälliger Apparat werden. anderen Berufe, sondern wünschen nur, selbst angemessen 
I Sa will dazu keine längeren Ausführungen machen. vertreten zu sein. 
J< habe dagegen Bedenken und beantrage, daß der | bei ; : 
Antrag Hammer der Kommission für Handel und Gewerbe (Sehr gutt aber del Dentscnotionalen Doitozoriei 
überwiesen wird. In den bürgerlichen Zeitungen stand . Zum Sc<luß möchte ich Folgendes sagen: die Land- 
vor einiger Zeit über den Antrag Hammer nur eine kurze Wirtschaft wird wahrscheinlich in den nächsten Jahrzehnten 
Notiz. Der „Vorwärt3“ aber brachte merkwürdigerweise der erste Berufsstand im Deutschen Reiche werden, und 
gleichzeitig damit eine Berechnung, nach der die Klein- wenn wir ihn nicht in dem Maße unterstüßen, wie es 
handwerker in der Natioralversammlung 40 Abgeordnete notwendig ist, werden der Abgeordnete Menzel und die 
haben müßten, selbstverständlich mit dem stillen Wunsch, Herren von der Unabhängigen Sozialdemokratie ebenso 
daß das alles Rechts8zozialisten sein sollten. Er macht verhungern müssen wie wir alle. 
also dieses Wettrennen in der Mittelstand8bewegung schon Dieser leben3wichtige Stand muß unter allen Um- 
mit. Von diesem Standpunkte aus sehen wir die Sac<e ständen aufrechterhalten werden, und deShalb freuen wir 
niht an. Wir sind aber bereit, mitzuarbeiten, und ih uns, daß er eine dementsprechende starke Vertretung be- 
bitte Sie, meinen Antrag anzunehmen. kommen soll. 
Erster Vizepräsident Dr Porsch: Das Wort (Bravo! bei der Deutshnationalen Volk3partei) 
hat der Abgeordnete Stephan. 
Crsier Vizepräsident Eutin: Wir Duzen 
2 . : . zur timmung. Es ist der Antrag gestellt, 
Stephan, Abgeordneter (Soz. Dem.): Meine ver eit Antrag: Soimmer" dem AuTTM;UT Tür Deond el 
ehrien Damen und Herren, e3 steht fest, daß gerade das | . | 
Hleinhandwerk und der Kleinhandel unter allen Umständen und Gewerbe zu ü berweisen. I< werde zunächst 
wieder so berücksichtigt werden müssen, wie sie es beanspruchen darüber abstimmen lassen. 
können, und wenn ein Reichswirtschaftsrat vorhanden ist, I< bitte, daß diejenigen, welche den Antrag dem 
in welchem über alle Fragen verhandelt werden soll, Ausschusse für Handel und Gewerbe überweisen wollen, 
deren Lösung geeignet ist, den Wiederaufbau unseres sich von den Plätzen erheben. 
Vaterlandes zu fördern, Handel und Gewerbe wieder in ; 
Fluß zu bringen, dann müssen selbstverständlich Klein- (Geschieht) 
handwerk und Kleinhandel darin entsprechend vertreten Wir bitten um die Gegenprobe. 
sein, zumal bekanntlich gerade sie einen schweren Kampf : b l 
um ihr Dasein stet3 geführt haben und andererseits (Die Gegenprobe erfolgt) 
gerade sie u iu jane Siet Air gelitten haben Das ist die Mehrheit; der Antrag ist abgelehnt. 
enn es daher jekt gilt, für den Aufbau tätig zu sein, : T 
und wenn dafür besondere Stellen geschaffen sind, jo ge- -. . Dann darf 0 wohl 5 ju ZERLIOREEE Ab: 
ziemt es sich vor allem, daß Kleinhandwerk und Klein- stimmung site 8/1008 La gum 
handel darin vertreten sind. Darum ist auch meine Ingenommen im. 
Partei der Ansicht, daß dem Rechnung getragen werden Zur Geschäftzordnung hat das Wort der Abgeordnete 
muß, stimmt dem Antrage Hammer zu und beantragt, Dr Faßbender.
	        
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