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114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) 128. Sitzung. Dienstag den 2. März 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 8.1919/21 114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) (Public Domain)

[03617 Verfässunggebende" Preitßische Ländesversammlüng"128. Sizüng am 2. März 1920 10 362 
[VermögenSöaus8-imandersehung zwischen Staat hat; in allen Einzelheiten antworten kann. Die Methode, 
"und Königshaus] mit der er arbeitet, den übelsten Dienstboten- und Hinter- 
treppenklatsch herbeizutragen und immer so zu tun, als ob 
[Adolph Soffmann, Abgeordneter (U. Soz.-Dem.)] das, 90 ihm zugetragen wird, oder was er durch seine 
Der Abfindungs8skandal ist so groß, daß Spiße . 
man faum nod 20 hinzufügen kann. 9 er Ab- (Lachen links) 
findungsskandal, der mi t dem Medlen- sich herbeischaffen läßt, bewiesene Tatsachen wären, diese 
burger unter dem Rechtsbeistande Heines Methode, davon bin ich fest überzeugt, wird er selbst dann 
begonnen hat, soll jezt gekrönt werden -- 8 Schlösser, nicht lassen, wenn ihm restlos bewiesen wird, daß seine 
31 Billen und Grundstüfe = 4 Schlösser sollen dem Beschuldigungen nichts als Verleumdungen sind; denn ein 
Einen Tenthians ougerbenn uh 7 2 Mann, der so vorgeht, will niht der Wahrheit dienen, 
ügung geste verden. Immer wieder muß gesag : | N 
werden: Krankenhäuser, -Siechenhäuser, (Lachen links =- Zuruf: Unerhört!) 
N rüppel 5“ ime.  Müiterh 7 m - K | .. 1- sondern nur andere Leute verleumden. 
eime, äuglings3pflegehäuser fehlen ; 0.6 
mD: "Findelhauser [ind aar nicht. in (Gloeseides-Präfiventen) 
Deuts<land vorhanden; ein Teil von diesen Präsident Leinert (den Minister unterbrechend): 
wenigstens könnte geschaffen werden, wenn diese Gelder Herr Minister, ich muß bitten, gegen die Abgeordneten den 
und Werte beschlagnahmt würden. Da will man einem Vorwurf, daß sie verleumden wollen, nicht zu 
solchen Manne no< Steuerfreiheit auf zehn erheben. | 
Jahre geben, und auc<h bei dem Reichs- 
WOLDPTer oll er mil ieinen Rilliarden Dr Südefum, Finanzminister (fortfahrend): Dann 
nicht herangezogen werden, wird der sachliche Beweis, daß die Behauptungen, die der 
(hört, hört!) Herr Abgeordnete Adolph Hoffmann aufgestellt hat, 
ME ' A objektive Verleumdungen find, anzutreten sein. 
und das in einer Zeit, wo man den Ärmsten der Aus den zahllosen Bemerkungen, die er gemacht hat, 
Armen heranzieht, mit unglaublichen uns yon denen er immer wieder fagt, daß sie fich auf „ganz 
D teuern, di rx ften und indirekien, den zinmandfreies Material“ stüßen, greife ich nur einiges 
AJrxmsten der Armen ausplündert. | heraus. Vorausschi>en aber muß ich die Bemerkung: wenn 
im Ei aan e. wenn sie Gejseh wird, >43 alles so wäre, wie Herr Abgeordneter Adolph Hoff- 
ird allein eine Wahlparole geben, wie nm hehauptet hat, dann machte er sich der Begünstigung 
sie noh nie bestanden hat. dadurch schuldig, daß er nicht längst zum Staatsanwalt 
(Hört, hört!) gegangen ist und die Anklage erhoben hat. 
„„Berbredheris< ist, wer mits<uldig (Zuruf bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei: 
1? (] 2 1 Serbredie ; > a en es, di . ie Sofern er es früher erfahren hätte!) 
7 efü es Ear a. Mi 92 ULD Tia * Is -- Ach so, er hat es nicht früher erfahren; das ist allerdings 
brechen, bei dem 12 Millionen Mens<hen [Jr wichtig. 
gemordet, Millionen dem Hungertode (Erneuter Zuruf bei der Unabhängigen Sozialdemokra- 
überantwortet, etwa 30 Millionen Krüp- tischen Partei: Sie als Chef der Verwaltung wissen es ja 
ke 4 11727 | NE j EE 0 die heute noch nicht!) 
auptshuldigen jin ie Fürsten, die un weil es nicht wahr ist; das, was falsch dargestellt 
Deuts<hland regiert haben, allen voran IIEENN : NSRIHEU TT :: 
Wilyelm, er gehört an erster Stelle. Und Sie, oder Nvernapt nicht geschehen is kann ich nit wissen. 
meine Damen und Herren, . machen sih zu Mit- (Zuruf bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei: 
squlvigen dieser Verbrecher, wenn Sie Man hat es ja shon an den Gesichtern gesehen!) 
diese Geseßesvorlage annehmen. -- Nun gibt es schon jemand, der an den Gesichtern dritter 
(Beifall link8) Leute ablesen kann, ob Behauptungen des Herrn Hoffmann 
wahr sind! < ED rh 
räsident Leinert: Das Wor ti der Herr (E35 wird beispiel3weise folgendes vorgeführt =- wenn 
Rin SEEM H ich der Reihenfolge, .die Herr Hoffmann eingeschlagen hat, 
etwas Rechnung trage --, eine Hofdame M 
Dr Südekum, Finanzminister: Meine Damen und Prinzessin im Alter von 22 Jahren sei mit 18000 H pen- 
Herren, es war 2] anzunehmen, daß der sioniert worden. Das ist selbstverständlich niht wahr! Er 
Abgeordnete Adolph Hoffmann diese oder irgendeine sagte ferner, ein Kastellan in Wiesbaden sei durch den 
andere Gelegenheit, bei der man auch auf das ehemalige Kaiser erst neuerdings angestellt worden. Das ist natürlich 
Rönig3haus und sein Vermögen zu sprechen kam, dazu be- nicht wahr! NENNER 
nüßen würde, eine demagogische Rede in seinem üblen (Hört, hört! rechts) 
Stil zu halten. J< muß aber sagen, daß die Leistung, die Ey sagt, auf alten Rechnungen über die Kaisermanöver 
r heute mit seinen Verleumdungskünsten hier ausgeführt seien allerhand Ausgaben untergebracht worden, die nicht 
hat, doch das übersteigt, was man selbst bei diesem Herrn richtig seien; e8 sei etwas darauf geschrieben worden, was 
Volksvertreter sonst gewöhnt ist. gar nicht angeschafft sei, und was dergleichen Schiebungen 
(Sehr wahr! recht3 und im Zentrum = Lachen bei der mehr seien. Das kann ich natürlich nicht bestreiten, ich 
Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei) kann es auch gar nicht einmal wissen. 
Man kann natürlich nicht vorausseßen, daß ich auf die (Zuruf bei der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei: 
Schlammsprißer, die er gegen das Finanzministerium und Sie werden ja darauf aufmerksam gemacht, damit Sie es 
jeine Beamten und gegen viele andere Menschen loögelassen nachprüfen!)
	        
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