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114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) 127. Sitzung. Montag den 1. März 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 8.1919/21 114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) (Public Domain)

(0263 -« Berfässunggevende"Preußtsche Landesversjammtungy127. Sizungam'1.- März 1926. 49264 
Überschpemmungen an Elbe und Weser] auch hier wieder keine Kohle geliefert wird, wo e3 sich 
in ; um eine Existenzfrage des deutschen Volkes handelt, wenn 
[Bartels (Sannover 3, Abgeordneter (D. Dem.)1 it iM durch ZEE REREN vn Nate is 
ür Zeile des überschwemmten Gebietes die Möglichkeit, Z>er rechtzeitig vom Hochwajjer freimachen, sie wieder 
ch intensives Bee der Dampf-, Schöpf- WESEN in Kultur bekommen und mii Saatgut bestellen fönnen, 
werke wenigstens die Aerflächen früher vom Wasser frei 2201 wird die Ernährung aus Voltes außerordentlich 
zu bekommen, als es sonst möglich wäre. I< meine, man leiden. Deshalb joll die Regierung schleunigst dafür 
jollte alles tun, um diese Pump- und Hebewerke mit den 107gen- daß der Reichskohlenkommissar in diejer aller- 
nötigen Kohlen zu beliefern : wichtigsten Notlage eingreift und für diesen Zwe> Kohlen 
(sehr richtig!) liefert. Cbenso wie für die Versorgung mit Dünger ist 
damit auf diese Weise wenigstens zunächst die Aerflähen * VIET DINE DinE 55 ais 8PeIe: „daß dafür gesorgt 
von dem Wasser frei gemacht werden können. I< möchte bird, das Land Wieder 5 estellungsfähig zu maden. 
auch von dieser Stelle aus an die Staatsregierung die Außerdem kommt hinzu, daß vie Besrhang der Weiden, 
Trage richten, was sie zu tun gedenkt, um dafür zu sorgen, "wenn das gute Writer anhält, bald exfolgen kann, und 
daß die Hebe- und Pumpwerke der Kreise mit den er- das ist noiwendig, weil wir sehr unter Futtermangel 
forderlihen Kohlen beliefert werden. - Wenn irgendwo 267 ENE ET GEI TMN OPEN: HR INN 
[even Toi Detriede vorhanden find, jo fahren nente wird. DesShalb muß die Regierung alle3 aufbieten „und 
Weiter möchte ich hierbei erwähnen, daß die Be- die Provinzialbehörden anhalien, daß jo schnell als 
seitigung des Hochwassers auch in bezug auf die Wiesen möglich alles geschieht, was dazu erforderlich „ist. % 
von außerordentlicher Wichtigkeit ist. Gerade in den . Dann ist eine zweite wichtige Frage die, daß . die 
Niederungen der Flüsse wird eine recht intensive Vieh- Ländereien, wenn sie vom Wasser befreit sind, auch wieder 
zucht getrieben, und wenn das Wasser nicht von den bvejät und bestellt werden können, und da herrscht in der 
AFerflähen weggebracht wird, wird e3 auch nicht so Irage des Saatgutes ein großer Notstand, da nur der 
j<nell von den Wiesen zurücgehen. und dann wird auh Anbau von Sommergetreide in Frage kommt, welches 
die Ernährung des Viehs wesentlich darunter leiden, dort fehlt. Deswegen muß die Regierung, wenn sie es 
dann werden wir dahin kommen, daß die Futternot noe) n9o< nicht getan hat, auch damit nicht warten. Sie muß 
größer wird und daß sich die Erträge, die wir für die [9osort dafür sorgen, daß ein Austausch von Getreide exr- 
Volksernährung aus dem Viehbestande dieser Gegenden folgt. Wir haben Teile in Deutschland, wo in der 
ziehen, ebenfalls senken werden. Hauptsache Sommergetreide gebaut wird, welches zur 
Des8wegen, meine Damen und Herren, ist hier die Ernährung verwandt wird. Dort soll die Regierung 
allergrößte Eile dringendst geboten, und ich möchte namens eingreifen und es gegen Wintergetreide austauschen, da- 
meiner politischen Freunde an die Staatsregierung die mit hier der Getreidebau einsehen kann und das Land 
dringende Bitte richten, alles zu tun, was nur irgend nicht brachliegen bleibt. Das ist absolut nötig. Ebenso 
möglich ist, um die Schäden im Überschwemmungsgebiet wäre es erforderlich, sic) darüber zu orientieren, ob es 
zu lindern und die landwirtschaftliche Erzeugung dort nic<ht an Saatkartoffeln mangelt, damit die Ländereien 
mit aller Energie zu fördern. auch ausreichend mit Kartoffeln besezt werden können, 
Bravo! denn wenn nicht genügend Sommergetreide da ist, muß 
(Bravo) desür gesorgt Haden Ee a Ä>er mit Kartoffeln 
. . . : aut werden, damit nichis versäumt wird, und es mögli 
eric Bigepräfivent Dr Porsch: Das Wort ic alle diese Ländereien für die Ernährung nußbar zu 
hat der Abgeordnete Held. machen. 
NY. : Sehr nötig scheint es mir auch zu sein, dafür zu 
Seld, Abgeordneter (D. V.-P.): Meine Damen und . ; . 0 . 
Herren, es ist außerordentlich erfreulich, daß dieser An- jorgen. daß die neuen Preise, die für Brotgetreide, 
trag in der Kommission eine so wohlwollende Aufnahme artoffeln usw festgeseht werden sollen, recht bald bekannt 
gefunden hat. Vor allen Dingen begrüßen wir es aber gent ime: Auch des wird eine „Sorberung Eines 
auch, daß der Antray in der Kommission eine Erweiterung tense nbaus werden, wenn nat M : 8 En 
erfahren hat, jo daß diese Fürsorge sich nicht allein auf wirtschaft dieser vom Hochwasser geschädigten Landesteile 
die in dem Antrage genannten Landesteile erstre>t, PLerannt wird, wie die Preise für Kartoffeln, Brotgetreide 
sondern über ganz Deutschland, wo Schäden durch Wasser- 211 in Zukunft sein werden, man wird fich dann gewiß mit 
fluten entstanden sind. größerem Nachdruck an die Lestellung heranmachen. j 
Sehr bedauert habe ich, aus den Worten des Hexen . Aber die Hauptsache ist: die Regierung darf nicht 
Vorredners zu vernehmen =- ich selbst habe der Kom- zögern, sie darf nicht, wie wir jetzt den Eindru> haben, 
mission nicht angehört =, daß in dex Kommission keinerlei langsam verfahren, sondern sie muß im Gegenteil mit 
Erklärung der Regierung erfolgt ist. Das bringt mic) aller Kraft dafür sorgen, daß die Ländereien und Wiesen 
zu der Vermutung, daß die Negierung entweder sehr vom Wasser befreit, daß die Kohlen bereitgestellt und 
ichlec<ht oder gar nicht über diese Verhältnisse orientiert das nötige Saatgetreide und die notwendigen Saat- 
war. Ich glaube auch deswegen nicht, daß die Regierung kartoffeln herangeschafft werden, damit wir nicht bezüglich 
inzwischen orientiert ist, weil, wie ich erfahren habe, dex Lebensmittelversorgung im nächsten Jahre no<9 in 
bisher nichts getan wurde, um intensiv daran zu arbeiten, s<limmere Verhältnisse kommen, als wir sie jett leider 
daß die Aderflähen wieder von dem Wasser befreit vorausSsehen müssen. 
werden. Es sind große Pumpwerke vorhanden, die das 
Wasser von den Landflächen fortbringen könnten, aber es Erster Vizepräsident Dr Porsch: Das Wort 
hat an Kohlen gefehlt. Hier sehen wir wieder die uns hat der Abgeordnete Peter3 (Hochdonn). 
heilvolle Tätigkeit des Reichskohlenkommissars. "Bei der 
Kohlenlieferung zur Erzeugung von Stickstoff und Dünge- Peters (Sochdonn), Abgeordneter (Soz.-Dem.): 
mitteln hat der Reichskohlenkommissar auch versagt; Als erster Punkt der Tagesordnung ist hier ein Problem 
infolgedessen haben wir einen Schaden von 4 Millionen behandelt worden, das sich mit der Nußbarmachung der 
Tonnen an unserer Brotgetreideernte gehabi. Wenn nun Wasserkräfte als Erfaß für- Kohlen beschöftigte. “+ I< mö<te 
127. Sita Lande8vers. 1919/20 684
	        
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