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114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) 127. Sitzung. Montag den 1. März 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 8.1919/21 114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) (Public Domain)

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10219 - Verfässunggebende Preußische Landesversammltung 1 127. Sizung am 1. März 1920“ 10220 
; äste Antrags gestellten Wunsc<, eine Denkschrift über die 
[Ausnutzung der Wasserkräfte und der Sohle] m 4 jeh IERERNU m EE in M Au au 
; . % | etwas näher zu präzisieren und zu umreißen, um dana 
[Meyer GEippfin dt): Aurasieier (So3 Zein 1 festzustellen, - sich die Antragsteller und die Mitglieder 
daß meineiwegen irgendwelche kleine Fabrifen ihre Kohlen der übrigen Parteien diese Denkschrift denken. Aber es 
derartig univirtschaftlich auf dem Rost verfeuern, daß sie muß zugegeben werden =- und ich stimme den beiden 
fast noch in konsistenter Form zum Schlot hinausgehen Herren Vorrednern zu =-, daß e3 zwe>mäßig sein wird, 
und der Qualm und die Flugasche nur die Nachbarschaft vielleicht zunächst erst die Denkschrift zu haben und dann 
belästigen. Eine großzügige Kontrolle der verschiedenen jpäter an Hand derselben eingehend zu beraten und über 
Feuerungsanlagen durc< di? Gewerbeinspektion wäre hier das weitere Schisal des Antrages zu befinden. 
vielleicht am Plaße, und das ist ein Gebiet, das sicherlich I . NARET . ö 
der Gewerbeinspektion im Interesse der Volkswirtschaft Dieser Antrag führt uns in seinen beiden Teilen -- 
er ug 4.34 in Rücksicht auf die Wohl» darüber müssen wir uns klar sein -- mehr oder weniger 
sehr nahe läge, damit nicht nur in Rüsficht auf die Wo I ; ( ] ( € 200 ? 
fahrt der Arbeiter, sondern auch in bezug auf die Wirt- wieder in das Herz der Kohlenfrage zurü>. Die Kohlen- 
chuftlichfei Stoffe und Energien besser vorgegangen frage hat uns aber in diesem Hause so oft und so viel- 
aftlichfeit der Stoffe un nergien 1gegang Heschaft daß ich glaube, es Ist nicht mehr 5wet 
würde, als das biSher der Fall ist. fach beschäftigt, daß ich ENDO ESt ni ZENT GWen: 
R je vor, diesen An- näßig, sie hier in ihrer Gänze nochma S. aufzurollen, 
Ich schlage daher dem Hohen Hause vo SIGRUN: obgleich man wohl sagen kann, daß auch jeder Tag in 
trag ohne weiteres zu verabschieden, weil die Verweisung dieser Beziehung das Bild, das einmal entworfen ist und 
in irgendeine Kommission hier wohl nicht am Plage Das "uns Vorkmmueht WRCIET ENIE und, wie es jeht 
wäre. Die Materie ist so klar und einwandfrei, daß scheint, wenigstens nach den Nachrichten der lezten Tage, 
man es der Staatsregierung überlassen muß, mit positiven sich etwas zum Besseren zu ändern geneigt ist. Diese 
Bohnen ahne eitere m DaS Daus HENN a In Diesem Haufe swat beschäftigt, als 
. . Ne 2 ; es nod) feine Landesversammlung gab, sondern als es 
Präsident Leinert: I< eröffne die Besprehung. 79h das alte Abgeordnetenhaus war. Schon Ende 1916 
Das Wort hat der Herr Abgeordnete Dr-Jug. Kloß. tauchte sie auf, 1917 hat sie sich shon zu einer außer- 
. ordentlich unerfreulichen gestaltet und ist schließlich im 
Dr-Ing. Kloß, Abgeordneter (D.-nat. V.-P.): Meine Laufe der herauffommenden Jahre bis in die gegen- 
Damen und Herren, vom / Standpunkt der gesamten wärtige Zeit hinein zu einer solchen Schärfe geworden, 
Energiewir1schaft eines Volkes aus ist es unbedingt er- daß man wohl von einer Katastrophe sprechen kann. 
forderlich, daß wir gerade unter den heutigen wirtschaft» Wenn bisher nur darüber gesprochen und beraten worden 
lichen Verhältnissen ganz besonders darauf achten, daß ist wie man diesen Zusammenbruch der Kohlenversorgung 
wir unsere Energiequellen mögli st wirtschaftlich und pyerhindern kann, indem man die Kohlenförderung so sehr 
vollständig ausSnugen. I< möchte aber, um in den pie möglich steigert, jo geht der Antrag der Herren Ab- 
Kreisen, die mit der Materie nicht vertraut jind, keine geordneten Gräf und Genossen ganz richtig von dem 
falschen Gedanken auftauchen zu lassen, bitten, aus der Gesichtopunkt aus, daß eine Lösung der Schwierigkeiten 
Stillung dieses Antrages nicht eiwa zu folgen, als ob qu<h darin liegt, den Verbrauch zu verkleinern, indem 
die Technik bisher auf diesem Gebiete nicht hre Pfliht man andere Energie- und Heizquellen findet, als uns in 
getan hätte. Im Gegenteil, die führenden Köpfe aller don Kohlen allein zur Verfügung stehen. - Im übrigen 
Fac kreise haben sich mit den hier angeregten Problemen mache ich darauf aufmerksam, daß dieser Punkt von 
nicht nur seit Jahren, sondern jeit Jahrzehnten beschäftigt. meinen Freunden und au< von mir bei 
Glei<wohl haben sich die Verhältnisse houte, wie Sie alle dx VBeratun 9 des Staat3hauS3halts8- 
wissen, vom wirtschaftlichen Standpunki aus wesentlich planes schon betont worden ist, und daß 
verschoben, so daß eine noch energischere Behandlung dieser wir schon auf die Punkte hingewiesen 
Frage durchaus wünschenswert und am Plaße ist. Wir haben, auf die sich der jetzt vorliegende 
begrüßen den Antrag auf Vorlage einer Denkschrift, be- Antrag bezieht. 
treffend Ausbau der Wasserkräfte, und auf Vorschläge für Es ist ganz richtig, daß in Deutschland noc< mehr 
restloje Ausnußung der Kohle. | -;. zur Ausnußung der Wasserkräfte geschehen kann. Des- 
- Wir haben anfangs erwogen, ob es nicht zwe>mäßig halb halte ich es auch für ganz zwe>mäßig, daß durch 
sei, die ganze Materie erst in einem Ausschuß, vielleicht eine Denkschrift gleichsam eine Art Inventur über das 
in dem verstärkten Ausschuß für Handel und Gewerbe, dufgenommen werden soll, was überhaupt vorhanden ist. 
zu beraten, sind aber nach nochmaliger Prüfung zu der FMyr , eine solche Denkschrift darf sich nicht darauf be- 
Überzeugung gekommen, daß eine nußbringende Beratung shränfen, festzustellen, was wir an Wasserkräften schon 
nur stattfinden kann, wenn sie die nötigen Unterlagen jeßt auSnugen; sondern ihre Aufgabe sollte vor allem 
hat, das heißt, wenn das Material vorgelegt wird, das darin bestehen, festzustellen, was in dieser Beziehung 
im Antrag verlangt wird: die Denkschrift und die Vor- noch geschehen kann. Und das ist, wie eine große An- 
sc<läge. Deshalb schlagen wir vor, den Antrag nicht erst zahl von Technikern übereinstimmend aussagt, doch noch 
einem Ausschuß zu überweisen. Meine politischen Freunde sehr viel. Der Herr Begründer des Antrages hat schon 
werden für den Antrag stimmen. auf die Nutzbarmachung der Talsperren im Harz hinge- 
wiesen. J< möcte darauf hinweisen, daß auch in 
Präsident Leinert: Das Wort hat der Herr Thüringen im Kreise Scleusingen bei der Werra- 
Abgeordnete Dr Frengel. kanalisation und ähnlichen Unternehmungen noc<h die 
Möglichkeit gegeben ist, größere Wassermengen zu stauen 
Dr Frenzel, Abgeordneter (D. Dem.): Meine und später nugbar zu machen. Banktechnisch ausgedrückt 
Freunde sind mit dem Antrage einverstanden und werden heißt das eine Abitrage zwischen dem Überschuß des 
ihm ihre Zustimmung geben, sind auch weiter damit ein- Winters und dem Mangel des Sommers herbeizuführen. 
verstanden, daß der Antrag ' nicht noc< einmal einer Auch bei der Notwendigkeit, den Mittellandkanal mit 
besonderen Beratung im Ausschuß unterworfen wird. Wasser zu versorgen, wird sich die Möglichkeit ergeben, 
Allerdings könnte die Frage aufgeworfen werden, ob es Wassermengen aufzustauen und bei ihrem Ablassen in 
nicht zwedmäßig wäre, dem in dem ersten Teile des Form von Kraft nußbar zu machen. Dazu kommt 
127, Sitzg LandeSvers. 1919/20 681*
	        
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