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114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) 124. und 125. Sitzung. Freitag den 27. Februar 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 8.1919/21 114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) (Public Domain)

10097" Verfässunggebende Preiüßische Ländesversammlung 124. Sikungam 2. Februar 1929 1909) 
[Das Hhauswirtschaftliche Pflichtiahr für stellerin schon einige Hinweise gegeben. Am Rot mi ne 
- Mädchen] ist es entschieden =- und das betonen meine politische 
= Freunde auch mit allem Nachdru> =, wenn die Mädchen 
[Frau Dr Spohr, Abgeordnete (D.-nat. V.-P.)] 0 PENIG Dun unter Senteiimin ; 34 
ENSE DUELSCHTUG + BRTSE UH EED: + Mutter im elterlichen Hause empfangen. Wo immer das 
aft AOERINE ? DI M phie we möglich ist, ziehen wir diese Art der hauswirtschaftlichen 
dadurch das Ansehen der hauswirtschaftlichen Tätigkeit AuLildung derjenigen in öffentlichen Schulen, in großen 
wieder gehoben wird, daß, wenn alle Mädchen diese haus- Betrieben, vor. Frau Heßberger hat vorhin schon darauf 
wirtschaftliche Tätigkeit kennen lernen, viele sie auch lieben hingewiesen, daß das aus pekuniären (STN 520 notwendig 
und sich ihr dauernd zuwenden werden. Denn gerade auf haus- nE. 2% Bie M 0 ve ) auf er en 
wirtschaftlichem Gebiet herrscht doch ein großer Mangel an ä eit Bult EN ei en ä 2 8 6 Zu Gef 
Arbeitskräften. Frau Hanna stellte das vorhin anders dar. DNN eX h ei 0 gep iD Ne ' u 40 GI LE DR 
Aber die Tatsachen sprechen doch dafür, daß gerade haus- zeuer r eus ZIG 61 ne Er Gi ngen 3) us "M 
wirtschaftliche Berufe einen großen Mangel an Arbeits8- EE 27000 1 R M m inzelhaushalt, in der 
kräften aufweisen. E3 wäre ein großer Gewinn, wenn wir OMnIe ng THEM L DUNN: | | 
diesem Tätigkeitsgebiet wieder eine größere Beliebtheit Nun können wir aber leider die Tatsache nicht aus der 
schaffen könnten. Welt schaffen, daß es heutzutage in allen Schichten Frauen 
So müssen wir meines Erachtens mit allem Nach- gibt, die wenig Sinn und Verständnis für die HauShalts: 
druc> auf die pflihtmäßige Durchführung einer hauswirt- führung haben. Die Frauen der begüterten Stände sehen 
jchaftlichen Mädchenausbildung dringen, vor allem auch, 3um Teil in der hauswirtschaftlichen Tätigkeit nicht mehr 
weil das volkswirtschaftlich und bevölkerungspolitisch über- ihren Lebensberuf. Sie überlassen diese Pflichten ihren 
aus wichtig ist. Warum müssen denn so viele Frauen und Dienstboten. Sie machen sich den Zusammenhang zwischen 
Mädchen heute selbst miterwerben? . Oft doch, weil die Cinzelwirtschaft und Volkswirtschaft nicht klar, sie unter: 
Hausfrau nicht mehr eine geordnete Wirtschaftsführung [Huben die ethischen Werte der Hausfrauenpersönlichkeit 
versteht. Der Lohn wird dann zur Ansc<affung von für das gesamte Familienleben. Bei den erwerbenden 
Wäsche, Kleidung, HauShaltungsgegenständen verwendet, Ständen liegt diese Gleichgültigkeit für die Hauswirtschaft 
und dennoch wird oft durch diese ErwerbsStätigkeit der Frau > der einseitigen Erwerbstätigkeit der Frau, die nun schon 
nicht das eingebracht, was sie als tüchtige Hausfrau in der it der zweiten Generation dur<geführt wird, denn da 
eigenen Wirtschaft ersparen könnte. gehen die Mädchen der erwerbenden Stände gleich nach 
. dem Verlassen der Schule in ein Geschäft, in ein Kontor 
(Sehr wahr! rechts) er 2 ein: Fabrik, oder is wenden sich einer bestimmten 
Um Familienleben und Volks3wirtschaft wäre es in vielen Berufsvorbereitung zu. Kommen sie dann nach den 
Füllen besser bestellt, wenn die Mn bei sparsamer Arbeitsstunden müde nac< Hause, so haben sie weder Lust 
und praktischer Wirtschaftsführung auf einen außerhäus- no< Gelegenheit, sich in Haushaltsdingen anleiten zu 
lichen Erwerb verzichten könnte; und was eine wirtschaftlich lassen. Eine systematisch geordnete Haushaltsführung 
geschulte, umsichtige Hausfrau heutzutage sparen kann, bleibt ihnen unbekannt. „Sie empfinden selbst keine Freude 
ich glaube, darauf brauche ich kaum hinzuweisen. Kaum am Wirtschaften und können später ihren Töchtern nich! 
irgendwo fann eine Frau heute leichter mitverdienen die nötige Anleitung für die Wirtschaftsführung geben: 
helfen als in ihrer eigenen Wirtschaft, wenn sie bei den (Sehr richtig! recht3) 
ungeheuer hohen Löhnen nicht eine Schneiderin, nicht eine Es IR ; en nN 
Näherin, nicht irgendwelche sonstigen bezahlten Kräfte in DW2um brauchen wir auch pflichtmäßige Haushaltungs- 
ihrem Haushalt braucht; und was allein in der pfleglihen kurse in den Fortbildungsschulen. Wir möchten aber be 
Behandlung der Wäsche, des Schuhwerks, der Kleidung 1902e1- daß man, wie auch Frau Dönhoff schon sagte, 
bei den heutigen Preisen für ein Kapital ste>t, das brauche "8glichst an das bereits Bestehende anknüpfen muß, daß 
ih ja alles nicht näher auszuführen. Bei der heutigen wir die bereits bestehenden Hauswirtschaftsshulen und 
Knappheit der Materialien, der Textilwaren, dex Leder- Hauswirtschaftskurse erweitern und ausbauen. Das ist 
waren usw ist es volkswirtschaflich geradezu eine Not- (lerdings nötig für all die Mädchen, die im Elternhause 
wendigkeit, daß nichts vergeudet wird. Das ist aber nur nicht die richtige Anleitung finden können, und auch als 
möglich, wenn unsere Hausfrauen auch sparsam zu wirt- Ergänzung der Ausbildung im elterlichen Hause. Denn 
jhaften verstehen, wenn alle Mädchen, ganz gleich welchen 77 iV glaube, darin werden mir alle Hausfrauen zu- 
Standes, von der Notwendigkeit durchdrungen sind, daß stimmen == selbst wenn ein Mädchen im Elternhause die 
in ihrem eigenen Haushalt shon im Interesse der Volks- 23enkbar beste Vorbildung hat, eine Erweiterung des Ge: 
wirtschaft nur das Notwendigste verbraucht werden darf ARR 7 gudecen SIEBE CRE Hon BUR H 
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und'möglichst sparsam gewirtschaftet werden muß. mütterlichen HauShaltung erst richtig shäßen zu lernen. 
(Sehr wahr! rechts) fen N 
In sehr vielen Fällen ist bei den heutigen schwierigen Gch Ein vet 
Lebensverhältnissen eine Familiengründung überhaupt nur 17, Wir brauchen also die Haushaltungskurse. Ob dieset 
möglich, wenn wir praktische und sparsame Frauen haben. A (erciht ain besten an den Anfang gelegt wird - wie Frau 
Bei einer solchen sparsamsten Einteilung unserer LebenS3- Heß erger fordert, oder ob man ihn lieber später erfolgen 
mittel und unserer sonstigen Materialien ist es aber Tat- !ößt- müssen wir wohl in der Kommission beraten. I< 
sache, daß eine kleine Familie nicht viel mehr verbraucht, würde dafür sein, daß zum mindesten nicht das ganze Jahr 
als etwa ein unverheirateter Mann allein. So ist also im. Anfang der Fortbildungsschulzeit liegt, weil da den 
auch vom bevölkerungspolitischen Standpunkt aus diese Mübihet für viele Dinge no< die Reife und das Ver- 
hauswirtschaftliche Schulung aller Frauen ein unbedingtes ändnis fehlt. un 
Erfordernis. (Sehr richtig! rechts) 
Wie nun diese hauswirtschafliche Ausbildung im ein- Frau Hanna wies darauf hin, daß die Berufsbildung der 
zelnen durchzuführen ist, darüber hat ja die Frau Antrag- Mädchen nicht unter der hauswirtschaftlichen Ausbildung
	        
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