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114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) 122. und 123. Sitzung. Donnerstag den 26. Februar 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 8.1919/21 114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) (Public Domain)

10039 'Verfassunggebende Preüßische Ländesversammlüng" 1237 Sizüngam'26. "Februar 1920" "10040 
[Einrichtung einer Berufsberatung] Anspruch genommen werden. Dafür sind die Berufsämter 
IN da, die alle3 zusammenfaisen. I< gehe nach den mehr- 
[Kleinspehn, Abgeordneter (U. Soz.-Dem.)] samen MUSI nn der Kneten im Finer 8 
: . . nicht weiter ein. möchte aber noch besonder3 hervor- 
ind M zus 3597 MERH EE AG ee Meh heben: wa3 auch mir da3 allerwichtigste Erfordernis zu 
anzunehmen ' 3 jein scheint, da3 ist die Persönlichkeit des Berufsberaters 
“ und her HEPA E3 M vas die 
0. | gediegenste und tiefste, auc<h akademische Bildung wünschens- 
d Erster Vizepräsident Dr Porsch: Zur Geschäfts- dert und gut; aber noch wichtiger als die Art der Vor- 
ordnung hat das Wort der Abgeordnete Menzel (Stettin). bildung ist es, daß die rechte Persönlichkeit da steht, der 
Mentel (Stettin), Abgeordneter (D-nat: V-P): om hergige WEI R HES 
Nachdem der Antrag auf Abänderung de3 jezigen Antrags änhn HIEN I | 
: | ; Verständnis. Dann erst wird die Pflege und Ausdehnung 
M 156 gestellt worden ist, dahin, die Worte „auf staat» der Berufsberatung unserem Volke ihren höchstmöglichen 
sher € Een zu streichen, ziehe ich meinen Antrag Segen bringen können. 
(Bravo! bei der Deuts<hen Volk3partei) 
Erster Vizepräsident Dr Porsch: Das Wort 
hat die Abgeordnete Frau Poehlmann. Erster Vizepräsivent Dr Porsch: Die Besprechung 
ist geschlossen. Wir kommen zur Abstimmung. 
Frau Poehlmann, Abgeordnete (D. V.-P.): Meine ES liegt nunmehr nur der Antrag des Au3- 
Damen und Herren, Sie alle werden wohl in den Au8- sc<usses vor, zu dem der Abgeordnete Dr Reineke 
führungen des Herrn Vorredners über Kohlenförderung beantragt hat, die Worte „auf staatlicher Grundlage“ 
Fudustriekrise und Profiisucht und in dem vielen andexen, zu streichen. I< werde zunächst über diesen Antrag 
was er sagte, keinen Zusammenhang mit der Beruf8- des Abgeordneten Dr Reineke abstimmen lassen und dann, 
beratung gefunden haben. je nachdem die Abstimmung ausfällt, über den Antrag 
(Sehr richtig! =- Zurufe bei der Unabhängigigen Sozial- de? Ausschusses selbst. . 
demokratischen Partei) 5 10 Rise, 298 Diejenigen, el Semöb nen Anirot 
. . . r Reineke in dem Antrag des Ausschusse3 die Worte 
Die Ausführungen haben uns gezeigt, daß Beruf8- auf staatlicher Grundlage“ streichen wollen, sich von 
beratung ganz entschieden ausgedehnt werden muß auf ihren Plätzen erheben 
einen Kursus für künftige VolkSsvertreter. : | 
(Heiterkeit -- Zurufe bei der Unabhängigen Sozial- Geschieht) 
demokratis<en Partei) Das ist die Mehrheit; die Worte „auf staatlicher Grund- 
E3 ist mir von anderer Seite gesagt worden, der Herr lage“ sind gestrichen. 
Vorredner hätte wohl kaum den kleinen Befähigungs« . Nunmehr darf ich wohl ohne besondere Abstimmung 
nachweis beibringen können, feststellen, daß mit dieser Maßgabe der Antrag 
(Heiterkeit) des Ausschusses angenommen ist. =- Ih stelle das fest. 
und es würde doch dann die Berufsberatung wesentlich MINEA kommen zum bracket Gegenssand der Vage 
helfen können. 9: ? 
Was die Berufsberatung selber anbetrifft, so stehen Beratung 5es8 Antrages der Abgeord- 
meine politischen Freunde selbstverständlich auf dem Stand- neten Dr Friedberg und Genossen auf 
punkt, daß sie zu unterstüßen ist. J< selber habe zu verfassungsmäßige Gleichstellung der 
einer Zeit, als das Wort „Berufsberatung“ in unserem Freimaurerischen Richtungen -- Drusache 
ien Nn Farr nod) keine Rolle spielte, Nx 1230 
erjuche gemacht, den Schülerinnen der obersten Klassen : 
und ihren Eliern in Vorträgen einen erbt über sen der Mu en inan Des „Anira98 Hal NS .0008 
einzelnen Beruf8zweige =- Vorbildungs8- und Besoldungs- 8 | 
verhältnisse, Aussichten für Beschäftigung und Anstellung | . 
und anderes =- zu geben I< habe auch nahweislich .« Sommer, Antragsteller (D. Dem.): Meine Damen 
zu verschiedenen Malen die Freude gehabt, daß Eltern und Herren, der vorliegende Antrag geht von der grund= 
entgegen ihrer früheren Stellungnahme nach solchen Vor- säßlichen Erwägung aus, daß es in einem demokratischen 
trägen ihre Zustimmung zu dem von der Tochter ge- Staatswesen nur eine Freiheit, die, wie der Dichter 
wünschten und für sie geeigneten Berufe gegeben haben. sagt, alle frei macht, und nur ein einheitliches Recht, 
Ich habe dann veranlaßt, daß eine auch heute noch reht nicht aber Vor- und Sonderrechte geben kann und geben 
wertvolle Abhandlung über diejenigen Berufe verfaßt darf. I< will, damit ich Irrtümern die Spiße abbreche, 
worden ist, die für die Schülerinnen der Lyzeen in Frage von vornherein bemerken, daß dieser Antrag in keiner 
kommen. Wir haben die Berufsberatung dann auf Eltern- Weise das innere Wesen, die Tendenz des Freimaurex- 
abende in unserer Stadt ausgedehnt und haben natur- tums und die verschiedenen Systeme unter den deutschen 
zemäß diese Arbeiten, die aus den praktischen Erforder- Logen irgendwie berührt. Es handelt sich hier nur um 
nissen meines Berufes als Sculleiterin hervorgegangen eine rein rechtliche Frage, wie es ja auch der Antrag an 
sind, weiter gepflegt und ausgestaltet. I< kann also sich besagt. 
alles unterschreiben und unterstüßen, was zugunsten der Zur sachlichen Begründung sei folgendes kurz aus- 
der Berufsberatung gesagt worden ist. Allerdings möchte geführt. Als die Freimaurerbewegung im 18. Jahrhundert 
im ein wenig mehr, als es die Vorredner getan haben, Eingang in Preußen fand, da erfreute sie sich bald der 
den Zusammenhang mit den gemeinnüßigen Arbeitöna<ß=- Sympathie des damaligen Herrschergeshle<hts. Könige 
weisen betonen. Natürlich können auch die gemeinnüßigen und Prinzen traten auch der Freimaurerei bei, und ver- 
Arbeit3nachweise nicht ohne weiteres für alle Berufe in möge dieser Verbindung genossen bald die Freimaurerei 
123. Sitzg Landesvers. 1919/20
	        
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