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114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) 122. und 123. Sitzung. Donnerstag den 26. Februar 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 8.1919/21 114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) (Public Domain)

[0037 “ Verfässunggebende PreußischeLandesversammliung“123. Sizung'am 26. Febkitär 1920 "10034 
| ii * 
[Einrichtung einer Berufsberatung] WÜrDe I Die MUHR selbst bei längerer Dauerid 
, tleiner werden. 
[Kleinspehn, Abgeordneter (U. Soz.-Dem.)] Meine politischen Freunde werden für den Anträg 
Arbeiter, die nicht3 weiter als Teile von Maschinen sind. Nr 1864 stimmen. Wir sind aber nicht dafür zu haben, 
Aber wenn biS38her alles eingestellt war na< dem Antrage Dr Reineke, die Worte „staatliche 
auf den AusSbau des Mechanis8mu3 zur Grundlage“ zu streichen. 
Arbeit3vereinfa<hung, um möglichst hohe I<h betone nochmal3, daß e3 heute wirtschaftliche 
Leistungen der Arbeiter zu erzielen, so und sittliche Pflicht ist, im Interesse des Ganzen für die 
muß je3t alles bei der Berufsberatung vollkommenste Art der Berufsberatung zu sorgen. 
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TMe- Krufteverluit dei ver Arbeit mog- .. an 
(ist gering wird. Se 10 NE Susepuastdent 177 Poxfe3: Di 
2 (weiler mühen je Raron Miten daß der Gang der | 
Entwidlung in der Wirtschaft täglich größere Gefahren . . ; 
jür die Jugendlichen bringt. Die Produktionstypisierung, Rar einels : ARRRIEEEN (Zentr) : „Der DIV 
die Walter Rathenau propagiert =- an sich wohl zwe>- 19:6 vis Sch a R rT EIN Se „I< WiR Ik 0: 
mäßig --, ist eine dieser großen Gefahren für den wirts t n u % mme es rienes nb Die Stefi 
Menschen und fein Innenleben. irts<aft mit diesem Gegenstande zusammenhängt. 
„Dm nun auf Me Aang de3 einzelnen geachtet (Sehr richtig!) 
werden, damit wir die LebenStragödien der am falshen Im übri i i i 9 
Plaß Stehenden möglicht vertinzern. IG deaf daber teren Meisner mn mon Eon ds BT Bon 
gar nicht daran, daß bei diesem oder jenem die Beruf8- sprach, in München, Hamborn, Düsseldorf nicht3 bemerkt 
|hwierigkeiten Unlust erzeugen könnten. ES ist vor allem Man hat, glaube ich, weniger aufgebaut als vielmehr 
aber dafür zu sorgen, daß das Gefühl der Unbrauchbar- guzeinandergebaut. 
feit für den betreffenden Beruf, die Abneigung gegen die (S ichtig! 
Tätigkeit, in die jemand vielleicht dur< seine Eltern, in ey ri99) 
Unkenntnis der Dinge, hineingedrängt worden ist, mög= Zu dem Gegenstande der Beratung bemerke i<h 
lichst verhütet wird. Vor allen Dingen muß die körper» namens meiner politischen Freunde folgendes: der Ab- 
liche Tauglichkeit zum Beruf festgestellt werden. Ja es geordnete Menzel (Stettin) hat den Ausdru> „auf staat: 
müßte öffentliher Zwang angewandt werden, damit licher Grundlage“ in dem Antrage beanstandet. "Schon bei 
nicht förperlic) Untaugliche in einen bestimmten Beruf der ersten Beratung und auch heute habe ich hervorgehoben, 
hineingedrängt werden. Dadurc<, daß dies so häufig daß ich als Antragsteller niemals beabsichtigt habe = 
geschieht, haben wir die Mensc<henruinen, die shon mit ebensowenig meine politischen Freunde -- das Berufs 
30 und 40 Jahren mit dem Leben fertig sind und einer beratungswesen zu verstaatlichen. Im Gegenteil, ich habe 
ArbeitSverrihtung nicht mehr fähig sind. Infolge des gausdrüclich darauf hingewiesen, daß wir gerade hier das 
Fehlens der Berufsberatung und der Möglichkeit solher freie Spiel der Kräfte nicht stören wollen. Aber ein 
Verhinderung müssen wir heute Millionen für Renten Organisation unter Mitwirkung des Staates halten wir 
äller Art aufbringen. Berufsausbildung und gesundheit» für unbedingt notwendig, um größere Erfolge zu erzielen 
siche Überwachung ist also, ich sage das immer wieder, Daß dazu auc<h Mittel erforderlich sind, unterliegt gat 
gesellshaftlihe Aufgabe und Notwendigkeit. keinem Zweifel. | 
Wir haben im AuSlande Vorbilder, nach denen wir in i i s 
8) Heten aner? ks MaStand Hul 298 u Der Sugiale Menz mate a eke 0 abe ME Sf 
politik in den lezten Jahren ja in großem Umfange nochmals an die Kommission zurückverwiesen werden müssen, 
überholt. I< weise nur kurz hin auf das englische Werk- weil hier au8drü>li höhere staatliche Beihilfe ver! 
stättengeseß von 1901. Auch in Österreich ist man auf langt wird. Um dem Zweifel, der vielleicht bei de 
diesem Gebiete weiter als in Deutschland; denn bei uns Fassung Des Antrages Nr 1864 bestehen könnte, aus dem 
besteht, abgesehen von der privaten Berufsberatung und Wege zu räumen, habe ich beantragt, die Worte „au 
der der Gewerkschaften, in einer Anzahl Städte nur die staatlicher Grundlage“ zu streichen. -Der 'Inhalt und Zwei 
Untersuchung durch Schulärzte auf Eignung der Schüler des Antrages wird dadurch in keiner Weise beeinträchtigt 
für bestimmte Berufe. Stellt der Schularzt fest, Der Antrag würde dann dahin lauten: 
daß der Schüler für einen Beruf nicht . | | GERE 
geeignetist, lehnt jedo< die Behörde die die Staatsregierung zu ersuchen, mit Rücksicht 
Verantwortung bei Nichtbefolgung des auf die wirtschaftliche Not, welche in verschiedene! 
Rates des Shularztes8 ab. Wir sind also noh Berufen eingetreten ist, und mit Rücksicht auf di 
in der Berufsberatung in den ersten shwächsten Anfängen, Unkenntnis, welche in weiten Volkskreisen bs 
und es ist dringend notwendig, einen großen, umfassenden züglich der verschiedenen Berufszweige herrs<h 
Schritt vorwärts zu tun. vie Heuer öu vrpqnisieren aus bie bail 
Grundiäblich. kalten wir-natii . erforderlichen Maßnahmen im Einvernehmen mi! 
hi. aum De jeit. “Bomm Anu an der SPAR den schon bestehenden freien Beratungsstellen zt 
fann die Beschäftigung in staatlichen Lehrwerkstätten zur treffen. 
Berufsausbildung eine Brücke bilden zu der Beruf8- Jc< glaube, damit ist alles gesagt. Wir wünschen, dh 
veratung der Schule von unten auf, von der ih vorhin die bestehenden Beratungsstellen nicht unterdrückt werden 
sprac<. Auch hier kann uns Amerika zum Vorbild dienen. wir wünschen, daß die erforderlihen Maßnahmen i! 
Wir dürfen nicht mehr wie bi8her na< Zusammenarbeit mit diesen Beratungsstellen getroffen 
Geldreserven, sondern müssen nach mens<- werden, wir wünschen, daß der Staat eingreift, daß > 
lichen Kraftreserven streben. Wenn wir das organisiert, und wir wünschen ferner, daß im Wohlfahrt? 
Berufsalter, das heute dur<schnittlich 35 bis 45 Jahre beim ministerium eine Zentralstelle geschaffen wird, die das 
Arbeiter ist, auch nur auf 50 Jahre erhöhen könnten, jo gesamte Material sammelt und e8 den- Beratungsstelley
	        
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