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114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) 118. Sitzung. Sonnabend den 21. Februar 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 8.1919/21 114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) (Public Domain)

9739 Verfässunggebende Preußische Lande3versammlürg 118. 'Sizüung äm'21. Februar 1929 ,.-9740 
[Lehrbücher für Geschichte] merkung, das ist sachlich. Zur Sache darf ich Sie nicht 
- sprechen lassen. 
[Richert, Abgeordneter (D. V.-P.)] (Abgeordneter Ha>38: I< möchte feststellen, was ich gesagt 
Takivolle Lehrer Here das längst amnesien. I Jobe : habe!) 
das von dem Augenbli> an abgestellt, als bei Beginn des GE ; WE HAIR . 
Krieges die Subeta . die nationale ARIE = Jawohl, das können Sie richtigstellen. 
ont einrüte. Von dem Augenbli> an werden Sie kaum noch 
wn Fall angeben können, ve die Sozialdemokratie in der FHDa>s, Abgeordneter (Soz.-Dem.) (fortfahrend): 
Schule in taktloser Weise bekämpft worden ist. Taktlose 4 nur in einigen Punkten feststellen, was. ich gesagt 
L jer gibt es in | i; . 
Reer nber IM 2 m ; ever 5144 ; Nach dem unkorrigierten Stenogramm habe ich über 
Herr Ministerialdirektor Jahnke hat nun seine Maß- 56m Geschichtsunterricht, über die eventuelle Überflüssigkeit 
nahmen geschichtsphilosophisc unterbaut und hat ange- 545 Geschichtsunterrichts, die mir da zugeschoben werden 
deutet, daß er zwar die Frage, ob große Persönlichkeiten sollte, gesagt: 
oder die Masse das Treibende in der Geschichte sei, hier ' : . m | | 
nicht lösen wolle. Er hat aber doch angedeutet, daß die Der Wert des bisherigen Geschicht5unterrichts ist 
materialistisch-sozialistische Geschicht3philosophie mehr be- mir persönlich so problematisch, daß ih der 
rücsihtigt werden sollte, als e3 biSher geschehen ist. Nun Meinung bin, es wäre auch nichts verloren, wenn 
fann man über diese Geschi<ht3philosophie denken, wie man für die Übergangszeit der Geschicht5unterricht ganz 
will. Ic<h möchte besonders die Arbeiten von Herrn Troeltsch wegfiele. 
darüber den Herrn Sozialdemokraten zur Lektüre (Zuruf re<ht3: Also 10 Jahre!) 
empfehlen. Daran aber kann gar kein Zweifel sein: für E56 GEIE N 
unsere Geschichtserziehung können wir dreierlei nicht ent- 77 Nein, für die Übergangszeit, bis die neuen Lehrbücher 
behren. 1. die Heldenverehrung =- ich gebe zu, daß wir fertig sind. Das kann in einem Jahre sein. 
den Begriff Helden na< mancher Richtung erweiten Ferner möchte ich Herrn Kollegen Rippel sagen, daß 
müssen =-, 2. den Zusammenhang mit unserer nationalen ich ausdrücklich festgestellt habe, daß die Buchhändler Ge- 
Vergangenheit und 3. die großen in der Geschichte sich aus- winnverluste erleiden würden. I< habe aber gesagt: 
wirkenden Ideen. Diese drei Grundpfeiler des Geschiht8- Material geht doch auf keinen Fall verloren, so daß volks8- 
unterrichts werden wir uns nicht zertrümmern lassen. Die wirtschaftlich kein Verlust entsteht. Die Verwechslung von 
mechanische Geschichtsauffassung, die die Geseze der volkswirtschaftlihen und privatwirtschaftlichen Interessen 
Mechanik, die Naturgeseße auf die Geschichte übertragen ist allerdings bei Vertretern gewerblicher Interessen sehr 
will, ist für die Geschiht8erziehung unfruchtbar und un- beliebt. 
möglich. Auch die Seaiemonne dar as is ne (Zurufe rechts) 
zu ihren Theorien Jdeen und Jdeale in der Geschichte an- Endlich möchte ich es ablehnen, daß ich an irgendeiner 
erkannt, sie ist glüflicherweise in diesem Falle inkonsequent Sty M 7 h ii een Hen En HtSant erricht 
gewesen. einzuführen. Davon ist keine Rede, das lehne ich entschieden 
(Zuruf bei der Sozialdemokratischen Partei) ab. Bitte, lesen Sie meine Rede daraufhin no<hmal3 durch. 
-- Jawohl, ich möchte auc< hier auf die Arbeiten von 0432077 . 47 57 : 
Troelts< verweisen. Unser Geschichtzunterricht soll er- um ae cni M Mees Wir Tommen, gum 
ziehen, er soll begeistern, und wenn der Ruf: Zurüs> zu ; : | 
Fichte! hier erhoben worden ist =- und die Sozialdemo- Förmliche Anfrage der Abgeordneten 
krafen rühmen sich ja auch mit Fichte in einem geschicht3- Söfler und Genossen über den Erlaß 
philosophis<en Zusammenhang zu stehen --, so glaube ich, eines Beamtengesetzes und die Ünderung 
daß wir in einem Rüegang auf die Ideen von Fichte und des Disziplinargesjetbes-- Drusache Nr 1852 
Kant und Hegel und auf die großen Männer der Freiheits- Di. Preußische Regierung hat sich bereit erklärt, die Förm- 
Friege uns wohl auf einem gemeinsamen Boden finden liche Anfrage zu beantworten 
können. Allerdings glaube ich, daß das Geschi<t3buch dann Sh . loh "1 E „ 
doch anders aussehen wird als das Geschichtsbuch, das uns d „S0 ue e zes Wort air NÜeren Ausführung 
Herr Ha>s heute im Umriß gezeichnet hat. Das allerdings 9 Förmlichen Anfrage dem Abgeordneten Höfler. 
mödten wir ablehnen. Süöffer, Fragesteller (D. Dem.): Meine Damen und 
(Bravo! bei der Deutschen Volkspartei) Herren! Sofort nach Zusammentritt dieses Hohen Hauses 
jm? von ersann Parteien und au it Rau 
ngen . Krie3: Die Besprechung ist nträge eingebracht worden, die forderten, daß außer der 
LIE präfident Dr v:e Befpre Inn finanziellen Sicherstellung der Beamten auch eine rechtliche 
. 2er Sicherstellung erfolgen sollte. Die Parteien, die die An- 
Zu einer persönlichen Bemerkung hat das Wort der 17496 einbrachten, gingen von der festen Überzeugung aus, 
Abgeordnete Ha>s. daß die Beamtenschaft vor der Revolution staat8bürgerlich 
vollständig entrechtet war. Unter dem früheren Rehts3- 
Hacks, Abgeordneter (Soz.-Dem.): Um das Ent- zustande war es den Beamten einfach unmöglich, den Kampf 
stehen von Legenden zu verhüten, möchte ich auf einige für bessere Arbeit8- und Lohnbedingungen mit Erfolg zu 
Punkte hinweisen. Zunächst wurden so Anspielungen führen. Man wußte regierungsseitig sehr wohl, welche 
gemacht, als ob ich = =- Gefahr der Rien ninn evan. wände, wenn iN 
..- von einigen Beamtenführern und, wie ich hinzufügen muß, 
(Glo>e des Präsidenten) auch von Varlamentariern der damaligen fortschrittlichen 
VolkSpartei vorgebrachten Reformvorschläge für ein neues 
Vizepräsident Dr v. Kries (den Redner unter- Beamtenrecht Wirklichkeit werden sollten. Nicht umsonst 
hrechend): Herr Abgeordneter, das ist keine persönliche Be- begegnete man ihnen in Deutschland und gerade auch in 
118. Sitg LandeSvers. 1919/20
	        
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