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114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) 118. Sitzung. Sonnabend den 21. Februar 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 8.1919/21 114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) (Public Domain)

9713711. Verfässunggebends Preußische Landesversammung" 118. Sizunigram' 21 Februar 19209714 
[Lehrbücher für Geschichte] scheinung getreten. Do soll gegen die Deutsche 
... Volkspartei damit nichts gesagt sein, doch triti 
[Wildermann, Abgeordrieter (Zentr.)1 bei der ersteren der protestantij<e Standpunkt 
ein Damen und Herren! Diese Ausführungen unter- stärker hervor. 
hreibe ich vollständig, und nachdem ich die Rede des : in 5 5 . 
Hexrn Vorredner3 gehört habe, unterschreibe ich den Saß, Zu einer Versammngn Altona hai Der entjänetivnn 
MINE | 9: 1 | L ; Abgeordnete v. Gräfe geäußert, das Judentum und der 
aa6 mir keine Gesc<hihtSbüher im Sinne der Sozial» im Zentrum verkörperte KatholiziSmus ständen im Dienst 
emokratie wünschen, noch dider. der Entente, welche die religiösen Elemente in unserem 
(Sehr gut! im Zentrum) deutschen Vaterland gegeneinander ausspielte. 
3 ört! 
Wenn der Herr Vorredner über die Bücher geklagt hat, (53, oe) 
möchte i< das Geschichtsbuch sehen, in das alles das, Am 2. Februar d. Is hielt Oberst Bauer, Mit- 
was er will, hineingeschrieben worden ist. arbeiter des Generals Ludendorff, in einex Versammlung 
| , , . der Deutschnationalen in »Altona einen Vortrag, in 
(Zuruf bei der Sozialdemokratischen Partei) Dele er Ne Behauptung ausstellte: daß fatholische 
MSI ben eben von d icht2561 :; Einflüsse die Frieden3möglichkeit, die 1916 mit dem 
EREN 2020 en Zun Den EIhiEiSRGern im der russischen Zaren bestanden habe, beseitigten, indem die 
: . | . .. Katholiken auf Einrichtung eines katholischen Königreichs 
(Erneuter Zuruf bei der Sozialdemokratischen Partei) Polen bestanden hätten. 
= Sie haben angeführt, was na< Ihrer Meinung in 3 Zrt! i 8 
ein Geschicht3buch hineingehörte. (Ort, hort? im Zentrum Zurufe) | 
) -- Meine Damen und Herren, Sie werden verstehen, 
(Zuruf wenn wir uns gegen Geschichtsbücher wehren, die in 
Dann haben Sie das wohl no<h sagen wollen, haben es diesem Sinne abgefaßt sind. 
aber vergessen. (Zuruf rec<ht8: Das sind vereinzelte Äußerungen!) 
(Zuruf bei dex Sozialdemokratischen Partei) -- Wollen Sie noch mehr haben? Ich bin gern bereit, 
<< I< wüßte wirklich nicht, was darin unhöflich ist. Ihnen noch weitere zu nennen, ich habe noh verschiedene 
I< habe ausdrüclich gesagt, daß der Vorredner e3 hat Zeitungen hier. Vereinzelt ist die Sache leider nicht. 
sagen wollen, aber vergessen hat. (Wiederholte Zurufe recht3) 
(Zuruf bei der Sozialdemokratischen Partei) -- I<h freue mich, daß Sie Herrn v. Gräfe ablehnen =, 
<“ Hat er es gesagt? I< habe es anders verstanden, dafür bin ich Ihnen sehr dankbar =- und daß Sie auch 
aber nichts vel mis ferner iegen als irgendeine Be- Oberst Bauer ablehnen. 
eidigung oder Kränkung. Jd betone aber ausdrülich, . M . ; EDE TE 
daß, wenn wir keine Lehrbücher -im Sinne eines (Guruf: Wir FREGE ROE WIM MiSbaen? Gloce des 
sozialistischen Ministeriums haben wollen, wir ebensowenig | 
Lehrbücher im Sinn einer deutsc<nationalen oder ähn- 
lihen Richtung haben wollen. Das möchte ich gern Vizepräsident Dr v. Kries (den Redner untetr- 
scharf betonen. Herr Boeliß hat neulich gesagt, daß ihm brechend): I< bitte, den Herrn Redner nicht immer zu 
nichts ferner liege, und auch wohl seinen Fraktion8genossen, unterbrechen. 
als Kulturkampfgelüste, und ich glaube das dem Herrn 
Kollegen Boeliz für seine Person und für viele andere Wildermann, Abgeordneter (Zentr.) (fortfahrend): 
aufs Wort. Aber, meine verehrten Herren, wir erleben Wir wollen. also kein Geschiht5buchmonopol und über- 
es heute shon, daß in der Presse, die der Deuti<hnationalen haupt keine Geschi<tSbücher, die von einem Parteistand- 
Harte: 2 sien Mn Setsuna nennt, und punkt aus abgefaßt sind. 
in deuts<nationalen Versammlungen die kathölische Kirche > cu 
und die Katholiken Deutschlands für den Ausbruch des (Sehr, richtig! rechts) 
Krieges und seinen traurigen Ausgang verantwortlih Ich betone, daß wir der Gefahr nicht [so ganz fern sind. 
gemacht werden. I< unterschreibe aber auch die Äußerung des Hern 
3 ad Kollegen Boelitz, die ich shon vorgelejen habe: wir wollen 
(Hörte hören im Denim) überhaupt keine dien Geschichtsbücher; sie sind viel zu 
Der evangelische Pfarrer Marschall hat am 1. November 1919 di> geworden. Wir meinen, wie auch der Herr Vorredner, 
im „Evangelischen Gesellenfreund“, dem Organ de3 Ver- daß es sehr wohl möglich ist, eine Art Leitfaden zu 
bandes evangelischer Gesellenvereine Deutschlands, einen schaffen oder, wie Thiele in der Monatsschrift für die 
Aufsaß veröffentlicht, in welchem es heißt: höheren Schulen ausführt, Zeibümer herzustellen, ZU 
Der große Krieg brach aus. Hinter England, bseng eie Art Mischung, von Text. Tabellen und evtl. 
dem eigentlichen Urheber, dem neidvollen Kauf- Queslenbuch darstellen UU 
mann stand nicht nur Frankreich, Rußland, 2 ENE 6 
Italien, Amerika, sondern vor allem auch Rom, Aber, daß es nicht möglich ist, solche Bücher von 
das seine Stunde kommen sah. heute auf morgen herzustellen, darüber werden wir einig 
„„-. sein. Vor allem betone ich, daß, solange die Reichs 
(Hört, hört! im Zentrum) jhulkonferenz nicht stattgefunden Joi 205 man sich „od 
. . » nicht über die ganze Gestaltung des Schulwesens in de 
Weiter schreibt dann der Pfarrer: nächsten Zeit klar geworden ist, niemand an die Ge- 
Organisiert, wenn es sein muß, eine große staltung der Geschichtsbücher herangehen kann, weil ex 
evangelis<e Partei! In der vdeutschnationalen sich sagen muß: vielleicht ist die ganze Arbeit umsonst. 
Volkspartei ist eine solche fast s<on in die Er- Deswegen sage ich, es muß für die Übergangszeit Rat
	        
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