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114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) 117. Sitzung. Freitag den 20. Februar 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 8.1919/21 114. bis 134. Sitzung (6. Februar bis 21. April 1920) (Public Domain)

9649, „ Berfässunggevende/"Preußische/Landesverjammtung/ 117. Sizung am 20. Februar 1920 9630 
[Erlaß des Reichsgesetes über die Tuberkulose] Herr Dr S<loßmann hat mit Recht angeführt, daß gerade 
“ die deuts<he medizinische Wissenschaft unendlich viel getan 
[Wernerx, Abgeordneter (D.-nat. V.-P.)1 hat, um Seuchen "Rinn DeDnenen fan 5 mich 
30: 1 : : : dem Vorwurf de3 Herrn Dr Beyer, den er den Medizinern 
Riehen Stu 3 DiE Deren dir 5 Serk Iingeüen gemacht hat, in der Allgemeinheit nicht anschließen. Wenn 
vst nbertragen werden. Die heittige Derannaumnassnet if sie derartigen neuen Mitteln gegenüber etwas vorsichti 
ekelerregend und gradezu skandalö3 und gesundheit3schädlich. find, 19 zue MR EEN 3, M EEE en zen 6 
- Der Herr Direktox im WohlfahriSministerium hat umd gewissenhafte Prüfung ist doch erforderlich, um die 
Fen honen EE REER eien M bei M ZM Schwindeleien niederzuhalten. 
viE ETO IELP QU TENS IND AUCHTTET GENIE War Die Hauptsache für alle Parteien ohne Unterschied 
Wehn -. ve Je5 UE I: 1 ie ; Dain --- es ist das keine Fun T ist die ITEREN ir 
A : 16.1 nu e ; deutschen Volkes. E35 muß da alles ausgenußt und auf: 
sonen, in den Foren die friie Luft genießen und Mil) eboten werden, da darf kein Mittel unversucht bleiben, 
Epen and fühlen 1 wah oll and wen 901 "We1408 dau Seitragen ännte, die Gesundheit u Sen 
SIE 8 M SE . IG und e3 darf keine Maßnahme außer acht gelassen werden, 
Frästigt an Körper und Geist wieder in die Heimat zurü&- welche geeignet ist, eine so gefährliche und schleichende 
fehren. Natürlich sieht man nur gut erzogene arbeitsame Seuche, wie die Tuberkulose, zu bekämpfen. Das kann das 
Kinder gern auf dem Lande. Daß man denen, die das deutsche Volk verlangen. Es ist eine ungeheuere Arbeit zu 
nicht sind, nicht sonderlich freundlich entgegenkommt, ist leisten, um die Verluste des Krieges wieder auszugleichen; 
vegreislich. Im allgemeinen aber ist die Landbevölkerung, denn darüber besteht kein Zweifel: wir gehen glatt zugrunde 
mit der ich viel Fühlung habe, gern bereit, die armen 48 7 Tingt. 
Fn DC PUR " al3 Volk, wenn uns das nicht gelingt 
Stadtfinder aufzunehmen, weil sie recht wohl einsieht, daß | . ; 
für die Ärmsten der Armen, für die kleinen Kinder, etwas (Bravo! bei der Deutshnationalen VolkSpartei) 
zeschehen muß. Dur den Aufenthalt der Stadtkinder auf | . Dun 
dem Lande wird das Verständnis für da3 Landleben Vizepräsident Dr Frentel: Da3 Wort hat die Ab- 
gewedt. Das führt hoffentlich zu einer richtigeren Beur- geordnete Frau Poehlmann. 
teilung der ländlichen Verhältnisse und dadurch zu einem 
Fen Deren Zusammenleben zwischen Stadt- und Land>- 1 Trau Voehlmann, Abgeordnete (D. V.-P.): E; 
9EWPHNECLN. | Fnüpfe an da3 ar, was der Herr Vorredner zuleßt gesagt 
- Herr Dr Sc<loßmann hat vorhin angeführt, daß in hat. ES ist die Hauptsache, daß in Preußen und im Reiche 
einer Kinderheilstätte für 100 Kinder pro Tag nur 16 Liter für die, Gesundheit de3 Volkes gesorgt wird, und dazu 
Bonn) uud 50 62 Mone Rein en M6 Sehn auch, daß ir in dn Namen 2 even 
ol mit j9 wenig geschehen? Die Mil< ist das Haupt- von neuem eintreten. i r noh ein ( 
oxforderni3 für die WK Kinder; ohne fie können sie 3 Moment, das ich erwähnen möchte, und das hervorzuheben 
möglich gesunden. Haben wir jekt schon große Mil<h- kommt gerade einem weiblichen. Abgeordneten zu. Wenn 
fnappheit, so wird diese leider noch größer werden, wenn wir die entseßliche Kurve ansehen, die die graphische Dar- 
die 140 000 Milchkühe an Frankreich abgeliefert sind. fellung der SHWEIDNS RDN RTN Mie und an a 
Frankreich nimmt eine organisierte Aushungerung am den Jammer, all den Kummer und alle die Schmerzen un 
Deutschen Volke vor. Da. man die Abgabe der 140.000 Leiden denken, die durch diese Volksseuche verursacht werden 
Milchkühe forderte, wußte man, daß diese Forderung ein so wird es uns klar, daß hier viel mehr Todesfälle, viel 
Shritt näher dem Ziele ist. Dex Mangel an Milchkühen mehr Trauerfälle als durc<; das Wüten des Krieges herbei 
wirkt auf die Preisbildung erheblich ein. BiSher kostete geführt werden. Da3 Auffallende und Erschütternde an 
ein Liter sogenannter Vollmilc< 84 X in Berlin, vom diesen Kurven ist, daß unter den verschiedensten Gesichts 
1. Februar ab 2 4. Können da die geringen Stände, die Punkten das Bild das gleiche bleibt: ein übermäßig hoher 
ilteren Leuts und die Kinder noch mit Milch bei der allge- Stand der Tuberkulosesterblichkeit am Ende der siebziget 
meinen Teuerung versorgt werden? Jahre, San ein Sine In Zintel der Sterblintth 
| N | nn ; das im Bilde der graphischen Darstellung wie ein Wunder 
„Dazu fommt noc das unsinnige Abschlahten von 17::x: das da zeigt, daß die Seuche im Verschwinden war = 
Milchkühen; oft genug werden den Landwirten die besten 1:3 dann der Krieg kam und die Linie wieder empor? 
Milchkühe Zum Sclachten troß aller Einsprüche abge- d4ihnellt hat, jo daß fie fast in senkrechter Richtung auf 
wmmen. Unter diesen Umständen muß es natürlich ansteigt Dieses Bild bleibt dasselbe, ob man die Sterblichkeit 
Milch und Butter fehlen und damit an den fettigen Sub- c4nz allgemein für die ganze Bevölkerung dargestellt sieht 
stanzen, die gerade der Schwindsuchtskranfe braucht. Diese 56 die Trennung nach Geschlechtern oder nac) dem Vor 
Ee Min 2 jr 2078 verfeig „wie fkommen in Stadt und Land beobachtet wird. Nur dann 
RIO 962 RARE SDIOAOIeN DE Smet vor Een aid das-Bild: ein anderes, wenn es sich im-die Darstellun 
Jahren die Volksernährung gefährdet hat. der Tuberkulosesterblichkeit für das ie handelt =- dent 
„Meine Bartei ist für den Friedbergschen Antrag. Wir es waren die gesunden Menschen, die im Heere standen. 
[ind nicht dafür, daß Rechte, die Preußen hat, aufgegeben Schaut man nun dieses Bild an, dann ist das Merk 
en IM GERAER EREN Sm ai nadine daß 5 EAEG Gesekgebung des Reines m M 
5 1 : SIE BN MEISE 8. m Tuberkulose vollständig vorübergegangen ist, daß | 
Falle für geboten. Mag die Preußische Regierung, die Preußen die Anzeigepflicht bis jezt nur für Todesfälle, nicht 
Medizinalabteilung des Wohlfahrtsministeriums, nicht aber für Erkrankungen gefordert war. Mir aus meinet 
un vie Pinn iT SG om deni ae Se en anm ist es 14 it au ann jenen if 
iQ no<m mehr auf die lange Dant gejmoven wird. vge habe damit auch zu tun gehabt, daß die preußische Gesel 
diese Abteilung auf die Herren im Reiche hinwirken, damit gebung noh in einem anderen Punkte weiter gegangen ist 
recht bald gehandelt wird. Mit Reden kann man derartige als die des Reiches. Das preußische Geseß, betreffend die 
GEOREHRENS aus Der Nell imasien; s A bie Ansnabe era Renee Senn vom 25. Aue 
Reich3regierung, wenn der Friedbergsche Antrag an- at wohl die Anordnung getroffen, daß Todesfälle, 
genommen ist, rasch zu handeln. denen die Lungen- oder Kehlkopftuberkulose zugrunde lieg?
	        
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