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99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) 110. Sitzung. Montag den 2. Februar 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 7.1919/21 99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) (Public Domain)

9181177, VerfässunggebendePreußische Landesverjammtung 7110. 'Sißungsam ?. Februar 1920 «418 
[Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung] Wenn heute die Arbeiter angefahren sind, soz 
REEG: ie - === auch ein Beweis für den großen Einfluß, den nin 
[Siering, Abgeordneter (Soz.-Dem.)]1 arbeiterführer auf ihre Kameraden haben. | 
segeinwirtig die Beranbeir erhalten. E3 ficht fest, daß (Sehr richtig!) 
ie Bergarbeiter außerordentlich geringwertig und mangel» Gerr Abgeordneter Leidig spra< vorhin davon, däßydet 
haft ernährt werden. Wie die Ernährung jeßt im Ruhr- Pen NR ni .. Presse ard „ef ne 
revier ist, kann sie nicht schlehter und s<limmer werden. rtei : in is :oden Sas 
er ; | mer ? Partei im Lande nicht so groß sein könne, um jeden St 
Wir richten de8halb an die Staatsregierung die dringende in der Presse in seinem Sinne umzukorrigieren. Das ver 
Bitte, dafür einzutreten, daß den Bergarbeitern, die durh langt niemand, aber meine Damen .und Herren, wenn Sie 
ihre Beschlüsse gezeigt haben, daß sie volles Verständnis für Jührer sein wollen, dann machen Sie es den Bergarbeiter 
die Notlage des Volkes haben, daß sie ihren Wunsc< im führern nach, die unter erheblihen Opfern und A 
Interesse der Gesamtheit zurügestellt haben, auch die Hilfe strengungen ihre Organisation ins rechte Gleise führe 
zuteil wird, die ihnen zuteil werden muß, daß sie nämlih I<: stehe den Kollegen und Freunden wirklich nahe und 
ausreihend ernährt werden, damit sie ihre schwere Arbeit kann daher nur bestätigen, daß viele von ihnen manches 
leisten können. Jh bitte die Staatsregierung dringend, an Dußend Nachtfahrten auf Kosten ihrer Gesundheit h en 
geeigneter Stelle vorstellig zu werden, damit den Berg- zurülegen müssen im Interesse unserer Volkswirtsch 
arbeitern diese für ihre s<were Arbeit nötige Ernährung und im Interesse der Ruhe und Ordnung im Ruhrgebie 
zuteil wird. Benn mi derselben Opferwiligkeit und ÄArbeitsfrendigt 
. : ; : .„« überall gearbeitet worden wäre, und auch mit derselb( 
(Lebhafte Zustimmung bei der Sozialdemokratishen Partei) Anpassungsfähigkeit, BÜR Ware ud 09 Unheil j h s 
blieben. 
Präsident Leinert: Das Wort hat der Abgeordnete Herrn Abgeordneten Leidig ein Wort über Kohle 
Gronowski. förderung zur Erwiderung. Wenn heute nicht soviel 9 
fördert wird wie im letzten Friedensjahre, so sind an diesem 
Gronowski, Abgeordneter (Zentr.): Geehrte Ver- Ausfall und anderem auch die abgewirtsc<hafteten Betricht 
sammlung! Meine politischen Freunde hatten die Absicht, s<huld. Die Herren von rechts wissen, daß auch det 
auf die zweite Rednerreihe ganz zu verzichten, aber die Aderboden heute nicht mehr so produktionsfähig ist wit 
Hexren von der Rechten hatten ein größeres Redebedürfnis vor sechs Jahren; sie jagen uns immer: der Boden ist aus 
als die Mitte und die Linke. gepumpt, oan Jais join es 30 mit den Za 
. werks8betrieben; auch die sind abgewirtschaftet und können 
(Widerspruch rechts) heute nicht mehr in der Weise ausgenußt werden wie vn 
<- Auf Ihren Wunsc< ist die Diskussion weiter forigesezt sechs Jahren. Und dann denken Sie auh an den Raub- 
worden. I< persönlich bin der Meinung, daß wir eigentlih 04U- der unter der Erde in den Flößen und Schächten 
nichts Neues durch die zweite Rednerreihe haben sagen mik den Kohlen getrieben worden ist, und an den Raubbau 
lassen können und daß wir bei der ganzen Aussprache mit ich sage es ohne Bittterkeit =- mit Menschenkräften | 
einem Drittel der Worte hätten au8kommen können. Das (Sehr wahr!) 
Ergebnis wäre auch dann dasselbe wie jeht; wir häiten . . er 
dann aber Kraft, Geld, Papier, Licht und vieles Wir wollen es heute aussprechen: wenn während des Krieg 
andere gespart. Also, nicht durch unsere Schuld ist die unsere treuen Bergknappen berechtigte Beschwerden beim 
Diskussion verlängert worden. Zeeiehten gubramien aan hieß M Ki schr ee 
Meine Damen und. Herren; zunächst eine erfreulihe women fie 19 in den SchUbengraven gehen" H 
Mitteilung. Wie mir meine Spezialkollegen aus dem Kameraden wollten sich ihrer Familie erhalten und 188 
Ruhrgebiet mitteilen, sind heute, am kritischen 2. Februar, dann mit ihrer Arbeitskraft Raubbau. Die Si iw 
fämtliche Bergarbeiter in die Schachtanlagen angefahren. Lräfte sind heute in größerer Anzahl als früher in unsern 
Bergwerken vorhanden. 
(Bravo!) (Sehr richtig! im Zentrum) 
Es ist nirgends ein ernstlicher Versuch gemacht worden, die Gelernte Hauer, einschließlich Lehrhauer, waren im Zisst 
arbeit3willigen und arbeitsfreudigen Bergarbeiter an der 1913, wie mir meine Spezialkollegen sagen, 52% vorhand 
Anfahrt zu hindern. Dies ein Beweis, daß die Bergarbeiter und heute sind e3 nur 41 4. 
des Ruhrgebiet3 es mit der Kohlenförderung ernst und . . . 
ehrli< meinen. Sie erwarten auch, daß in Zukunft ein (Hört, hört! im Zentrum) 
vernünftiges und verständiges Zusammenwirken zwischen Das ist ein gewaltiger Unterschied, der sich bei der Kohls 
ihnen und den Arbeitgeberorganisationen als auc<h der Re- förderung besonders geltend macht. Ja, ich verrate Ihne 
gierung erfolgen wird. noch mehr: infolge der, ich möchte sagen, nicht vom stä 
(Bravo!) männischen Geist durchdrungenen Lohnpolitik auf 
Eisenbahn hat der Bergbau gelernte Hauer und Lehrhäut! 
Meine Damen und Herren, wenn in früheren Jahren in großer Anzahl verloren. Etwa 17 000 Hauer sind al 
und Jahrzehnten Privatunternehmer in verständiger Weise dem Bergbau herausgeganaen und zur Eisenbahn ül 
mit. den Arbeiterorganisationen verhandelt hätten, wie es getreten, 
jebt, im leßten Jahre, geschehen ist, dann wäre manches (hört, hört! im Zentrum) 
Minnerfkändyi*, manche Reibung und viel Verbitterung 1144 der sehr vernünftigen und richtigen Begründ ii 
RE „da8, was ich im Bergbau unter Tage R 
(Sehr richtig!) s<werer Arbeit verdienen muß, kann im 
Aber in früheren Jahren wollte man eben nicht mit bei Sugrentiht auf der Eisenbahnwie 
der Arbeiterschaft und deren Führer verhandeln, da wurde ZUE VELD TITER: 
kommandiert und die Arbeiter sollten gehor<hen. (Sehr richtig! im Zentrum)
	        
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