Path:
99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) 109. Sitzung. Sonnabend den 31. Januar 1920

Full text: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Issue 7.1919/21 99. bis 113. Sitzung (15. Dezember 1919 bis 5. Februar 1920) (Public Domain)

9055 7 Berfässunggevende Preußische Landesverjammtung" 109. Sizungram'öt: Jamar 4920 vp 
[Auirechterhaltung "der Bffentlichen Ordnung)? Und weiter am gleichen Tage: 
-. | Die Rechte . . . verwirft vor allem den polikise 
IDr Kaufmann, Abgeordneter (D.-nat. V.-P.)] Mord unbedingt und mit aller Entschiedenheit 
werden, dann könnie Überhaupt von einem politischen (Ehen? c 6. 7 oo Sen 
: : ens9 maßvoll sprechen sich die „Deuts<e Tages 
Kampf keine Rede sein. zeitung“ und die „Deuts<e Zeitung“ über M 
(Sehr richtig! recht3) Attentat aus. ES ist das nur eine kleine Blütenleje, die abey 
Das werden Sie mir alle zugeben. nie Panptjächtiehsten fühfenden rec<töstehenden Blätter um 
Im Übrigen möchte ich mich, was die Presse angeht, x Bilich MIEEDENT 9 ; 
309 „zus Ic<h habe absichtlich mit dem „Lokal-Anzeiger! 
an den Herrn Minister des Innern wenden. Er hat 5. besonders vom Minister angegriffen worden ist, bis 
vorgestern und gestern die rechtsstehende Presse in (461 vwartet. Wir werden gleich sehen, daß auch da 
scharfer Weise angegriffen. Zuerst hat er eine Erklärung ab- „Lokal-Anzeiger“ -- das hat der Minister des Innern selhs 
gegeben, und am folgenden Tage hat er diese Erklärung == „gestanden =“ den Mord und das Attentat au 
allerdings in gewisser Weise abgesc<wächt =- erneuert. schärfste verwirft 
; I< bin selbstverständlich gezwungen, darauf einzu- "Sch möchte Aen Heren Minister sagen, Daß Der il 
gehen. Mme 0 1 gen, | „Lofal: 
N : . . Anzeiger“ auch den Attentäter in keiner Weise vel 
unseren Me Dr ernän er habe nicht gesagt, daß in Gesicht, sondern ihn als das hinstellt, was er ist, als ei 
sondern der Attentäter. I< darf ihm sagen -- und Unglüclichen, fimmvien Verbrecher, aber as einen jugen 
das wird ber Herr Minister scher feststellen können == daß 190 Verbrocher! Vergessen Sie das niet Ve fe pi 
u) 256 R 5en 12.47 amfeger Far : vein u m € Presse, die heute nicht genug Worte der Verurteilung findeh, 
me Wen gesagt Hat: Verherrlichung des Mordes. uränbig der AusdruF: Das Kind! I< erinnere ai 
5. Ne; : ; ZEND DEr befannten Mordanfall auf den Kaiser von Österreich und 
Blätter durchliest und sie nicht durchliest in der Absicht, andere Jälle: ws. sunendlms Rerionen EEE vorgingen 
eiwas darin zu finden, was nicht darin stehen soll, sehen Zune Pieß es: Das Kind! Und in diesem Kindlichen fü 
wird, daß in allen Blättern die Tat aufs allers<härfste [an einen Milderungsgrund für die Tat. So ist auch in 
vor En 5 S0 s0907 3. B. 88 aus ZUN „Lokal-Anzeiger“ betont, daß es sich um die Tat eines uw 
a Die. 17 vorhin wegen eines, im möchie sagen? nim besonnenen, eines jugendlichen Menschen gehandelt hat. 
gerade besonders schönen Bildes zitiert worden ist, in der Das hat übri ens cestern. der Herr Minister des Ini 
Nummer 48 vom 27. Januar wörtlich: jelbst Ik gejiern ar 
Der Anschlag auf Erzberger, das Werk eines un- SITAN MET wat ; 05 
reifen Menschen, wird von allen vernünftigen und =. 50% mM Fen eige 0 «wag mi 
anständig Sentenpen Meisten eim ob fie An- 115 ihm verlesen- worden; diese Säße konnten Sihn 
R EE Schärfste fan dem Zusammenhang gerissen und so, wie sie vorgetragen 
: fut 54 : wurden -- immerhin ein falsches Bild geben. Die Morgen 
In der „Post“, in der Nummer vom 27. Januar, und ausgabe des „Lokal-Anzeigers" vom 27. Januar bringt 
zwar in der Morgennummer, heiß? es: | unter dem Titel: „Das Attentat auf Erzberger“ zunächst 
Der verblendete junge Mann, der nicht erkannte, eine kurze Darstellung des Vorganges. Dann behandelt er 
daß die Beseitigung eines politishen Schädlings unter dem Titel: „Der Täter“ alles, was sich auf die Berson 
und seines Systems niemal3 durch ein Verbrechen, des Attentäters bezieht. Das ist Usus bei allen sol<hen 
sondern immer nur auf legalem Wege möglich ist, Berichten. Dann gibt er das wieder, was im ersten Verhör 
und daß gerade diejenigen, bei denen er gleihe der Attentäter ausgesagt hat. Daran schließt sich wiederum 
Gesinnung vermutet, seine schnelle Tat aufs in journalistisch üblicher Weise =- das werden die Hexreit 
shärfste verurteilen. -- - die als Journalisten hier sehr zahlreich vertreten finde ui 
I: 42 ; EE . „u bestätigen -- eine Darstellung des Vorleben3 des 1z 
ne Rafi Nd ih am engl Ien Kurier Min 5- find Mitteilungen, die aweifellos auf. EH 
gleicher Weise DER 5 fundigungen bei Familienangehörigen beruhen. Bei dieser 
AU d Nodontder MUiil . . Gelegenheit werden auch diejenigen Äußerungen vor 
Alle auf dem Boden der <ristlichen Sittenlehre in gebracht, die gestern als besonders inkriminierend hingestellt 
ihrer unverrücten Strenge stehenden Menschen iugrden sind. In keiner Weise hat dabei der „Lokal 
den Meuchelmord [ ' sind. je ' 
müssen den Meuchelmord, aus welchen Gründen er 9M[nzeiger“ sich anders als bloß berichtend geäußert! 
immer entjpringe, verwerfen. Daran schließt sich eine Erklärung des Beileid3 des Reichs 
Es sind das beinahe die Worte, die Herr Kollege Dr Sc<hloß- präsidenten; und dann kommt eine Erörierung über den 
mann vorhin gebraucht hat. Fall selbst. Daraus will ich nur folgende Säße vorlesen? 
Sie haben es auch stets getan, allen voran unser Der ehemalige Fähnrich Oltwig v. Hirschfeld, dit 
Luther. gestern nachmittag sich aus eigener Machtvoll 
] | "SMF . i ichter 1) terben 
Die „Kreuzzeitung“, die Sie fiher als ein rechts8- fommenheit zum Richter über Leben und 
stehendes Organ anerkennen, schreibt in der Morgenausgabe MEN SAENEE SEP EIINNNN ier Ke 
vom 27. Jar: u | aufgeregten Tage bezeichnet werden. : 
Der Anschlag auf den Reichsfinanzminister wird -. , ;; die 
von allen Seiten aufs schärfste verurteilt werden, Dann kommt eine kurze Äußerung, daß heute rasch dik 
und auch wir stehen nicht an, diese Tat eines un- Pistole loögehe, aber keine Entschuldigung für den Täter: 
reifen Menschen als höchst bedauerlih zu be- Dann aeht es weiter: 
zeichnen. . . . Wir verurteilen jeden "politischen Je weiter wir . . . auf dieser Bahn fortschreiteit) 
Anschlag, gleichviel gegen welche Person er sich desto deutlicher wird die vollendete Sinn? 
richtet. losigkeit des Unterfannen3s8. mit ver
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.